Die Eisenbahn auf der Halbinsel Eiderstedt


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Die Husumer Bahnhöfe

Auf dieser Unterseite werden die Husumer Bahnhöfe beschrieben. Der heutige Bahnhof ist der dritte Bahnhof der Stadt. Die Gebäude der beiden Vorgängerbahnhöfe sind auch heute noch im Stadtbild zu finden.

Der englische Bahnhof (Poggenburgstraße)

Der erste Husumer Bahnhof wurde im Jahr 1854 seiner Bestimmung übergeben. Das Empfangsgebäude ist hinter der Bebauung auf der Südseite der Poggenburgstraße erhalten. Der Bahnhof lag an der Eisenbahnstrecke von Flensburg nach Tönning, die von 1852 bis 1854 vom Engländer Samuel Morton Peto errichtet wurde. Diese Eisenbahnlinie diente vor allem dem Viehexport nach England. Ab dem Jahr 1857 bestand Anschluss an eine Bahn zum Husumer Hafen. Diese Hafenbahn ist bis zum Anschluss an die Marschbahn im Jahr 1891 mit Pferden betrieben worden.


(Quelle: Heimatkalender "Zwischen Eider und Wiedau, Nordfriesland 1969, Frenz Bertram)


Das Gebäude des 'englischen Bahnhofs' ist auch im Oktober 2016 noch vorhanden.

Der Marschbahnhof (Nordbahnhofstraße)

Ab 1887 bestand für die Husumer die Möglichkeit, Hamburg auch direkt über die neue Marschbahn zu erreichen, die in diesem Jahr ihre Strecke bis zum dänischen Ribe ausgebaut hatte. Das Husumer Empfangsgebäude der Marschbahngesellschaft lag am Ende der heutigen Nordbahnhofstraße und ist noch vorhanden, dient allerdings nicht mehr seinem ursprünglichen Zweck, da das Gebäude im Jahr 1943 für den Verkehrsdienst geschlossen wurde. Es besteht aus einem zweigeschossigen Mittelrisalit mit flacher Dachneigung und zwei eingeschossigen Flügelbauten mit Rundbogenfenstern, die eine starkplastische Ziegelsteinumrahmung aufweisen. Gesimse und Blenden gliedern den kontrastreichen Bau aus rotem und gelbem Mauerwerk.
Die Lage des Empfangsgebäudes wurde maßgeblich von der Nähe des Viehmarktes bestimmt, der mit großen Viehtransporten einen wesentlichen Teil des Verkehrsaufkommens der Marschbahn bestimmte. Das Verkehrsaufkommen war so bedeutend, dass in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes sogar ein Bahnhofshotel eröffnet wurde.

Die ausgedehnten Gleisanlagen des Bahnhofs "Husum-Nord", wie der Bahnhof der Marschbahn später genannt wurde, sind heute weitgehend verschwunden. Ebenso existieren auch der imposante Lokschuppen und die weiteren Gebäude des Bahnbetriebswerkes Husum nicht mehr. Diese wurden im Jahr 1969 abgebrochen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren in Husum Dampfloks beheimatet.



Das ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofs Husum Nord im Zustand vom 11. Februar 2012.


Ein Zug der NordOstseeBahn durchfährt den Bahnhofsteil Husum Nord in Richtung Westerland (Sylt). (11.02.2012)

Nach Stilllegung der Husumer Pferdebahn zum Hafen wurde eine neue Hafenbahn ausgehend vom Marschbahnhof errichtet. Im Mai 1890 wurde die zunächst 0,29 km lange Bahn zum Binnenhafen in Betrieb genommen. Im September 1891 folgte die zunächst 0,18 km lange Bahn zum Außenhafen. Zum 31. Dezember 1960 wurden die beiden Hafenbahnen von der Bundesbahn stillgelegt. Zumindest die Hafenbahn zum Außenhafen hatte aber einen längeren Bestand als Anschlussgleis. Sie wurde zuletzt in den Jahren 2002 und 2003 von der damaligen Nordfriesischen Verkehrsbetriebe AG (NVAG) mit Getreidewagen bedient. Im Jahre 2003 musste die NVAG aber wegen zu ambitionierter Pläne im schleswig-holsteinischen Güterverkehr (Neubeschaffung von mehreren Triebfahrzeugen) den Konkurs anmelden. Nach diesem Zeitpunkt wurde auch die Husumer Hafenbahn nicht mehr befahren. Mit Stichtag 31. Dezember 1960 hatte die Bahn zum Binnenhafen eine Länge von 0,40 km und die Bahn zum Außenhafen war zu diesem Zeitpunkt 0,64 km lang.


Das Gleis der Hafenbahn zum Außenhafen ist im Jahr 2012 noch vorhanden.

Der heutige Bahnhof (Herzog-Adolf-Straße)

Im Jahre 1910 wurde der heutige Bahnhof errichtet. Das Empfangsgebäude konnte im Jahr 1911 fertiggestellt werden. Ein Neubau war notwendig geworden, nachdem eine neue Bahnlinie nach Rendsburg errichtet wurde und der veraltete Bahnhof von 1854 das gestiegene Verkehrsaufkommen nicht mehr bewältigen konnte. Der gesamte neu errichtete Gleiskörper wurde höhergelegt, so dass drei großzügig angelegte Bahnsteige durch einen Tunnel vom Empfangsgebäude aus erreicht werden können. Ein vierter Bahnsteig diente der nach dem Ersten Weltkrieg angelegten Flensburger Strecke. Zwei große Hallen in Stahlbauweise überdachten die Anlage. Das Empfangsgebäude ist zweigeschossig mit übergiebelten Mittelrisalit in Formen des Heimatschutzes. Das Gebäude entstand in regionaltypischer Architektur in Form schleswig-holsteiner Herrenhäuser des 18. Jahrhunderts. Nach der Stilllegung der Flensburger und Rendsburger Strecken nimmt der Bahnhof heute den Zugverkehr auf zwei modernisierten und verlängerten Bahnsteigen von und nach Hamburg, Westerland, Kiel und Bad St. Peter-Ording auf. Die beeindruckende Bahnhofshalle zum Schutz der Bahnsteige musste im Jahr 2001 wegen Baufälligkeit entfernt werden. An ihre Stelle trat eine moderne Bahnsteigüberdachung.


Das Bahnhofsgebäude von Husum im Zustand vom 15. Februar 1994

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Letzte Änderung auf dieser Unterseite am 19. November 2016. Wird im Lichte neuer Erkenntnisse erweitert und aktualisiert.





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