Viele Rezepte überraschen durch ihre Vertrautheit: sie erscheinen ganz "unindianisch" und unterscheiden sich nur gering von uns bekannten eropäischen Gerichten. Verschiedene Mais- und Tomatenspeisen, die meisten Bohnen- und Chilligerichte, die wir täglich essen, sind nämlich indianischen Ursprungs; nicht nur die Hauptzutaten, oft auch die Zubereitungsart hat die europäische Küche von den Indianern übernommen und zu ihrer eigenen gemacht. Bei der Sebstverständlichkeit, mit der Tomatensuppe essen, denken wir gar nicht daran, dass wir ein ursprünglich indianisches Gericht geniessen. Die kulinarische Beeinflussung ist aber gegenseitig und besteht bereits seit der ersten Amerika-Reise von Kolumbus im Jahre 1492. Es wurden dabei nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch Kochgeräte und Zubereitungsarten ausgetauscht. Die Indianer übernahmen ihrerseits mit der Schweine-, Rinder- und Schafzucht von den Weissen auch den Schweinebraten, die Hamburgers und Lammkoteletten und würzten sie nach eigenem Geschmack.
D
ie Pueblo-Indianer im Südwesten wiederum bauen schon seit vier Jahrhunderten vor ihren Häusern runde Backöfen, nach spanischem Vorbild. Die Gerichte, die sie in ihnen zubereiten, gehören der traditionellen Pueblo-Küche an, deren Authentizität niemand bezweifeln kann. Man kann heute oft keine klare Grenze zwischen der indianischen Küche und derjenigen der weissen Bevölkerung Amerikas ziehen. Auch die Datierung der meisten Gerichte ist fast unmöglich, da die indianische Küche - wie alle Küchen der Welt - ständiger Veränderung unterworfen ist und sich verschiedener fertiger Produkte bedient, die das Kochen vereinfachen. So macht heute fast keine Köchin mehr selber die Fleischbrühe; sie greift nach einer viel einfacheren Lösung - dem Bouillonwürfel. Auch Backpulver und zahlreiche Dosenprodukte werden in der indianischen Küche verwendet, ohne dass dadurch deren spezifischer Charakter verloren ginge.
Alle benötigten Zutaten der hier vorgestellten Rezepte sind ohne besondere Schwierigkeit hier erhältlich. Die meisten Zutaten bekommt man in allen Lebensmittelgeschäften, während einige wenige nur in Reformhäusern oder Speziallebensmittelgeschäften zu finden sind.

 

Lakota Rezepte

Zusammengestellt 1979, von Dorothy Cadotte Lentz (Yanktonai Sioux)

Illustrationen von Andreas Warmbrunn

Illustration von Andreas Warmbrunn

Vorwort zu indianischen Rezepten

Als Kind lernte ich von meiner Mutter die Rezepte kennen, nach denen sie für unsere Familie kochte. Während der Sommermonate kochte meine Mutter draußen. Sie kochte entweder auf einer offenen Feuerstelle oder auf einem Außenofen, der sich in einem Weidenschuppen befand, den mein Vater gebaut hatte. Seit wir 20 Meilen von der Stadt Wakpala in Süddakota entfernt wohnten, und höchstens einmal im Monat in die Stadt gingen, verwendete meine Mutter Wildpflanzen, Gartenerzeugnisse und Wildfleisch. Mein Vater war ein ausgezeichneter Schütze, der täglich frisches Wildfleisch für unseren Nahrungsvorrat herbeischaffte. Durch Beobachten und meine Einbeziehung in Mutters Essenzubereitung erinnere ich mich an die Rezepte, die täglich angewendet wurden. Meine Eltern kannten die eßbaren und giftigen Pflanzen. Außer den Gartenpflanzen, die wir selbst zogen, zeigten sie uns die eßbaren Pflanzen, die wir zum Überleben brauchten. Im Rezept “Ina’s Fried Tomatoes” bedeutet Ina Mutter in der Lakota Sprache.

Zu Ehren meiner Eltern Scholastica Mad Bear Cadotte und Jerome Cadotte stellte ich dieses Rezeptbuch zusammen.Die meisten Nahrungsmittel, die wir verwendeten, fanden wir längs des Missouriflusses im Mad Bear Distrikt, östlich von Wakpala in Süd Dakota.

