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2 Fibo, der kleine Elefant  und Sari

 

Nachdem die Sache mit Fibos Aussehen ja nun geklärt war, lebte Fibo ausgelassen mit den anderen Elefanten im Zoo. Jeden Tag kamen viele Besucher, welche die Elefanten sehen wollten und denen Fibo und seine Kameraden immer kleine Kunststücke vorführten.

Besonders die Kinder freuten sich darüber und brachten ihnen oft Leckereien mit. Mal warfen sie Bananen zu ihnen herüber, ein anderes Mal Äpfel oder auch Brot .Das Leben war also rundum zufrieden stellend.

Abends wenn der Zoo seine Pforten schloss und auch die Pfleger den Zoo verlassen hatten, kehrte auch bei den Tieren Ruhe ein. Sie begaben sich auf Ihre Nachtlager und waren nach kurzer Zeit auch schon eingeschlafen.

Nicht so Fibo.  Er war jung und voller Energie. Seit er wusste wie man das Tor öffnet ging er oft Abends noch eine Runde durch den Zoo, die anderen Tiere hatten sich schon daran gewöhnt und begrüßten Fibo immer lautstark, fragten wie es ihm ginge und erzählten ihm Neuigkeiten aus dem Zoo.

Bei den Zebras hatte es Nachwuchs gegeben, stolz zeigte die Mutter dem kleinen Elefanten ihr Fohlen, auch bei den Pinguinen hatte sich die Familie vergrößert. Fibo freute sich, dass alle jetzt so freundlich waren und ihn akzeptierten.

Karla, die alte Tigerin, lag zusammengerollt in ihrem Käfig, leise schlich Fibo an ihr vorbei. Nein, stören wollte er die alte Dame nicht, sie hatte sich ihren Schlaf verdient.

Er ging leise weiter grüßte hier und grüßte da, bis er bei Kimba dem mächtigen Löwen angelangt war.

Kimba schaute auf und sagte zu Fibo: “Ach, da bist du ja mein Junge, wie war dein Tag?“

Fibo erzählte dem Löwen was er alles erlebt hatte, das es bei den Pinguinen und bei den Zebras Junge gibt und alle freundlich zu ihm waren.

Zufrieden nickte Kimba und sagte: „So ist es Recht, so habe ich mir das vorgestellt, siehst du mein Junge, wenn man ein Problem hat, dann muss man darüber reden und versuchen es zu lösen und nicht davor weglaufen. Tut man das nicht und frisst es in sich hinein, ist man nur unglücklich und das wollen wir doch nicht!“

Fibo nickte, mit einem Lächeln sagte er dann: “Ja, du hast Recht Kimba, ich werde jetzt heimgehen, langsam werde ich müde und morgen soll doch ein neuer Elefant zu uns kommen,

den möchte ich auf gar keinen Fall verpassen. Du weißt doch wie neugierig ich bin.

Beide wünschten sich noch eine „Gute Nacht“ und Fibo trottete davon.

Leise öffnete er das Tor. Nun legte auch Fibo sich in das weiche Stroh, aber nicht ohne vorher

zu überlegen, was das wohl morgen für ein neuer Elefant sein würde. War er auch noch so klein wie Fibo oder war er schon ein Großer Elefant? Weiter kam er dann aber doch nicht mehr, seine Augen fielen ihm zu sich und er war eingeschlafen.

 

Am anderen Morgen war Fibo ganz aufgeregt, er wollte doch unbedingt den neuen Elefanten sehen Immer wieder schaute er zum Tor ob er nun endlich kommen würde.

Die Kinder interessierten ihn heute rein überhaupt nicht, er wollte nur den Neuen sehen und mit ihm spielen.

Lange brauchte Fibo auch nicht zu warten, plötzlich öffnete sich das Tor, Max, der Pfleger führte einen kleinen verängstigten Elefanten zu ihm ins Gehege. Alle Elefanten hatten neugierig herüber geschaut, blieben aber stehen und warteten ab was geschehen würde.

Es war Malis Aufgabe, sie war die älteste im Gehege, den Neuankömmling zu begrüßen und ihn in ihre Obhut zu nehmen.

Langsam setzte sich Mali in Bewegung, ihr langer Rüssel schwenkte dabei hin und her, die großen Ohren wackelten vor und zurück.

Mucksmäuschenstill war es plötzlich, man hörte nur die schweren Schritte von Mali, die sich nun dem kleinen Elefanten nährten.

