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Inhalt:

 

1. Der Bau

2. Erinnerungen einer Eiche

3. Ilse und Manfred

4. Pete Storm

 

 

 

 

1.

Rohmanuskript „DER BAU“ (in Arbeit)

 

Schreiber und seine Frau lernen auf einer Kanareninsel Max Goldmann, einen Aussteiger, der eine kleine Finca an der Küste der Insel von seinem Onkel geerbt hat, kennen.

Sie entdecken, dass die halb verfallene Finca ein unglaubliches Geheimnis birgt: Sie ist quasi der Einstieg in ein Gewirr von vielen Höhlen, die Schreibers Onkel im Laufe seines Lebens zu einer luxuriösen Unterkunft ausgebaut hat. Immer mehr neue geheime Gänge entdecken die drei, bis sie einen vom Äußeren der Insel nicht sichtbaren Anlegeplatz mit einer modernen Yacht vor sich sehen - und einem Tauchboot, dass an einen Roman von Jules Verne erinnert....

 

 

 

 

PROLOG

 

 

 

Wir alle wissen, dass wir – wenn wir Glück haben – auch einmal älter werden. Trotzdem trifft es uns immer wie ein  Blitz aus heiterem Himmel, wenn wir dann an uns die ersten Anzeichen entdecken. Kurios, aber wahr.

Die Muskeln erschlaffen, das Zahnfleisch geht zurück, die Kondition war auch schon besser, die ersten grauen Haare sind schon lange her und die Interessen für das weibliche Geschlecht weichen denen, für bequeme Autos und andere nützliche und auch schönen Dinge. Die Tage vergehen immer schneller, in Folge dessen werden auch die Abstände zwischen den Sommern immer kürzer aber wir leben, trinken , rauchen, als gäbe es unermessliche Ressourcen unserer Gesundheit und ganz plötzlich schauen wir an uns herunter, sehen Krampfadern und welkes Gewebe, einen Bauchansatz (oder mehr!), leiden unter Atemnot schon im dritten Stock und betrachten weinerlich unser faltendurchzogenes Gesicht im Badezimmerspiegel, bevor wir voller Selbstmitleid geradezu zerfließend  erkennen: Wir sind im Spätherbst unseres Leben bereits angekommen!

Na ja – Männer sind ja bekanntlich Weicheier, wenn’s darum geht und suchen sich gerne einen zweiten, dritten, ja manchmal auch vierten Frühling bevor sie die Tatsachen respektieren und sich in das unvermeidliche fügen. Welch armseliges Geschlecht wir doch sind.

Gut – letztlich sind die Frauen auch nicht besser. Vielleicht sogar schlimmer – sie bemerken ja auch die Anzeichen noch gar nicht vorhandenen Alterns bereits in aller Regel zwanzig Jahre früher und verhalten sich mit dreißig so, wie wir Männer um die fünfzig. Aber egal, wie dem auch sei: Wir leiden schon sehr darunter und manchmal lassen wir dann Dinge passieren, die wir später sehr bereuen.

 

Jetzt bin ich schon fast am Ende meines Weges angekommen und  hoffe darauf, dass mein eigentliches ich, meine Seele,  wie einst die Lucie mit c, also per Lichtgeschwindigkeit oder dem mehrfachen davon, durch das All sausen wird.  Auf zu fernen Ufern, um ein neues, anderes Leben beginnen zu dürfen.

Ich bereue vieles und doch wiederum auch  nichts - alles, was ich erleben durfte war auf eine Art schön. Selbst Langweiliges, Grausames, Brutales, Schlechtes - denn es war Bestandteil  meines Daseins. Oft hab ich mir überlegt: Wirst du dich am Ende deines Weges nicht fragen müssen, was du aus deinem Leben gemacht hast - um dann heulend und zähneknirschend (falls noch welche vorhanden sind) festzustellen, dass eigentlich doch alles sinnlos war und ich mein Leben irgendwie hätte anders, besser leben  können?

Fragen, die sich jeder stellt. Ich weiß.

Selbstverständlichkeiten, über die es sich lohnt, ein weiteres Wort zu verlieren. Schließlich ist jedem von uns klar: wir kommen aus dem Nichts, und dort gehen wir auch wieder hin.

Schlecht kann es dort also nicht sein - oder wollen wir deshalb nicht zurück und haben Angst vor dem Tod, weil es NICHT so ist?

So richtig wahrhaben will niemand, dass wir dorthin zurück müssen - ob es uns nun paßt oder auch nicht.

..."denn das Leben ist ein verloren Gut, wenn man es nicht gelebt hat, wie man es hätte leben wollen" hat Mihai Eminescu einmal gesagt - allerdings zu einer Zeit, die noch nicht so hektisch und schnelllebig war, wie die heutige. Recht hat er trotzdem doch irgendwie gehabt, oder?

 

John Gilman

 

 

 

 

 

 

Der frische Wind tat gut.

Ich trat auf die Terrasse und sah aufs Meer.

Den Kopf in den Nacken legend sog ich gierig die kühle Luft durch die Nase ein -  würzige Luft. Nach Knoblauch, Meer, Oleander und Oliven duftend - und blickte in den Himmel. Kein Wölkchen zu sehen. Glasklare, hell leuchtende Sterne, die fast ins Meer zu fallen schienen.

Ein Gecko huschte an meinen Füßen vorbei. Mein Gott - wie sehr ich das alles liebte!

Tage voller Unbeschwertheit, immerwährender Sommer, Ruhe, das tiefblaue Meer, die Steilküste - sechzig Meter unter mir die Brandung an den Felsen.

Der Wind brachte Fetzen von Musik mit - in der nahegelegenen Ortschaft wurde wieder einmal gefeiert.

Ich ging hinein um mir eine Zigarette und etwas zu trinken zu holen. Dann setzte ich mich auf die Hollywoodschaukel um weiter das Meer zu bewundern.

Das hatte ich mit Sybille auch getan - allerdings niemals hier. Nur, wenn wir im Urlaub waren, hatten wir oft an irgendeinem Strand gesessen und in die Sterne geschaut.

Es schmerzte, an sie zu denken. Nein: höllisch weh tat es.

Meine Sybille.

Wie lange war das her? Ein ganzes Leben?

Manchmal glaubte ich wirklich, vieles in der Vergangenheit sei in einem "anderen Leben" gewesen.

Ich fror plötzlich. Der Gedanke an ein vergangenes, verlorenes Glück hatte mich von einer auf die andere Minute wieder sehr traurig gemacht.

Was hatte ich nicht alles erreicht.

Geld wie Heu. Ein dickes Bankkonto, Häuser hier, Wohnungen da, schnelle Autos, ein Boot - ein Leben in Wohlstand dort, wo ich es mir immer erträumt hatte verbrachte ich meine Tage damit, im offenen Porsche durch die Gegend zu fahren, oder mit dem Boot auf mein geliebtes Meer. Und ich tauchte mit meinen Freunden - den Delphinen und den Walen. Herrlich. Was will man mehr?

Die Frauen waren hinter mir her, wie der Teufel hinter der armen Seele. Aber es war wohl mehr das Geld, was sie an mir reizte - da machte ich mir nun gar nichts mehr vor.

