Seligpreisungen

http://www.youtube.com/embed/JRXy9kn8wC0

Johann Pachelbels "Kanon" begleitet hier musikalisch den Bibeltext.

(Zeichnung von Helga Fleisch)


(Kreuzgang vor der Abteikirche in Maria Laach, Foto by Gitta)

 

Matthäus 5,3-12

Die "Beatitudes" wurden auch musikalisch umgesetzt:

Cesar Franck, Les Beatitudes, Oratorium 1869 - 1879

(bedeutender französischer Komponist und Organist,

deutsch-belgischer Abstammung, lebte von 1822 bis 1890)

Gloria Coates, The Beatitudes 1978

(US-amerikanische Komponistin, geb. 1938, lebt heute in München)

Arvo Pärt, The Beatitudes 1990 - 2001 .

(bedeutender zeitgenössicher Komponist aus Estland, geb. 1935)

 

Der "Berg der Seligpreisungen" ist eine Ergebung am Nordrand des See Genezareth,

dort befindet sich auch die "Kirche der Seligpreisungen"

 

                

              (von einem meiner Foto aufgenommen, Israelreise 1993)

                             

                                            (Foto von Berthold Werner)

 

                     

                              Kerzen im Mainzer Dom, Foto by Gitta

Kerzen entzünden

Eine Kerze möge leuchten

für alle Armen, Benachteiligten,

Geschundenen, Geschlagenen, Ungeliebten...

Eine Kerze möge leuchten

für alle Trauernden, Verzweifelten,

Kranken, Hoffnungslosen, Niedergedrückten...

Eine Kerze möge leuchten

für alle Friedenstifter, Hoffnungsträger...

Eine Kerze möge leuchten

für alle Barmherzigen, Freundlichen, Lichtträger...,

damit sie weiterhin "Salz der Erde"

und "Licht der Welt" sein können...

damit mehr LICHT in unserer Welt leuchte...

 

"Ihr seid das Salz der Erde ...

Ihr seid das Licht der Welt."

(Mt, 5, 13 f)

 

               


Wer noch etwas mehr über die Bergpredigt lesen möchte,

der möge hier noch etwas verweilen.

Als Theologin, Religionslehrerin habe ich mich immer wieder mit Jesu Botschaft

in der "Rede auf dem Berg" beschäftigt und mit meinen Schülerinnen und

Schülern darüber gesprochen und diskutiert....

Die Bergpredigt Jesu zeigt als "Rede von der wahren Gerechtigkeit"

die neuen Maßstäbe, die im Reich Gottes gelten.

Das sind Gewaltlosigkeit, Barmherzigkeit,

Friedensliebe, Versöhnung.

                   

         (Dieses wundervolle Fotokunstwerk hat GreybearMH gestaltet,)

 

Die Seligpreisungen setzten somit ein ganz neues Maß für das,

was wahres, erfülltes und erfüllendes  Leben heißt.

Die Lehre Jesu auf dem Berg entwirft ein lebenswertes,

aber nicht leichtes Modell des menschlichen Handelns,

das auch viele Menschen außerhalb des

Christentums kennen und bewundern.

An dieser Stelle zitiere ich einen Text von Werner Trutwin,

der sich mit der Frage beschäftigt,

ob diese Forderungen der Bergpredigt überhaupt

erfülbar seien:


"Eine Deutung will die Rede Jesu auf dem Berg nur für den eingeren Jüngerkreis Jesu gelten lassen. Dagegen spricht die Aussage der Bibel, dass Jesus zum "Volk" sprach.

Albert Schweitzer meinte, die Rede Jesu auf dem Berg habe nur Sinn unter der Voraussetzung, dass das Ende der Zeiten nahe bevorstehe. Sie sei gleichsam eine `Interimsethik`. d.h. eine Ethik für die Zwischenzeit von der Verkündigung Jesu bis zur bald anbrechenden Endzeit. Sie sei nur aus den hochgespannten Erwartungen des baldigen Endgerichts zu erklären. Heute habe sie aber keine Verbindlichkeit mehr. Dagegen spricht, dass sich solche Endzeiterwartungen in der Bergpredigt selbst nicht finden.

Es hat nicht an Schwärmern und Utopisten gefehlt, die verlangten, jedes Wort der Rede Jesu auf dem Berg sei wie ein strenges Gesetz zu befolgen (Tolstoi). Daher kamen sie zu einem Nein gegen Eigentum und Eid sowie zu einer radikalen Form der Gewaltlosigkeit.

Andere, vornehmlich potestantische Theologen, meinten, dass die Rede auf dem Berg unerfüllbar ist, doch solle gerade dadurch der Mensch seine Unzulänglichkeit und sein Angewiesensein auf Gottes Erbarmen vor Augen geführt werden.

Alle diese Deutungen können letztlich nicht befriedigen. Nach dem Willen Jesu soll seine Lehre befolgt werden. [...]

Wie aber ist die Lehre Jesu auf dem Berg zu realisieren?

Es wäre nicht richtig, aus ihre in Gesetz zu mache. Die Rede will kein einfaches Rezept oder ein fertiges Programm für jedes Verhalten sein. Vielmehr zeigt sie, dass sich das Handeln des Menschen an den Bedingungen des Reiches Gottes zu orientieren hat. Menschen können damit jetzt schon beginnen.

Die Rede Jesu auf dem Berg entwirft ein lebenswertes Modell, das zahlreiche Menschen auch außerhalb des  Christentums bewundern.

Würde sie konsequent befolgt, sähe es in der Welt besser aus..."

 

(aus: Werner Trutwin, Unerfüllbar oder erfüllbar,

aus: Jesus, Neues Forum Religion. München 2008. S.58)