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Schon der erste Kontakt zwischen den Weißen und den Indianern, ist bezeichnend für die Art der künftigen Konfrontationen. Er wiederlegt nämlich das Bild vom blutrünstigen Indianer, das einige Hollywood-Produktionen glauben machen wollen, und zeigt, daß die ersten Siedler von den Indianern im allgemeinen stets freundlich aufgenommen wurden. So halfen die Waldindianer des Nordostens, die als erste mit den Pilgervätern in Berührung kamen, dem weißen Mann in der Wildnis der schier undurchdringlichen Wälder zu überleben. Es ist eine berechtigte Frage, ob die Besiedlung des Kontinents so schnell stattgefunden hätte, wären die Vorfahren der späteren Kolonisten von den Ureinwohnern nicht so freundlich behandelt worden. Doch das Talent der sogenannten Zivilisation es sich mit jedem ihm wohl gesonnen Volk zu versauen, machte auch vor dem Indianern nicht halt. Statt diesen Menschen dankbar zu sein, begannen sie systematisch die Ureinwohner zu verdrängen. Die erste Kolonie, von aus Glaubensgründen geflohenen(!) Protestanten und Puritanern gegründet, entstand um 1620. Man könnte meinen, daß gerade diese Menschen wissen müßten, was es heißt, aus der Heimat zu fliehen - oder vertrieben zu werden - doch scheinbar hatten sie es vergessen. Das Resultat war, daß bereits wenige Jahre später ein verbitterter Kampf zwischen den Kolonisten und den Menschen entbrannte, die ihnen gezeigt hatten, wie man auf dem noch menschenfeindlichen Kontinent überlebt, wie man dort jagt und Mais und Bohnen anbaut. Doch ungeachtet dieser Verdienste begannen die Siedler weiter in die indianischen Jagdgründe einzudringen. Sie rodeten große Flächen Land wenn sie es brauchten und töteten maßlos Wild. Die Indianer, die anfangs bestürzt zusahen, begannen sich mit Gewalt zu widersetzten.

Schon zwei Jahre nach der Ankunft der ersten Pilgerväter, nämlich 1622, sahen sich die Indianer zu einem Rachefeldzug gegen die Siedler gezwungen. Dieser wurde von dem Algonkin-Häuptling Opechancanought geleitet, der mit seinen Kriegern Höfe und Plantagen der weißen Siedler überfiel und dabei 350 von ihnen tötete. Die Engländer schlugen zurück und es kam zu einem Krieg, der hunderte von Toten auf seiten der Kolonisten und Tausende auf der Seite der Indianer forderte. Bezeichnend war dieser Kampf nicht nur für den Anlass, sondern auch für den Ausgang. Wie so oft in künftigen Konfrontationen waren die Verlierer die Indianer. Opechancanought wurde getötet und sein Volk in Reservate gebracht. Dies waren Gegenden, die die Engländer den Indianern zuteilten (ist es nicht bemerkenswert, wie sich die Kolonisten schon nach wenigen Jahren erdreisten den rechtmäßigen Bewohnern des Kontinents Land zuzuteilen?) und die immer ungünstiger im Bezug auf landwirtschaftliche Gesichtspunkte waren als das Land, das man ihnen weggenommen hatte, und das nun die Siedler nutzen konnten.

Siebzehn Jahre nachdem die Pilgerväter das erste Mal das Land betraten brach ein neuer Kampf zwischen den Indianern und den Siedlern aus, der noch blutrünstiger und folgenschwerer war als der Kampf gegen die Algonkin. Dieser Krieg wurde gegen die Pequot-Indianer geführt, die sich nicht aus ihren Jagdgebieten treiben lassen wollten. In einer Serie von rücksichtlosen Überfällen machten die Puritaner ihrer christlichen Religion wieder alle Ehre, indem sie es schafften, innerhalb kürzester Zeit nahezu den gesamten Stamm der Pequot zu vernichten. Ihre Taktik bestand darin ein Dorf zu überfallen, es komplett niederzubrennen, sämtliche Einwohner zu töten und die unglücklichen Überlebenden als Sklaven zu verkaufen. Doch die Siedler schafften es auch jene Stämme gegen sich aufzubringen, die anfangs noch mit ihnen befreundet waren. Ein berühmtes Beispiel ist der "King-Philips-Krieg". Die Engländer, die zu diesem Zeitpunkt schon auf eine vollständige Unterwerfung der Indianer bestanden, forderten von Metacomet, von den Siedlern auch "King Philip" genannt, einem jungen Häuptling der Wampanoags (vom Stamme der Algonkin) auch einen hohen jährlichen Tribut an die Kolonie. Daraufhin beschloß Philip zu kämpfen! Dabei wurde er von den mächtigen Narrangansetts unterstützt. 1675 (Man bedenke: kaum ein halbes Jahrhundert war vergangen und die Siedler befanden sich schon mitten im Krieg mit den Indianern!) begann Philip systematisch die Städte und Dörfer Neuenglands anzugreifen. Dabei stellte er sich als äußerst geschickter Heerführer heraus. Innerhalb nur einen Jahres hatte er die Hälfte aller Siedlungen überfallen und gut ein Dutzend völlig ausgelöscht. Die Rache der Engländer war erbarmungslos: die Indianerdörfer wurden überfallen - Männer, Frauen und Kinder getötet. Drei Jahre später, 1678, war der Krieg für Metacomet und seine Krieger verloren. Er wurde getötet, seine Frau und sein einziger Sohn als Sklaven verkauft.

