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Bela B.: Bingo 3 von 6 Punkten Kann das stimmen, dass es mitten im Streit um die Gesundheitsreform noch einen Arzt gibt, der sich Zeit für seine Freizeitaktivitäten nehmen kann? Ja, einen schon. Der scheinbar unausgelastete Oberarzt Bela B. versucht, auch mit seinem Solo-Album „Bingo“ erfolgreich zu sein, was ihm auch aufgrund seiner vorhandenen Popularität zu gelingen scheint. Anders kann ich mir beim besten Willen die hohen Verkaufszahlen von „Bingo“ nicht erklären, da musikalisch vor allem „Berliner Hausmannskost“ dargeboten wird. Was Bela B. aber vor allem fehlt, ist das Handwerkszeug zum genialen Songwriter. Oder besser ausgedrückt: Ihm fehlen die Fähigkeiten eines Farin U.
Rantanplan: Köpfer 4 von 6 Punkten „If I can´t dance, it´s not my revolution!” Dieses Motto hat sich die gesellschaftskritische Ska-Punkband Rantanplan bereits am Ende der 90er Jahre auf ihre Fahnen geschrieben. Sie zeigt auf ihrem Album „Köpfer“, dass Forderungen nach politischen Veränderungen nicht immer in stumpfsinnigen, hasserfüllten Liedern mithilfe von drei Akkorden vorgetragenen werden müssen. Stattdessen setzt Rantanplan auf melodiöse Songs, deren Texte mit zu den intelligentesten der Punkszene zählen.
Social Distortion: White Light. White Heat. White Trash. http://www.socialdistortion.com/ Die amerikanische Band um Mike Ness verkörpert so fast jedes gängige Punkrock-Klischee, wie das von harten, muskelbepackten und von Kopf bis Fuß tätowierten Männern, die still und einsam in ihre Whisky-Gläser weinen. Und warum auch nicht, denn der Erfolg scheint der Band Recht zu geben. Social Distortion spielt seit fast 20 Jahren melodisch-melancholischen Punkrock, der musikalisch absolut seinesgleichen sucht!
Die Ärzte: Bäst of 6 von 6 Punkten
How, how, how! Weihnachten 2006 fand ohne Zweifel bereits am 16.10. mit der Veröffentlichung der neuen Ärzte Doppel CD statt! Sage und schreibe 50 Lieder, die eine Gesamtspielzeit von knapp drei Stunden beanspruchen, befinden sich auf den beiden Silberlingen in der limitierten Metallbox. Auf der ersten CD kann sich der geneigte Hörer alle Single-Auskopplungen der Berliner seit 1993 anhören, während auf der anderen CD 25 Lieder, die den B-Seiten der Ärzte-Singles entnommen wurden, vertreten sind. Im Gegensatz zu verschimmelten Hamburgern, umweltgefährdeten Mottenkugeln und porösen Winterreifen stimmt hier das Preis-Leistungs-Verhältnis.
The Bones: Partner in Crime http://www.bonesrocknroll.com/ 3 von 6 Punkten
Mittlerweile haben die schwedischen Punkrocker bei mir Kultstatus erreicht, durch den sie sich musikalisch fast alles erlauben können. Einschließlich dieser Mini-LP, mit der sie den Fans das Warten auf die nächste CD/LP erleichtern wollten. Für mich ein wahrer Akt der Nächstenliebe, obgleich das Ergebnis aus objektiver Sicht leider nur mittelmäßig ist. Denn anstatt neuer Kost aus dem Hause Bones, bekommt der Fan lediglich sechs Bones- Interpretationen von alten Punkklassikern um die ungewaschenen Ohren gehauen. Allerdings, das muss positiv betont werden, wurden diese Versionen- wenn möglich- mit den noch lebenden Original-Interpreten im Studio eingespielt. So, das war´s dann aber auch schon an Lob. Die kritische Rezension des Albums wird den echten Bones-Fan, der bereits die limitierte CD-Box und die limitierte Mini-LP besitzen dürfte und sich zurecht auf das nächste Album der Schweden freut, eher wenig tangieren. Der jugendlich gebliebene, musikalisch interessierte Unwissende hingegen sollte hingegen lieber die Finger von „Partner in Crime“ lassen.
