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Bettina

(oder die innere Einkehr)

Fast erschrocken drehte sie sich um. Hatte sie jemand dabei gesehen?

Leicht schuldbewusst drehte sie heimlich ihre Augen nach oben und blickte um sich. Nein, wohl ein Glück nicht, als sie so herzhaft in sich hinein gegähnt hatte ohne sich die Hand vorzuhalten. Sie legte großen Wert darauf wie sie in Gesellschaft wirkte.

Eine kühle schöne Blonde. Etwas unnahbar, distanziert, unterkühlt und diszipliniert, ganz das Gegenteil ihrer Mutter. Ihre Mutter, während sie die kühle schmutzige Bahnhofstreppe hinunter ging, dachte sie flüchtig an sie, schüttelte sich leicht und versuchte sich auf sie einzustellen. Gleich würde sie ihr gegenüber stehen.  Ihr Hosenanzug war leicht zerknittert vom langen Sitzen. Vier Stunden Bahnfahrt hatten ihre  Spuren hinterlassen. Eine alte Dame rempelte sie unvermittelt an. Unwirsch drehte sie sich um, schon lag ihr ein unterdrückter Fluch auf den Lippen. Sie war gereizt, doch sie  beherrschte sich.

Ja, sie war beherrscht vom Scheitel bis zur Sohle. Was sich in ihrem Innern abspielte ließ sie niemanden wissen. Auch darin unterschied sie sich völlig von ihrer Mutter.

Zwei Tage lagen vor ihr, die sie mit ihr verbringen wollte, und eigentlich wünschte sie sich schon ehe sie richtig angekommen war, wieder weit von ihr weg.

Die Alte ging ihr oft auf den Keks, sie liebte sie zwar, mochte sie aber nicht und ließ sie das auch hin und wieder spüren indem sie sie forsch zu Recht wies.

Ihre Mutter war ihr zu herzlich, zu temperamentvoll, zu unordentlich, zu chaotisch und lebendig.

Dieses  ewige gute Laune Lächeln hasste sie geradezu. Immer stand ihr geradezu magisch ein herzlich willkommen auf den Lippen. „ Kann die denn nicht auch mal schlechte Laune haben?“

Sie selbst war ein ausgesprochener Morgenmuffel. Sprach man sie morgens vor der Nahrungsaufnahme an, könnte sie  die Krallen ausfahren und zuschlagen.

" Lasst mir doch alle meine Ruh", dachte sie. Hoffnungslos überfordert liebte sie zwar ihren Job, war aber gleichzeitig so eingebunden und permanent überanstrengt dass ihr kaum Zeit für ein Privatleben blieb, doch ihr Ehrgeiz das zu erreichen was sie sich vorgenommen hatte ließ sie oft genug nicht einmal auf ihre eigene Gesundheit achten. So war sie oft unausgeschlafen, völlig überarbeitet,  noch öfters erkältet und hatte ständig Kopfschmerzen. Ihr Temperament hatte sie im Griff wie sich selbst auch und wenn sie den Überdruck nicht mehr aushielt, joggte sie so oft es ging und reagierte sich durch stundenlanges Laufen  bis zur völligen Erschöpfung ab.

Sie analysierte sich kurz, hakte es ab und schaltete  um  auf ihr Besuchsgesicht.

Da stand sie, die Mutter die sie so wenig in ihrem Leben sah. Ein – zweimal im Jahr, das genügte ihr. Mehr brauchte sie an Familienleben nicht.

Erstaunlich, wie gut sie noch aussieht obwohl ihr Leben alles andere als einfach ist, dachte sie.

Aber wie sie wieder aussieht und gekleidet ist.  Unpassend für ihr Alter fand sie.
Flott, nicht schick, aber jugendlich und lebendig trotz all  ihrer Falten.

Das lange - von der Sonne blondierte Haar fiel ihrer Mutter  bis auf den Rücken und umrahmte ein  freundlich – lächelndes  - freudiges Gesicht und schon huschte dieses unvermeidliche  „herzlich willkommen -  Liebes -  über lächelnde Lippen, die sie küssten. "Hätte sie sich nicht mal was anderes anziehen können"?;  war noch der Gedanke in ihr ehe sie die mütterlichen  Arme umschlossen.