Der Ausgang des Krieges war unvermeidlich. Zu jener Zeit waren die Siedler bereits so zahlreich, daß sie auf jeden Indianer vier Kolonisten kamen. Außerdem sahen sich die Ureinwohner mit ihren Bögen und Tomahawks den viel stärkeren Schußwaffen der Engländer gegenüber. Diese Überlegenheit ließ auch dem tapfersten Stamm kaum eine realistische Siegeschance. Hinzu kam, daß der Strom der Einwanderer nicht abriß. Schier unerschöpflich schien der Nachschub an Siedlern, Waffen und Soldaten, der die Indianer sichtlich zermürbte.
Der Unabhängigkeitskrieg und sein Ausgang stellen eine bedeutende Wendung in der Geschichte der Indianer dar und besiegeln gleichzeitig ihren Untergang. Während England in Amerika 'nur' eine Kolonie gesehen hat, die begrenzt ausgedehnt werden sollte - sahen sich nun die Indianer plötzlich den enthusiastischen Bürgern der USA gegenüber. Und die hatten mit ihrer hart erkämpften Unabhängigkeit und der stolz verkündeten Unabhängigkeitserklärung, in der sie die Bedeutung von Leben, Freiheit und Selbstbestimmung so lautstark proklamierten, nichts Besseres zu tun, als frohen Muts gen Westen aufzubrechen und gleich in den ersten Jahren ihrer Existens sich selbst Lügen zu strafen, indem sie genau das taten, wogegen sie eigentlich gekämpft hatten: nämlich ganze Völker zu unterdrücken, zu bevormunden und schlielich zu sogar vernichten!

Den Krieg gegen die USA hatten die Engländer also verloren, obwohl, neben einer bedeutenden Streitmacht aus anderen europäischen Ländern, auch Indianer gegen die Kolonisten gekämpft hatten. Zur Zeit des Unabhänigkeitskrieges befanden sich bereits annähernd 3 Millionen Weiße in den Kolonien (dreimal soviel wie Indianer zu Kolumbus' Zeiten auf dem gesamten amerikanischen Kontinent!). Und für diese Siedler wurde Raum benötigt (Welch' Ironie, daß die Amerikaner knapp zweihundert Jahre später genau das an Hitler so verurteilten!). Die Indianer, die auch noch in diesem Land lebten, standen der jungen Nation dabei jedoch nur im Weg und wurden rücksichtslos vertrieben. Die Indianer waren jedoch ein zu stolzes Volk, als daß sie dies widerstandslos über sich ergehen hätten lassen. Um 1810 begann der letzte organisierte Widerstand der Indianer östlich des Mississippi. Er wurde geführt von einem jungen Shawnee-Häuptling mit Namen Tecumseh (der sich zum Sprung duckende Berglöwe). Sein Traum war der eines großen vereinigten Volkes. Mit diesem wollte er die weißen Siedler vertreiben und den Indianern die Freiheit wiedergeben. Zusammen mit seinem Bruder Tenskwatawa ("Offene Tür") versammelte er um sich eine Schar junger Krieger und warb bei sämtlichen Indianerstämmen um Unterstützung. Als er gerade wieder abwesend war, wurden seine Krieger jedoch am 7. November 1811 bei Tippecanoe, Tecumsehs Hauptstadt am gleichnamigen Fluß, von einer Truppe der amerikanischen Armee unter Gerenal William H. Harrison völlig aufgerieben. Die Armee der Indianer zerfiel in isolierte Gruppen, die nur noch vereinzelt Widerstand leisteten. General Harrison wurde später zum Präsidenten der USA gewählt.
 Es folgte eine regelrechte Flut von Siedlern, die nun, nachdem die Indianer des Nordwestens entweder getötet oder in Reservate getrieben worden waren, in den mittleren Westen strömten. Einen letzten Versuch, sein Land zu retten unternahm der alte Sauks-Häuptling Black Hawk. Um 1832 führte er sein Volk auf den Kriegspfad und wurde kurz darauf vernichtend geschlagen. Damit war das Land vollständig in die Hände der USA gefallen.

DIE VERTREIBUNG DER STÄMME DES SÜDOSTENS


Obwohl einige Indianer versuchten sich dem Lebensstil der Weißen anzupassen, Landwirtschaft betrieben und sogar Plantagen mit Sklaven besaßen, erging es dem Großteil der Indianer des Südostens ähnlich wie denen des Nordostens. Der Landhunger der Siedler war nahezu unersättlich und so wurden die Indianer immer weiter zurückgetrieben und immer mehr fettes Weideland ging an die Weißen verloren. Doch endlich schien ein Ende des Landraubs absehbar: Die amerikanische Regierung versprach 1783 in einem Vertrag mit den Cherokesen, die Grenzen des Indianergebiets für immer (eines der Lieblingswörter der Regierung) zu garantieren, wenn die Indianer im Gegenzug bestimmte Landstriche an die USA abträten. Nachdem die Vereinigten Staaten diese Landstriche besaßen, sahen sie natürlich keinen Grund mehr sich an den Vertrag zu halten. Die Folge war, daß abermals eine Flut von Einwanderern das Land der Indianer überschwemmte. Um ihnen das Land wieder abzujagen schlossen sich viele Rothäute - vor allem Krieger vom Stamm der Creek - im Krieg von 1812 zwischen den USA und der britischen Krone den Engländern an. Diese Krieger wurden als "Rote Pfähle" bekannt, weil sie als Zeichen ihrer Kriegserklärung in der Mitte ihrer Dörfer rote Pfähle errichteten. Die "Roten Pfähle" vernichteten große Teile des Südens und töteten in Fort Mims nahezu alle weißen Siedler. Auch dieser Krieg ging für die Engländer und somit auch für die Indianer verloren.