Dropkick Murphys: Blackout 4 von 6 Punkten Im Vergleich zu früheren Alben hört sich Blackout sehr gemäßigt, schon „fast“ ruhig, an. Ich begrüße die Entwicklung ausdrücklich. Vor allem die Ballade „World full of Hate“ hat absoluten Ohrwurmcharakter. Daneben gibt es auch wieder einige schnelle Streetpunknummern, die vom altbekannten Dudelsack begleitet werden und ebenso gelungen sind. Anders sieht es da mit der DVD aus, die dem Album zu Promozwecken beigefügt ist und zum Kauf der gesamten DVD anregen soll. Das wäre eine ganz gelungene Sache, wenn da nicht dieser widerliche, Fahnen schwenkende Amerikaner wäre, der bei einem Live-Konzert in Sachen blinden Patriotismus/Nationalismus auch im Namen der Band klar Stellung bezieht. So was muss doch wirklich nicht sein, oder?
The Bones: Bigger than Jesus http://www.bonesrocknroll.com/ 6 von 6 Punkten Wer auf druckvollen Punk Rock´n´Roll steht, wird von diesem Bones Album wieder einmal begeistert sein, obgleich die Jungs schon allein durch den fulminanten Titel „Bigger than Jesus“ den Maßstab hoch ansetzen. Jedes der hier vorhandenen 13 (auf der LP-Version 14) Lieder versprüht meiner Meinung nach mehr Energie als Johannes Heesters im Maxim der fünfziger Jahre. Doch im Vergleich zu dem sind die vier Skandinavier schon immer auf der richtigen Seite gestanden...
Bexxx Burschen: 10° minus CD-R u.a. erhältlich über http://www.nix-gut.de/ 5 von 6 Punkten Endlich mal eine Oi! Punkband, die über sich selbst lachen kann!!! Da sieht man keine muskelbepackten, mit Tätowierungen übersäten, grimmig dreinschauenden Skinheads auf dem CD- Cover, sondern anständige junge Leute, die durch ihr scheinbar verwahrlostes Äußeres auf die zunehmende soziale Kälte in Deutschland aufmerksam machen wollen. Okay, wahrscheinlich ist das jetzt schon ein bisschen überinterpretiert, denn es handelt sich immer noch um unpolitischen, aber trotzdem nicht hirntoten Oi! Punkrock mit manchen Ska-Elementen der oberen Kategorie. Jedes der sieben Lieder ist ein KNALLER, bei dem man nie genau weiß, ob die Band die Oi! Szene nur verarscht oder in ihr integriert ist. Ich wünschte, es würde noch mehr solcher Bands geben, die genau wie die Bexxx Burschen die Bierpreispolitik von Aral geißeln, Beate Uhse ein Lied widmen und Gina Wild wieder zurück ins Pornobusiness pogen würden. Doch da kann ich wohl noch lange warten...
Die Ärzte: Devil 6 von 6 Punkten Sage und schreibe 18 Jahre hat es also gedauert, bis die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien das indizierte Ärzte Album „Debil“ endlich wieder allen zugänglich gemacht hat. Die fragwürdige Begründung der Behörde, wonach die heutigen Teenager einfach mehr Medienkompetenz als ihre Vorgängergenerationen hätten, führte letzten Endes zur Legalisierung des Albums, das jetzt unter dem Namen „Devil“ „neu“ erschienen ist. Neu ist u.a. der Sound der Lieder, der an heutige technische Standards angeglichen wurde. Des Weiteren befindet sich auf der LP-Version noch eine Zusatz- LP mit absolut „wichtigen Bonus-Materialien“ wie beispielsweise das bisher unveröffentlichte Lied „Füße vom Tisch“ und eine neue Version des „Schlafliedes“, das jüngst auch als Single-Auskopplung erschienen ist. An „Devil“ werden wohl alle ihre Freude haben: Zum einen die Eltern, die ihren Sprösslingen nun ganz ohne schlechtes Gewissen das Album zum Geburtstag kaufen können, als auch die neuen und alten Ärzte-Fans, die noch einmal die raue Luft der achtziger Jahre spüren und schmecken wollen.
