Die artgerechte Ernährung meiner Tiere liegt mir natürlich besonders am Herzen.
Ich habe lange gebraucht um die beste Fütterung für meine Haltungsart zu finden und bin ständig bestrebt den Speiseplan der Wutzen weiter zu optimieren.
Hier möchte ich euch einen kleinen Einblick in meine Futterküche geben.



Wasser

Es ist selbstverständlich, dass den Tieren rund um die Uhr frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen muss. Im Handel werden die verschiedensten Tränken angeboten. Ich halte von diesen allerdings absolut nichts, da sie für Meerschweinchen (und alle anderen Kleinsäuger), meiner Meinung nach, in keiner Form geeignet sind. Die Tiere werden gezwungen, in einer völlig unnatürlichen Körperhaltung zu trinken. Das fürht besonders bei alten Tieren oft dazu, dass sie aufgrund der Anstrengung zu wenig trinken. Es wurde bereits durch Studien belegt, dass Nager aus Nippeltränken potenziell weniger Wasser aufnehmen, als aus Näpfen. Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Durch den chronischen Flüssigkeitsmangel kommt es früher oder später zu schwerwiegenden Problemen der Stoffwechselorgane. Außerdem wird das Skelett der Tiere unnatürlich belastet und es kommt im Alter häufiger zu Abnutzungserscheinungen (Arthrosen) der Wirbelsäule.
Es ist gesünder und natürlicher, das Trinkwasser in schweren Näpfen (z.B. aus Keramik) zu reichen. Oft wird hier das Argument angebracht, dass Näpfe schnell durch Einstreu und Futterreste verschmutzen. Dieser Problematik kann man entgegenwirken, indem man den Napf leicht erhöht aufstellt oder einen einstreufreien Bereich im Gehege schafft in dem Futter und Wasser gereicht werden.
Die Tiere trinken aus Näpfen zwar vermeintlich seltener, nehmen aber, da sie sich nicht verrenken müssen, mehr Flüssigkeit während des Trinkvorgangs auf.

 


Heu
Heu gilt as Grundnahrungsmittel der Meerschweinchen und als ähnlich essentiell wie Wasser. Es sollte den Tieren zusätzlich zu strukturiertem Grünfutter immer zur Verfügung stehen. Dabei ist streng auf eine durchgehend gute Qualität zu achten. Allerdings sollte auch immer bedacht werden das Heu niemals ein vollwertiger Ersatz für strukturiertes Grünfutter sein kann, weil durch die Trockung Nährstoffe verloren gehen und das Tier zusätzlich viel Flüssigkeit aufnehmen muss. Das Argument der besten Zahnabnutung durch Heu wurde durch Untersuchungen an Kaninchen widerlegt. Den besseren Effekt diesbezüglich hat eine Fütterung mit artenreicher Wiese und anderen strukturierten Grünfuttern.

Ich mache Heu und Grummet für meine Tiere jedes Jahr selbst und achte dabei auf kräuterreiche Wiesen mit einer Vielzahl verschiedener Gräser und Kräutern.



Wiesenfutter

Artenreiche Wiese mit vielen verschiedenen Kräutern und Gräsern ist das Grundnahrungsmittel für Meerschweinchen. Kein Gemüse oder Heu kann es auch nur ansatzweise ersetzen. Frisches Grün gibt es bei uns tgl. wie es die Witterung zulässt (auch in milden Wintern finden sich einige immergrüne Futterpflanzen). Wiese und Wildkräuter stehen meinen Tieren immer in großen Mengen zur Verfügung. Ich rationiere kein Futter und habe dabei sehr gute Erfahrungen mit der Selektionsfähigkeit der Meerschweinchen machen dürfen.



Wiese im Winter?

In milden Wintern findet man eigentlich immer noch ein wenig fütterbares Wiesenfutter. Ich baue gern Wintergetreide an welches ich dann im jungen Stadium verfüttere.

Hier mein kleines Feld mit Winterroggen, hier ernte ich in Spätwinter und Frühjahr. 


Aber auch so gibt der Garten noch einiges her wenn man nur ein wenig sucht.

Das hier ist zum Beispiel die Ausbeute Ende Januar 2014:


Winterroggen, Radieschenblätter, Sonnenhut, Salbei, Bohnenkraut, Gänseblümchen, Wegeriche, Walderdbeerblätter und diverse Gräser



Gemüse
Gemüse steht zwar auf dem Speiseplan, sollte aber niemals als völliger Ersatz für Wiesenfutter betrachtet werden. Es kann dieses als Grundnahrungemittel keinesfalls ersetzen und wird daher hier eher als rationiertes Beifutter betrachtet.

Um den Geldbeutel zu schonen, bauen wir einiges selbst an, nur leider reicht das natürlich nicht übers ganze Jahr. Ich versuche es immer weiter zu optimieren, um das Futtergemüse fast ausschließlich anzubauen. Im Jahr 2013 wuchsen auf dem Sauberg Futterrüben, Mais, Chinakohl, Zucchini, Gurke, Zuckerhut, Paprika, Kohlrabi, Radieschen, Sonnenblumen und Grünkohl für die Tiere.


Uber die Sommermonate macht Gemüse aber eher einen geringen Teil des Futters aus. Im Winter achte ich bei der Gemüsefütterung auf Abwechslung und greife gern auf Gemüsegrün, Wintersalate und Blattkohlsorten als "Wiesenersatz" zurück, der dann auch zur freien Verfügung steht.


Den größten Anteil des Winterfutters machen Gemüsegrün und Küchenkräuter aus.
Ergänzt durch ein vielfältiges Angebot verschiedener Gemüse (bevorzugt Saisongemüse wie Kohl).


 

Küchenkräuter
Besonders gemocht werden Pertersilie, Salbei, Melisse, Minze, Thymian, Bohenkraut und Sonnenhut. Alle Kräuter werden hier fast ausschließlich frisch verfüttert.



Laub
Natürlich stehen auch verschiedene Zweige und Laub auf dem Speiseplan. Ich biete regelmäßig Hasel und Weide an, auch verschiedene Obstbaumsorten werden gern genommen.

Im Winter ist unsere Coloradotanne der absolute Renner, diese wird dann noch durch andere Nadelhölzer und getrocknetes Laub der "Sommerbäume" ergänzt.

  

Hier macht sich meine Bande über ein Stück unserer Korkenzieherweide her.



Trockenfutter

Da ich meine Tiere nun auf völlige ad libitum Fütterung umgestellt habe brauchte ich auch ein Kraftfutter welches diese Art der Fütterung erlaubt. Auf Kulturgetreide aller Art und Fertigmüslis möchte ich künftig völlig verzichten. Stattdessen biete ich den Tieren rund um die Uhr eine reichhaltige Sämereinmischung aus der sie gut selektieren können.



Mein stalleigener Saatenmix bedindet sich noch in der Optimierungsphase, wird aber schon sehr gut angenommen. Er enthält viele verschiedene Ölsaat, einige Mehlsaaten, Blüten und Trockenkräuter.

 



Mit dieser Art der Fütterung fahre ich gut und meine Tiere sind bei guter Kondition, ohne viel Kraftfutter fressen zu müssen.



 









 










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