 General Andrew Jackson, der als grimmiger Indianerhasser bekannt war, besiegte die Briten bei der Schlacht von New Orleans endgültig. Dann wandte er sich den "Roten Pfählen" zu. Diese mußten, um einer totalen Vernichtung zu entgehen, nach einer Niederlage ins nördliche Florida ziehen. Dieses, damals spanische Gebiet, war lange Zeit Zufluchtsstätte für verstreute Gruppen von Creek-, Hitchiti-, Yuchi- und Yamasee-Indianern. Dort schlossen sie sich zu einem neuen Stamm, den Seminolen zusammen. Seminolen bedeutet "die Vertriebenen". Nachdem sie beschlossen hatten, nicht weiter zurückzuweichen, erklärten sie den USA den Krieg. Der Seminolenkrieg, der von 1835 bis 1842 tobte, war einer härtesten aber für die Indianer auch einer der ruhmreichsten Kriege. Obwohl er schon zu Beginn verloren schien (1500 Rothäute, ausgerüstet mit Pfeil und Bogen, Lanze und Blasrohr, standen einer Armee aus 20 000 modern bewaffneten und mit Artillerie ausgerüsteten Soldaten entgegen) , hielten sich die Indianer erstaunlich gut. Dies war vor allem ihrem Anführer Osceola (aufgehende Sonne) zu verdanken. Im Verlauf des Krieges verloren die Amerikaner 1500 Mann, was die Verluste der Indianer bei Weitem übersteigt (eine peinliche Tatsache in Anbetracht der Überlegenheit der amerikanischen Armee). Tatsächlich konnten die USA den Krieg nur durch eine hinterhältige List gewinnen. Als nämlich Osceola unter dem Schutz der weißen Flagge zu verabredeten Friedensverhandlungen zum Feind kam, wurde er gegen jedes Recht gefangengenommen und ins Gefängnis geworfen. Dort starb er am 30. Januar 1838. 18 Städte und Dörfer in den USA tragen heute den Namen dieses großes Kriegers.

Die Seminolen kämpften zwar weiter, konnten aber nach dem Verlust ihres Führers keine Erfolge mehr aufweisen. Sie wurden immer tiefer in die Everglades getrieben und schließlich überwältigt. Der Großteil der Indianer wurde in Reservate verfrachtet und nur einem geringen Teil wurde gestattet dort zu bleiben. Die Niederschlagung des Seminolenaufstandes hatte eine neue Einwanderungswelle in die Gebiete östlich des Mississippi zur Folge. Da das Land für die Weißen langsam knapp wurde, startete man Hetzkampagnen gegen die Indianer und forderte, sie aus dem gesamten Südwesten zu vertreiben um sie westlich des Mississippi anzusiedeln. Nachdem Andrew Jackson, der schon die "Roten Pfähle" vernichtet hatte, im Jahre 1828 zum Präsidenten der USA gewählt worden war, wurde die Hetze von der Regierung übernommen. Zwei Jahre später trat das vom Kongreß beschlossene "Indianersiedlungsgesetz" in Kraft, das den Indianern das gesamte Land östlich des Mississippi absprach. Dafür wurde ihnen das Land im Westen zugesichert. Obwohl sich viele Stämme widersetzten, war auch dieser Aufstand zum Scheitern verurteilt. Schließlich machten sich die Stämme auf den langen Weg nach Westen. Und weil über 4000 Männer, Frauen und Kinder auf diesem Marsch starben, nannte man ihn den "Weg der Tränen". Als Ersatz für ihre bisherige Heimat wurde ihnen von Präsident Jackson die unfruchtbaren Prärien zugewiesen. Das Recht auf dieses Gebiet sollte laut dem Präsidenten der USA solange gelten, "solange die Ströme fließen und das Gras wächst". Nun, scheinbar hörten die Ströme plötzlich auf zu fließen und das Gras auf zu wachsen, denn der Vertrag, in dem zugesichert wurde, daß keines dieser Gebiete jemals von einem Staat der USA eingenommen würde, wurde 1890 gebrochen, als auch Oklahoma Territorium der USA wurde und 1907 der 46. Staat der Union.

DIE ERORBERUNG DER PRÄRIE

 


 Die ersten Weißen, die sich in das Gebiet jenseits des Mississippi wagten, waren Waldläufer, Trapper auf der Jagd nach Pelztieren, die um diese Zeit im Osten sehr beliebt waren. Im Allgemeinen kamen sie mit den Indianern gut zurecht. Sie übernahmen ihre Sitten und Gebräuche und heirateten auch Indianerfrauen. Sie bildeten keine Gefahr für die Lebensweise des Stammes. Doch in den zwei Jahrzehnten vor dem Sezessionskrieg (1861-65), wurden auch diese Gebiete von Einwanderern überflutet. Kalifornien und Oregon waren Staaten der Union geworden und so strebten die einen zu den Goldfeldern Kaliforniens und die anderen zu den reichen Ackerland im Williamette-Tal in Oregon. Die Prärie selbst hielt man damals für die Ansiedlung von Weißen für ungeeignet und jeder war darauf bedacht, sie möglichst schnell zu durchqueren. Die Indianer, die Anfangs zwar wütend aber tatenlos zugesehen hatten, wie die Siedler durch das ihnen versprochene Land zogen, mußten abermals das Kriegsbeil ausgraben, als die Zahl der Einwanderer so enorm wurde, daß selbst die Bisons nicht mehr auf den gewohnten Pfaden durch die Prärie zogen und die Jagdgründe der Indianer zerstört wurden. Also beschlossen sie im Gegenzug ein paar weiße in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Der Regierung kam dies natürlich sehr gelegen. Nun hatte sie einen Vorwand eine Reihe von militärischen Forts quer durch das Indianerland zu bauen. Nun wurde aus vereinzelten Kämpfen ein vernichtender Krieg. Während also im Osten der Bürgerkrieg tobte, kam es zu der Unterzeichnung von zwei Verträgen, die den Untergang der Indianer der Prärie besiegelten. Diese Gesetze wurden von Abraham Lincoln unterzeichnet und besagten:

Das "Heimstättengesetz": Jeder Amerikaner hat Anspruch auf Ackerland und wird dessen legaler Eigentümer, wenn er es eine Zeitlang bearbeitet hatte.
Ein Gesetz, in dem die Regierung Kapital für den Bau einer Eisenbahnlinie bereitstellte, die den Atlantik und den Pazifik verbinden sollte.