Vorsichtig schnüffelte sie mit ihrem Rüssel an dem zitternden Etwas, ging noch näher und zeigte dem kleinen Elefanten, das sie jetzt für ihn verantwortlich sei.

Max hatte sich leise zurück gezogen, lehnte jetzt am Tor und beobachtete ob die Elefanten ihren Neuling aufnehmen würden.

Nun traten auch die anderen der Reihe nach zu dem Winzling und hießen ihn Willkommen.

Fibo ging zum Schluss, steckte dem Kleinen den Rüssel entgegen und sagte:“ Hallo, ich bin Fibo und wer bist du?“

Ängstlich den Blick nach oben zu Mali gewandt, als wolle sie von ihr wissen ob das in Ordnung war wenn sie antwortete, flüsterte er:“ Hahahallooo ich bin die Sari, ich habe bis vor kurzem im Zirkus gewohnt, aber dort können sie mich nicht gebrauchen, darum haben sie mich hierher gebracht.“

Fibo runzelte die Stirn und schüttelte den Kopf: “Warum können sie dich nicht gebrauchen dort, das verstehe ich nicht?“

Sari fing an zu weinen, dicke Tränen rollten über ihr Gesicht und sie wurde noch trauriger und ängstlicher als sie ohnehin schon war.

Fibo wusste nun gar nichts mehr:

„Warum weinst du kleine Sari, was habe ich falsch gemacht?“

„Nichts,“ schluchzte Sari , „ich musste nur gerade wieder an meine Mami denken und dann kommen mir immer die Tränen, tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken.“

„Wieso an deine Mami, wo ist sie und überhaupt erzähl doch bitte mal von Anfang an ja?“

 

Fibo war jetzt sichtlich durcheinander aber er wollte auch wissen was los war.

Er schaute auf zu Mali, der alten, weisen Elefantenfrau, diese aber zuckte mit den Schultern und sagte: „Sari, erzähle du dem Fibo was passiert ist, ich werde zu den anderen zurück gehen und ihnen sagen das sie euch nicht stören sollen.“

Sie strich beiden noch einmal mit ihrem Rüssel mütterlich über den Kopf und verschwand.

Sari nickte mit dem Kopf , setzte sich auf ihre Hinterbeine, welches auch Fibo tat und fing an stockend zu erzählen: “Weist du Fibo, vor einem Jahr kamen meine Mami und ich in den Zirkus, Mami lernte dort allerhand Kunststücke und die Zuschauer freuten sich jeden Abend wenn sie meine Mami in der Manege sahen.

Ich war noch zu klein, mir konnten sie noch nicht richtige Kunststücke beibringen. Ich schaute jeden Abend durch den Vorhang wenn meine Mami ihre Kunststücke zeigte. Manchmal glückten die Kunststücke nicht so wie der Direktor sich das vorgestellt hatte, dann stupste er Mami immer mit einem Stock an, Mami zuckte dann immer heftig zusammen, nahm all ihre Kraft zusammen und versuchte es aufs neue. Nach der Vorstellung waren wir dann  immer für uns alleine. Mami war dann zwar immer unheimlich kaputt, aber trotzdem hat sie jeden Abend mit mir gespielt.

Oh man, war das schön, wenn ich immer so unter ihren Beinen hergelaufen bin und sie versucht hat mich mit dem Rüssel am Schwanz wieder unter sich weg zu ziehen. Was haben wir dabei gelacht. Mmmhhh und wie sie immer geduftet hat.“

Sari wischte sich die Tränen von der Wange die inzwischen wieder am kullern waren, seufzte einmal tief und fuhr fort:

„So ging das Abend für Abend, Mami gab ihr Bestes, die Zuschauer waren begeistert nur der Direktor nicht.

Er wollte eine andere Nummer die sehr gefährlich für Elefanten ist. Er wollte das Mami sich auf einen Hocker stellte um dann drei Beine in die Luft zu stemmen.

Mami hat es versucht, immer und immer wieder haben sie geübt. Klappte es nicht, stupste er Mami  mit dem Stock. Überall hatte sie rote Punkte von dem Stock und sie hatte Schmerzen das habe ich gespürt.

Eines Abends ist es dann passiert, Mami hatte sich gerade auf den Hocker gestellt und wollte ihre Beine abstemmen, da knickte sie weg und stürzte von dem Hocker.

Zuerst war ich starr vor Schreck, dann  riss ich den Vorhang zu Seite und eilte zu meiner Mami, die vor Schmerzen laut am Boden stöhnte. Ich musste weinen und Mami meinte nur das ich mir keine Sorgen machen sollte, alles würde wieder gut.

