Beruhmten Heuptlinge
 

Geronimo

Geronimo, Häuptling der Chiricahua-Apachen Sein indianischer Name war Heeh-rooh-nee-mooh. Geronimo war Kriegshäuptling der Chiricahua-Apachen. Als Junge trug er den Namen Gokliya (= Der, welcher gähnt). Er gehörte zu den Bedonkohe, ein Unterstamm der Mimbrenjo-Apachen. Geronimo verlor seine Eltern als 400 Apachen unter Juan Jose 1837 von dem Händler James Johnson und seinen Skalpjägern während eines Festes, zu den die Weißen eingeladen hatten, das Feuer eröffneten und anschließend alle toten Apachen skalpierten.

Mangas Coloradas, der neue Häuptling und oberster Führer der Mimbrenjo, nahm sich den 1829 geborenen Jungen an und machte aus ihm einen Krieger. Gokliya, welcher von den Weißen Geronimo genannt wurde, kämpfte solange an der Seite Mangas Coloradas bis dieser mit den Weißen einen Friedensvertrag schloß. Geronimo und einige seiner Krieger verbündeten sich mit Cochise, welcher der führende Häuptling der Chiricahua war. Nach der Ermordung Mangas Coloradas durch Soldaten fühlte sich Geronimo als Chiricahua. Als Cochise ebenfalls mit den Weißen Frieden schloß, verließ Gokliya auch ihn und wurde der Führer der Apachen, die gegenüber den Weißen unversöhnlich blieben.

Als die Chiricahua nach dem Tod Cochises in die Reservation gingen, begann Geronimo wieder mit Überfällen auf ihre alten Feinde - den Mexikanern und raubte ihnen außer Pferde auch Rinder und Maultiere. Diese brachten sie nach New Mexico und tauschten für sie bei weißen Händlern Gewehre, Munition, Kleidung und Whisky ein.

General George Crook übernahm am 04. September 1882 das Kommando des Department Arizona, da die Armee in Arizona nicht mit den Apachen fertig wurde. Er wollte die Überfälle der Apachen in Mexiko unterbinden. Um dies zu erreichen, schloß die US-Regierung mit Mexiko einen Vertrag, in dem die Soldaten und Polizeieinheiten beider Länder die Erlaubnis erhielten, die Grenze bei der Verfolgung feindlicher Apachen überschreiten zu dürfen.Crook wartete bis die Apachen einen neuen Überfall begehen würden und stellte für diese Expedition ein Korp mit 50 Kavalleristen und knapp 200 Reservationsapachen zusammen. Einen Teil dieser Truppe wurde 1883 an die neue Strecke der Southern Pacific Railroad nahe der Grenze verlegt.

Die Kriegshäuptlinge Bonito, Chato und Chihuahua überfielen am 21. März 1883 ein Goldgräberlager am Tombstone, was Crook auf den Plan rief. Die Scouts Crooks fanden aber erst viele Wochen nach dem Überfall das Hauptlager der Chiricahua in der Sierra Madre in Mexiko. Gokliya wurde nach einem erneuten Überfall von einem Wachposten unterrichtet, dass das Chiricahua-Lager von Crook und seinen Leuten besetzt worden war und alle Frauen und Kinder in Gefangenschaft waren. Nach langen Verhandlungen versprach Geronimo, dass er und Chato mit den verstreut lebenden Apachen in einigen Monaten in die Reservation folgen würde. General Crook marschierte am 30. Mai 1883 mit seinen Leuten und 123 Kriegern, darunter die Häuptlinge Bonito, Chihuahua, Loco, Mangas und Nana sowie 251 Frauen und Kinder nach Norden. Im Februar des Jahres 1884, acht Monate nach Geronimos Versprechen, kamen er und Chato mit den Apachen in die San Carlos Reservation. Im Frühjahr 1885 wurden die Apachen unzufrieden, nachdem sie ein Jahr lang als Ackerbauern friedlich in ihrer Reservation gelebt hatten, da die Krieger nicht genügend sinnvolle Arbeiten zu verrichten hatten.

Trotz Verbots begannen die Apachen Tiswin, ein Maisbier zu brauen, dem Geronimo, Chihuahua, Mangas und Nana reichlich zusprachen, so dass sie am 17. Mai 1885 zu dem Entschluß kamen, die Reservation in Richtung Mexiko zu verlassen. Nur Chato weigerte sich mitzuziehen. 34 Krieger, 8 Jungen und 92 Frauen und Kinder verließen die San Carlos Reservation und ritten ohne Pause zwei Tage und Nächte, um den Weißen nicht zu gegegnen. Im Herbst des Jahres 1885 schnürte sich der Gürtel der Verfolger immer enger um die Flüchtlinge. In der Sierra Madre gingen mexikanische Militäreinheiten in Stellung, die nichts anderes vorhatten als die Apachen zu töten, und entlang der Grenze zu Mexiko waren die Truppen von General Crook aufgezogen, die allerdings die Apachen nur festnehmen wollten. Am 25. März 1886 trafen sich Geronimo und Crook im Canyon de los Embubos. Unter der Bedingung in die San Carlos Reservation zurückkehren zu dürfen, ergab sich Geronimo, was Crook dem Häuptling zusicherte, jedoch von der Regierung in Washington abgelehnt wurde. Nachdem ein Händler des berüchtigten Tuscon Ringes Geronimo eingeredet hatte, dass die Bürger von Arizona sie hängen würden, floh Geronimo, Nachise und 30 Krieger wieder nach Mexiko. Für diese Flucht erhielt General Crook eine Rüge vom Kriegsministeriums. Crook gab daraufhin sein Posten ab, welcher von den ehrgeizigen Brigade-General Nelson Miles bereits am 12. April 1886 übernommen wurde.

