Edith-Stein-Schule

 

       I   Die Edith- Stein-Schule allgemein

          II  Das Umfeld der Edith-Stein-Schule 

                III  Ein Vortrag, gehalten im Rahmen eines

     Gottesdienstes am Edith-Stein Tag

       

 

                                        

   

I    Die Edith-Stein-Schule

 

                        "Ihr sollt sein wie ein Fenster, durch das

                 Gottes Liebe hindurchscheinen will."

            (Edith Stein)

      

                           

                                               (Bild in der Abteikirche Maria Laach)

 

Hiermit wird zunächst auf die Homepage der Edith-Stein-Schule verwiesen:

http://www.ess-darmstadt.de/

Im  Jahr 2010 haben wir unser 50-jährigens Jubiläum gefeiert, denn 1960

wurde unsere Schule nach Edith-Stein benannt.

Den genaueren Überblick kann man unserer Festschrift entnehmen, auf die ich

aufmerksam mache.

                   Im  Hinblick auf Edith Stein,unsere Schulpatronin,

steht hier eine Rose

(12.10.1891 Breslau - 9.8.1942 KZ Auschwitz-Birkenau).

In unserer Schule befindet sich eine Edith-Stein-Gedenktafel

von Hans Meyer

und ein Terrakotta-Relief von Eberhard Linke.

 

Anschrift:

Edith-Stein-Schule,

Staatlich anerkanntes

katholisches Gymnasium

Seekatzstraße 18 -22

64285 Darmstadt

 

     

                       

                                        (Unsere Sonnenuhr und schöner blauer Himmen)

 

Die Edith-Stein-Schule ist eine katholische Schule in freier Trägerschaft.

Das christliche Verständnis vom Menschen, der Gesellschaft und der Welt ist Grundlage

der Erziehungs-und Bildungsarbeit der Edith-Stein-Schule.

Auf dies Weise sollen die Schülerinnen und Schüler in den Dialog zwischen dem christlichen Glauben,

dem modernen Denken und den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen eingeführt werden.

Unter Achtung der freien Entscheidung des einzelnen will die Schule dem jungen Menschen helfen,

ein Leben aus dem Glauben zu führen und sich in der Welt von heute als Christ zu bewähren.

Die Edith-Stein-Schule will durch gymnasialen Unterricht ihre Schülerinnen und Schüler befähigen,

mündig zu werden.

Sie sollen solides Wissen erwerben, die großen Fragen der Menschheit als ihre eigenen begreifen lernen

und zu Selbstfindung, zu verantwortlichen Handeln und zum Dienst in der Gemeinschaft angeregt werden.

Die Schule will günstige Voraussetzungen für eine umfassende Entfaltung aller menschlicher Kräfte

 und für die Pflege personaler Beziehungen schaffen.

(Text: aus dem Schul-Flyer)

(Am Ende des Schuljahres 1994/1995 besuchten annähernd 1500 Schülerinnen und Schüler

das sechszügige Gymnasium.

Mit Beginn des Schuljahres 2005/2006 startete die Edith-Stein-Schule den achtjährigen gymnasialen

Bildungsgang, so dass im Jahre 2013 der Doppeljahrgang die Abiturprüfung ablegte

Die Schülerzahl wird dannach ca. 1050 betragen.)

.

II  Die  Edith-Stein-Schule und ihr Umfeld

       

        

                         Das Mosaik einer Taube befindet sich im Hauptgebäude.

    

Unser Pfarrer Waldheim Haus liegt direkt neben der Liebfrauenkirche.

(Ursrprünglich Ursulinenschule mit dem neu errichteten Anbau 1958)

Die Liebfrauenkirche, in der wir Schulgottesdienste feiern:

http://www.liebfrauen-darmstadt.de/

 

                           

Die Kirche ist geöffnet, wir gehen hinein und die Ruhe und Stille des Raumes

umschließt uns...

               

 

Der Altarraum kurz nach dem Pfingstfest in herrlichem Blumenschmuck

Eine wunderschöne Madonna mit dem Christuskind, das seine Arme weit öffnet...

wie ein Kreuz...