Kaum war der Sezessionskrieg vorbei, schlugen die Gesetze bei den Indianern ein wie eine Bombe. Scharenweise drangen nun die Siedler in die Prärie ein, umzäunten Land und bauten an. Die Bisons wurden getötet um Platz für die Rinderherden zu schaffen. Dazu stellte die Eisenbahngesellschaften berufsmäßige Büffelkiller ein (Jäger kann man soetwas nicht mehr nennen!) , die vom fahrenden Zug die Tiere zu Tausenden abschlachteten.


 Der bekannteste von ihnen, Buffalo Bill Cody, schaffte die großartige Leistung, viertausend Tiere in 18 Monaten abzuknallen. Und den Indianern, denen immer mehr die Lebensgrundlage genommen wurde, blieb wiedermal nur ein Ausweg : Kämpfen! Es gab allerdings auch Kämpfe, die von einzelnen Aufschneidern der amerikanischen Armee proviziert wurden. So kam es zu Zwischenfällen, die unnötig eine beachtliche Anzahl von Menschenleben forderten. Ein Beispiel dafür ist der Fall des Leutants Gratten. Gratten kam gerade von der Mitlitärakademiein West Point und prahlte damit, mit nur zehn Soldaten den ganzen Cheyenne-Stamm und mit 30 alle Indianer aus der Prärie vertreiben zu können. Er brannte dermaßen auf den Kampf, daß er den harmlosesten Grund zum Anlaß nahm, um seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Als ein einzelner Sioux eine kranke Kuh tötete, die von ihrem Besitzer schon aufgegeben worden war, witterte er seine Chance. Er ging mit 30 Männern in das Indianerdorf. Dort ging er, nur vom Dolmetscher begleitet hinein. Der Häuptling Wilder Bär sagte ihm jedoch, daß der Indianer nicht zu seinem Stamm gehöre. Er versprach aber den Fall zu klären und bot ein paar gute Pferde als Buße! Wortlos verlies Gratten das Dorf und gab seinen Männern den Feuerbefehl. Der erste Schuß tötete Wilder Bär. Daraufhin stürmten die Indianer aus dem Dorf und griffen die Weißen an. Nach wenigen Minuten waren Gratten und seine Männer tot. Die Indianer sahen ein, daß die Weißen nicht zu ihren Verträgen standen und rächten sich in blutigen Gemetzeln an den Siedlern. Die Amerikaner ihrerseits beantworteten diese ebenfalls erbarmungslos. Doch all ihr Kampfgeist konnte nicht verhindern, daß die Indianer schließlich immer weiter in den Norden und Westen abgetrieben wurden. Im Jahre 1865 wurde aber dann ein Vertrag abgeschlossen, den die Indianer für gut befanden. Er sicherte den Sioux, den Cheyenne und verwandten Stämmen das gesamte Gebiet zwischen den Rocky Mountains, den Black Hills und dem Yellowstone-Fluß zu. Dieses Gebiet hieß "Powder-River-Land". Es beinhaltete die besten Jagdgründe der Prärie. Außerdem galten die Black Hills bei einigen Stämmen als heilig.

Aber noch bevor ein Jahr vergangen war fand man in Idaho und Montana Gold. Abermals drangen Schürfer und Spekulanten in das Gebiet ein und abermals anullierte die Regierung des Vertrag. Obwohl die Indianer sich zur Wehr setzten, wurde eine Reihe von Forts durch das Indianerland gebaut.  Oglalla-Häuptling Red Cloude überfiel mit einigen Indianern Fort Kearney, wurde aber nach ein paar erfolgreichen Attacken ins Reservat verwiesen. Dort starb einer der berühmtesten indianischen Häuptlinge 1909. Als man 1874 entgültig den Pulverflußvertrag brach und tausenden Siedlern gestattete in das heilige Land der Black Hills einzudringen, trafen sich in der größten Koalition der Geschichte der Indianer, die großen Häuptlinge zu einem Kriegsrat. Dieser war einberufen worden vom Häuptling und Medizinmann der Hunkpapa-Sioux: Sitting Bull. Er sagte: "Der Weiße Mann will den Krieg, er soll den Krieg haben!" - und Tausende Indianer versammelten sich um ihn. Im Sommer 1876 zog ein 3000 Mann starkes Herr, das unter dem Befehl von General George Crook stand, in die Berge um Sitting Bulls Krieger zu finden und zu vernichten. Mit von der Partie war Oberst George Custer, der Kommandeur der 7. Kavalleriebrigade. Custer sollte das Versteck Bulls auskundschaften aber auf keinen Fall angreifen. Als der Oberst die Indianer am Little-Big-Horn aufspürte, sah er seine Chance gekommen. Ein Meldereiter wurde zu Crook geschickt; dann blies er zum Angriff. Noch bevor er den Fluß überqueren konnte, war er eingekesselt. Nach einer halben Stunde waren Custer und seine 250 Männer tot.

Obwohl das der größte Sieg der Indianer in ihrer Geschichte war, erkannte Sitting Bull, daß es ein nutzloser Sieg war. Er mußte damit rechnen, daß die Armee den Krieg nun mit aller Härte aufnehmen würde - einen Krieg, der niemals zu gewinnen war. Nicht aus Feigheit, sondern aus dem Wunsch sein Volk zu erhalten, führte er es 1877 über die kanadische Grenze in Sicherheit. Von nun verloren die Indianer jeden Kampf. Die weißen Siedler hatten die Indianer, die Jahrtausende lang auf dem gewaltigen Kontinent gelebt hatte, in nur knapp 200 Jahren zur Hälfte ausgerottet und zur Hälfte wie wilde Tiere in Reservate gesperrt.