Miles stellte ein aus 5.000 Soldaten, 500 Apachen-Scouts sowie mehrere tausend Mann der Bürgermiliz bestehendes Heer auf. Ferner wurde ein teures Spiegeltelegraphen-System angeschafft sowie noch eine Kavallerie-Einheit aufgestellt, die ständig zur Verfügung stehen sollte. Geronimos super großes Einheit bestand hingegen aus 24 Kriegern, die außerdem noch von einigen tausend Soldaten Mexikos gejagt wurden.

Von den beiden Apachen-Scouts Kayitah und Martine wurde Geronimo wie auch Nachise in einem Canyon der Sierra Madre entdeckt, worauf sich Geronimo auf Anraten von Lieutenant Gatewood ergab. Dies war der letzte Kampf Geronimos, der nun mit Nachise und allen Chiricahua sowie Alchise und Chato wie auch mit den beiden Apachen-Scouts nach Florida in die Verbannung transportiert wurden. Von dort aus wurden sie nach Mount Vernon Barracks in Alabama verlegt. Die weißen Freunde der Apachen Georg Crook, John Clum und Hugh Scott setzten sich für die Chircahua in der Richtung ein, dass sie von den fieberverseuchten Land am Mobile River, wo sie derzeit leben mußten, in die San Carlos Reservation gegen den Willen des Kriegsministerium umgesiedelt wurden. Die Bürger Arizona wollten aber die Chiricahua nicht wieder auf ihrem Gebiet haben. Man glaubt es kaum, aber ihre ehemaligen Feinde die Comanchen und Kiowa boten den Apachen einen Teil ihrer Reservation zum Besiedeln an.

1894 zogen Geronimo und die letzten seines Stammes nach Fort Sill in Oklahoma. Im Jahre 1903 nahm Geronimo den christlichen Glauben an und wurde Christ der holländischen reformierten Kirche. Geronimo starb am 17. Februar 1909 im Alter von 80 Jahren als Gefangener an Lungenentzündung. Er wurde auf dem Apachen-Friedhof beerdigt und als im Jahre 1914 die Chiricahua wieder in ihre Heimat zurück durften, entnahm man aus dem Grab Geronimos seine Gebeine und gab ihnen die letzte Ruhe an einem geheimen Ort in den Mogollon oder in den Chiricahua Mountain oder in der mexikanischen Sierra Madre. Heeh-rooh-nee-mooh war der letzte Kriegshäuptling seines Volkes.

Chief Joseph
Chief Joseph
(1840 - 21. September 1904)
Hin-mah-too-yah-lat-kekt

Ihr könnt genausogut erwarten, daß die Flüsse rückwärts fließen,
als daß ein Mensch, der frei geboren wurde, damit zufrieden ist,
eingepfercht zu leben, ohne die Freiheit, zu gehen, wohin er beliebt.

Chief Joseph

Joseph war der Sohn des berühmten Upper Nez Percé-Häuptlings gleichen Namens. Im Knabenalter von 10 Jahren trug er den Namen Mia-ats Ta-weet Tueka-Kas = Sohn des Ta-weet Tueka-Kas. Beim Schutzgeistertanz im 11. Lebensjahr informierte er seinen Stamm über seinen neuen Namen Heinnot Tooyalaket. Die Weißen nannten ihn einfach Joseph. Im Alter von 31 Jahren ging nach dem Tod des Vaters die Oberhäuptlingswürde an ihn über. Im Wallowa Valley kamen Regierungsbeamte, die die Nez Percé aufforderten in die Lapwai-Reservation zu ziehen, wo bereits andere Nez Percé angesiedelt waren. Joseph bat Präsident Grant den Nez Percé ihr Stammesgebiet nicht wegzunehmen. Grant erteilte daraufhin die Anordnung den Wallowa Valley als Siedlungsgebiet für Weiße zu sperren. Weiße Siedler und Goldsucher gingen auf Pferde- und Rinderraub zu den Upper Nez Percé und teilten Washington mit, dass die Nez Percé den Siedlern das Vieh stehlen und damit Unfrieden stiften würden. Jedes Mittel war den Weißen recht, den Nez Percé das Tal abzujagen, da man in ihm Gold gefunden hatte. Als der Präsident von den vermeintlichen Viehdiebstahl der Upper Nez Percé hörte, gab er 1875 eine neue Order heraus, die nun das Wallowa Valley zur Besiedlung durch Weiße den Weg frei machte.