Bei Sybille war das alles anders gewesen. Aber sie hatte auch keine Ahnung davon gehabt, mit einem millionenschweren Mann zusammengewesen zu sein - ich hatte es fertiggebracht, es bis zum Schluss vor ihr zu verheimlichen.

Man liebt nur einmal wirklich im Leben - alles andere ist nur ein Abklatsch. Mehr oder weniger billig und manchmal verdammt teuer. Aber dieses tiefe, innige Gefühl einer wirklichen Liebe erlebt man nur einmal. Wenn überhaupt.

Mit viel Glück.

Bei den Frauen sagt man ja oft, dass sie ihren ersten Liebhaber niemals wirklich vergessen.

Ich konnte nicht aufhören, Sybille zu lieben. An sie zu denken. Sie immer wieder ständig vor Augen zu haben.

Syb war es gewesen.

Ich hatte sie vom ersten Moment an geliebt - ja es gibt sie, die Liebe auf den ersten Blick.

Aber ich hatte es - wie das meiste in meinem Leben - in den Sand gesetzt.

Ich steckte mir die nächste Ducados an und inhalierte den starken Tabak.

 

Da ............

wieder hatte ich geglaubt, etwas auf dem Meer gesehen zu haben. Ich hatte mich schon sehr oft getäuscht. Doch: da war etwas dunkles  in den Wellen. Ein Delphin ?

Jetzt sah ich es wieder - diesmal drei, nein vier glänzende Leiber glitten dahin!

Ich nahm das Zeiss - tatsächlich, da waren sie also. Vier Delphine. So nah.

Keine Ahnung, warum ich zum Fahrstuhl stürzte, der mich nach unten zum Boot brachte. Ich denke, es war die Erinnerung an die vielen Stunden, die vielen glücklichen Momente und Erlebnisse, die ich mit den Tieren unter Wasser hatte erleben dürfen . Jedenfalls war ich zwei Minuten später bereits im Boot und fuhr hinaus, obwohl ich sicher nicht einmal hätte Fahrrad fahren dürfen, nach der Menge Jack Daniels die ich bereits intus hatte.......

Sie waren noch da.

Langsam glitt ich ohne Motor an sie heran, warf  den Anker und zog meinen Neoprenanzug an, bevor ich mich in Wasser fallen ließ.

Es war kalt. Trotz des schützenden Anzugs war es sehr kalt.

Ich weiß nicht, ob die plötzliche Kälte war oder der Jack, den ich vorher genossen hatte, oder beides - aber ich merkte, dass meine Arme und Beine schwer wie Blei wurden, bevor ich bewusstlos wurde. Ich war ein geübter Schwimmer und Taucher, trotzdem hatte ich mich in diese Situation gebracht und nur ein Wunder konnte mich jetzt noch vor dem Ertrinken retten. Vielleicht war es gut so....

Denn ich war alles andere als glücklich.

Sollte es doch endlich zu Ende sein. Gut.

Bilder tauchten ganz plötzlich auf. Bilder von ihr.

Bilder von Sybille.

Es war wie in einem Film, den ich einmal gesehen hatte. Ein ertrinkender Mann, der in seinen letzten Momenten nur noch an seine Liebe zu einer Frau denkt, sie vor sich sieht und weiß, dass es keinen Abschied gibt - nur Liebe.

Genauso habe ich es empfunden - Gott ist mein Zeuge.

Und bevor ich das Bewusstsein verlor und die diese warme, wohlige Schwärze mich umfing, ging mir in Sekundenschnelle alles durch den Kopf.

Wie alles anfing.

Es war wunderschön....

 

 

 

 

 

Also, grob gesagt: Ich hatte die Schnauze einfach gestrichen voll!

Jeden Tag früh aufstehen, an einem unbeliebten Ort eine Arbeit verrichten die mir nicht gefällt; jeden Tag in dem  Wissen, auf dem falschen Breitengrad geboren zu sein und das es anderorts nicht nur viel, viel schöner ist, sondern auch das Klima mit einem ewigen Sommer lockt. Mit der Gewissheit, hier nie auf einen grünen Zweig zu kommen, aber gleichzeitig immer älter zu werden und die vielen Träume wie Seifenblasen zerplatzen zu sehen: Mich machte das einfach fertig.

Anfangs nur ein klein wenig - aber dann plötzlich jeden Tag mehr.

In der Liebe klappte es nicht so richtig - aber das war nichts Neues. Nach einer gewissen Zeit mit einer neuen Partnerin war einfach die Luft heraus und ich hatte Mühe, nicht wieder einmal wie ein Blitz aus heiterem Himmel Schluss zu machen.  Nicht, dass mein Verschleiß an Frauen nun so übermäßig groß gewesen wäre - nein das wohl eher nicht. Ich war einfach kein Frauentyp.

Die Schuld an dieser Situation, wenn man denn hier überhaupt von Schuld reden wollte, trug ganz allein ich selbst.

So etwas macht man doch nicht, wenn man wirklich liebt - oder?  Vielleicht war ich einfach auch nur blöd...

 Heute weiß ich: ich hatte einfach noch nicht die Richtige gefunden.

OK - jedenfalls hätte ich täglich  stumpf mit meinem Leben hier aufhören können, wenn ....  ja wenn da nicht diese paar kleinen Dinge gewesen wären ! Das liebe Geld - spielte natürlich die erste Geige bei meinen Überlegungen -, die Gesundheit - schließlich war ich bereits ein paar und vierzig und ging nun doch schon mehr oder weniger hart auf die fünfzig zu - und: was ist mit dem Heimweh?

Doch je mehr ich nachdachte, desto deutlicher wurde es: Mit der entsprechenden Knete ist alles kein so großes Problem mehr. Also konnte ich es drehen und wenden wie ich wollte: das Kernproblem um mein Leben nachhaltig und dauerhaft wie befriedigend zu verändern war und blieb das liebe Geld.

Und das hatte ich einfach nicht.

Tja und hier war dann in aller Regel Schluss mit meinen Spinnereien vom Leben in ewiger Sonne, am Strand mit feinem Sand und glasklarem, piwarmen Meer.

Wie sollte ich an so viel Geld kommen. Mit Überstunden und einem kleinen Sparbuch wohl kaum. Denn wenngleich ich keine großen Ansprüche stellte - um bis ans Ende meiner Tage nicht mehr arbeiten zu müssen und in einigermaßen Wohlstand zu leben mussten schon ein paar Märker mehr in meinem Bankschließfach ihre vorläufige Behausung finden!

 

Die besten Ideen hatte ich bis zu diesem Tag immer in der Badewanne. Was mir jedoch dieses Mal während eines offensichtlich viel zu heiß eingelassenen Bades in den Sinn kam bildete nicht nur eine Ausnahme, sondern sollte auch gehörige Konsequenzen haben!

Wenn du Geld brauchst, dachte ich so bei mir, gehst du in die Bank.

Bank, Bank.....

BANK !

Das  war es!