Ich erhielt dieses Rezeptbuch von der Familie Runnels in Aberdeen /Süd Dakota (USA) in englischer Sprache und übersetzte den Text auszugsweise in deutsche Sprache.

Wilma Haß,Oktober 1994

Illustration von Andreas Warmbrunn

Wildkirschentee

Nimm kleine Zweige vom Wildkirschenbaum. Schäle die Rinde ab. Koche zwei Tassen Wasser auf und füge eine Tasse zerkleinerte Kirschrinde hinzu. Laß den Tee einige Minuten ziehen, bevor dieser serviert wird.

Jack Kaninchen Festmahl

Zutaten:

1 Kaninchen
1 geschnittene Zwiebel
2 Tassen gewürfelte Möhren   
Salz und Bratfett nach Geschmack
2 Tassen Wasser

Zubereitung:
Enthäute und wasche das Kaninchenfleisch. Lege das Kaninchen in einen großen Bräter und stelle es bei einer Temperatur von 175 Grad für 2 Stunden in den Ofen. Füge nach zwei Stunden die Möhren, Zwiebeln und 2 Tassen Wasser hinzu und bedecke den Bräter. Reduziere die Ofenwärme. Dann gib weiße Soße hinzu, eventuell nochmals Wasser. Danach erhöhe die Temperatur auf 180 Grad und gare das Ganze noch 1 Stunde.

Eichelpudding (Nachspeise)

Sammel vier Tassen Eicheln und schäle diese. Koche die Eicheln bei mittlerer Hitze bis sie weich sind und laß sie abkühlen. Dann gib drei Tassen Zucker und weiße Soße hinzu. Rühre den Brei bei mittlerer Hitze, bis er dick und fertig zum Servieren ist.

Reissuppe mit Dörrfleisch

Zutaten:

1 Tasse Wildreis oder anderen
1 Tasse gewürfelten Schinken
500g Dörrfleisch vom Rind
1 Teelöffel Salz, 1 Prise Pfeffer

Zubereitung:

Leg das Dörrfleisch mit dem Schinken und den Gewürzen in eine entsprechende Bratpfanne und gare alles, bis es weich ist. Dann gib den Reis in die kochende Masse. Laß dieses 15 Minuten kochen, bis der Reis gar ist. Nun ist die Suppe servierfertig.

Illustration von Andreas Warmbrunn

Madbear Schmorfleisch

Zutaten:

2 Tassen Reis
7 Wildzwiebeln und Zwiebelgrün
12 helle Wildrüben
500g Rind- oder Elchfleisch oder Wildbret

Zubereitung:
Weiche die geputzten Rüben eine Stunde lang ein. Nimm einen großen Brattopf für das Fleisch. Laß das Fleisch bei mittelschwacher Hitze mit den Rüben zwei Stunden schmoren. Dann gib die Zwiebeln , die grünen Zwiebelspitzen und den Reis hinzu. Koche die Masse 10 Minuten, lege einen Deckel auf und laß das ganze fünf Minuten bei schwacher Hitze durchziehen. Dann ist der Braten fertig zum Servieren.

Wildrübensuppe (Timsila Suppe)

Zutaten:

1000g Wildrüben
1000g Kartoffeln und Fleisch nach Belieben
1 Teelöffel Salz
1 Prise Pfeffer
1/4 Tasse Mehl

Zubereitung:
Übergieße die Rüben mit Wasser. Füge Salz und Pfeffer hinzu. Koche die Rüben bei mittlerer Hitze, bis sie gar sind. Füge Fleisch und Kartoffeln hinzu und koche alles bis es gar ist. Dicke die fertige Suppe mit Mehl an.

Illustration von Andreas Warmbrunn

Indian-Sioux-Wurst

Zutaten:   

Rind - oder Hirschfleisch    
Niere, Leber und Herz   
Salz, Pfeffer, Wasser         
Gedärm für die Hülle

Zubereitung:
Schneide das gesäuberte Fleisch und die Innereien in kleine Stücke und würze mit Salz und Pfeffer. Gib sämtliche Zutaten in die Wursthülle, gieße etwas Wasser hinein und schließe die Enden der Wursthülle. Koche die Wurst eine Stunde lang. Schneide sie in Stücke und serviere sie heiß.

