Die Eisenbahn auf der Halbinsel Eiderstedt


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Zeitungsausschnitt vom 08. November 1882

(Husum) Gestern Nachmittag gegen 5 Uhr passirte dem von Tönning kommenden Personenzuge das Malheur, daß ein auf dem Bahnkörper laufender Ochse in der Nähe der Voßkuhle übergefahren wurde, wobei 3 Personenwagen aus den Schienen geriethen. Wie den "Schlesw Nachr" mitgetheilt wird, soll es der Umsicht des Zugführers allein zu verdanken sein, daß nicht größeres Unglück geschehen. Die im Zuge befindlichen zahlreichen Marktgäste mußten ca. eine halbe Meile auf hier marschiren. Infolge dieses Unfalls traf der sonst um 7 Uhr 20 Minuten von Jübeck auf hier kommende Abendzug hier erst um reichlich 9 Uhr Abends ein.

Zeitungsausschnitt vom 17. Januar 1893

Während der Nacht von Donnerstag auf Freitag voriger Woche hatte der ziemlich heftig wehende Südwestwind einen auf dem Bahnhof Garding stehenden Wagen in Bewegung gesetzt und ihn bis über Katharinenheerd hinausgetrieben. In der Dunkelheit und bei dem Schneetreiben hatte der Lokomotivführer des Frühzuges Garding - Tönning den Wagen nicht gesehen, und so stieß der Zug auf diesen. Der Wagen wurde aus dem Geleise geschleudert und zertrümmert und die Lokomotive ziemlich arg beschädigt. Die Bahnbeamten und Fahrgäste kamen jedoch mit dem Schrecken davon.

Zeitungsausschnitt vom 19. Juli 1894

Wie eigenthümlich gewählt oftmals der Platz ist, den sich die Vögel für ihren Nesterbau aussuchen, zeigt ein in Tönning unter dem dortigen Hauptbahngeleise bei Weiche 19 gefundenes Vogelnest mit vier Jungen. Diese Weiche wird täglich von Maschinen und Wagen befahren, trotzdem fand das Weibchen Ruhe und Zeit, an dem beharrlich festgehaltenen Platze seine Eier auszubrüten.



Zeitungsausschnitt vom 04. Mai 1922


Vierfacher Unglücksfall in der vierten Klasse

"Als Schlachtermeister Hansen aus Witzwort in ein überfülltes Abteil vierter Klasse steigen wollte, wurde die Tür zugeschlagen und ihm ein Glied des Ringfingers abgequetscht. Eine mitfahrende Frau erlitt darüber einen Krämpfeanfall, und als man sie auf die Bank legte, entsetzten sich über diesen Anblick zwei andere Frauen derartig, daß sie in Ohnmacht fielen."

Zeitungsausschnitt vom 01. November 1923

Die Abdämmung der Eider

"Von der Staatsregierung wurde ein besonderer Sachverständiger mit der Ausarbeitung eines Entwurfes bestimmt und der Vorentwurf aufgestellt. Die Eider soll nach diesem Vorentwurf etwa ein Kilometer oberhalb des Hafens von Tönning so abgeschlossen werden, daß der Stromschlauch des Fusses durch einen Erddamm  völlig abgesperrt wird, dessen Krone erwa zwei Meter über höchstem Hochwasser liegen soll. Durch diesen Damm wird nicht nur ein fester Landweg zwischen den Landschaften Eiderstedt und Dithmarschen geschaffen, auch die Eisenbahnlinie Heide - Karolinenkoog kann auf festem Wege nach Tönning weitergeleitet werden. Die umständliche Zwischenbenutzung der heutigen Fähre käme in Wegfall. Für die Schiffahrt würde der Bau eines kleinen Kanals mit Schleuse durch das Vorland bei Oldenswort nötig sein. Der Dammbau würde ebenfalls die Landgewinnung sehr fördern, und in späteren Jahren bringt ein Deichbau vom südlichen Eiderstedt bis zum Wesselburener Vorland einen Landzuwachs von fast 3000 Hektar fruchtbarstem Marschboden."