Nicht neu, nicht originell, auf keinen Fall ungefährlich und schon gar nicht in Ordnung auf diese Art und Weise an das Geld zu kommen, das ich so dringend benötigte  - aber , wenn richtig gemacht ungeheuer effizient !

Nur ein kleinerer Haken schien mir weiterer Überlegungen wert zu sein: Sollte ich erwischt werden, konnte ich mir den sonnigen Süden wohl für die kommenden Jahr(zehnt)e abschminken.

Aber wie sonst?

Durch ehrliche Arbeit war noch niemand schnell reich geworden!

Also : Banküberfall. Schnelle Kohle. Möglichst kleines Risiko, zuschlagen und dann blitzschnell ab durch die Mitte!

Nur noch einen Schweif hinterlassen am dunstgeschwängerten Himmel des kalten Nordens.

Plötzlich fror ich in der  Wanne und ließ weiteres, fast kochendes Wasser nachlaufen.

Du bist ja nicht ganz dicht, dachte ich so bei mir - war mir im gleichen Moment aber keineswegs so sicher wie ich es aus Gründen der Vernunft und des Intellektes eigentlich hätte sein sollen.

In der kommenden Nacht fiel ich erst nach heftigem hin- und herwälzen in einen unruhigen Schlaf und als ich am Morgen wie gerädert erwachte - .................... hatte ich den perfekten Plan im Kopf!

Nichts konnte schief gehen. Nein, konnte es nicht. Wirklich nicht .... aber: durfte ja auch nicht.

 

Die Tage darauf verbrachte ich damit, nach der Arbeit ein geeignetes "Objekt" auszusuchen. Das war gar nicht so einfach, denn einerseits musste die Bank groß genug sein, um das nötige Kleingeld für mich vorrätig zu haben - andererseits durfte sie keinesfalls so groß sein, dass schusssichere Scheiben und andere aufwendige Sicherheitsmaßnahmen meinen so professionell und minutiös geplanten Überfall schon im Keim ersticken würden.

Aber ich hatte Glück. Eine relativ kleine Filiale der X-Bank - von der ich jedoch durch Zufall erfahren hatte, das für ein paar Stunden in der Woche die Supermarktgelder des nahegelegenen Y-Marktes sozusagen zwischengelagert wurden.

Galt es jetzt doch eigentlich nur noch, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten und mit den Wachen fertig zu werden.

Tja, letzteres stellte eine ganze Zeit die größte Schwierigkeit im geplanten Unternehmen dar.

Ich musste die Jungens einschüchtern, denn sie waren nicht nur stärker als ich, in der Überzahl und schwer bewaffnet - ich hatte auch noch einen Mords Respekt vor ihnen und wenn sie mir bei meiner Aktion über den Weg liefen hatte ich nur eine Chance, wenn sie nicht merkten, dass ich die Hosen wahrscheinlich gestrichen voll hatte.

Bombe?

Nicht schlecht. Mal sehen.

 

So vergingen die Tage und ich steigerte mich in die Rolle des künftigen, zünftigen, mutigen, heldenhaften ... Bankräubers hinein. Die Filiale mit der Viertelmillion hatte ich abgehakt - zu gefährlich. Eine Nummer kleiner und dafür ein kleineres Risiko für den Anfang.

Skrupel, und eventuell nachher aufkommende Gewissensbisse sowie das Problem deren Bewältigung - schob ich geflissentlich beiseite, denn a. sollte bei meiner Aktion niemand zu Schaden kommen (außer der Bank natürlich) und b. konnte ich damit immer noch befassen, wenn es soweit war.

Dachte ich .........

 

Der Tag X kam.

Mein Herz klopfte mir bis zum Hals als ich die kleine Bankfiliale betrat. Alles klar. Nur die Ruhe bewahren ! Jetzt oder nie.

Ich war klatschnass vom Angstschweiß - anders konnte es nicht sein: Draußen war es saukalt und angestrengt hatte ich mich bisher ja auch noch nicht.

Zwei Kunden waren am Schalter.

Nicht mit reinziehen - bloß nicht das auch noch. Wenn sie dich erwischen kommt bei der ganzen Sache vielleicht noch ein bewaffneter Raubüberfall mit Geiselnahme heraus. Wie viele Jahre würde das denn wohl geben.....

Ich drehte mich um und nahm irgendein Formular von einem Tischchen. Ein Schweißtropfen fiel darauf - verdammt. Ich bin für so was einfach nicht gemacht. Eine Junge Frau war jetzt dran. An der Kasse der alternde Angestellte - er zahlt ihr einen Betrag aus. Hoffentlich nicht so viel !

Noch ein paar Minuten - dann sind wir allein in der Bank mein Kassiererchen und ich und dann.........

Ich drehe mich wieder zur Wand und tue so, als würde ich das Formular - ich glaube es ist ein Barauszahlungsschein (!) - ausfüllen. Die Hitze steigt wieder und meine Nerven sind zum Explodieren gespannt.

Mist - ein neuer Kunde kommt herein. Zwar habe ich ihn nicht gesehen , aber die Tür gehört.

Auch gut , dann warte ich eben noch 3 Minuten länger - was soll's.

Die Frau hat ihr Geld eingesteckt und geht hinaus.

Gleich ist es soweit.

Au Mannomann, hoffentlich geht das gut. Meiner Schätzung nach müssen so etwa Zweihunderttausend im Tresor sein. Na gut - nicht so viel, dass man damit bis ans Ende seiner Tage auskommen könnte. Aber immerhin: für den Anfang reichts doch.

Jetzt aber !

Jetzt oder nie.

Ich höre wie der Kunde sich verabschiedet und geht.

Noch wenige Sekunden.

Nur nicht durchdrehen !

Bis 10 zählen,  die Mütze schnell über den Kopf, Waffe raus, umdrehen und blitzartig zuschlagen.

Cool bleiben.

Wenn ich nur nicht so schwitzen würde....

10, 9, 8, 7, ...................

Was macht der Typ solange ! Warum geht er nicht endlich raus!

Die Tür - ich hab sie noch nicht gehört. Er MUSS also noch da sein. OK - dann fange ich halt noch mal an. Aber wenn er dann nicht raus ist - egal. Ich halte es nicht mehr aus......

10, 9, 8, 7, 6, 5, 4...........

Warum geht der nicht endlich !

........3, 2.............

Scheiße !

........1 und  NULLLLLLLLL

In dem Moment, in  der ich die Mütze aufsetzen will, legt mir jemand seine Hand auf die Schulter.

Oh Gott - Verhaftet? Eigentlich hast du doch noch gar nichts gemacht!

 

 

mehr? schreiben Sie mir..... johngilman@gmx.de

 

 

 

ã by John Gilman 2006


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2.
Erinnerungen einer Eiche
  

Das Erste, was ich in meinem gerade begonnenen Leben bemerkte war, dass ich mich im freien Fall befand - ein durchaus gar nicht so unangenehmes Erlebnis, wenn man die Gesetze der Schwerkraft noch nicht kennt.

