Die Eisenbahn auf der Halbinsel Eiderstedt


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Beschreibung des Streckenabschnittes von Husum nach Tönning

Die Eiderstedter Strecke nach Bad St. Peter-Ording nimmt ihren Ausgang im Bahnhof Husum an der Marschbahn. Der heutige Bahnhof wurde im Jahre 1910 auf dem Gebiet der Gemeinde Rödemis errichtet. Er lag damals noch außerhalb der städtischen Bebauung. Auf den ersten Kilometern benutzen die beiden Bahnlinien in Richtung Elmshorn und Bad St. Peter-Ording einen gemeinsamen Bahnkörper. Zunächst führt die Strecke durch die Südermarsch und dann durch den Margarethenkoog und überquert dabei den Großen Sielzug, welcher in den Husumer Außenhafen mündet. Erst am Abzweig Hörn schwenkt die Eiderstedter Strecke in südwestliche Richtung ab. Nach wenigen hundert Metern wird die Bundesstraße 5 gequert. An dieser Stelle befand sich bis zum 30. Mai 1981 der Haltepunkt Platenhörn. Ebenfalls befand sich an dieser Stelle die ehemalige Kreisgrenze des Altkreises Eiderstedt.

Nun führt die Strecke immer geradlinig durch mehrere Köge auf die Bahnstation Witzwort zu. Dort, wo die "Friedrichstädter Chaussee" von der Bundesstraße nach Tönning abzweigt, befand sich ebenfalls bis 30. Mai 1981 der Haltepunkt Büttel. In früherer Zeit gab es hier sogar einen Bahnhof mit Empfangsgebäude. Bis zur Eröffnung der Marschbahn fungierte Büttel als Bahnstation für die nahegelegenen Gemeinden Koldenbüttel und Friedrichstadt. Der Bahnhof erhielt im Jahr 1908 ein mechanisches Kurbelstellwerk der Bauart Jüdel. Die Bezeichnung des Stellwerkes war "Bl". In einer Akte aus dem Jahr 1927 wird erwähnt, dass der Bahnhof zu dieser Zeit keine Signalanlagen hatte und alle Weichen handbedient waren. Das Kreuzungsgleis konnte aufgrund fehlendem Zwischenbahnsteig nur von Güterzügen genutzt werden. Der Wagenladungstarifpunkt wurde schon am 01. Juni 1959 geschlossen. In den vorausgegangenen Jahren waren nur noch geschlossene Wagenladungen (Viehverladung) abgefertigt worden. Heutzutage ist von den einstigen Bahnanlagen nichts mehr erkennbar. Es existiert nur noch das durchgehende Hauptgleis. Das Empfangsgebäude wurde Ende der 1960-er Jahre abgetragen.


Der Bahnhof Büttel (b. Husum) im Zustand des Jahres 1955 (Archiv der Gemeinde Witzwort)

Am westlichen Ende des Büttelkooges wird auf einer kleinen Brücke der Witzworter Sielzug überquert, welcher am Hafen Reimersbude über ein Schöpfwerk in die Eider mündet. Neben dem Sielzug quert hier auch der Kirchenweg die Bahnlinie. An dieser Stelle befand sich bis zum Jahr 1906 das Gasthaus Jordankrug.


Das Bahnwärterhaus Jordan am Bahnübergang Kirchenweg im Jahre 1935.

Der folgende Haltepunkt Witzwort befindet sich an der Witzworter Siethwende, welche im Jahre 1853 zur Grandchaussee ausgebaut wurde. Diese Straße führt von Witzwort nach Reimersbude. Der Haltepunkt liegt 1,8 Kilometer von der namensgebenden Ortschaft entfernt. In früherer Zeit besaß der Bahnhof ein Empfangsgebäude mit Wartesaal und Fahrkartenausgabe. Die Gemeinde Witzwort ist für den naheliegenden "Roten Haubarg" aus dem Jahre 1647 bekannt.


Hier blickt man vom "Eiderstedter Hof", welcher im Jahr 1910 erbaut wurde, auf den Bahnhof Witzwort. (1914)