Zeitungsausschnitt vom 28. Juli 1924

Eisenbahn-Idyll (Tönning)

"Der Nachmittags-Personenzug von Garding traf mit einhalbstündiger Verspätung hier ein, weil die beiden Lokomotiven beinahe den ganzen Zug in Katharinenherd vergessen hatten. Erst auf der Station Kating gewahrte das Maschinenpersonal, daß nur zwei Ochsenwagen den 'Zug' bildeten. Die auf der Station Katharinenheerd verbliebenen Reisenden und das Begleitpersonal hatten der Abfahrt des Zuges machtlos zugeschaut und mußten geduldig, aber voll heiterer Laune warten, bis sie geholt wurden."

Zeitungsausschnitt vom 20. Februar 1927

Ein Zug in Fernsprechdrähten gefangen

Bei dem ungewohnt starken Rauhreif konnte ein ungezählter Teil Fernsprechdrähte nicht standhalten. Auf der Bahnstrecke Husum - Garding kurz vor dem Bahnhof Katharinenherd hingen die den Bahndamm kreuzenden Leitungsdrähte so tief, daß der Vormittagszug in sie hineinfuhr und bald in einem Netz von Drähten saß. Nach halbstündiger Arbeit gelang es dem Personal, den Zug zu befreien. Die umstürzenden Leitungsmasten beschädigten jedoch die Dächer der Wagen.

Bericht aus dem Jahre 1979

Tönning liegt an der Nebenstrecke Husum - Bad St. Peter-Ording in Nordfriesland. Allein dem Verkehr zum Nordseeheilbad ist es zu verdanken, dass die Strecke noch nicht stillgelegt wurde. In den vergangenen 20 Jahren hat sie viel von ihrer früheren Bedeutung eingebüßt. Eine wesentliche Stütze des Güterverkehrs war der Transport von Schlachtvieh, das inzwischen nur noch auf LKWs verladen wird. Die Viehrampen mit den Gattern sind noch vorhanden, aber meist verfallen.

Betrieblich interessant ist der Bahnhof Tönning, weil er als Kopfbahnhof zum Lokwechsel zwingt. Außerdem ist er mit moderner Signaltechnik ausgestattet.

In der Blütezeit der Bahnlinie fuhren Dampfloks der Baureihen 50, 56, 57 und 64 auf der Strecke. Dampfbespannte Personenzüge gab es etwa bis 1963. Später waren die Dieselloks V 36 und V 60 eingesetzt, bis auch sie im Personenverkehr vom Schienenbus VT 98 und diese dann durch den vierachsigen ETA 150 abgelöst wurden. Der Güterverkehr wird mit einer V 60 oder einer V 100 bewältigt.

Auf der Strecke nach Bad St. Peter-Ording wird teilweise im vereinfachten Nebenbahnbetrieb gefahren. Die Bahnhöfe sind bis auf Tönning nicht besetzt. Die Anbindung der Strecke an die Hauptbahn Hamburg-Altona - Westerland (Sylt) geschieht an der Abzweigstelle Hörn. Eine Schutzweiche ist hier nicht vorhanden. Um einen ausreichenden Durchrutschweg zu erzielen, steht das Hauptsignal aus Richtung Tönning in gebührender Entfernung von der Abzweigsstelle. Bei Nacht ruht der Verkehr auf der Nebenbahn, die Signal auf der Hauptbahn sind dann auf "Fahrt" gestellt.

In Tönning finden die Ein- und Ausfahrten von Personenzügen auf den Gleisen 1 und 2 statt. Für die Ein- und Ausfahrt der Übergabegüterzüge steht Gleis 4 zur Verfügung. Die Personenzügen halten vorwiegend auf Gleis 1. Bei Zugkreuzungen werden die Richtungsgleise so belegt: nach Husum Gleis 1, nach Bad St. Peter-Ording Gleis 2.

Der Güterverkehr ist jetzt gering und durch Wagen für die Anlieferung von Wasserbaumaterial und Seezeichen für das Wasser- und Schifffahrtsamt geprägt. Ein Gleisanschluss für einen Industriebetrieb ist ebenfalls vorhanden. Den Gleisen nach muss früher ein reger Güterverkehr geherrscht haben.