 

Wir gehen weiter in den Orangeriepark...

       

 Der Orangeriepark - eine symmetrische barocke Anlage - wurde vom kurpfälzischen

 Hofgärtner J.K. Ehret aus Heidelberg gestaltet.

          

Die Orangerie, ein Schösschen, entworfen vom Architekten Louis Remy de la Fosse, erbaut 1719-1721.

     Heute finden hier Konzerte und Tagungen statt, im Nebengebäude befindet sich ein Restaurant.

         

               Springbrunnen und kleine Teiche mit Seerosen laden etwas zum Verweilen ein...

      

      

                            

    

          

         Und wer mit offenen Augen durch die Welt geht, kann viel entdecken...

          

             "Hebt man den Blick.

                 so sieht man keine Grenzen." 

                                                            (aus Japan)

                      

 

                  

 

                 "Was sich nach dem Licht sehnt, ist nicht lichtlos,

                  denn die Sehnsucht ist schon Licht."

                                    (Bettina von Arnim 1785 - 1859, deutsche Schriftstellerin,

                                                           bedeutende Vertreterin der Romantik)

 

II  Edith-Stein-Gedenktag am 12. Oktober

Hier folgt ein Vortrag zum Thema EDITH STEIN, den ich im Rahmen eines Gottesdienstes

am Edith-Stein-Tag am 12. Oktober 1995 gehalten habe:

Edith Stein ist eine Frau, die heute zu uns spreche will, wie auch diese Rose zu uns spricht.

Vielleicht erkennt sich mancher junge Mensch in Edith wieder. Sie war ein stilles, verträumtes Mädchen,

eine recht verschlossene Knospe, eine Rose, die ihr Innenleben nicht preisgeben wollte, ein Mädchen,

dessen Sensibilität es immer wieder in die eigene Innenwelt führte.

Ihr wacher Geist bewegte sie schon früh zu der Suche nach der Wahrheit. Die Erwachsenen warfen ihr

Altklugheit sowie ein zu lebhaftes Temperament vor - auf der anderen Seite ihre Verschlosenheit.

Ihr Wissensdurst, ihre Sehnsucht nach Verständigung, nach wahrem Verstehen prägten ihr Wesen.

Mit 14 Jahren kam der Umbruch. Jetzt löste sich Edith nämlich von ihrer Familie und der jüdischen Tradition.

Das Beten gewöhnte sie sich bewusst ab, da sie nicht mehr an die Existenz eines persönlichen Gottes

glauben konnte. Aber sie suchte, sie hat nie aufgegeben nach dem Sinn zu forschen...

bis sie dann sagen konnte "Ja, das ist die Wahrheit, die ich immer suchte!"

Das war die Begegnung mit der Wahrheit, "der Augenblick, in dem ihr Unglaube zusammenbrach

und Christus aufstrahlte".

Sollten wir nicht alle versuchen, unseren Kinden, Schülerinnen und Schülern Ediths Weg zu zeigen,

den Weg dieses Mädchens, dieser Frau, die nach langem Ringen fand, aufblühte, zur Entfaltung kam,

zur inneren Entfaltung - besonders auch im Herzen. Was sie hier erkannte, erfuhr, wollte sie auch

konsequent leben, hinausstrahlen - wie die Wirkung einer Rose, deren Duft weit reicht...

Mir als Lehrerin sagt Edith Stein vieles. Sie war Lehrerin für Deutsch und Literaturgeschichte in Speyer

und Dozentin am Deutschen Insitut für Pädagogik in Münster. Sie verband in ihrer Erziehungsarbeit

das belehrende Wort mit pädagogischem Tun und dem lebendigen Beispiel der eigenen Person.

Entscheidend aber ist die Liebe der Erzieher, der Pädagogen. -

Hier haben wir also wieder das Bild der Rose, die für Liebe steht.

 Bescheidenheit, Einfachhei tund großes Einfühlungsvermögen kennzeichneten ihre Lehrtätigkeit.

Sie versuchte, den Anforderungen gerecht zu werden, die sie selbst beschreibt...

