Elfie, die neugierige Elfe

 

Immer wieder holte sie sich kalte Füße, die kleine Elfie.

Vorwitzig wie sie nun mal war, drängelte sie sich den ersten warmen Sonnenstrahlen entgegen und flatterte, ähnlich wie Schmetterlinge, über jedes erste herauslukende Schneeglöckchen.

Obwohl es draußen noch eisekalt war, machte sich die kleine unsichtbare Fee über jede Blüte her und schwirrte auf deren Köpfen herum. Ihr Kinder müsst wissen, diese zarten kleinen Wesen können nur von ganz außergewöhnlichen Menschen gesehen werden.

Man könnte sagen, dass Elfie sich so als eine Art „Frühlingsbotin“ berufen fühlte, was sie dazu bewegte grundsätzlich als Erste das Winterschlafbettchen zu verlassen.

Ausschau nach Blüten halten zählte nun mal zu den Aufgaben einer Frühlingsbotin.

Wo also Klein-Elfchen auftauchte, hatte der Winter nicht mehr viel zu melden. Fasziniert von der Schönheit der kleinen weißen Glöckchen, hervorgeholt kraft wärmender Sonneneinstrahlung, schlug sie vor Freude gleich mehrmals hintereinander mit den Flügeln. „Was die Sonne an den Tag zu bringen vermag grenzt ja schon fast an Zauberei“, johlte sie durch den Vorgarten. Womit sie Recht hatte, denn jener von der Blütenpracht ausgehende Zauber erwärmte die Herzen aller. Ja, und die warmen Sonnenstrahlen Elfies winzig kleinen kaltgefrorenen Füße.

Sie gab zwar zu eigentlich lieber im Frühling über Maiglöckchen umherzuschwirren, aber da kam es doch wahrhaftig schon mal vor, dass die Hausbesitzerin beim Abschneiden der graziösen Pflänzchen Elfies zarten Flügel streifte.

Frau Stulpennagel, die Hauswirtin, im Begriff ihre Kaffeetafel mit einem Sträußchen Maiglöckchen feierlich zu schmücken, hätte sie beinahe mit ihrer Gartenschere in den Flügel gezwickt. Zum Glück kam Elfie noch mal mit einem blauen Flügelchen davon und einem Riesenschreck natürlich.

Das hielt sie aber nicht davon ab, im Sommer über den dicken Rosenstrauch mit englischen gelben Rosen wie verrückt mit den Flügeln zu schlagen - um die Wette mit ihren gleichaltrigen Freundinnen.

Frau Stulpennagel liebte diesen Rosenbusch ganz speziell, wegen dem Duft und der Romantik die von ihm ausging. Genauso wie die Elfenkinder streichelte sie Blüte für Blüte übers Köpfchen und auch schon mal versehentlich eins der Elfenkinder. Wie sollte sie auch wissen..... Oder vielleicht doch? Wusste sie dass die gelben Rosen mit ihrer Leuchtkraft Elfen, insbesondere Elfenkinder anziehen? Ganz bestimmt war sie sich dessen bewusst, was das zartfühlende Streicheln erklärt und ihr liebevolles Lächeln.

Selbst blieben ihr eigene Kinder vergönnt, weshalb sie ihnen auch besonders zugetan war. Am meisten aber liebte sie die winzigen Elfenkinder. Und.. was glaubt Ihr, wovon die Winzlinge keinen blassen Blütenschimmer hatten? Sie ahnten überhaut nicht, dass besonders sensible Menschen derart kleine Kreaturen sehen konnten.......aber wirklich nur ganz fühlige. So wie Frau Stulpennagel, die sogar vom Lieblingsgetränk der Elfen wusste.

Und.... was glaubt ihr was es sein könnte?.............. Neeeeeeein, nicht so ganz.

Saft von Kleeblumen!!! Unfassbar, nicht wahr? Kann man natürlich nur im Sommer schlemmen, was Elfenkinder auch liebend gerne tun. Am Stengel, der als Strohhalm dient, ziehen sie den köstlichen Saft heraus.

Jetzt wollt ihr natürlich erfahren, woher Frau Stulpennagel das wusste.

Das ist ganz einfach zu erklären. Sie hatte hinter ihrem alten, wunderschönen Haus eine großflächige Wiese angelegt, vorherrschend aus Kleeblumen. Und niemand, auch nicht Nachbars Hund durfte den Rasen betreten. Von einer Bank aus, die sie eigens dafür aufgestellt hatte die kleinen Feen beim Schlürfen zu beobachten, saß sie im Sommer den lieben langen Tag bis zum Sonnenuntergang.

Also Kinder, wenn ihr im Sommer einen Rasen mit ganz viel Kleeblumen erspäht, schaut genau hin.

Vielleicht könnt ihr Kleeblumenstengel erkennen, die sich ohne Wind wie von Geisterhand bewegen.

Verlasst Euch drauf, in jedem Fall trinkfreudige Elfenkinder zu beobachten.

 



Verantwortlich für den Inhalt ist der Autor der Homepage. Kontakt

Kostenlose Homepage von rePage.de


Anzeige:    Freunde finden leicht gemacht