Also genoss ich den Flug nach unten - und schlug nach ein paar Sekunden unsanft auf. Überall rund um mich herum war eine dicke Moosschicht, die meinen Aufprall hätte abfedern können - nur nicht dort, wo ich mit einem vernehmlichen „Plopp“ gleich wieder in die Gegenrichtung transportiert wurde.

Das Spielchen wiederholte sich und als ich merkte, dass meine harte Schale mich weitestgehend schützte gewann ich sogar Gefallen daran - nur wurden die Abstände kürzer und ehe ich mich versah, lag ich reglos auf der Erde.

Zeit, die nähere Umgebung zu erkunden.

Zu meiner Rechten ragte ein komisches Gebilde in die Luft, gerade und lang und oben mit einer Art riesigem Hut versehen grinste mich ein Pilz an und meinte „ Na, da hasse ja noch mal richtig Glück gehabt! N` Stückchen weiter wärsse aufe Straße geknallt - und dann hätt dich ganz fix n`Auto platt gemacht. Aber so hasse ne echte Chanx !“

Wie ist der denn drauf dachte ich nur und drehte mich zur anderen Seite um. Der Kerl hatte recht gehabt. Da war eine Art großer, breiter, glatter Weg auf dem riesige krachmachende und stinkende Ungetüme hin und her fuhren.

Als ich nach oben sah stellte ich fest, das sich erwachsene Artgenossen zu Hauf hier aufhielten, aber ich sah kein Gesicht, das mir in irgendeiner Form bekannt vorkam oder sogar Vertrauen einflößte.

So wurde ich müde und schlief auch gleich darauf ein.

 

Als ich erwachte, war es völlig dunkel und ich hatte Schwierigkeiten wieder einzuschlafen. Aber nach geraumer Zeit des Lauschens auf die Geräusche dieser neuen, aber noch so unbekannten Welt, gelang es mir dennoch - allerdings mit einem leisem Seufzen.

 

 

 

Ein eiskalter Schreck durchfuhr mich.

Bis vor einer Sekunde hatte ich noch einen schönen Traum gehabt und jetzt wurde ich plötzlich von zwei riesigen, zangenartigen Gebilden emporgehoben und ein paar Augen, die mindestens doppelt so groß waren wie ich selbst sahen mich neugierig an.

Ich wurde zwischen den Fingern des Jungen gedreht, dabei weiter begutachtet und verschwand gleich darauf mit einem irrsinnigen Tempo in einem dunklen Verlies.

Es dauerte eine ganze Weile, bis ich mich an die Dunkelheit gewöhnt hatte, dann aber stellte ich fest, dass ich nicht allein war: mindestens drei meiner Artgenossen waren in der gleichen Situation wie ich!

„Hi“ meinte ich und tat dabei völlig professionell belanglos während ich in Wirklichkeit ängstlich auf die Reaktion der anderen wartete.

„Hallo“ sagte nach einer Weile einer der drei, “hat man dich auch erwischt!“

„Erwischt? Wie meinst du denn das?“

„Na ja, will sagen: hat dich der Bengel auch aufgesammelt! Scheinst dich noch so recht auszukennen, was?“

„Na ja, ich....“

„OK, dann will ich dich mal aufklären: Die Menschen sammeln uns um uns entweder zu pflanzen oder aber an riesige Tiere zu verfüttern. Mit etwas Glück wirst du auch zum Basteln missbrauchst. In den letzten beiden Fällen brauchst du dir keine weiteren Gedanken zu machen, denn dann ist dein Leben bereits zu Ende.

Möglicherweise jedoch will dich und auch uns dieser Lauselümmel von Menschenkind in dessen Hosentasche du dich gerade befindest auch als Geschoss für seine Schleuder gebrauchen. Damit hättest du dann die größte Möglichkeit zu überleben.“

„Das verstehe ich nicht.“

„Nun gut. Solltest du in die Schleuder geraten kommt es darauf an, wie gut dieser Knabe hier damit umgehen kann. Trifft er sein Ziel und das ist härter als du........... dann gehen deine Lichter wieder aus. Unsere übrigens in diesem Fall genauso.“

„Und wenn er sein Ziel nicht trifft oder es weicher ist als ich?“

„Dann haste wieder ne Chance mal  n richtig großer Baum zu werden“ brummte plötzlich eine andere Eichel aus dem Hintergrund.

Ich konnte nur schemenhaft erkennen, das sie ziemlich groß war.

Na, das waren ja herrliche Aussichten.

Ich hätte zu gerne gewusst, woher um alles in der Welt die anderen Leidensgenossen dieses Wissen hatten.

Offensichtlich waren sie doch schon einige Tage älter als ich selbst und kannten sich deshalb viel besser aus.

Na ja, wenn es denn so um mich - Pardon: um uns stand, konnten wir alle unser Schicksal eigentlich doch nur abwarten und uns darin fügen. Welche  Möglichkeiten hätte schon die Rebellion einer Handvoll Eicheln in der Hosentasche eines so überlegenen Geschöpfes!

„Mist!“ entfuhr es mir im Brustton der Überzeugung

„Soll n gutes Düngemittel für uns sein“ brummte der Dicke aus dem Hintergrund ungerührt.

„Gibt es denn  gar nichts, wie wir uns wehren können“

„Kannst mir glauben, Kleiner: Wir können nichts tun Die Menschen verstehen unsere Sprache nicht.

Ja, sie sind intelligent und hochentwickelt - man sagt, sie seien die höchstentwickelten auf diesem Planeten. Aber sie haben noch nicht einmal eine Ahnung dass es eine Kommunikation zwischen den Pflanzen gibt ! Oh, wenn sie es nur wüssten!“

Mir wurde ganz schummrig.

„Sag mal - entschuldige die dämliche Frage - woher weiß du all dies eigentlich so genau ?“

Der namenlose Leidensgenosse mir gegenüber schwieg eine Weile und im Dämmerlicht der Hosentasche konnte ich erkennen, wie er schmunzelte.

„Wann bist du vom Baum gefallen ! Gestern oder vorgestern?“

Ich schwieg und war froh, dass man bei der Dunkelheit nicht sehen konnte, wie ich errötete.

„Brauchst dich deshalb nicht zu schämen. Wir alle sind höchstens ein paar Nächte älter als du und es ging uns ganz genauso. Warte einfach auf den Moment“

„Welchen Moment ?“

„Plötzlich - in ein paar Nächten - macht es „Klick“ in dir. Und von diesem Moment an hast du es.“

„Hab ich was ? Bitte mache es doch nicht so spannend.“

„Nun, du weißt einfach alles, was du wissen musst. Alle Erfahrungen aus Jahrhunderten gehen in diesem Moment in deine Erinnerung und in dein Bewusstsein ein. Und so geht es allen von uns. Jeder einzelnen Eichel. Jedem anderen Samenkorn auf dieser Erde......“

Jetzt musste ich doch wirklich schlucken.

„Ich hoffe nur, du willst mich nicht foppen“ sagte ich.

„Du wirst es sehen - wenn du solange am Leben bleibst. Aber jetzt versuche ein wenig zu schlafen.