Geschichtliche  Übersicht

15000 - 9000 v.Chr. Über eine Landbrücke wandern aus Sibirien Nomaden über eine Landbrücke ein und besiedeln von dort aus fast alle Regionen Amerikas.
11350 - 1900 v.Chr. Die Kultur der Clovis (benannt nach einem Fundort in New Mexico) ist vor allem im Nordosten und in den Plains verbreitet. Typische Funde sind beidseitig bearbeitete Steinwerkzeuge und geschäftete Speerspitzen. Clovis-Menschen sind Großwildjäger und Sammler.
11000 - 8000 v.Chr. Auch die Indianer der Folsom-Kultur sind Großwildjäger in den Great Plains und anderen Regionen Nordamerikas.
9000 - 8000 v.Chr. Das Aussterben der meisten Großtierarten wie Mammut oder Riesenbison in Nordamerika fällt in diese Zeit. Die Indianer hängen jetzt vollständig von der Jagd auf kleinere Tiere, vom Fischfang und Sammeln von Wildpflanzen ab. In manchen Regionen, etwa in der Subarktis und im fernen Westen, behalten sie bis zur Ankunft der Europäer diese Lebensweise bei.
9000 - 1000 v.Chr. In den Trockenlandkulturen (Gebiet der heutigen US-Staaten Utah, Nevada und Arizona) fertigen Menschen nicht nur primitive Jagdwaffen, sondern auch die ersten Körbe Nordamerikas an.
7500 v.Chr. Dies ist die Zeit des "Kennewick Man", der im Nordwesten Amerikas lebte und physiognomisch den Polynesiern oder Ainu Japans gleicht.
7500 - 4500 v.Chr. Die Menschen der steinzeitlichen Plano-Komplex-Kultur in den Great Plains sind umherziehende Jäger, die bereits Fallen aufstellen. Sie konservieren Fleisch, in dem sie es mit Tierfett und Beeren in Därme stopfen.
6000 - 1000 v.Chr. Die Jäger- und Sammlervölker der Old Copper Culture im Gebiet der Großen Seen, sind die ersten, die in Nordamerika Speerspitzen und Werkzeuge aus kalt gehämmertem Kupfer verwenden.
1500 - 200 v.Chr. Die Vertreter der San-Pedro-Kultur in Gebieten der heutigen Staaten Arizona und New Mexico jagen wahrscheinlich als erste mit Pfeil und Bogen. Außerdem graben sie die ältesten Bewässerungskanäle Nordamerikas für ihre Felder. Die San-Pedro-Leute haben Mais, Bohnen und Kürbis wahrscheinlich aus Mesoamerika übernommen. Sie werden sesshafte Bauern und legen Friedhöfe an.
1000 v.Chr. - 100 n.Chr. Dies ist die Zeit der Adena-Kultur. Im Ohio-Tal wohnen bis zu 40 Adena-Leute gemeinsam in Rundbauten. Die Dörfer bestehen aus kaum mehr als zehn solcher Häuser. Der Totenkult spielt eine zentrale Rolle. Über Grabkammern wichtiger Personen schichten sie konische, oft von ErdwälIen umgebene Grabhügel von manchmal 20 Meter Höhe auf. Kupferperlen, gravierte Steinplättchen und andere Grabbeigaben zeugen von einem weiten Handelsnetz.
250 v.Chr. - 1450 n.Chr. Die nicht ganz einheitliche Kultur der Mogollon ist nach den Mogollon- Bergen im Südwesten benannt. Bis zum 11. Jahrhundert wohnen die Indianer dort in Grubenhäusern, später in mehrstöckigen oberirdischen Gebäuden. Ihre Hauptnahrungsquelle war Wild, Mais, Bohnen, Gemüsekürbis, Nüsse und Samen. Aus Baumwolle webten sie Kleidung und Decken. Wahrscheinlich entstanden lockere Allianzen mit den Anasazi.
200 v.Chr. - 400 n.Chr. Die hierarchisch gegliederte bäuerliche Gesellschaft der Hopewell lebt in Siedlungen entlang der Flüsse im heutigen Illinois und Ohio. Elemente der Adena-Kultur, wie der Grabbau, werden übernommen. Die Hopewell-Leute bauen Zeremonial-Komplexe, die vermutlich nach den Gestirnen ausgerichtet sind. Das Handelsnetz erstreckt sich von Kanada bis zum Golf von Mexiko. Rohstoffe wie Meteoreisen und Glimmerschiefer werden zu Kunstwerken verarbeitet, die oft als Grabbeigaben dienen. Um 400 n. Chr. beginnt der Verfall.
um Christi Geburt - 700 In den Trockengebieten von New Mexico, Colorado, Utah und Arizona perfektionieren Indianer als Korbmacher die Flechtkunst. Sogar Behältnisse zum Kochen und zum Wassertransport werden aus Yuccafasern gefertigt. Gründung der ersten Dörfer im Südwesten
um Christi Geburt - 1500 Im Süden Arizonas bauen die Hohokam das größte prähistorische Bewässerungssystem nördlich von Mexiko. Die geregelte Wasserzufuhr ermöglicht zwei Ernten im Jahr. Ballspielplätze und abgeflachte, mit Häusern bebaute Hügel in den Siedlungen weisen auf mesoamerikanische Einflüsse hin. Um 1.500 bricht das System zusammen, vermutlich als Folge von Missernten oder Überfällen der Apachen.
400 - 1300 Die Fremont sind ein Komplex mehrerer Stämme, die um 400 im heutigen Utah, Nevada, Colorado und Idaho sesshaft werden. Spektakulärste Relikte sind Hunderte von Felszeichnungen.
500 - 1400 Die Kultur der Sinagua wird von den Hohokam wie auch den Anasazi beeinflusst. Die Sinagua-Kultur entwickelt sich im Tal des Verde River im heutigen Arizona. Ihren Höhepunkt erreicht diese Kultur etwa 1100, nachdem ein Ausbruch des Sunset-Vulkans den Boden mit Nährstoffen angereichert hat. Der Niedergang dieser Kultur geschah infolge wieder nachlassender Fruchtbarkeit der Böden.