Edith Stein fordert, dass die die Lehrerin /der Lehrer selbst ständig die Schule besuchen,

die Schule des Herzens, der Heiligen Schrift mit der Botschaft der Liebe, denn nur die

von Gott geformte Seele wirke im selben Sinne formend weiter.

Nur wenn das Vertrauen des Herzens der Anfang all unseres Wirkens ist,

wenn Liebe unser Herz erfüllt  und hinausstrahlt, dann ist ER uns Menschen nahe,

dann lebt ER hier unter uns.

Was Edith Stein uns sagt, ist wichtiger als viele andere Richtlinien, eine lebenslange Aufgabe,

die uns gestellt ist, bei deren Verwirklichung wir Fehler machen, aber nie aufgeben dürfen.

Gerade den Frauen wollte sie in der damaligen Zeit zeigen - aber auch uns heute -, dass sie

an Gottes Weltgestaltung aktiv mitwiken sollen.

Hierzu kommt die politisch-soziale Verantwortung. Sie spricht von der Mitwirkung am Reich Gottes

in der Form des Laienapostolates oder im Kloster, den Weg, den sie später wählte.

Dieses Tun, dieser Weg, ein solches Leben fordert viel Kraft.

Die Rose sammelt in der Stille der Nacht Kraft, um für andere zu blühen - bis zur letzen Konsequenz.

 

(Spruchbild von Peter Lanz gestaltet, dieses Bild befindet sich auch auf meiner Seite "Rosenbuch")

Diese Frau, die jüdische Intellektuelle, die katholische Gelehrte und Pädagogin geht ihren Weg weiter

und wird Ordensfrau im Karmel, um ganz für Christus dazusein.

Die Umstellung von der gefeierten Philosophin zur "kleinen Postulantin" erlebte sie als Schule der Demut.

Sind nicht auch wir Menschen oft der Meinung, nur durch Wissen, Macht und Durchsetzungsvermögen

weiterzukommen?  Nehmen wir uns nicht oft zu wichtig?

Auch hier können wir von Edith Stein lernen. Wir leben "draußen" in der Welt, haben unsere Aufgaben

zu erfüllen - in Familie, Schule und Beruf.

Edith Stein kann uns hier Wegweiser sein:

- unseren Dienst - egal wo wir leben und wirken- gerne und mit viel Liebe zu tun,

 

- die Menschen, die wir treffen, die uns täglich begegnen, anzunehmen und

  immer wieder zu verstehen suchen,

 

- das, was uns wichtig ist, was uns erfüllt, nicht für uns zu behalten, sondern

  hinauszutragen, so gut wie wir es vermögen - in Schule und Beruf ...

 

- zu dem zu stehen, was wir meinen und glauben - und gerade nach außen hin,

 

- Kraft aus dem Gottesdienst, dem Gebet, das eine Quelle ist, zu schöpfen,

  denn  Beten und Handeln gehören zusammen.

                 Die Rose Edith Stein wurde in der Mitte der Blüte im KZ Auschwitz ermordet.

"Ein Gespräch mit ihr war eine Reise in eine andere Welt,

dann bestand die schreckliche Umgebung nicht mehr",

                              so sagte ein Augenzeuge im Lager Westerbork.

      Auch hier blüte sie für andere und jetzt blüht sie bei GOTT, für IHN, bei IHM,

                       dessen bin ich mir gewiss, das glaube ich ganz fest.

Ein solches Leben mahnt uns, fordert uns auf, uns einzusetzen, zu blühen, dass

Versöhnung und Liebe leben inmitten der oft dunklen, kalten, lauten Welt.

Wir sollen da blühen, wo wir leben und wirken.

Rosen, d.h. Menschen, die so versuchen zu leben, haben es nicht einfach, zu viele Dornen

existieren, aber die Knospen und Blütenblätter sagen uns, dass Leben und Einsetzten

für andere erfüllt...

            Nur so schaffen wir an einer menschenwürdigen Welt!!!

                                                     Birgitta Zörner

 

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Die Fotos, der Text und meine Ansprache vom 12. Oktober 1995 dürfen nicht

ohne meine Genehmigung weiter verwendet werden.