Ändern kannst du an der gegenwärtigen Situation doch nichts. Wir passen schon auf, und wenn sich etwas tut, werden wir dich rechtzeitig wecken“

„Oh ja, danke. Ich bin wirklich sehr müde.“

Doch bevor ich einschlief fragte ich noch

„Sag mal, wie heißt du eigentlich ?“

„Ich bin Aick“

„Toller Name, Aick. Schön das es dich gibt und vielen Dank, dass du mir so viel erklärt hast.

Ich heiße übrigens...........“

Ja, wie hieß ich denn nur ?

In dieser Sekunde entfuhr mir

„Ich heiße Boom“

Woher ich das so plötzlich wusste ? Nun, es hatte eben in diesem Moment „Klick“ in mir gemacht und mein inneres war nun auf einmal mit einer riesigen Menge von Zahlen, Daten, Informationen und Erfahrungswerten gefüllt.

Beruhigt schlief ich ein, denn eines wusste ich von diesem Moment an : Egal was geschähe, ich würde immer ich sein und alles musste sich wiederholen. Mir konnte gar nichts passieren.

Dachte ich.

 

Die Dunkelheit hatte mich schläfrig gemacht und die Anstrengungen des Tages forderten ihren Zoll. Wie sollte es jetzt weitergehen ?

Irgendwann hatten die Bewegungen aufgehört und wir hatten alle das Gefühl durch die Luft zu fliegen als die Hose in der wir uns befanden ausgezogen und in eine Ecke geworfen wurde. Danach war Ruhe und als ich nachts einmal aufwachte hörte ich nur die leisen Schlafgeräusche meiner Leidensgenossen.

Natürlich schlief ich sofort wieder ein.

Tags darauf wurden wir durcheinander geschüttelt und die Bewegungen gingen wieder los. Ganz mulmig konnte einem davon werden.

Und gerade als ich Aick fragen wollte, wie lange er schon hier ist, wurde es plötzlich ganz hell in unserem Verlies und die Riesenzangen packten Aick und zogen ihn heraus. Ich erschreckte mich furchtbar, denn ich hatte keine Ahnung, was jetzt passieren sollte. Sekunden hörte ich Aick empört „Aua, du Blödmann“ rufen, dann einen Knall und unmittelbar darauf Aicks „uiiiiii“, das immer leiser wurde. Als ich nichts mehr hören konnte, war ich soweit in Richtung Ausgang gerollt, dass ich wohl die nächste Eichel sein musste, die gegriffen wurde. Ich hatte es noch gar nicht ganz gedacht, da wurde es wieder hell, die Finger packten mich ebenso, wie Aick, pressten mich in eine Schleuder und schossen mich - hoffentlich - in die gleiche Richtung wie meinen Freund Aick. Den hatte ich nämlich auf Anhieb gemocht.

Ohne auf ein nennenswertes Hindernis zu treffen fiel ich irgendwann zu Boden, zwischen Farnen auf einen guten Waldboden. Als ich mich umsah konnte ich meinen Freund nicht sehen und ich wurde ganz traurig.

Sollte ich jetzt etwa ganz allein sein, mit all meinem Wissen und mich mit niemandem mehr unterhalten dürfen ? Niemals ?

Ich nahm alle meine Kraft zusammen, konzentrierte sie auf einen Punkt meiner Außenhülle und - rollte ein paar Meter weiter. Keine Ahnung, wie das funktioniert hatte. Aber es ging. Als ich es allerdings noch mal machen wollte passierte nichts mehr. Ich konnte mich keinen Zentimeter mehr weiter bewegen.

Auch gut.

Der Boden unter mir war feucht und roch gut. Ein guter Platz zum keimen, dachte ich so bei mir, als ich die liebenswerte Stimme Aicks hörte, der  ein paar Meter weiter ebenso wie ich völlig unverletzt gelandet war.

„Mann, du hast dir aber ordentlich Zeit genommen - warst du noch ein Eis essen ??“

Ich atmete tief ein und aus.

Jedenfalls hatte ich jetzt jemanden, mit dem ich reden konnte ..........

 

Wir sprachen viel und wurden so richtig gute Freunde im Laufe der Zeit. So bemerkten wir erst gar nicht, dass wir bereits keimten. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, als unsere Außenhaut fast zur gleichen Zeit aufsprang und ein Teil von uns sich in die Erde bewegte, während der Rest in Richtung Himmel wuchs.

Unsere Kindheit verbrachten wir auf diese Weise unbeschadet und gut bewacht von vielen erwachsenen Eichen, die rings um uns bereits stattliche Ausmaße angenommen hatten und unser ständiges Getuschel oft mit ermahnenden Blicken quittierten.

Wir wuchsen und wuchsen und wuchsen und nach ein paar Jahren waren wir aus dem gröbsten heraus. Erst hatten sich die Ameisen an unseren Ästen die Läuse geholt, später hatten kleine Vögel ihre Nester in unseren Zweigen gebaut. Wir verloren unser Laubkleid im Herbst und ein noch größeres, schöneres wuchs uns im Frühling. In der Zeit dazwischen schliefen wir viel und oft froren wir auch. Aber immer, wenn wir wieder erwachten waren wir wieder ein Stück gewachsen und immer war Aick für Boom da und Boom für Aick.

Manchmal konnten wir auf einen Menschen herabsehen, der in der Nähe vorbeikam und wohl Pilze suchte. Aick wurde irgendwann ein merkwürdiges Zeichen in die Außenhaut geschnitten, von einem Menschen. Der konnte tatsächlich sein Geschrei nicht hören - das konnte ich erst gar nicht glauben. Das Zeichen war wohl ein Herz - ein Zeichen, dass der Mensch verliebt war, glaub ich. Trotzdem, er hatte meinem Freund weh getan - und das fand ich gar nicht so toll.

Es folgten viele, viele Jahre des Wachsens - ungezählte Gespräche mit Aick und auch anderen Eichen die in unserer Nähe aufgewachsen waren. Kälte und Hitze lösten sich ab und immer wieder waren wir etwas weiter nach oben gewachsen, bis - ja bis wir plötzlich ebenso groß waren, wie die, die  hier schon standen, als wir noch ganz klein waren. Wir konnten den Himmel sehen und den Horizont. Hoch über uns fliegende Vögel mit einer glänzenden Haut, die einen weißen Streifen hinter sich herzogen und eine schnurgerade Flugbahn verfolgten - Adler, die majestätisch über uns kreisten und herablassend auf uns herunter blickten - das Leben war so schön.

 

mehr.....?

schreiben Sie mir : johngilman@gmx.de

 

 

ã by John Gilman 2005

 

 

 


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 3.

 Ilse und Manfred

 

Schluß! Aus! Ende!

Einfach aufgeben, und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Jonathan hatte ein Stadium erreicht, in dem er nur noch in diesen Dimensionen denken konnte. Jahrelang hatte er versucht, etwas aus seinem Leben zu machen. Jahrelang hatte er sich abgerackert - tagaus, tagein - um etwas auf die Beine zu stellen. Aber was er auch angefangen hatte ging zu Bruch.

Manchmal hatte er gedacht: Vielleicht liegt es an meinem Geburtstag - dem  dreizehnten

Doch dann mußte er selbst darüber lachen und in solchen Situationen glitt ein schelmisches Grinsen über sein einigermaßen junggebliebenes Gesicht.