(Auszug aus dem EisenbahnMagazin 8/79)

Bericht aus dem Jahre 1985


Wer sich per Bahn an die Westküste Schleswig-Holsteins begibt, hat zwei DB-Nebenbahnen an die Nordseeküste zur Auswahl. Die KBS 123, Heide - Büsum, und die KBS 124, Husum - Bad St. Peter-Ording. Da letztere die interessantere Bahn ist, sei sie hier einer näheren Betrachtung unterzogen. So weist sie als betriebliche Besonderheit einen Kopfbahnhof auf und hat noch beachtlichen Personenverkehr. So gibt es Mo-Fr 10, an Sa 7 und So immerhin noch 6 Zugpaare. Allen diesen Angaben liegt der Sommerfahrplan 1985 zugrunde.

Ausgangspunkt dieser Strecke ist der Bahnhof Husum, an der KBS 120 nach Sylt gelegen. Die Bahnlinie verläuft auf ihrer gesamten Länge von immerhin 44 Kilometer durch flaches Marschland, auf dem Viehwirtschaft betrieben wird. So kann man recht schöne Bilder des Zuges inmitten von Wiesen und glücklichen Kühen machen. Besonders kontrastreich wird das Ganze, wenn die 212 036 als Zuglok tätig ist, denn sie besitzt noch die rote Lackierung. Der Planbetrieb wird ausschließlich mit BR 212 und 2-Wagen-Wendezügen abgewickelt, auch die drei täglichen Eilzugpaare sind nicht aufwendiger.

Der erste gute Fotostandpunkt bietet sich am Bahnübergang der B5. Hier befindet sich auch der ehemalige Haltepunkt Platenhörn (km 5,6), von dem nur noch ein verkommenes Häuschen zeugt. Als nächstes folgen die Haltepunkte Witzwort (km 12) und Harblek (km 15). In Harblek ist ein guter Platz zum Fotografieren, da sich der Haltepunkt an einem Bahnübergang befindet. So kann man sich auf der Straße einen günstigen Standpunkt suchen, da die Weiden entlang der Strecke leider zumeist eingezäunt und morastig sind.

Die Umgehungsstraße von Tönning (B202) kreuzt die Trasse auf einer Brücke, allerdings besteht hier keine Haltemöglichkeit. Es lohnt sich jedoch, nach der Brücke zu parken und zurückzulaufen, da man einen sehr weiten Blick auf die Strecke hat. Der Bahnhof Tönning ist der bereits erwähnte Kopfbahnhof. Das Gebäude selbst ist ein Zweckneubau in schlichter Bauweise, doch das Betriebsgeschehen ist sehenswert. Man hat guten Einblick in beide Streckengleise, und direkt vor dem Bahnhof befindet sich ein Bahnübergang, der zumeist binnen kürzester Zeit viermal schließt und öffnet, denn hier finden die planmäßigen Zugkreuzungen statt. Eine komplette Zugkreuzung mit Fahrtrichtungswechsel dauert zumeist so etwa 15 Minuten, dass genügend Zeit zum Fotografieren bleibt. Aber Vorsicht: Der Fahrdienstleiter steht mit Eisenbahnfreunden auf Kriegsfuß.

Die nächsten Haltepunkte sind Kating (km 26) und Katharinenheerd (km 29). Danach kommt der Bahnhof Garding (km 32) mit einem Ausweich- und einem Ladegleis. Von Mo-Fr finden hier zwei Zugkreuzungen statt, am Samstag ist es eine Zugkreuzung. Der Bahnhof ist reizlos, davor und danach finden sich jedoch gute Blickwinkel. Es sei noch erwähnt, dass wegen der Wendezüge immer Lok neben Lok und Steuerwagen neben Steuerwagen zu stehen kommt. (Die beiden Frühzüge 5132 ab Husum und 5135 ab Bad St. Peter-Ording haben sogar Zugkreuzungen in Tönning und Garding.)

