Die Eisenbahn auf der Halbinsel Eiderstedt


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Geschichtliches

Die Keimzelle der Eisenbahn auf Eiderstedt bildete die Bahnlinie von Flensburg nach Tönning, deren 33,57 km langer Abschnitt von Oster-Ohrstedt bis Tönning am 25. Oktober 1854 offiziell eingeweiht wurde. Gleichzeitig erfolgte in Tönning die Inbetriebnahme der 0,73 km langen Hafenbahn. Gebaut wurde die Strecke von Flensburg nach Tönning vom Engländer Sir Samuel Morton Peto, der am 08. September 1852 in Kopenhagen die Konzession zum Bau der Bahnlinie erhalten hatte und diese der "Flensburg-Husum-Tönninger-Eisenbahngesellschaft" übertrug. Bei der Eröffnung erhielt die Bahnlinie den offiziellen Namen "König Frederik VII. Südschleswigsche Eisenbahn". Der Zweck des Eisenbahnbaues war im Export von Rindern und dem Import von Kohle begründet. Die Strecke nach Husum verließ damals den Bahnhof Husum noch in nördlicher Richtung, um in einem Linksbogen nach Süden zu führen und die Gemarkung Rödemis westlich zu umfahren.


Betrieb am Bahnhof Tönning im Jahre 1860.


Straßenseite des alten Bahnhofs Tönning.

Nach Annektierung Schleswigs durch Preußen wurde am 28. März 1865 die "Schleswigsche Eisenbahngesellschaft" gegründet. Am 04. August 1865 wurde der Vertrag zur Überlassung des Betriebes der "Schleswigschen Eisenbahngesellschaft" an die "Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft" unterzeichnet. Schließlich konnte am 01. Januar 1870 die "König Frederik VII. Südschleswigsche Eisenbahn" an die "Schleswigsche Eisenbahngesellschaft" übergeben werden. Mit gleichem Datum übernahm dann auch die "Altona-Kieler Eisenbahn-Gesellschaft" die vertraglich vereinbarte Betriebsführung.

In Tönning hatten Fahrgäste ab 1877 die Möglichkeit, mit der Fähre nach Karolinenkoog in Dithmarschen zu fahren. Hier bestand bis 1942 Anschluss an die Bahnlinie nach Heide (Holstein). Dies war bis zur Eröffnung des Marschbahn-Teilabschnittes von Lunden nach Bredstedt auch die schnellste Möglichkeit von Husum in Richtung zu gelangen.


Fährfahrplan der Eisenbahnfähre von Karolinenkoog nach Tönning.


Fährschiff "Adler" nach Karolinenkoog am Anleger in Tönning

Ab 01. Januar 1883 werden die Schleswigschen Eisenbahnen auf Rechnung des preußischen Staates betrieben. Dem folgt zum 01. März 1884 die Errichtung der "Königlich preußischen Eisenbahndirection zu Altona". Zum 01. März 1885 wird die "Schleswigsche Eisenbahngesellschaft" schließlich vom preußischen Staat erworben.

Am 17. Oktober 1887 erfolgte die Eröffnung des Marschbahn-Teilabschnittes von Lunden nach Bredstedt. Im Stadtbereich von Husum nutzten die Marschbahnstrecke und die Strecke von Flensburg nach Tönning nun einen gemeinsamen Bahnkörper.

Erst am 15. Oktober 1892 folgte die Fortsetzung der Bahnlinie von Tönning nach Garding. Tönning wurde auf diese Art zum Kopfbahnhof.



Diese beiden Aufnahmen vom Bahnhof Tönning entstanden etwa 1960. Die Bilder konnten im Dienstraum
(Stellwerk) des Bahnhofs abfotografiert werden. Der Fotograf dieser beiden Bilder ist leider nicht bekannt.