Er war jetzt 45. Ein Mann in den "besten Jahren".

Jedoch im Herzen noch immer jung, körperlich einigermaßen fit, konnte er es oft selber nicht glauben. Wie schnell war doch die Zeit dahingegangen.

Die Jahre - gerade die letzten - waren nur so an ihm vorübergeflogen.

Er hatte schon einiges erlebt in seinem Leben und war schon weit herumgekommen.

Mit der Liebe hatte er auch kein Glück gehabt. Wie konnte es auch anders sein !

Seine Ehe war eine Katastrophe gewesen und nachdem er  nun seit vielen Jahren geschieden war, kam erst das große Aufatmen, dann der Katzenjammer und dann lange Zeit gar nichts mehr.

Zu leer und zu ausgebrannt für eine Beziehung ging er völlig in seiner Arbeit

auf, was bescheiden honoriert wurde.

In dieser Zeit glaubte er an gar nichts mehr. Weder an Gott, noch an die Liebe.

Er begann die Menschen zu hassen. Aber wie so oft liegen Haß und Liebe sehr nah beieinander. In seiner Arbeit als Krankenpfleger mochte er die Menschen wegen ihrer Krankheit, ihrer Hilflosigkeit. Er arbeitete bis zur totalen Erschöpfung.

In der wenigen Freizeit die ihm verblieb, verachtete er seine Mitmenschen wegen ihrer skrupellosen Schlechtigkeit, ihrer Profitgeilheit und falschen Moral.

Dieser Zustand hatte sich jahrelang gehalten, und als er langsam,

aber sicher dem Ende zuging, wurde Jonathan ein anderer Mensch.

Aufgeschlossen, freundlich, ausgeglichen und den Mitmenschen

wieder offen gegenübertretend erlebte er ein völlig neues

Lebensgefühl. Von wegen !

 

Jonathan stierte vor sich hin. Der Cognac hatte seine Wirkung getan.

Er stellte sein Glas ab und schloß die Augen, während er die

Beine ausstreckte und seine Füße auf dem Tisch übereinanderschlug.

"Verdammt-verdammt-verdammt...." murmelte er und schlief ein.

Augenblicklich begann er zu träumen.......

 

  

 

Ilse - 1945

Es ist sehr kalt an diesem Märztag im Jahre 1945.

Ilse steht am Fenster und blickt in die Nacht, während der Regen gegen die Scheiben klatscht. Ein Schauer überkommt sie.

Es ist erst ein paar Stunden her, das ihr der Arzt gesagt hatte: "Liebe Frau Kutter - sie wissen es ja sicher schon, das sie schwanger sind."

Natürlich hatte sie es nicht gewußt, wenngleich sie rechnen konnte und ihr ein Gefühl sagte, das es so sei. Der Schock über die Nachricht saß ihr trotzdem noch tief in den Gliedern und fassen - nein fassen konnte sie es noch nicht.

Jetzt hatte sie es laut in die Nacht hinausschreien können: "Ich bekomme einen Sohn !!!"

Sicher - sie war nicht verheiratet und dies konnte zu einem ernsten Problem werden. Aber ihrer Mutter würde sie es schon beibringen

Die Sache mit Vater regelte sich dann schon von ganz allein. Ohnehin war er die meiste Zeit auf See. "Notfalls werde ich den Kleinen auch ganz allein groß bekommen" dachte sie laut.

Sie war einfach überzeugt davon, einem Sohn das Leben zu schenken.

"Manfred, oh Manfred. Was wirst Du dazu sagen? Ein Kind in dieser furchtbaren Zeit ?"

Manfred war Flugzeugführer auf dem Fliegerhorst in Upjever, wo auch Ilse ihren Dienst tat. Dort hatten sie sich kennen- und lieben gelernt. Die ganz große Liebe.

Manfred - so ernst und vorgealtert für seine dreiundzwanzig Jahre. Die Schläfen seiner pechschwarzen Haare waren bereits von silbernen Streifen durchzogen, was sicher eine Folge des Krieges war - ihn aber noch attraktiver machte.

Vor einiger Zeit war er noch ernster geworden und meist in tiefen Gedanken versunken, selbst wenn sie zusammen waren und miteinander sprachen.

"Ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll, Ilse, aber seit ein paar Tagen habe ich das Gefühl, daß ich diesen verdammten Krieg nicht überleben werde.

Ich war bisher immer ganz sicher, es zu schaffen. Mich kann NICHTS umbringen. MIR kann ja nichts passieren. ICH habe einen persönlichen Schutzengel.

Aber jetzt - ich weiß nicht. Es ist verrückt, ich gebe Dir ja recht. Trotzdem......."

Ilse war danach sehr nachdenklich geworden. Aber schon ein paar Minuten später war Manfreds alte Fröhlichkeit wieder aufgetaucht - die Fröhlichkeit, die sie schon verloren geglaubt hatte  und sie hatte sich keine Sorgen mehr gemacht. Manfred hatte sich verändert. Das war ebenso verständlich wie klar.

Seine Flugeinsätze wurden immer mörderischer. Ilse wußte das genau.

Von 10 gestarteten Maschinen kamen manchmal nur 3 zurück in den heimischen Horst.

Wie sinnlos war das alles. Und was für eine Zeit, ein Kind zu haben ! Vielleicht wird es ihn stolz machen, dachte Ilse - sicher aber auch ein wenig traurig.

Sie drehte sich abrupt vom Fenster weg. Noch eine Dreiviertelstunde bis zum Dienst in der Fernschreibstelle. Soll ich noch eine Zigarette rauchen ?

Lieber nicht - wegen des Kleinen ! Sie zog ihren Mantel an und schloß die Türe hinter sich sorgfältig zu.

Mit kurzen, energischen Schritten ging sie in Richtung Kantine davon. Der eiskalte Regen schnitt sich in ihr hübsches Gesicht, das sich augenblicklich gerötet hatte.

 

 

 

Manfred 1945

 

 

Manfred fühlte es tief in seinem Innersten: Wenn du nicht höllisch aufpaßt, wirst du sterben. Aber selbst diesen Gedanken faßte er kühl und überlegt. Eigentlich versuchte er nur, sich seine Todesangst und die Ahnung vor dem drohenden Unheil auszureden.

Seit ein paar Tagen ahnte er, daß er es nicht schaffen würde diesen gottverdammten Mistkrieg zu überleben. Er ahnte es.

Und er konnte gar nichts anderes tun als wirklich einfach "auf Draht" zu sein.

Wenn nur diese verfluchte Angst nicht wäre !

 

Völlig durchnäßt von den Anstrengungen seines letzten Fluges saß er in der Lounge der 2. Staffel. Vier "Ausfälle" waren es heute gewesen.

Vier Kameraden, die er sehr gut gekannt hatte, mit denen er befreundet war waren heute gestorben. Einfach weg. Was für ein Wahnsinn.