Nach dem Haltepunkt Sandwehle (km 34), der recht nett gelegen ist, kommt Tating. Ein guter Standpunkt ist wiederum an einem Bahnübergang; man erreicht ihn, wenn man auf der B202 kommend vor Tating links nach St. Peter Böhl abbiegt. Der nächste Bahnhof ist St. Peter Süd in km 41. Kurz danach findet sich ein Übergang, den ein Posten mit einer Absperrleine sichert. Von hier bis zum Endbahnhof Bad St. Peter-Ording verläuft die Bahn rechts neben der Straße. Erwähnenswert ist hierbei noch die Deichdurchfahrt an der großen Ampelanlage. Gute Perspektiven bieten sich durch den Deich, aber auch von ihm herunter. Bis zum Endbahnhof befindet sich rechts der Bahn niedriger Nadelwald, der einen hübschen Hintergrund bildet.

Die Endstation Bad St. Peter-Ording (km 44) besteht aus einem Ausweich- und einem Abstellgleis und hat ansonsten nichts außergewöhnliches zu bieten. Es macht sie jedoch die Tatsache interessant, dass hier von Mo-Fr zwei komplette Züge übernachten (Zug 5142 ab Husum um 18.46 Uhr und Zug 5144 ab Husum um 19.41 Uhr). Der erste Zug wird auf das Abstellgleis rangiert, der andere Zug fährt aus dem Bahnsteigbereich hinaus bis zum Streckenende.

Güterverkehr ist auf der KBS 124 so gut wie nicht vorhanden. Da die Bahnlinie nahezu nur Haltepunkte aufweist, wäre eine Güterverladung nur noch in Tönning oder Garding möglich, doch die Anlagen zeigen sich recht verwaist. In Tating und St. Peter Süd wurden die Gleisanlagen bis auf das Durchgangsgleis zurückgebaut, die Empfangsgebäude, rote Backsteinbauten, sind vernagelt und in einem desolaten Zustand. Mit Personal besetzt sind nur Tönning und der Endbahnhof.

Die hohe Anzahl der Zugpaare lässt nicht auf eine schnelle Stilllegung der Strecke schließen; immerhin bedient sie einen bedeutenden Kurort. Doch von solchen Tatsachen hat sich die Deutsche Bundesbahn auch in früheren Zeiten nicht abschrecken lassen und der fehlende Güterverkehr ist auch kein Grund zum Jubeln. Wollen wir hoffen, dass noch lange die Vernunft siegen möge und die Nebenbahn Husum - Bad St. Peter-Ording bestehen bleibt.

(Auszug aus dem BahnReport 1/86)

Meldung vom 07.08.2013

LKW-Fahrer rangiert auf Bahnübergang

Gestern Nachmittag gegen 15 Uhr wurde die Bundespolizei zu einem Einsatz an der Bahnstrecke Husum - Bad St. Peter-Ording gerufen. Es war am Bahnübergang Schlagbaumweg zu einem Beinahunfall gekommen.

Ein LKW-Fahrer, der verbotenerweise auf dem Bahnübergang rangierte, hatte offensichtlich nicht mit dem Herannahen eines Zuges gerechnet. Er war jedoch erstaunt, als er aus dem Fenster schaute, dass unmittelbar vor dem Bahnübergang ein Zug stand. Der LKW-Fahrer entschuldigte sich noch mit Handzeichen und setzte seine Fahrt dann fort.

Der Triebfahrzeugführer hatte sich jedoch das Autokennzeichen gemerkt und gab diese Daten an die eintreffende Streife der Bundespolizei weiter. Die Bundespolizisten konnten den Fahrer ermitteln und eröffneten den Tatvorwurf.

Der 45-jährige hatte offensichtlich gar nicht bemerkt, dass sich ein Zug näherte und aufgrund des Rangiermanövers des LKW eine Schnellbremsung einleiten musste, um eine Kollision zu vermeiden. Der Zug kam 15 Meter vor dem Bahnübergang zum Stehen. Reisende wurden bei der Schnellbremsung nicht verletzt.