Wasna (Kornnachspeise)

Zutaten:

8 Tassen Weizenkorn
4 Tassen granulierten Zucker
3 Tassen Talg (Rind oder Hammel) oder weniger
2 Tassen Rosinen

Zubereitung:
Mahle das Korn gut durch und gib es in eine Mixschüssel. Füge die übrigen Zutaten hinzu. Verrühre die Masse und gib alles in eine rechteckige Pfanne. Laß alles einige Minuten ruhen. Wasna in Stücke teilen und servieren. Es kann als Nachtisch oder als Snack gegessen werden.

Illustration von Andreas Warmbrunn

Kornsuppe

Dörrfleisch und Pökelfleisch in kochendes Wasser legen und bei schwacher Mittelhitze eine Stunde schmoren lassen. Korn vom Maiskolben hinzugeben und das Ganze weitere zehn Minuten bei Mittelhitze schmoren. Die Suppe ist fertig zum Auftragen. Butter kann nach Belieben hinzugegeben werden.

Dörrfleischklöße (Wasna)

Dörrfleisch etwa 20 Minuten im Ofen bräunen. Das Fleisch vom Ofen nehmen, in kaltem Wasser abschrecken und die Feuchtigkeit mit einem Lappen abreiben. Das gebratene Fleisch in eine Darmhaut stecken, damit es nicht auseinander fällt. Bearbeite den Inhalt mit einem runden Stein, bis alles in feine Bissen zerteilt ist. Schmecke mit Talg, Zucker und Beeren ab. Forme das Gemisch in Klöße von Golfballgröße. Die abgekühlten, festgewordenen Klöße können gegessen werden.

Reis im Wasserdampf gekocht

Seit unsere Vorfahren Reis vom Minnesotafluß verwendeten, ist es wichtig zu wissen, wie man schmackhaften, flaumigen Reis zubereitet, statt teigigen Reis auf den Eßtisch zu bringen.Ein Beispiel für flaumigen Reis:Gib so viel Reis, wie du verbrauchen willst, in ein Gefäß mit kochendem Wasser. Achte darauf, daß das Wasser mindestens 5cm über dem Reis steht. Koche den Reis 10 Minuten bei starker Hitze; danach langsam bei niedriger Wärme mit bedecktem Topf weiter. Den Reis nicht umrühren! Schrecke ab, wenn der Reis flaumig ist. Er kann ohne und mit Beigaben, wie Gemüse, Fleisch oder was auch immer gewünscht wird, gegessen werden.

Pilzsuppe

Unter alten Bäumen sind besonders schmackhafte Pilze zu finden. Teile große Pilze in Stücke. Gib sie mit Dörrfleisch in kochendes Wasser und würze nach Belieben. Koche die Menge bis sie zart-mürbe ist und trage die Suppe auf.

Illustration von Andreas Warmbrunn

Rinderleber und Bratensoße

Zutaten:

500g Rinderleber
1 große und 6 frische, kleine Zwiebeln mit Zwiebelgrün
1/2 Tasse Mehl, gewürzt mit Knoblauch und Sellerie
2 Teelöffel Petersilie
2 Teelöffel oder weniger Schweineschmalz    
Salz und Pfeffer
1/2 Tasse Wasser

Zubereitung:
Schmelze das Schweineschmalz in der Bratpfanne und lege die Leber hinein. Brate die Leber bei niedriger Hitze von beiden Seiten, bis sie braun ist. Leber bräunt leicht! Wenn die Leber gebräunt ist, gib 1/2Tasse Wasser hinzu, bedecke die Pfanne und laß sie 5 Minuten bei schwacher Mittelhitze garen. Füge die geschnittenen Zwiebeln und das Zwiebelgrün hinzu und laß alles weitere 10 Minuten bei Niedrighitze garen. Bereite mit dem gewürzten Mehl unter Rühren, sodaß es keine Klumpen gibt, in dem Lebergemisch eine helle Soße. Wenn die Bratensoße zu kochen und langsam dickzuwerden beginnt, ist das Gericht fertig. Dieses Lebergemisch kann über gekochte Nudeln, Reis, Kartoffeln oder Makkaroni gegossen werden. Es ergibt eine köstliche Mahlzeit.

Pfefferminztee

Suche wilde Pfefferminzblätter und streue diese in kochendes Wasser. Laß sie einige Minuten ziehen. Der Tee ist trinkfertig. Er schmeckt besonders gut zu geröstetem Brot.