Wut, Ärger, Trauer und sein ständiger Begleiter: die Angst; Verzweiflung und Müdigkeit prägten seine derzeitige Stimmung. Unter den "Vermißten" war sein wohl einziger, wirklicher Freund Bert.

Während des Luftkampfes hatten sie sich aus den Augen verloren - das letzte, was er von Bert sehen konnte, war, das dieser verzweifelt versuchte, aus dem MG-Feuer einer Spitfire zu entkommen. Dann war er fort. Nach der Landung erfuhr Manfred, das Bert noch einmal gesehen worden war - seine Maschine war brennend abgestürzt und beim Aufprall explodiert.

Oh Verdammt - warum Bert ? Warum immer die besten ? Er trank den Schnaps in einem Zuge aus.

Es war nicht sein Erster, heute abend. "Dieses ganze Elend. Ich kann es nicht mehr ertragen. Vergessen, vergessen, verg......"

 

Als Ilse die Kantine betritt, spürt sie auf Anhieb, daß etwas nicht stimmt.

Sie sieht Manfred stark angetrunken mit schweißverklebten Haaren an der Bar sitzen und geht auf ihn zu. Ihre Blicke kreuzen sich.

"Bert...."

Sie versteht.

Tränen rollen über ihr Gesicht.

Sie hatte Bert gemocht. Er war ein feiner Kerl und Manfreds bester Freund gewesen. Immer lustig, immer einen Witz parat und Flieger mit Haut und

Haaren. Seine Frau war eher ernst, ruhig und sehr zierlich; das

Gegenteil von Bert. Jetzt war sie Witwe und die kleine Tochter hatte keinen Vater

mehr. Wann wird endlich Schluß sein ?

Ilses Trauer um Bert wich der Sorge um Manfred.

"Manfred", sagte sie, "Manfred, du mußt nüchtern bleiben ! Wenn

jetzt ein Einsatz kommt ... !"

Die Zeiten, in denen sich die Piloten nach dem Einsatz eine Ruhepause gönnen konnten, waren lange vorbei. Sie hatte eine panische Angst um ihn.

"Ilse", - Manfred nestelte an seiner Kombi herum und fingerte

einen Brief aus der Brusttasche. "wenn mir etwas passiert, gibst du diesen Brief meinen Eltern ?" Er mußte ihn schon seit Jahren mit sich herumgetragen haben; so jedenfalls sah er aus.

"Eltern" hatte er gesagt - besser: gelallt. Sein Vater war in Stalingrad umgekommen und seine Mutter kurz darauf in ihrem Haus bei einem Bombenangriff verschüttet worden.

Er mußte schon sehr fertig sein !

"Natürlich. Aber was soll schon passieren? Du weißt doch, dein

persönlicher Schutzengel wacht über dich !" Es sollte überzeugend klingen und war ganz anders gemeint. Aber ihre Stimme zitterte stark und sie war kurz davor, einen Weinkrampf zu bekommen.

 Stefan und Michael kamen ihr zur Hilfe. "Lat man, min Deern. Wi mokt dat schon"

Sie schnappten sich Manfred und trugen ihn hinaus. Ilse wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und ging ihnen nach.

 

 

 

 

Das Rauschen wurde immer stärker.

Er war an einem Bach und rekelte sich in der Sonne. Ilse schlief

an seiner Seite.

Sein Blick schweifte von ihr über die Landschaft: sattgrüner Rasen, rosa blühende Sträucher und ein dichtes Kiefernwäldchen, ganz in ihrer Nähe.

Das Rauschen entwickelte sich zu einem Pfeifen.

Ilse streckte sich und erwachte. Sie umarmte ihn zärtlich und küßte seinen Mund. Er drängte sich an sie. Ganz wollte er sie spüren, seine Liebe war so unendlich groß.

Aus dem pfeifenden Rauschen war nun der schrille Klang einer Alarmsirene geworden, trotzdem dauerte es eine ganze Zeit, bis Manfred erkannte: ich träume ja ! Es ist Alarm !

Er sucht seine Stiefel, rennt auf den Korridor. Verkatert und verschlafen im Laufschritt erreicht er seine Maschine - völlig abwesend . Trotzdem: die notwendigen Handgriffe erfolgen mit schlafwandlerischer Sicherheit.

Ehe er sich versieht, fliegt er bereits im Verband mit seinen Kameraden.

Erst jetzt wird er richtig wach.

 

Er hatte keine Ahnung, wie es geschah - aber plötzlich waren sie da. Begleitjäger eines alliierten Bomberverbandes Richtung Berlin.

Bruchteile von Sekunden vorher wußte er ganz genau, was jetzt geschehen würde. Er sah das helle Aufblitzen der Bordkanone einer Maschine, die

ihn frontal anflog. Zum Ausweichen hatte er nicht mehr die geringste Chance.

Er hatte sie einfach nicht gesehen. Den Schmerz fühlte er nicht mehr - wohl aber sah er noch das Zersplittern der Haube und, als sein Kopf vornüberfiel, das

viele Blut auf seiner Brust, die völlig zerfetzt war.

Das Letzte was er spürte, war das Trudeln seiner Maschine - unfähig es zu ändern. So ist das also, wenn man stirbt, dachte er bevor es dunkel um ihn wurde

Das Letzte was er fühlte, war Trauer. Das Letzte was er dachte, war Ilse.

 

Dann war da nur noch ein unglaublich helles Licht, das ihn aufnahm und eine nie gekannte Ruhe und Wohligkeit überkam ihn.

 

 

Ilse erfuhr es im Dienst. Sie  brach zusammen und erwachte erst wieder im Krankenrevier. Der Schmerz den sie empfand war so unbeschreiblich, daß sie

keine Träne weinen konnte.

Der Schock hatte ihr die Stimme geraubt und es dauerte sehr lange, bis sie wieder sprechen konnte. Aber mit der zurückgekommenen Sprache kamen auch die Tränen. Sie weinte Tag und Nacht - bis sie keine Tränen mehr hatte.

Dann verfluchte sie alles, was mit diesem idiotischen Krieg zusammenhing und entwickelte Haß und Wut - Selbstmitleid und Verzweiflung.

Als sie wieder gesund war, war der Krieg vorbei und Ilse ein anderer Mensch geworden.

 

Der kleine Herbert war seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten.

Ilse wurde durch den Kleinen ständig an Manfred erinnert, aber nach einer Zeit wichen der Schmerz und die Leere in ihr und sie begann wieder zu lachen.

Es war eine schlechte Zeit, nach dem Kriege.

Durch ihre Mutter hatte Ilse Johann kennengelernt. Sie mochte ihn nicht sonderlich, aber die Familie hielt Johann für eine gute Partie und Männer waren rar. Außerdem brauchte das Kind einen Vater. So hatte sie schließlich nachgegeben und ihn geheiratet.

Noch oft sollte sie diesen Entschluß bereuen.

 

 

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Schreiben Sie mir !   johngilman@gmx.de

 

 

c by johngilman 2005

 



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  4.

PETE STORM

c by johnGilman 2006

 

 

Teures Land, wie herrlich wogt dein grüner Busen

Smaragdengleich, gefaßt vom Ring des Meers.

