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Aus kleinen Alltagsgeschichten besteht das Leben und die mehr oder minder gute Laune.

Zettelwirtschaft  

Wer kennt das nicht! Wer suchet der findet, wer's gar nicht erst probiert, findet natürlich nichts.

Wer so viele Akten in den letzten Tagen „ausgedünnt“ hat, weiß, wovon er spricht.
An einem Tag schreibe und produziere ich, am nächsten dünne ich Geschriebenes aus, indem ich wegwerfe.
w o h i n soll das noch führen, ich weiß es nicht mehr.

An der Pinnwand links von mir an der Wand hängen viele kleine, bunte Zettel.
Spickoder Merkzettel nannte man sie in der Schule früher und sie dienten dazu sich etwas zu merken um schnell die Information parat zu haben.

Eine zweite Pinnwand hängt im Gang neben Lämpchen und Telefon, im Notfall muss ja einiges bereit liegen. Notfallnummern, Tierarzt, Eintrittszeiten.
Erinnerungszettel, auf die keiner schaut. T e r m i n e …eben
wann der Heizungsbauer, der Schornsteinfeger, der Müllwagen kommt.
Wann der gelbe Sack raus muss und so andere diverse Kleinigkeiten, die man ja für so wichtig hält.

Adressen, Telefonnummern, Öffnungszeiten, Wegbeschreibungen, Geburtstage
die ich vergessen hatte, den einen oder anderen Namen, den ich einer bestimmten Situation zuordnete.

Der letzte Laborzettel meiner Blutwerte hängt auch noch irgendwo dazwischen, wofür man den aufhebt ist sowieso Schwachsinn, denn die ändern sich ja weil das nur begrenzt haltende Richtwerte sind.

Ich beschließe ab sofort diese Nichtübersicht zu ändern.

Um Ordnung in diese Zettelwirtschaft zu bringen, nehme man sich ein großes
DIN A 4 Blatt, meinetwegen auch zwei, schreibe fein säuberlich eine Tabelle, in diese die Überschriften was drin stehen soll, und dann endlich – alles hinein.

Durchatmen…

eine Spalte für die Geburtstage

eine Spalte für die Adressen, die Telefone, die Namen.

Das sieht doch ordentlich aus,

übersichtlich

erkennbar

wieder auffindbar.

Nun wohin damit,

abheften in eine Akte auf der außen drauf steht was innen drin ist.
Ordentlicher Mensch der ich bin, hefte ich mir das genauso ab. Schließe die Akte und stelle sie zu den anderen Akten im Schrank in der Gewissheit, suchst du jetzt mal den einen oder anderen Namen, die eine oder andere Adresse, den einen oder anderen Geburtstag, dann weißt du nun wo du schauen musst und:
vergesse es sofort wieder.

Die Pinnwand  an der Wand ist nun leer.

Ob ich nicht doch…

380 Wörter sind das nun schon wieder, also doch wieder mehr als ein etwas größerer Zettel.

Ist`s damit also doch kein Drabble geworden, ich sag’s ja, ich kann nicht mehr.

 ein …kleines…neues ...Zettelchen…muss…her.

 

© Angelface



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