Aber nichts ist wieder gut geworden. Nachdem sie Mami aus der Manege gebracht hatten kam der Tierarzt, er untersuchte Mami und meinte das sie nie wieder richtig  gesund werden würde, also nie wieder in der Manege stehen würde.

Er verband Mami das gebrochene Bein und ging. Mami hatte große Schmerzen, das konnte ich sehen, sie rief mich zu sich und erklärte mir, dass ein Elefant, der nicht in der Manege stehen kann, nichts mehr wert ist und das wir jetzt wohl hier weg müssten. Dann schlief sie ein. Auch ich legte mich ganz nach neben sie, ich liebte es ihre warme Haut zu spüren und ich liebte ihren Geruch.

Als ich am Morgen wach wurde, merkte ich, das Mami immer noch schlief und war beunruhigt, ich kitzelte sie mit dem Rüssel hinterm Ohr, das mochte sie nicht und wurde eigentlich immer wach. An diesem Morgen jedoch nicht. Ich versuchte es noch einmal aber Mami bewegte sich nicht, sie lag einfach nur da. Ich fing an zu weinen und meine Tränen fielen auf ihr Gesicht, immer wieder rief ich, Mami, Mami was ist los, komm werde wach ich möchte mit dir spielen! Aber sie bewegte sich nicht.

Plötzlich stand der Direktor vor mir, schaute zuerst auf Mami und dann auf mich, er fasste mich am Rüssel und zog mich von Mami fort.

Aber ich wollte nicht fort, ich wollte bei Mami bleiben. Ich wehrte mich so gut ich konnte, aber es nutzte nichts, der Direktor zog mich weg und brachte mich zu einem Wagen. Ich weinte und schrie nach Mami, aber sie gab mir keine Antwort. Das letzte was ich hörte war das irgend jemand den Wagen zumachte, dann wurde es dunkel, ich konnte nichts mehr sehen. Ich merkte nur das wir fuhren, aber wohin und was war mit Mami? Um mich war alles still nur der Motorenlärm war zu hören und dann auf einmal die Stimme von einem Mann der vorne sagte: Wir bringen ihn ins Tierheim, sollen die sehen was sie mit ihm machen, wir können ihn nicht gebrauchen, vor allem jetzt wo seine Mutter tot ist.

Ich war fürchterlich erschrocken, Mami war tot, meine geliebte Mami, die so tolle Kunststücke vorführte und mit der man so klasse spielen konnte, was sollte jetzt bloß aus mir werden?

Als das Auto nach langer Fahrt hielt und sich die Wagenklappe öffnete, musste ich erst einmal blinzeln weil es draußen so hell war und ich nichts sehen konnte. Wir standen vor einen großen Haus, lautes Hundegebell war zu hören und ich hatte schreckliche Angst. Der Mann, den ich vorhin habe reden hören, packte mich am Ohr und zog mich aus dem Wagen.

Als ich draußen stand, sah ich eine Frau auf uns zu kommen die freundlich sagte: “Packen sie den Elefanten mal wieder ein und bringen sie ihn in den Zoo an der Friedrichstraße ich habe mit denen telefoniert, wir haben für solch große Tiere keinen Platz. Die nehmen ihn.“

 

Sari wischte sich die Tränen ab, die während des Erzählens nicht versiegt waren, schnaufte einmal tief und sagte: „Und jetzt bin ich hier und habe solche Angst ohne meine Mami!“

 

Fibo, dem auch die Tränen über die Backen gelaufen waren als Sari am Erzählen war, strich mit seinem Rüssel liebevoll tröstend über ihren Kopf  und meinte dann aufmunternd:

„ Sari, mein Liebes, du brauchst keine Angst zu haben, hier sind wir alle bei dir und wenn du Kummer hast geh zu Mali sie hilft dir, sie ist die älteste und weiseste hier.“

Fibo richtete sich jetzt auf und mit etwas Stolz in der Stimme fuhr er fort: „ Oder komm zu mir, lass uns Freunde sein, wir werden dann zu Kimba, dem mächtigen Löwen gehen, der weiß immer Rat. Er hat auch mir schon geholfen.

 

Sari stand nun auch auf und drückte sich an Fibo. Ein klein wenig erleichtert flüsterte sie:

„Du bist lieb, ja, lass uns Freunde sein!“

 

 

© by Su

 



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