700 -1300 In der Kultur der Anasazi gab es Priester, Händler, Bauern und Jäger. Sie bewässerten die Wüste und bauten Städte in Steilwänden der Canyons. Vom 8 Jhd. an schufen sie die höchst entwickelte Kultur Nordamerikas. Um 1300 verließen sie ihre Felsensiedlungen und verschwanden aus der Geschichte.
875 - heute Die Kultur der Patayan entlang des Colorado im westlichen Arizona fällt in diese Zeit. Die Patayan sind Bauern, aber auch noch Jäger und Sammler. Von den Hohokam haben sie im 9. Jahrhundert Feldbau- und Keramiktechniken übernommen. Vermutlich sind die Patayan Vorfahren der heutigen yumasprachigen Völker (wie der Yuma, Yavapai und Cocopa).
900 - 1600 Die Fort Ancient ist eine Kultur am oberen Ohio-Tal, deren Angehörige dort die berühmten Bildhügel dieser Region anlegen. Es gibt Darstellungen von Schlangen, Alligatoren und anderen, bis zu 382 Meter langen Kreaturen. Was die Bildwerke bedeuten, ist unbekannt.
1000 - 1500 Die bäuerliche Kultur im Mississippi-Tal führt Traditionen der Hopewell fort. Um 1000 entstehen Städte, die durch Allianzen und Tributverpflichtungen miteinander verbunden sind. Die bekannteste Metropole ist Cahokia (nahe dem heutigen St. Louis, Illinois). In ihrer Blütezeit (1050-1250) zählt sie etwa 20.000 Einwohner auf rund 12m². Als die Europäer im 17. Jhd. den Mississippi erreichen, ist diese Kultur bereits verfallen. Nur das Sonnenkönigtum der Natchez überdauert bis ins 18. Jahrhundert.
1400 - 1600 Die Irokesen-Liga wurde gegründet. Irgendwann in dieser Zeit vereinen sich die Mohawk, Oneida, Onondaga, Cayuga und Seneca zur "Konförderation der fünf Ratsfeuer". Sie wird zur führenden politischen Macht des Nordostens und 1715 treten die Tuscarora bei. Nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-1783) spaltet sich der Bund in einen amerikanischen und einen kanadischen Teil, die beide bis heute existieren.
12.10.1492 Kolumbus "entdeckt" Amerika und landet auf der Bahama-Insel Guanahani und kurz darauf auf Hispaniola (dem heutigen Haiti).
1493 Auf Hispaniola wird Navidad gegründet, die erste spanische Siedlung Amerikas. Nun kommen auch Pferde und Schweine in die Neue Welt.
1497 Der Genueser Kapitän Giovanni Caboto, der sich in englischen Diensten John Cabot nennt, erreicht den amerikanischen Kontinent auf der Höhe von Labrador oder Neufundland und erklärt es zum Besitz der britischen Krone. Doch seine Landung bleibt folgenlos - von einer zweiten Reise kehrt er nicht mehr zurück.
1501 Die ersten schwarzen Sklaven werden nach Amerika verschleppt.
1513 Der Spanier Juan Ponce de León, Gouverneur von Hispaniola, entdeckt Florida und entführt einige der dort lebenden Indianer als Sklaven.
1519 An den von Spaniern eingeschleppten Pocken sterben über ein Drittel der Indianer auf Hispaniola.
1521 Zum zweitenmal reist Ponce de León nach Florida, greift die Calusa-Indianer an, verliert die Schlacht und wird tödlich verletzt.
1537 Papst Paul III. versucht erfolglos, die Versklavung der Indianer zu verbieten.
1539 - 1542 Hernando de Soto marschiert auf der Suche nach Gold durch Florida, Georgia, die Carolinas und dann zum Mississippi. Er nimmt 1540 die legendenumwobene Fürstin von Cofitachequi als Geisel und stirbt 1542 an einem Fieber. Die Spanier ziehen sich zurück, nachdem sie von den Natchez angegriffen worden sind.
1540 Francisco Vázquez de Coronado unternimmt eine Expedition ins Land der Pueblos.
1559 bis 1570 Der Mohawk-Sachem Hiawatha gründete die irokesische Fünf-Nationen-Konfördertation (Senecas, Onondagas, Cayugas, Mohawks und Oneidas)
1565 St. Augustine in Florida von Spaniern gegründet, die erste dauerhafte Kolonie auf dem Gebiet der späteren USA.
1605 Franzosen gründen Port Royal, die erste ständige Kolonie in Nova Scotia.
1607 Die britische Stadt Jamestown wurde gegründet. Dies war die erste ständige englische Siedlung auf dem Gebiet der Powhatan-Konförderation, die über 20 Algonkin-Stämme Virginias umfasste.
1609 Santa Fe, die Hauptstadt des heutigen US-Staates New Mexico, von Spaniern gegründet.
1613 Holländer errichten Handelsposten auf Manhattan und schließen ein Abkommen mit den Mohikanern - den ersten Vortrag zwischen Europäern und Indianern in Nordamerika.
1620 Im heutigen Bundesstaat Massachusetts landeten die Pilgerväter auf Cape Cod an der Ostküste. Dies war das Land des eng verbündeten Algonkin-Doppelstammes der Wampanoags und der Pokanokets.
1621 Friedensvertrag zwischen Massasoit, Häuptling der Wampanoag und den Pilgervätern.
1622 - 1645 Der erste Indianerkrieg in Nordamerika fand statt. Häuptling Opechancanough führt die Powhatan in einen Krieg gegen die englischen Kolonisten in Virgina. Nach anfänglichen Erfolgen werden die Indianer besiegt - sie verlieren ihr gesamtes Land.
1637 Die Pequot, die im heutigen Connecticut leben, erheben sich gegen die Kolonisten und werden vernichtend geschlagen.