Illustration von Andreas Warmbrunn

Geröstetes Brot

Zutaten:

4 Tassen Mehl
1 Tasse Milch
2 Teelöffel Backpulver
1/2 Tasse Zucker, Salz, Fett

Zubereitung:
Bereite einen Brotteig aus Mehl, Backpulver und Milch, der dick genug ist, um ausgerollt zu werden. Schneide die Rolle in verschieden große Stücke und brate sie in heißem Fett in der Pfanne, bis sie braun sind.

Madbear Bruchreis

Zutaten:

Knuspriges Fett mit Fleischstücken gemischt. (Fett kann, wenn zuviel, abgeschöpft werden)
2 mittelgroße Büchsen Bruchreis, nicht entwässern
2 Teelöffel Salz oder weniger
2 Tassen Wasser

Zubereitung:
Mische den Reis mit 2 Tassen Wasser, dem Salz und dem Bratgemisch. Erhitze alles und laß es eine halbe Stunde kochen. - Der Bruchreis ist servierfertig.

Illustration von Andreas Warmbrunn

Ina’s geschmorte, grüne Tomaten

Zutaten:

Grüne Tomaten
etwas Mehl, Öl, Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Säubere die Tomaten und zerschneide sie in Scheiben. Mische das Mehl mit Pfeffer und Salz. Erhitze das Öl zum Kochen. Wälze die Tomaten in Mehl, leg sie in das kochende Fett und bräune sie beidseitig. Das Gericht ist fertig.

Kirschbällchen

Zutaten:

1000g gewaschene, abgetropfte und entsteinte Kirschen
2 Tassen Hammelfett oder Rindertalg
3 Tassen Zucker (mehr oder weniger nach Geschmack)

Zubereitung:
Mische sämtliche Zutaten und forme Kugeln in Golfballgröße. Serviere diese als köstlichen Nachtisch oder als Imbiß.

Illustration von Andreas Warmbrunn

Dörrfleischsuppe

Zutaten:

500g Dörrfleisch
6 gefrorene Rettiche, geteilt in Hälften
3 Karotten, gewürfelt oder geschnitten
6 mittelgroße Kartoffeln, zerkleinert
250g Pökelfleisch, gewürfelt
3 Teile Wasser

Zubereitung:
Lege die Zutaten ins Wasser und koche sie etwa 20-30 Minuten bis zum Weichsein. Würze nach Geschmack und trage die Suppe auf.

Indianer im Südwesten
Die Südwest-Indianer gewannen ihre Hauptnahrungsmittel durch den Bodenbau, durch Viehzucht, Jagd und das Sammeln von Wildpflanzen:
Bodenbau Wildpflanzen Viehzucht Jagd / Fischfang
Mais, Bohnen, Kürbis, Tabak, Weizen (nach 1540), Hafer (nach 1540) verschiedene Obstarten (nach 1540) Mesquitebohnen, Schraubenbohnen, Kaktusfrüchte, Mescalwurzel, Pinienkerne, Eicheln, Kastanien, Beeren, verschiedene Samenkörner Truthahn, Viehzucht mit Schaf, Rind und Ziege (nach 1540) Kaninchen, Bär, Schalentiere, Seeschildkröte

Indianer in Kalifornien / Plateau-Indianer
Die Hauptnahrungsmittel der Kalifornien- und Plateau-Indianer waren wilde Pflanzen. Die in dieser Gegend seltenen Fische und Jagdtiere genossen sie nur als Zusatzkost:
Wildpflanzen Jagd Fischfang
Eicheln, Pinienkerne, Kastanien, Beeren, Kaktusfrüchte, Mesquitebohnen, Schraubenbohnen, verschiedene Wurzeln, Knollen, Schößlinge, Blätter, Grassamen Hase, Rotwild, Bär, Bergziege, Elch, Mäuse, Schlangen, Heuschrecken, Grillen, Raupen, Maden Lachs

Indianer an der Nordwestküste
Die Völker an der Nordwestküste lebten vor allem vom Fischfang. Jagdbeute und pflanzliche Ernährung waren für sie von geringerer Bedeutung:
Fischfang Jagd Wildpflanzen
Lachs, Forelle, Kerzenfisch (Olachen), Hering, Dorsch, Aal, Weißfisch, Robbe, Wal, Seeotter, Seelöwe, Muscheln, Krabben, Krebse Hirsch, Bergschaf, Bergziege, Bär, Berglöwe Beeren, Ahornsaft

