*
*
*
*
*
*
*
*
*
*


 

   

 

Barbara-Brauchtum

 

 

Gedenktag am 4.Dezember

 

 

Barbara bildet mit Katharina und Margareta die Gruppe der „drei heiligen Madeln”

(Bauernpatroninnen) unter den 14 Nothelfern.

Ergänzt um die heilige Dorothea bilden die vier Frauenheiligen die „quattuor virgines capitales”,

also die vier besonders heiligen Jungfrauen.

Die mittelalterliche Verehrung belegen Barbaraspiele ebenso wie weit verbreitete künstlerische Darstellungen

meist mit Turm und Kelch,

aber auch mit Hammer, Fackel, Schwert als Marterinstrumente, später auch mit Bergmannswerkzeugen und sogar mit Kanonenkugeln.

Im Burgenland ist die Tellersaat des Barbara-Weizens als „winterliches Grün” bekannt,

andernorts heißt man es Adonisgärtlein. Man streut Weizen- oder Gerstenkörner auf einen flachen Teller,

begießt sie mit Wasser und stellt das Ganze an einem geschützten Ort warm.

Zu Weihnachten ist die Saat aufgegangen und bildet einen dichten grünen Busch,

in den man als Hinweis auf das „Licht der Welt”, eben Christus, eine Kerze stellt.

Bis heute werden am Barbaratag von Obstbäumen Zweige geschnitten und ins Wasser gestellt.

Sie sollen zu Weihnachten blühen und den Glanz verdeutlichen,

die die Geburt des Erlösers in die Nacht der Sünde gebracht hat.

Verwendet werden vor allem: Weichsel, Apfel, Birne, Pflaume, Flieder, Linde, -

heute nimmt man auch Äste von Mandelbäumchen, Forsythie, Jasmin, Weide und Rosskastanie.

In den Alpen nennt man die Barbarazweige „Barbarabaum”.

In Niederösterreich erhielt früher jedes Familienmitglied einen eigenen Zweig, um daraus sein Glück ableiten zu können.

Beim Schneiden der Zweige sollten bestimmte Regeln eingehalten werden.

In Böhmen durfte man nur mit dem Hemd bekleidet und mit vom Baum abgewandtem Gesicht schneiden,

andernorts nur während des Vesperläutens.

Am Barbaratag umwand man früher die Obstbäume mit Stroh,

weil man sich von diesem Brauch reichlichen Fruchtsegen erhoffte.

Das Strohband sollte die Bäume vor dunklem Zauber bewahren.

Auch Wetterorakel gab es am Barbaratag: Gibt Sankt Barbara Regen, bringt der Sommer wenig Segen.

 

 

Martyrium der Heiligen Barbara

Lukas Cranach der Ältere 1510-15

Museum of Art Metropolitan in New York