1643 Der englische Geistliche (und Händler) Roger Williams erstellt ein Wörterbuch der Algonkin-Sprache.
1675 bis 1676 Der Freiheitskämpfer Metacomet führte Krieg. Er bezog viele Algonkin-Stämme Neu-Englands in sein Indianerbündnis ein. Er wird besiegt.
1680 bis 1682 Unter Popé fand eine Revolte gegen die Spanier in Arizona und New Mexico statt. Der Aufstand der Pueblo-Indianer stoppt das Vordringen der Spanier.
1694 Die Neu-England-Kolonien schließen einen Friedensvertrag mit den Irokesen.
1710 Drei Gesandte der Irokesen und ein Mohikaner werden nach London eingeladen und von Königin Anna empfangen.
1722 Die irokesische Fünf-Nationen-Konförderation wurde durch den Beitritt der Tuscaroras zum Sechs-Nationen-Bund erweitert.
1729 - 1730 Ein Landstreit führt zum Kampf der Franzosen gegen die Natchez, die fast vollständig vernichtet werden.
1754 bis 1763 Häuptling Pontiac führte die "Revolution des roten Mannes".
1754 Großbritannien erklärt Frankreich in den Kolonien den Krieg - in Europa beginnt der Krieg 1756 ("Siebenjähriger Krieg").
1757 Franzosen und verbündete Indianer erobern das britische Fort William Henry am Lake George
1763 Frankreich muss sich nach dem Frieden von Paris aus Nordamerika zurückziehen. Pontiac, Häuptling der Ottawa, eint zahlreiche Stämme von den Großen Seen bis zum unteren Mississippi und erhebt sich im Mai gegen die Briten. Der Aufstand scheitert am Widerstand der Forts Detroit und Pitt (heute Pittsburgh).
1775 bis 1783 Der Irokesen-Bund wurde durch den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg getrennt. Ein Teil der Irokesen kämpfte für England, der andere kämpfte an der Seite der Kolonien.
1783 Nach dem Sieg im Unabhängigkeitskrieg vertreiben US-Truppen die Irokesen aus ihren angestammten Gebieten.
1791 Der Miami-Häuptling Little Turtle siegte über den US-General Arthur St. Clair im Ohio-Tal.
1811 - 1813 Der Shawnee-Häuptling Tecumseh versucht, die Stämme nördlich des Ohio gegen die Weißen zu vereinen. Die Union scheitert durch einen voreiligen Angriff seines Bruders Tenskwatawa.
1811 Das Broken Arrow Council - es ist ein Stammesgesetz, welches den Creek-Indianern bei Todesstrafe verbietet, Stammesland zu verkaufen.
1813 - 1814 Krieg der Creek - besiegt tritt der Stamm 81000 m² an die USA ab.
1817 - 1818 Erster Seminolen-Krieg statt. Die Indianer kämpfen im spanischen Florida gegen den Vormarsch der Europäer. Die USA stellen Spanien das Ultimatum, entweder die Seminole zu kontrollieren oder Florida zu verlassen.
1819 Spanien tritt Florida an die USA ab.
1821 Der Gelehrte Sequoyah, ein Cherokee, erarbeitet in zwölf Jahren eine Silbenschrift für die Sprache seines Volkes. Sieben Jahre später erscheint die Wochenzeitung "Cherokee Phoenix" in dieser Schrift und in Englisch.
1824 Das Bureau of Indian Affairs (BIA) wird gegründet. Es wird dem Kriegsministerium unterstellt.
1825 Die Chippewa, Sauk, Fox, Menominee, Iowa, Sioux, Winnebago, Ottawa und Potawatomi handeln mit Washington die Grenzen ihrer Territorien aus. Doch bis 1850 spricht die Regierung Siedlern so große Ländereien zu, dass die Stämme schließlich in die Ebenen westlich des Mississippi zurück weichen.
1830 Politik der Umsiedlung durch den "Indian Removal Act". Der Indian Removal Act stellt Finanzmittel zur Umsiedlung aller noch östlich des Mississippi lebenden Indianer in die heutigen Staaten Oklahoma und Kansas bereit.
1835 bis 1842 In den Sümpfen Floridas fand der Guerilla-Krieg der Seminolen-Häuptlinge Osecola und Coacoochee statt.
1835 bis 1837 Krieg gegen die Creek in Alabama.
1837 Tausende Indianer sterben am oberen Missouri an den Pocken.
1838 Die Cherokee wurden in das ferne Oklahoma umgesiedelt. Auf dem "Pfad der Tränen" kommen 4.000 von 15.000 der aus dem Südwesten vertriebenen Cherokee um.
1846 bis 1864 Die Navajos führten im heutigen Nordost-Arizona und nordwestlichen New Mexico einen Krieg um ihre Unabhängigkeit.
1848 Gold in Kalifornien: Glückssucher strömen in den Westen. Die USA gliedern sich nach siegreichem Krieg gegen Mexiko die Gebiete der heutigen Bundesstaaten Kalifornien, Utah, Nevada, Colorado und Arizona ein.
1851 Vertrag von Fort Laramie
1861 bis 1886 Im amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet fanden Apachenkriege statt.
1862 Die erste große allgemeine Sioux-Revolte unter Häuptling Little Crow brach in Neu-Ulm in Minnesota aus.
1864 Massaker der US-Kavallerie am Sand Creek, Colorado Territory. Hunderte von Indianern werden niedergemetzelt. Die Überlebenden erhalten Schadensersatz aus Washington. 8.000 Indianer, größtenteils Navaho, werden im Konzentrationslager Fort Sumner, New Mexico, interniert. Sie dürfen erst vier Jahre später in ihr angestammtes Land zurückkehren. Dort haben Soldaten inzwischen ihre Häuser zerstört, die Schafherden getötet und die Felder vernichtet.
1862 Zweiter Vertrag von Fort Laramie