Plains- und Prärie-Indianer
Die Plains-Indianer waren vorwiegend Bisonjäger, die sesshaften Prärievölker waren Bodenbauer. Zusätzlich ernährten sie sich von Wildpflanzen:
Jagd Wildpflanzen Bodenbau
Bison, Antilope, Rotwild, Hase, Kaninchen Wilder Reis, Wildrüben, anderes Wildgemüse, Camaswurzel, Beeren, Eicheln, Kaktusfrüchte, Wildkirschen, Hagebutten Mais, Bohnen, Kürbis, Sonnenblumen, Tabak

Indianer im Nordosten
Die Völker des nördlichen Waldlandes hatten einen hochentwickelten, über 2000 Jahre alten Bodenbau. Jagdtiere, Fische und Wildpflanzen spielten in ihrer Ernährung nur eine geringe Rolle:
Bodenbau Wildpflanzen Jagd Fischfang
Mais, Bohnen, Kürbis, Melonen, Sonnenblumen Wilder Reis, Ahornsaft, Beeren, Hickorynüsse, Kastanien, Eicheln, Walnüsse, verschiedene Wurzeln und Blätter Bison (im Gebiet des Ohiotales), Elch, Hirsch, Bär, verschiedene kleinere Säugetiere, Wildente, Wildgans, wilder Truthahn Lachs, Forelle, Aal, Barsch, Hecht, Weißfisch, Schalentiere, Frösche, Schildkröten

Indianer im Südosten
Die Indianer des Südostens lebten vorwiegend vom Bodenbau. Das Sammeln von Wildpflanzen und das Jagen spielten für sie jedoch eine wichtige Rolle:
Bodenbau Wildpflanzen Jagd Fischfang
Mais, Bohnen, Kürbis, Sonnenblumen, Tabak, Dattelpflaumen, Stechpalmenblätter, Tomaten
Seit der frühkolonialen Zeit wurden von den Europäern übernommen: Wassermelone, Pfirsich, Reis
Dattelpflaume, Süßkartoffel, Pilze, wilder Reis, Wasserliliensamen, Eicheln, Kastanien, Beeren, Hickorynüsse, Walnüsse Hirsch, Bär, Kaninchen, wilder Truthahn, Vögel Wal, Seekuh, Schalentiere, Alligator

Teparypflanze

Bisonfleisch
Die Indianer verwendeten alle essbaren Teile des Bisons - sie warfen nichts weg. Die gesäuberten Därme etwa verarbeiteten sie zu Wursthäuten, die dann mit Fleisch, Markfett, wilden Zwiebeln, verschiedenen Beeren und Kräutern gefüllt wurden.
Die Indianerinnen kochten das Bisonfleisch mit Gemüse (z.B. mit wilden Rüben und Erbsen) als Eintopf oder brieten es (in dicke Stücke geschnitten) mit Salz und Pfeffer gewürzt, am offenen Feuer. Das Fleisch wurde auch konserviert. Mageres Fleisch wurde in dünne Stücke geschnitten, gut gesalzen und an einer Schnur aufgehängt in der Sonne getrocknet.
Bei Sonnenuntergang hängte man das Fleisch an einen trockenen Ort auf und am nächsten Tag wurde es wieder der Sonne ausgesetzt. Die Feuchtigkeit der Luft und die Intensität der Sonne bestimmten, wie oft dies wiederholt werden musste. Das getrocknete Fleisch wurde dann in zugedeckten Behältern an einem trockenen Ort gelagert.
Die Indianer verwendeten es für Eintopfgerichte, Suppen oder Pemmikan, brieten es mit Zwiebeln oder Chilischoten oder aßen es roh. Die Plains-Völker pulverisierten das luftgetrocknete Fleisch in einem Steinmörser, dem sogenannten "Pemmikan-Mörser" und mischten es mit Fett und verschiedenen Beeren. Das so konservierte Fleisch - Pemmikan - war sehr proteinhaltig und nahrhaft.

Pemmikan
Pemmikan kann auch mit Rehfleisch zubereitet werden. Man schneidet ungefähr 1kg Fett in kleine Stücke, die man in einer Pfanne schmelzen lässt. Danach gibt man 2-3kg fein gehacktes, luftgetrocknetes Rehfleisch darüber und mischt 1,5 Tassen gedörrte Aprikosen sowie Zwetschgen darunter. Daraus formt man kleine Kugeln, die luftdicht verpackt werden.