Weiterhin parallel zur Bundesstraße verläuft die Bahnlinie bis zum nächsten Haltepunkt Harblek. Hierbei handelt es sich um die Bahnstation der Gemeinde Oldenswort, welche aber wieder in einer Entfernung von etwa 2,2 Kilometern zur Ortschaft liegt. Auch Harblek besaß früher einen Bahnhof mit Güterverkehr. Wie der Bahnhof Büttel wurde auch der Bahnhof Harblek im Jahre 1915 mit einem mechanischen Kurbelstellwerk der Bauart Jüdel ausgerüstet. Die Bezeichnung dieses Stellwerkes war "Hl". Im Jahr 1963 wurde dieses Stellwerk in ein mechanisches Stellwerk der Bauart Einheit umgebaut.
Das vorhandene Kreuzungsgleis lag hinter dem Bahnsteig und wurde während der Viehsaison von Mitte April bis Ende November zum Abstellen von Viehwagen genutzt. Während der Viehsaison ist das Kreuzungsgleis (Hauptgleis) somit in ein Nebengleis umgewandelt worden. Zur Sicherung erfolgte der Einbau einer Gleissperre. Die beiden Ausfahrsignale am Abstellgleis waren während dieser Zeit außer Betrieb gesetzt. Der Bahnhof wurde während des Winterfahrplanes 1976/77 als Wagenladungstarifpunkt geschlossen. Die Umwandlung des Bahnhofs Harblek in einen Bedarfshaltepunkt erfolgte im Jahr 1980. Daraufhin wurde das Empfangsgebäude im Dezember desselben Jahres abgerissen und durch eine Wartehalle ersetzt. Bis auf das durchgehende Hauptgleis sind im Jahre 1982 sämtliche Gleisanlagen zurückgebaut und die Viehverladerampe geschleift worden. Kurz hinter Harblek überquert die Strecke die Alte Eider. Die Alte Eiderschleife mündet in Rotenspieker in den heutigen Flussverlauf.


Diese Aufnahme vom Bahnhof Harblek entstand im Jahr 1932 (Quelle: Chronik der Gemeinde Oldenswort)

Rechterhand befindet sich nun eine besondere archäologische Fundstätte. Die Siedlung Tofting war schon seit dem 1. Jahrhundert bewohnt. Bis zum 5. Jahrhundert häuften die Bewohner immer mehr Kleie auf und es entstanden Warften zum Schutz vor Hochwasser. Die Bewohner der Dorfwarft Tofting betrieben Viehzucht und Getreideanbau.

Bald ist die Stadt Tönning erreicht. Noch vor der Einfahrt in den Kopfbahnhof wird die Norderbootfahrt überquert. Hierbei handelt es sich um einen künstlich angelegten Kanal, der die Gemeinden Garding, Tetenbüll, Katharinenheerd und Kotzenbüll mit dem Hafen von Tönning verband. Ab dem Jahr 1612 wurden auf Eiderstedt die Kanäle Norderbootfahrt, Süderbootfahrt und Nye Gruft angelegt. Diese hatten eine Gesamtlänge von etwa 27 Kilometern. Auf die Norderbootfahrt entfielen etwa 15 Kilometer. Auf den genannten Kanälen wurden mit Waren beladene Boote getreidelt. Noch heute hat die Norderbootfahrt eine sehr wichtige Funktion: So sammelt dieser Kanal das Regenwasser einer Fläche von 3750 Hektar und sorgt somit für die Entwässerung von etwa 10% der Fläche von Eiderstedt.

Die Silhouette der Stadt wird von der imposanten St. Laurentius-Kirche dominiert, welche im Jahr 1180 errichtet wurde und im Jahr 1703 ihren prägenden barocken Turm erhielt, der immerhin eine Höhe von 64 Meter aufweist. Tönning war in früherer Zeit der Hauptort der Harde Eiderstedt und zuletzt die Kreisstadt von Eiderstedt. Im Jahr 1970 erfolgte die Eingliederung des Altkreises in den neu gegründeten Landkreis Nordfriesland.

Von rechts nähert sich nun das Streckengleis aus Bad St. Peter-Ording. Beide Gleise vereinigen sich an einer Weiche und führen gemeinsam die letzten Meter in den Bahnhof hinein.


Das ehemalige Bahnhofsgebäude von Tönning im Jahre 1965 (Foto: Heinz Lange)

De
r Bahnhof Tönning verfügte ehemals über zwei Stellwerke, nämlich über das Wärterstellwerk "Tw" und das Fahrdienstleiterstellwerk "Tg". Beide Stellwerke wurden im Jahr 1904 in Betrieb genommen und waren mechanische Kurbelstellwerke der Bauart Jüdel. Im Jahr 1974 erhielt der Bahnhof ein neues Empfangsgebäude mit integriertem elektromechanischen Fahrdienstleiterstellwerk der Bauart E 43. Gleichzeitig konnten die beiden mechanischen Stellwerke außer Betrieb genommen werden.


Dieses Bild vom Bahnhof Tönning enstanden am 04. August 1976. Gut sind Gleisanlagen und das Hafengleis erkennbar.

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Die Aufnahme vom Bahnhof Tönning im Jahre 1976 wurde mir freundlicherweise von Herrn Dr. Ingomar Mrozek zur Verfügung gestellt.

Letzte Änderung auf dieser Unterseite am 23. Oktober 2013. Wird im Lichte neuer Erkenntnisse erweitert und aktualisiert.





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