The Barbecuties: Showdown d´amour http://www.thebarbecuties.de.vu/ 5 von 6 Punkten Wüsste ich es nicht besser, so würde ich glauben, dass es sich bei der hier zu besprechenden CD um ein Nachlasswerk der legendären Ramones und nicht um das zweite Werk der Barbecuties aus Nordbayern handelt. Die vier Jungs brauchen sich mit den hier dargebotenen 10 Liedern wirklich nicht vor irgendwelchen Pop- Punkgrößen zu verstecken und werden hoffentlich noch für weitere Überraschungen sorgen. Und wenn man dann noch bedenkt, dass man das Teil für fünf Euro inklusive Porto und Versand direkt auf der bandeigenen Homepage bestellen kann, dann spricht eigentlich nichts mehr gegen diesen Kauf, oder?
Farin Urlaub: Am Ende der Sonne Kontakt: www.farin-urlaub.de Wie oft habe ich mir gewünscht, dass sich ein Ärzte-Album nur halbwegs so gut wie „Am Ende der Sonne“ anhören würde. Weit gefehlt. Doch egal, denn Farin Urlaub entschädigt mit seinem neuen Album für so manchen musikalischen Ausrutscher der Ärzte. „Am Ende der Sonne“ hat einfach alles, was eine Super- CD haben muss: Nachdenkliche, intelligente oder auch einfach nur fröhliche Lieder, die den Hörer animieren, sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen und dabei nie den Spaß zu verlieren.
Educe: Rock`n´fuckin´Roll Lontakt: http://www.educe-band.com/ 4 von 6 Punkten
Was ist eigentlich neuer deutscher Rock? Sind es etwa die Rock- Dilettanten der „Sportfreunde Stiller“, die ungefähr soviel mit Rock zu tun haben wie Dieter Bohlen mit Blondinen? Nein, nicht einmal die deutschen Bands der „Hamburger Schule“ oder sonstiger Projekte können die Antwort auf die ausländischen Rockbands sein, die auf jedem unserer heimischen Festivals die Groupies reihenweise für sich vereinnahmen können. Doch aufgepasst, denn aus dem deutschen „down under“ (Blumberg im Südschwarzwald) hat die Band Educe ihre CD „Rock n´ fuckin´ Roll“ veröffentlicht, die- und da bin ich mir fast sicher- für noch einige Furore sorgen wird. Perfekt gespielte (Hard-) Rockmusik mit einem genialen Gesang, der dir den Schmalz aus den Ohren blasen wird. Let´s go!
Tequila Terminators: 5 against William Kontakt: http://www.tequila-terminators.de/ 4 von 6 Punkten
Im Duden-Fremdwörterbuch steht als Ska-Definition geschrieben: „Musik, die sich aus dem Rhythm and Blues entwickelte und zum Vorläufer des Reggae entwickelte.“ Liebe Duden-Redaktion, das mag ja alles richtig sein, doch für meine Begriffe hättet ihr in eurer Definition ruhig noch „Laurel Aitken“, „Skaos“ oder eben die „Tequila Terminators“ als Beispiele dieses Musikstils einsetzen können. Gut, das wäre dann auch Schleichwerbung und die braucht ihr als „Mega-Rechtschreibkonzern“ nun wirklich nicht, erst recht nicht mit der Einführung der „alt-neuen“ Rechtschreibreform. Aber das ist ein anderes Thema, deswegen wenden wir uns wieder der CD der Tequila Terminators zu, die echt guten, schnellen und rockigen Ska zu bieten hat. Einzig und allein die Stimme des Sängers finde ich persönlich nicht ganz so eingängig, aber ansonsten stimmt hier wirklich das Preis-Leistungs-Verhältnis. Da können sich die Herren der Dudenredaktion mal ein Scheibchen abschneiden, ne ;-)
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