Eichhörnchenfleisch
Auch Eichhörnchenfleisch wurde von den Indianern auf verschiedene Arten zubereitet. Sie schnitten es z.B. in Portionen, wendeten diese dann in mit Salz und Pfeffer gewürztem Mehl und brieten es in heißem Fett an. Danach wurde mehr als die Hälfte des Fettes abgegossen und das Fleisch wurde mit etwas Wasser bei niedriger Hitze weiter geschmort, bis es sich von den Knochen löste. Anderen Rezepten nach wurde das Eichhörnchenfleisch verschiedenen Eintopfgerichten beigegeben.

Ground Dog (Murmeltier-Art)
Eine weitere Zubereitungsart kannten die Indianer für den Ground Dog, eine Art Murmeltier. Das Tier wurde ausgenommen, gewaschen und in Wasser gar gekocht. Danach nahm man es aus dem Kochgefäß heraus, bestreute es mit Salz und Pfeffer und grillierte es am offenen Feuer.

Schlangen und Insekten
Einige Indianervölker fingen Schlangen und Insekten, die dann gekocht wurden. Die Cherokee z.B. sammelten nachts Zikaden. Sie suchten nach denjenigen ohne Flügeldecke, bei den anderen wurde diese entfernt. Sie vermieden es peinlich die Zikaden dem Sonnenlicht auszusetzen, um den raschen Verwesungsprozess nicht zu beschleunigen. Die Zikaden wurden gewaschen, in wenig Fett angebraten und heiß oder kalt gegessen.
Eine andere Spezialität der Indianer des Südostens war eine Wespensuppe (Yellowjacket). Sie erhitzten einen ganzen Wespenstock am offenen Feuer. Danach wurden die Larven entfernt und die äußere, papierähnliche Hülle am Feuer geröstet. Dann wurden die Wespen heraus genommen und ebenfalls am offenen Feuer gebräunt. Sie wurden dann in Wasser gekocht und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.

Die indianische Küche kennt aber auch viele Rezepte für die Zubereitung verschiedener Pflanzen, vor allem von deren Knospen, Blättern, Samen und Wurzeln. Nach diesen Rezepten wird (im Gegensatz zu den oben genannten Fleischrezepten) zum Teil auch heute noch gekocht.

Die Pima und Papago im Südwesten essen z.B. gekochte Chollaknospen (eine Kaktusart). Die Chollaknospe wird vorsichtig mit einer Zange gepflückt, in eine große Pfanne gelegt und dann mit Wasser zugedeckt ungefähr eine halbe Stunde lang gekocht. Während dieser Zeit lösen sich die Dornen. Danach werden die Knospen aus dem Wasser genommen, abtropfen lassen und die restlichen Dornen mit einer Bürste entfernt.
Die so zubereitete Knospen werden nochmals in eine mit Wasser gefüllte Pfanne gelegt und so lange geköchelt, bis sie gar sind. Schließlich wird das Gericht mit Salz und Pfeffer gewürzt oder es wird am Schluss mit rohem Spinat gemischt und dann nochmal ca. 5 Minuten gekocht. Häufig werden die Chollaknospen auch zusammen mit Fleisch, Zwiebeln und Chilischoten gekocht.