Nachdem im Jahre 1884 die Bürger von Platenhörn bei der KED Altona einen Haltepunkt gefordert hatten, wurde dieser am 01. Mai 1896 am Bahnwärterhaus 192 eröffnet. Den Fahrkartenverkauf übernahm eine in der Nähe befindliche Gastwirtschaft. Nach Bekanntwerden der Pläne für den Bau der neuen Strecke zur Blockstelle W der Marschbahn wurde die Verlegung des Haltepunktes zum Bahnwärterhaus 193 gefordert.

Schließlich konnte am 01. Mai 1902 eine neue 1,47 Kilometer lange Trasse von Platenhörn durch den Dammkoog eröffnet werden. Diese wurde am Abzweig Hörn (damals "Blockstelle W") in den Kilometer 117,19 der Marschbahnstrecke (Kilometrierung der alten Streckenführung über Taterphal) eingebunden. Platenhörn bekam einen Haltepunkt an einem neuen Bahnübergang (heutige Querung der Bundesstraße), nicht am Bahnwärterhaus 193. Seit diesem Zeitpunkt erreicht die Eiderstedter Strecke die Stadt Husum durch die Südermarsch. Die westliche Streckenführung wurde stillgelegt und abgebaut. Der Dammkoog hat für Eiderstedt übrigens eine besondere Bedeutung, denn mit seiner Bedeichung im Jahre 1489 gelang der Brückenschlag zwischen der Insel Eiderstedt und dem Festland.



Im Jahre 1906 wurde der Hafen Tönning von der Preußischen Staatseisenbahn als Seehafen für den Überseehandel anerkannt, was preiswertere Frachttarife zur Folge hatte.

1908 schickte der "Bade- und Verkehrsverein St. Peter und Ording" die gehorsamste Bitte um Fortführung der Bahn von Garding an den Herrn Minister für öffentliche Arbeiten. Es wurde darauf hingewiesen, dass der westliche Teil Eiderstedts so dem großen Verkehr unmittelbar ausgeschlossen ist. Die wichtigsten Orte waren Tating (130 Einwohner), St. Peter (800 Einwohner) und Ording (200 Einwohner). Das Nordseebad St. Peter / Ording hatte 1907 rund 1800 Badegäste, es gab 12 Hotels und Gasthöfe. Industrie gab es keine, ansonsten Landwirtschaft und Viehzucht. Es wurde erwähnt, dass dieses Nordseebad das bedeutenste ohne Bahnanschluss zwischen Königsau und Ems ist. Gedacht waren die Stationen Tating, St. Peter Dorf und Bad St. Peter-Ording mit vollem Personen- und Güterverkehr, sowie Heisternest, Esing und St. Peter-Wittendün nur für den Personenverkehr. Es wurde vorgeschlagen, aus Gründen der Sparsamkeit im Winter gegebenenfalls nur bis St. Peter Dorf zu fahren. Der Minister antwortete, dass der Bau mit Rücksicht auf zahlreiche dringendere Bahnprojekte zur Zeit nicht in Aussicht gestellt werden kann. Im Jahr 1911 erfolgte eine erneute Ablehnung des Wunsches zur Weiterführung der Eiderstedter Strecke.

In Befolgung der Bestimmung der Weimarer Verfassung wurde am 01. April 1920 der Staatsvertrag zur Gründung der Deutschen Reichseisenbahnen in Kraft gesetzt und die Preußische Staatseisenbahn zusammen mit anderen Länderbahnen der Hoheit des Deutschen Reiches unterstellt.


Eine Dampflokomotive der Baureihe 89.73 im Bahnhof Tönning (Ende der 1920-er Jahre)

1923 wurde der Streckenläuferplan neu geregelt. Die Nebenbahn Abzweig Hörn - Garding musste nur noch jeden zweiten Tag inspiziert werden, statt der vorher üblichen täglichen Kontrolle. Die Strecke wurde zu diesem Zweck in zwei Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt führte von Hörn nach Harblek (11,67 km) und der zweite Abschnitt von Harblek nach Garding (16,42 km), welche im täglichen Wechsel gelaufen wurden. Diese Aufgabe übernahm Bahnwärter Peter-Heinrich Andreä. Dieser wohnte in einem Privathaus bei Streckenkilometer 181,47 (zwischen Büttel und Witzwort). Dadurch wurde der im Haltepunkt Kating wohnende Bahnwärter Ploog überzählig und konnte versetzt werden.

