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teilen - mitteilen, was ist teilen?

Teilbar oder nicht

Nur die Zeit heilt die Wunden, die das Leben in uns schlägt.

 

Kann man Kummer teilen?

Teilen wie ein Ei in zwei bequeme Hälften und andere bekommen etwas davon ab, damit die Hälften kleiner und leichter verdaulicher werden?

Kann man Freude teilen

Sehnsucht, Verdammnis, Schmerz, Unglück, Leid – eine Krankheit?

Es ist vergleichbar mit dem Bild eines Menschen der mitten im triefenden Regen steht, patschenass wird und du siehst es, spürst aber selbst keinen einzelnen Regentropfen auf der Haut.

Es ist schwer diese Frage zu beantworten, ich persönlich würde nach Lage der Dinge sagen nein.

Dass - was man fühlt, kann man, so gut man es mit Worten, Blicken und Gesten ausdrücken kann, mitteilen. Doch ob es der andere begreift, nachvollziehen, mitfühlen kann -  bleibt jedem nach seiner eigenen Gefühlsstärke – Empathie – Mitgefühl, Mitleidsfähigkeit vorbehalten.

All diese Attribute des Mitleids und Mitfühlens sind jedoch rasend schnell wieder unter dem Alltagsstress, den Alltagseigenensorgen, den eigenen Interessen wieder schnell von der Bildfläche verschwunden, man wendet sich anderen, wichtigeren, eigenen Dingen zu, das ist keine Frage der Oberflächlichkeit sondern Selbstschutz um dem Schmerz anderer nicht zu großen Raum zu geben.

 

Schildere anderen Menschen ein Unglück, eine Krankheit, einen Verlust der dich getroffen hat und du wirst in den meisten Fällen mitleidige Blicke entdecken können, aber auch Blicke die wegsehen weil das Leid anderer dem anderen peinlich, oft sogar unangenehm ist.

Man möchte gerne dass es aufhört, dass andere leiden.

Oft können wir selbst mit dem eigenen Schmerz schlecht umgehen, wie sollten wir es dann mit dem anderer können?

Selbst habe ich es Hunderte von Malen erlebt selbst wegzusehen weil es weh tut, andere leiden zu sehen.

Bei einer Beerdigung, beispielsweise, dann wenn ein Mensch gestorben ist.

Man kann nicht helfen, möchte es gerne, aber die Möglichkeiten Hilfe anzubieten sind so begrenzt, dass sie nur in tätiger Hilfe zuteil werden können.

Derjenige der die Hilfe brauchen könnte ist oft unfähig sie anzunehmen, er verkriecht sich in seinen Schmerz, braucht die Abgeschiedenheit um diesen ertragen, verarbeiten, tragen zu können.

Geteiltes Leid, ist halbes Leid, ein schöner Spruch, er stimmt nicht, wie viele Sprüche, die zwar tröstend wirken sollen, aber den Kern des Ganzen nicht treffen.

Man kann keine Tränen teilen, man kann sie nur zeigen indem die Tränenflüssigkeit deine Augen verlässt, über deine Wangen rinnt, sich im Mundwinkel versteckt und dann verrinnt. Das äußere Zeichen von Schmerz und Leid.

Und doch gibt es Menschen die können auch im tiefsten Schmerz nicht weinen.

Nur die Zeit heilt die Wunden, die das Leben in uns schlägt.

Manchmal sehr langsam.

 

 

© Angelface..................   15.Juni 2012



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