Mein treues Herz preist jeden Grashalm Deiner Wiesen,

Du Königin des Westens, der Welt Cushla ma chree !

 

                                                              John P Curran

  

 

Vor seinen Augen begannen sich die Konturen zu verwischen.

Er wußte genau, was jetzt kam: Einen Augenblick lang  sollte sein Blick nicht von dem alten, vergilbten Foto weg können, danach Stille, Schwärze und ein Gefühl falscher Zufriedenheit.

Er würde sehr lange schlafen. 10 bis 15 Stunden lang; die brauchte er jetzt auch nach den Anstrengungen der letzten Tage. Ein paar Whiskys hatten für die nötige Bettschwere nach einem heißen Vollbad für ausgesprochen schwere Augenlider gesorgt.

Verflixt -  er wußte genau: Du mußt jetzt schlafen. Sonst brichst Du einfach zusammen. Und so nahe vor seinem Ziel: Nein das durfte einfach nicht sein!

Er merkte, wie seine Augen immer wieder zufielen und wehrte sich nun nicht mehr gegen die Nacht, die ihn einzuholen drohte. Er seufzte noch einmal und fiel  daraufhin unmittelbar in einen erlösenden, traumlosen Tiefschlaf. Nur einmal mußte er in den nächsten 23 Stunden seine gefüllte Blase entleeren, aber als er am nächsten Tag erwachte, wußte er nichts mehr davon.

 

Er war relativ frisch und ausgeruht - und das mußte er an diesem Tag schließlich auch sein.

Nachdem er ausgiebig und laut pfeifend geduscht hatte holte er seine gestern früh gekaufte Lederjacke und ein paar ebenfalls neue Levis aus dem Schrank. In aller Ruhe kleidete er sich an und ging in den Frühstücksraum der kleinen - aber recht feinen Pension.

Mrs. Straw, die Wirtin des Pubs und Eigentümerin der Pension schaute ihn verwundert an, öffnete den Mund - sagte dann aber doch nichts und verließ lächelnd den Raum um frischen Kaffee zu holen.

Nachdem er gefrühstückt hatte, ging er auf sein Zimmer, packte seinen Samsonite und beglich an der winzigen Rezeption seine Rechnung.

Mrs. Straw sah ihm traurig nach, als er das Haus verließ.

Fast vier Wochen war John Schreiber hier gewesen und sie hatte Gefallen an dem ruhigen, sehr schlanken und durchtrainierten Mittvierziger mit den eisgrauen kurzen Haaren gefunden.

Sie seufzte, als die Tür ins Schloß fiel und ging dann nach oben um das Zimmer für den nächsten Gast vorzubereiten.

 

Schneider fuhr die 11 Kilometer von Dun Laoghaire nach Dublin mit dem Zug. Er hatte Laoghaire südöstlich der irländischen Hauptstadt mit Bedacht gewählt denn er mochte den atmospärereichen Hafenort mit seinen gutbürgerlichen Wohnvierteln, die noch aus der viktorianischen und georgische Zeit stammten, sehr.

Aber heute konnte er die Fahrt direkt an Küste nicht genießen. Je mehr er sich Dublin näherte um so erregter wurde er.

Jetzt bloß keinen Fehler machen! Die kleinste Abweichung von deinem Plan und du hast keine Chance mehr!

Er zwang sich zur Ruhe. Erst in etwa 10 Stunden würde die Maschine mit dem Koffer landen. Einem Koffer mit sage und schreibe 15 Millionen US Dollar. Er konnte eigentlich nicht glauben, das alles gut gehen würde.

John Schreiber - natürlich war der Name falsch wie sein aufgeklebter Oberlippenbart - zwang sich jetzt ernsthaft zur Ruhe. Er dachte zurück an seine Erlebnisse in Indien und an die Katastrophe die durch den deutschen Chemiekonzern ausgelöst worden war. Er war in diesem Werk Ingenieur gewesen und hatte seine junge, bildhübsche indische Frau verloren bei dem „Unfall“ des Werkes.

Er war blind und halbtot vor Schmerz um den Verlust gewesen als man ihm und der Welt weismachen wollte, die über 250 Toten hätten nichts mit dem versehentlichen Ausstoß von Gasen des Werkes zu tun gehabt.

Und tatsächlich wurde es sehr schwer etwas zu beweisen - nein, unmöglich. Die Politiker taten alles um die Sache zu vertuschen. Wirtschaftliche Interessen erster Ordnung standen im Vordergrund und so kam es, daß die Welt erst gar nicht so recht erfuhr, was wirklich passiert war.  Außerhalb der indischen Grenzen  wußte man so gut wie nichts davon und da die Hinterbliebenen der Opfer „gekauft“ wurden wurde die Sache einfach niedergewalzt.

John hatte aufgeschrien, wollte die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen wissen. Rache für seine Frau. Rache für so viele unschuldige Menschenleben. Alles was er erreichte, war der Aufenthalt in einer stinkenden indischen Gefängniszelle für über drei Monate bevor man ihn auswies.

Als er in seiner Heimat an der Nordseeküste Deutschlands ankam fand er eine dicken, braunen Umschlag in seiner Wohnung vor: Ein Freund - Chemiker des Werkes - hatte ihm unumstößliche Beweise für die Katastrophe geschickt. Es war alles da: Kopien, Fotos, Tonbandaufzeichnungen, Quittungen und, und und.......

Er hatte nie wieder etwas von seinem Freund Max gehört. Erst etwa ein Jahr später meldete sich die Mutter von Max bei John um ihm mitzuteilen, das ihr Sohn unter merkwürdigen Umständen in Indien ums Leben gekommen sei.

John hatte lange mit sich gerungen, ob und wie er das Material gegen die Firma benutzen sollte.

Aber nach dieser Nachricht einer verzweifelten Mutter wußte er, was was er zu tun hatte.

Er  „verkaufte“ das hochbrisante Material an den Konzern !

10 Millionen Dollar sollte ihnen die Sache schon wert sein, fand John und nachdem er seinen Wunsch geäußert hatte, entging er in den folgenden drei Wochen fünfmal nur knapp dem Tod. Man machte sich nicht einmal die Mühe besonders vorsichtig zu sein. Es wurde auf ihn geschossen, das Auto in die Luft gejagt, der Fahrstuhl gesprengt und seine Wohnung angezündet. Sogar eine Paketbombe schickte man ihm - sie liegt heute auf dem Grund der Nordsee.

John machte, das er aus der Schußlinie kam - nicht aber ohne den Kaufpreis jedesmal drastisch zu erhöhen: pro Anschlag 1 Million.

Letztlich hatte man sich doch entschlossen zu zahlen. John hatte einige kleinere Sachen der Presse zukommen lassen - und die war nun richtig heiß auf eine Story.

Über Frankreich, Spanien, Marokko war er nach Irland gekommen und hatte zwischenzeitlich über sein Handy mit dem Konzern verhandelt. Jetzt sollte der große Moment gekommen sein. Die Übergabe des Geldes sollte in Dublin erfolgen.

In genau 9 Stunden und 33 Minuten.........

 


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C by Johngilman 2005

 


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