Die Bundespolizei ermittelt jetzt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

(Pressemitteilung der Bundespolizei)

Zeitungsausschnitt vom 13. Mai 2015

Den 11. Mai 2015 werden Gardings Wehrführer Matthias Trapp, die 72 Feuerwehrmänner und die weiteren gut 70 Rettungskräfte wohl nie vergessen. Am späten Montagnachmittag waren sie zu dem tragischen Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang in Kirchspiel Garding gerufen worden (wir berichteten). Bei dem Zusammenstoß von Auto und Regionalbahn war ein fünfjähriger Junge ums Leben gekommen. Seine Großeltern (66 und 64 Jahre alt), seine Mutter (36) und seine Schwester (1) waren schwerverletzt worden. Die Familie aus Hamburg machte Urlaub auf Eiderstedt. Nur noch 200 Meter und der Bahnübergang trennten sie von ihrem Quartier auf einem Ferienhof. Drei der 49 Fahrgäste und der Lokführer erlitten einen Schock, zwölf ein Schleuder-Trauma.

Matthias Trapp, der die Einsatzleitung hatte, ist sichtlich bewegt von den Ereignissen des Vortages: „Wir hatten langen keinen Einsatz mehr, der die Kameraden so betroffen hat. Weil Kinder beteiligt waren. Das ist immer noch etwas anderes.“ Die Gardinger Wehr war mit 43 Mitgliedern schnell vor Ort. Da hatten schon Ersthelfer die Kinder, die Mutter und die Oma aus dem völlig zerstörten Audi gezogen. Der Großvater, der am Lenkrad gesessen hatte, musste von der Feuerwehr befreit werden, da sich die Fahrertür nicht öffnen ließ. „Insofern hatte die Familie sehr viel Glück in ihrem Unglück, dass ihr gleich Erste Hilfe geleistet wurde“, so Trapp. Unter den Ersthelfern war ein Feuerwehrmann aus Tating, der den Knall des Zusammenpralls gehört hatte und gleich zur Unfallstelle geeilt war. Einer der Zugfahrgäste war ein THW-Mitglied, der den Verletzten ebenfalls sofort zur Hilfe kam.

Was zu dem Unfall geführt hat, konnte bislang noch nicht ermittelt werden, wie die Bundespolizei mitteilt, da der 66-jährige Fahrer noch in Lebensgefahr schwebt. Auch seine Frau, die Mutter der Kinder sowie der Lokführer konnten noch nicht vernommen werden. Er hatte den Wagen bemerkt, die Kollision trotz Hupens und Vollbremsung aber nicht mehr verhindern können. Das Unfallauto wurde von der Staatsanwaltschaft zur weiteren Untersuchung sichergestellt. Der Bahnübergang ist nur mit einem Andreaskreuz gesichert, die Strecke aber in beide Richtung gut einsehbar. Es gilt für Fahrzeuge Tempo 20. Niemand kann sich bislang die Unfallursache erklären.

Fakt ist aber, dass es auf der Strecke Husum-St. Peter-Ording in den vergangenen Jahren immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Zug und Pkw an unbeschrankten Übergängen gekommen ist, von denen es einige auf der Halbinsel gibt. Das Archiv der Husumer Nachrichten weist zwischen 2003 und 2013 zwölf Unfälle aus. Oft hatten die Autofahrer Glück und blieben unverletzt. Aber es hat auch Tote gegeben, wie im November 2003 bei Ingwershörn, im September 2005 bei Witzwort, 2007 bei St. Peter-Ording und zuletzt im April 2012 am selben Bahnübergang.

So wurden immer wieder Stimmen laut, die nur mit Andreaskreuz gesicherten Übergänge auf Eiderstedt mit einem Blinklicht zu versehen. Auf Anfrage weist die Deutsche Bahn als Streckenbetreiberin auf die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) hin. Demnach sind an eingleisigen Nebenstrecken wie auf Eiderstedt, die mit Geschwindigkeiten von maximal Tempo 80 befahren werden, nicht technisch gesicherte Bahnübergänge zulässig. Dort ist also die Aufmerksamkeit des Fahrzeuglenkers gefragt. Auf Eiderstedt gibt es laut Bahn insgesamt 73 Übergänge, von denen einige auch an kleineren Straßen oder Feldwegen liegen. Etliche von ihnen sind nur mit Andreaskreuz gesichert. Der Einbau von weiterer Technik wäre unverhältnismäßig, so die Bahn. Über 90 Prozent der Kollisionen bundesweit seien auf das Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern zurückzuführen. Im Jahr 2012 wurden laut Statistik in Deutschland 193 Unfälle an Bahnübergängen gezählt, bei denen 44 Menschen starben.