Jeans, eine lockere Bluse, eine Strickjacke die locker bis über den Po hing, ohne Handtasche, nur mit dem Schlüssel an einer billigen Strippe, die ihr um den Hals hing. Warum kann ich nicht eine Mutter haben, die ganz normal wie jede andere aussieht und sich ihrem Alter entsprechend kleidet, ewig und immer muss die aus der Rolle fallen! Sie drehte sich um, hatte noch  jemand anderer diese herzliche Begrüßung gesehen?

Sie zupfte wie zur Bestätigung dass sie eine völlig andere war, an ihrem streng  geschnittenen, schlanken figurbetonten  Jackett.

Sie würde Begeisterung zeigen wo keine da war und versuchen freundlich und tolerant zu sein, aber im Grunde ging ihr jetzt schon alles was sie sehen und hören würde gründlich auf die Nüsse.

Naja, ein paar Tage, dann ist der Anstandsbesuch wieder vorbei, dachte sie und lächelte ein wenig grimmig in sich hinein. Ich hör halt zu wenn sie plappert und erzählt, koch ihr was Schönes und besuche auch noch die Großmutter im Heim, dann hab ich alle Fliegen auf einen Streich erledigt, „erlegt“ - kicherte sie heimlich in sich hinein, welch ein Freudscher Versprecher, und zog gleich wieder ihr strenges Gesicht auf.

„ Gut schaust du aus, Kind“, kam von ihrer Mutter, die sie herzlich um die Hüfte fasste.

Am liebsten hätte sie gesagt, „fass mich nicht an“, denn sie hasste es wenn sie jemand anfasste und ihren persönlichen  Sicherheitsradius durchbrach, sie empfand das grenzüberschreitend. Mochte es nicht.

Plappernd und plaudernd wanderten sie zum Wagen und stiegen ein." Was gibt’s Neues bei dir?";  fragte sie leicht uninteressiert während ihre Gedanken schon wieder abwanderten was sie eigentlich noch alles zu erledigen und zuhause liegen gelassen  hatte.

Wie erwartet rauschte der Erzählfluss ihrer Mutter an ihrem geschädigten Ohr vorbei, sie hörte nur oberflächlich  mit halbem Ohr zu und warf ein ab und zu -  Ja, ein.

Wenn die einmal angefangen hatte zu erzählen, hörte sie so schnell nicht mehr auf. Es erschien ihr alles so lächerlich und so klein.

Wahrscheinlich ist sie so, weil sie alleine ist und nichts zu tun hat, dachte sie sich leise obwohl sie es besser  wusste. Mensch, reiß dich zusammen, du weißt doch wie sie ist, ertrage es  halt einmal im Jahr rief sie sich selbst zur Ordnung.

Diese Enge, dieses kleine bescheidene Leben das  ihre Mutter umgab reizte sie bis  zur Ungeduld, doch  sie nahm sich zusammen. Dieses Leben könnte ich nicht ertragen, dörflich, einfach, bescheiden, immer hilfsbereit anderen gegenüber,  wo bleibt der natürliche Egoismus, immer nur Gutmensch zu sein, das muss doch anstrengen!

Sie versuchte ihre Gedanken zusammenzuhalten und sich auf das hirnlose Geplapper ihrer Mutter zu konzentrieren. Was tut die schon den ganzen Tag? Sie spürte ihre eigene innere Abwehr.

Da hab ich‘s mit dem Vater besser, den kann ich leicht täuschen, der spurt wie ein Hund wenn ich ihm so manchen Knochen vorwerfe.`

Erfolgreiche Managerin, anspruchsvolle Arbeit, ergebnisorientierte Aufgaben, eine Karriere die sich sehen lassen kann und schon blitzen stolz seine Augen und er erstarrte in Ehrfurcht. Der Mutter konnte sie nicht damit kommen, die hatte kaum Respekt vor ihrer  Arbeit, sie fragte  kaum nach und hatte andere Werte.

Als sie nach einer guten halben Stunde das kleine bescheidene  Heim der Mutter betraten, grauste ihr schon  vor all den billigen Möbeln, den bunten Farben, der angeblichen Kreativität der Mutter auf die diese so stolz war. Kissen, Decken, Gläser , gedämmtes Licht, gesammeltes Sammelsurium nannte sie dies immer.

Sie selbst zog es vor streng nach bestimmten Regeln und auch äußerlich so zu leben.