1869 Vollendung der transkontinentalen Eisenbahnstrecke
1870 - 1871 Unter den Blackfoot, Assiniboin und Creek wütet eine Pockenepidemie
1871 Indianervölker gelten nicht mehr als souveräne Nationen. Landbesitz-Fragen werden von jetzt an durch Regierungsverfügungen geregelt.
1873 - 1874 Buffalo War: Die Cheyenne, Arapaho, Comanche und Kiowa versuchen vergebens mit Gewalt die letzen Bisonherden in Oklahoma und Texas vor den weißen Jägern zu retten. Mit der fast völligen Ausrottung dieser Wildrinder verlieren die Indianer der Great Plains ihre Lebensgrundlage.
1874 Die Comanchen und ihr Oberhäuptling Quanah Parker wurden im Palo Duro Canon von der US-Kavallerie besiegt.
1876 Vernichtung des 7. US-Kavallerie-Regiments unter Lieutenant Colonel Custer am Little Big Horn durch eine gewaltige Indianerstreitmacht unter Sitting Bull und Crazy Horse.
1877 Die Nez Percés absolvierten mit ihrem Häuptling Chief Joseph einen elfwöchigen Gewaltmarsch. Kurz vor der rettenden kanadischen Grenze mussten sie vor der Übermacht der Blauröcke kapitulieren.
1880 Mit der Boarding School Policy sollen Indianerkinder in Internaten "zwangszivilisiert" werden. Ihnen wird unter anderem verboten ihre Muttersprache zu gebrauchen.
1887 Der Dawes General Allotment Act bestimmt die Aufteilung des Reservatlandes an einzelne Stammesmitglieder - und so praktisch die Auflösung der Stämme. Die Indianer sollen langfristig zu Steuer zahlenden amerikanischen Bürgern gemacht werden.
1890 Eine Sioux-Gruppe unter Führung von Big Foot wurde abgeschlachtet. Diese Schlacht gilt als die letzte Schlacht der Indianerkriege und findet am Wounded Knee Creek statt - es ist ein Blutbad. Sitting Bull wird erschossen.
Es fand auch die Verbreitung des Geistertanzglaubens durch den Paiute-Seher Wowoka in den Sioux-Reservaten statt.
1898 Mit dem Curtis Act beendet der Kongress in Washington auch formal die Souveränität der Indianer über Stammesland.
1922 Im US-Kongress wird der All Pueblo Lands Act verabschiedet, der Pueblo-Indianern das Recht auf ihr Land zuspricht.
1924 Es wird der Snyder Act geschlossen. Allen Indianern, die in den USA geboren sind, wird die amerikanische Staatsbürgerschaft gewährt. Damit sind sie zum erstenmal nicht mehr Fremde in ihrer Heimat.
ab 1930 Viele Internate werden geschlossen, die Indianerkinder dürfen auf Schulen in der Nähe ihrer Wohnorte gehen.
1934 Das Gesetz der Indian Reorganization Act wird erlassen. Die Auflösung vieler Reservate und damit der Stammesgemeinschaften hat zur Verarmung der Indianer geführt. Das neue Gesetz bietet die Möglichkeit zur Wiedereinrichtung oder Neuorganisation der Stämme. Bedingung: eine demokratische Verfassung.
1946 Die lndian Claims Commission wird gegründet. Das ist eine Behörde, die Wiedergutmachungsansprüche regeln soll.
ab 1950 Termination Policy: Alle bundesstaatlichen Verpflichtungen gehen nach und nach auf die Stämme über. Praktisch versagt die Regierung damit den Reservaten jegliche Unterstützung - zum Beispiel in Bildung und Gesundheitsfürsorge.
1956 Relocation Policy: In den Städten werden zusätzliche Ausbildungsplätze für Indianer geschaffen, um sie kulturell zu assimilieren. Etwa 35000 Indianer verlassen die Reservate.
1968 Das AIM (American Indian Movement) wird gegründet, eine radikalen Bügerrechtsorganisation.
1970 Präsident Nixon beendet formell die Termination Policy. Der Blue Lake, der heilige See der Taos-Pueblo-Indianer, wird zurückgegeben.
1972 "Marsch der gebrochenen Verträge" - Besetzung des Bureau of Indian Affairs in Washington durch Indianer.
1973 Aufstand am Wounded Knee: AIM-Mitglieder besetzen den Handelsposten in Wounded Knee Village, um auf Probleme im Pine Ridge Reservat, South Dakota, aufmerksam zu machen.
1975 Indian Self-Determination Act: Der Kongress sagt den Stämmen größtmögliche Unterstützung für Ausbildung und andere "Verpflichtungen des Bundes gegenüber den indianischen Gemeinschaften" zu.
1990 Der Native American Languages Act verpflichtet die Regierung zum Erhalt und zur Förderung indianischer Sprachen. Der Native American Graves Protection and Repatriation Act regelt die Rückgabe von Gebeinen aus Museen und anderen Einrichtungen und den Schutz indianischer Grabstätten.
2000 Niska Nation: Den Niska-Indianern im Nordwesten der kanadischen Provinz British Columbia wird die Verwaltungshoheit über ein 2000 km² großes Gebiet zugestanden. Die Niska genießen weitgehende Autonomie, müssen dafür aber, anders als die Reservatsbewohner in den USA, Steuern zahlen. Im September entschuldigt sich das Bureau of Indian Affairs - mit Zustimmung des Weißen Hauses - bei den Indianern Nordamerikas für die "ethnischen Säuberungen" und andere "furchtbare Dinge", an denen diese Behörde in den 175 Jahren ihres Bestehens mitgewirkt hat.


 


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