Im Jahre 1924 wurde der Bahnhof Garding verkehrlich erfasst. Im Personenverkehr wurden 31456 Fahrkarten verkauft. Im Güterverkehr wurden im genannten Jahr abgefertigt:

- Stückgut: 1870 Tonnen Empfang; 463 Tonnen Versand
- Wagenladungen: 20502 Tonnen Empfang; 500 Tonnen Versand
- Großvieh: 5366 Stück Empfang; 7578 Stück Versand
- Kleinvieh: 2257 Stück Empfang; 11873 Stück Versand


Der Bahnhof Garding auf einer alten Ansichtskarte aus dem Jahr 1899.



Der aufstrebende Tourismus in Bad St. Peter-Ording hatte schließlich die nochmalige Verlängerung der Strecke zur Folge. Am 24. Juni 1932 wurde der Abschnitt von Garding nach Bad St. Peter Süd eröffnet und am 24. Juli 1932 folgte der Abschnitt bis zum heutigen Endbahnhof.

Fahrplan am Eröffnungstage (Auszug)

Zug 1186

St. Peter-Ort ab 14.01 Uhr
Garding an 14.18 Uhr

Zug 1187

Garding ab 15.14 Uhr
St. Peter-Ort an 15.31 Uhr


Am Eröffnungstag erreicht ein Zug mit Lok 36 383 den Bahnhof Tating.


Das ehemalige aus rotem Backstein errichtete Empfangsgebäude des Bahnhofs Tating im Jahre 1932.

Während der Kriegszeit befand sich beim Haltepunkt Kating ein Barackenlager für Kriegsgefangene, welche zu Arbeitseinsätzen in der Umgebung herangezogen wurden. Der nachfolgende Lageplan zeigt das Lager im Zustand von 1945, von welchem auch heute noch einige Reste erkennbar sind.



Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde auf deren Gebiet am 07. September 1949 die Deutsche Reichsbahn in Deutsche Bundesbahn umbenannt.

Im Jahr 1972 erfolgte ein Umbau des Bahnhofs Tönning. Er erhielt in diesem Zusammenhang ein neues Empfangsgebäude mit integriertem elektromechanischem Stellwerk.

Zu Beginn der 1980-er Jahre wurde an einigen Haltepunkten der Personenverkehr eingestellt. Zuerst hielten ab 31. Mai 1980 in Heisternest keine Züge mehr. Ein Jahr später ereilte am 30. Mai 1981 die Stationen Platenhörn und Büttel das gleiche Schicksal.

Auch den Güterverkehr hat die Eiderstedter Strecke seit geraumer Zeit eingebüßt. Als letzte Gütertarifpunkte wurden am 28. Mai 1989 der Bahnhof Tönning und am 27. September 1992 der Bahnhof Garding geschlossen. In der Folgezeit wurden alle Gleisanlagen für den Güterverkehr zurückgebaut.

Zum 01. Januar 1994 vereinigten sich die Deutsche Bundesbahn und die Deutsche Reichsbahn (Gebiet der ehemaligen DDR) zur handelsrechtlich organisierten Kapitalgesellschaft Deutschen Bahn AG.

Im Rahmen der Regionalisierung des Schienenpersonennahverkehrs übernahm die NordOstseeBahn (NOB) am 05. November 2000 den Betrieb auf der Eiderstedter Strecke. Nach turnusmäßiger Ausschreibung des Verkehres kehrte am 11. Dezember 2011 die Regionalbahn Schleswig-Holstein (Tochterunternehmen der DB Regio) an die Westküste zurück.

Im Jahr 2013 verschwanden die Telegrafenmasten an der Eiderstedter Strecke, welche in der Vergangenheit ein prägendes Bild für viele Bahnstrecken waren. Die letzten Masten wurden ab Mitte Juli 2013 zwischen Tönning und Kating entfernt.

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Letzte Änderung auf dieser Seite am 05. Juni 2016






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