Ein wenig Glas, echt Holz,  kaum Teppiche,  teuer und sorgfältig ausgewogen mussten bei ihr Farben,  Stoffe und Einrichtung zusammenpassen. Nichts Überflüssiges stand bei ihr herum und Kissen, die musste man bei ihr suchen. Alles war darauf abgestimmt,  dass  zu jeder Tageszeit  ein Gast bei ihr eintreten konnte. Die Küche wurde wenig benutzt, meist nur wenn sie eingeladen hatte, sie zog es vor oft auswärts im Lokal essen zu gehen und sich bedienen zu lassen. Außerdem hatte sie für so einen Firlefanz – wie sie ihn nannte – eh keine Zeit und verbrachte ihre wenige  Freizeit lieber  mit Freunden in deren Wohnungen oder ging auf Konzerte und Reisen..

Sie schaute sich um, es war genauso wie sie es sich vorgestellt hatte. Zeitungen und Bücher lagen herum, eine gestreifte Katze lief durch die  gemütliche Unordnung  im Raum und auf dem Herd duftete ein Abendessen. Ihre Mutter kochte gerne, auch gut und ein wenig Vorfreude mischte sich in ihre Ungeduld das Gespräch mit ihrer Mutter zu ertragen.

„ Kind, bist du müde“ unterbrach die Stimme ihrer Mutter ihre Gedanken.

„Nein, nein“ werte sie ab, „ nur die Bahnfahrt war so lang“..

Dann leg dich doch gleich nach dem Essen hin“ sagte ihre Mutter ihre  Besorgnis war auf ihrem Gesicht abzulesen.

Auch so etwas was ich nicht leiden kann, dachte sie sich und versuchte  zu lächeln.

Das Essen schmeckte köstlich. Der Abend plätscherte vor sich hin, ihre Mutter trank kaum Alkohol, sie selbst hätte gerne noch ein Glas Wein gehabt, wollte sie aber nicht danach fragen.

Wie viele Katzen hast du jetzt eigentlich warf sie in das Gespräch mit ein, bereute die Frage aber sogleich denn sie befürchtete schon sofort einen ellenlangen Gegenstandsbericht über Katzen ertragen zu müssen und dann kam sicher dieses – erinnerst du dich noch – und sie müsste sich daran erinnern dass sie selbst  vor gefühlten Hundert Jahren eine Katze bei ihrer Mutter abgeladen hatte weil sie keine Zeit für diese hatte.

Was aus dieser geworden war, wollte sie gar nicht wissen.

Und schon kam die gefürchtete Frage, wie gut sie doch das Verhalten ihrer Mutter kannte. Sie war ja so berechenbar. Gedankenversunken betrachtete sie das Gesicht ihrer Mutter, etwas müde sah diese aus, ob sie wohl doch Sorgen hatte? Von sich selbst erzählte diese nicht viel, immer nur von anderen.

Von der Wohnung, ihren Projekten, ihrer Tierliebe, den Alltagsgeschichten der Nachbarn mit denen sie enger zusammenlebte. Mein Leben ist besser, dachte sie. Doch was daran besser war, wusste sie selbst nicht so recht.

Wahrscheinlich die Großstadt, dachte sie, die brauche ich, die Ablenkung, die Kultur, den täglichen Sport,  den Stress der Arbeit, das pulsierende Leben. Ohne all das konnte sie sich ihren Alltag nicht vorstellen.

Ein wenig später, während ihre Mutter das Geschirr spülte und noch in der Küche herum wuselte ging sie  nach oben in den ersten Stock wo das Gästebett für sie bereit stand.

Liebevoll lag, an ihr Kissen gelehnt eine Packung Pralinen und eine Flasche Wasser stand auf dem kleinen Nachttisch. Das macht sie auch noch immer dachte sie und musste  wider Erwarten lächeln.

Neben dem Bett befand sich eine kleine Tür, die in eine Gaube führte. Plötzlich wieder ganz wach, öffnete sie diese neugierig und sah auf Kisten und eingepackte Kartons.

Einen davon öffnete sie und kramte darin herum.  Was sie darin fand rührte sie bis ins Herz.

Bettschuhchen in Rosa, Spielzeug und ihr altes Clownskostüm, samt einem Päckchen gesammelter Briefe die sie vor Jahren an ihre Mutter geschrieben hatte, damals, als es ihr so schlecht ging, da hatte sie ihre Mutter mit in ihre Sorgen eingeweiht und ihr ellenlange viele Briefe geschrieben.

Ich bin doch ein Monster dachte sie zu Tränen gerührt und rief ihre Mutter um ihr danke zu sagen, dass es sie gab.

 

© Angelface



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