Cholla
Die Bewohner der sonorischen Wüste bereiten schon seit alters her die in dieser Gegend wachsenden Teparybohnen. Sie legen die Bohnen über Nacht in Wasser ein und kochen sie am nächsten Tag mehr als vier Stunden in frischem Wasser. Die Teparybohnen werden entweder mit wenig Butter, roter Chilisauce, gerösteten grünen Chilibohnen, mit seperat gekochtem Fleisch, Schinken, Zwiebeln oder Tomaten gegessen.
Tepary-Bohnen
Ebenfalls im Südwesten wird eine Art Gänsefuß, Lambs Quarter, auf ähnliche Weise zubereitet. Zuerst dünstet man eine fein gehackte Zwiebel und Speckstreifen in Fett, dann gießt man ein wenig Essig dazu und streut Salz darüber. Die oberen Teile der Pflanze gibt man dazu und kocht sie kurz mit. Dieses Gericht wird heiß gegessen.
Lambs Quarter
Die Pueblo kochen Blätter von Curly Dock, einer Ampferart, in wenig Wasser kuzr auf und würzen sie mit Salz, Pfeffer sowie ein wenig Essig oder Zitronensaft. Sie werden zusätzlich mit angebratenen Speckwürfeln bestreut. Die jungen Blätter verwenden die Pueblo roh für Salat.
Curly Dock
Eine weitere Spezialität der indianischen Küche ist das Piki- oder Papierbrot, ein sehr dünnes Fladenbrot der Navajo oder Pueblo. Den Teig bereiten die Navajo aus der Asche von Wacholderbeeren und -blättern, blauem Maisgrieß und Wasser zu. Mit der Hand formen sie daraus hauchdünne Fladen, die sie auf einem glattpolierten Stein in der Größe eines Servierbrettes, dem sog. »Piki-Stein«, backen. Dieser Stein wird vorher mit Hirn- oder Rückenmark vom Schaf eingerieben, was bewirkt, dass sich das fertig gebackene Brot im richtigen Moment von der Unterlage löst. Diese Backtechnik bedarf einer jahrelangen Übung.
Piki- oder Papierbrot
Die Indianer Kaliforniens, die vorwiegend von wilden Pflanzen lebten und deren Hauptnahrungsmittel Eicheln waren, kannten eine komplizierte Zubereitungsart für Eichelbrot. Dazu mussten sie die Eicheln zuerst von ihren Bitterstoffen befreien. Sie knackten die Schalen auf und entfernten sie. Die Kerne wurden getrocknet und dann in einem Steinmörser mit Korbrand mit einem langen Holzstössel zerstampft. Das so gewonnene Mehl füllten sie in eine mit Sand und Blattwerk ausgelegte Grube und übergossen es mit heißem Wasser. Nachdem so die bittere Gerbsäure entzogen worden war, goss man mehr Wasser nach und formte aus der Masse einen Teig. Daraus buk man auf heißen Steinen ein Fladenbrot. Das mit viel Wasser verdünnte Mehl wurde auch als Suppe oder Brei gegessen.
Ähnlich aufwendig war das Zubereiten von Süßigkeiten aus Yuccafrüchten bei den Pueblo-Indianern. Sie sammelten die reifen Früchte und buken sie über Nacht in einer zugedeckten Grube in der Erde. Neuerdings vereinfacht man dieses Verfahren, indem man die Früchte stundenlang bei niedriger Hitze im Ofen bäckt. Anschließend werden sie geschält, die Samen heraus genommen und die Früchte zu einer Masse geknetet, die als Füllung für süßes Gebäck verwendet oder zu kleinen Kugeln geformt wird, die man an der Sonne trocknet und als Konfekt genießt.
Yucca
Die Ureinwohner Amerikas erzeugen seit alters her aus verschiedenen Pflanzen eine große Menge an Getränken. Das traditionelle Getränk der Cherokee wird aus den Beeren des roten Sumac zubereitet. Die Beeren werden zwischen den Handflächen fein zerrieben, wobei man sorgfältig vermeidet, sie zu zerquetschen, dann werden sie in Wasser geworfen und der Saft wird anschließend durch ein Sieb gegossen, gesuüßt und kalt getrunken. Da die Beeren des weißen Sumac giftig sind, kommen für dieses Getränk nur Beeren des roten Sumac zur Verwendung.
Roter Sumac
Ein anderes Getränk der Cherokee wird aus den Bohnen des Honey Locust - einer Art Gleditschiebaum - gewonnen. Man verwendet dazu nur reife Bohnen, die man der Länge nach halbiert, in heißem Wasser einweicht und durchsiebt. Dieser Saft wird kalt oder heiß getrunken und nach Geschmack gesüßt.
Honey Locust
Die Indianer des Südostens kochen trockene Yauponblätter - eine Art Stechpalme - ungefähr 15 Minuten im Wasser, sieben sie ab und trinken den Yaupontee heiß.
Yaupon
Auch die Indianer des Südwestens bereiten noch heute nach einem uralten Rezept ein erfrischendes Getränk aus Mesquite zu, einer Pflanze aus der Familie der Mimosen, die im Südwesten der USA und in Mexiko vorkommt. Ihre bohnenähnlichen, sehr zuckerreichen Früchte pflückt man im Juli, wenn sie weich und gelb sind. Man wäscht sie, kocht sie mit Wasser, bis sie gar sind und lässt sie im gleichen Topf abkühlen. Danach zerstampft man sie mit einem Holzstössel zu einem dünnflüssigem Brei, den man anschließend passiert.
Mesquite
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