Die Nez Percé erhielten eine Frist bis zu welchem Zeitpunkt sie den Wallowa Valley zu verlassen hätten, doch Joseph weigerte sich das Tal seiner Väter für die Besiedlung der weißen Eindringlinge zu räumen. General Howard wurde von der Regierung beauftragt die Nez Percé zwangsweise in die Lapwai-Reservation umzusiedeln. Howard forderte im Mai 1877 Joseph auf ins Fort Lapwai zu kommen, um den Termin der Landübergabe festzulegen. Mit Joseph kamen am 2. Mai 1877 die Häuptlinge Looking Glass, sein Bruder Ollokot, White Bird, der Prophet Toohoolhoolzote und 50 ausgesuchte Krieger, die mindesten 1,80 Meter groß waren. Sie trugen ihre schönsten Gewänder, ritten auf ihren prächtigsten Pferden und hatten außer einer zeremoniellen Tomahawk-Pfeife keine Waffen bei sich. Als Sprecher der Wallowa Nez Percé stellte Joseph den Propheten vor, der mit seiner scharfzüngigen Art einen heftigen Streit mit dem General auslöste, so dass dieser Toohoolhoolzote festnehmen ließ. Howard gab Joseph eine Frist von 30 Tagen in das Lapwai-Reservat umzusiedeln. Ein Einspruch des Oberhäuptlings wegen des hohen Wasserstandes des Snake Rivers und der weit verstreuten Herden, die erst zusammengetrieben werden müßten, wies der General zurück. Wenn die Nez Percé den Termin nicht einhalten, würden sie in die Reservation von Soldaten getrieben werden. Als sie von der Unterredung mit dem General zurückkamen, befanden sich bereits Soldaten im Wallowa Valley, um den Umzug der Nez Percé in das Lapwai-Schutzgebiet zu beobachten. Mit großer Eile wurden die Frauen und Kinder über den Hochwasser führenden Snake River übergesetzt. Während die Nez Percé einen Teil ihrer Herden über den Fluß brachten und zahlreiche Tiere im reißenden Fluß ertranken, stahlen die Weißen mehrere Rinder von der vorerst zurückgelassenen Herden.

Aufgebrachte Häuptlinge verlangten von Joseph ein Palaver im Rocky Canyon. Der freigelassene Prophet, Ollokot und White Bird wollten den Oberhäuptling zum Krieg gegen die Weißen überreden, aber Josph lehnte ab, da er auch in Zukunft mit dem Stamm in Frieden leben wollte. Von Toohoolhoolzote aufgehetzte Krieger weigerten sich das Lager zu verlassen. Junge Krieger verließen eines Nachts das Lager und töteten elf Weiße, um den Viehdiebstahl und die Vertreibung aus ihrem Stammesgebiet zu rächen. Wegen des Friedensbruches seiner Leute beschloß der Oberhäuptling in Richtung Montana aufzubrechen. Captain Perry und seine Truppe von wenig mehr als 100 Soldaten verfolgten die Nez Percé, um eine günstige Gelegenheit zu bekommen, die Nez Percé auf ihrem Marsch aufzuhalten. Das sie bereits von den Nez Percé beobachtet wurden, merkten sie nicht. Joseph führte sie am 16. Juni 1877 im White Bird Canyon in einen Hinterhalt, wo seine Scharfschützen mehrere Soldaten töteten und im Anschluß jagte er seine 500 Pferde über sie hinweg. Die nun auf die Soldaten heranstürmenden Pferde lösten bei Lieutenant Theller und bei weiteren 18 Soldaten Todesangst aus, so dass sie flohen und auf ihrer Flucht leichte Beute der indianischen Scharfschützen wurden. Captain Perry, Lieutenant Parnell und die Truppe suchten Schutz in einer Schlucht, wo sie sich noch drei Stunden gegen angreifende Nez Percé verteidigten. Sie begaben sich dann auf die Flucht nach Mount Idaho, wo ihnen eine Siedlertruppe begegnete, die nun ihrerseits die Indianer vertrieb. Auf ihrem Rückzug fanden die Nez Percé 34 tote Soldaten, denen sie die Waffen und Kleidung abnahmen, aber deren Skalpe nicht anrührten.

General Howard nahm nun die Verfolgung der Nez Percé am 22.06. mit 227 Soldaten aus Fort Lapwai auf. Am Clear Water River nahe Kamia im Bundesstaat Idaho befand sich Looking Glass mit seiner Streitmacht und erwartete die Ankunft der US-Armee. Die Nez Percé hatten 450 Frauen, Kinder und Greise und etwa 250 Krieger zur Verfügung. Howards Armee war bis zum 11. Juni auf 700 Mann angewachsen und glaubte einen leichten Sieg zu erringen. Ohne Vorwarnung eröffnete er mit einer Haubitze und zwei Revolvergewehren das Feuer. Die Revolvergewehre schossen zu kurz und die Haubitze schlug weit hinter den Nez Percé im Wald ein. Die Nez Percé brachten ihre Angehörigen und das Vieh in Sicherheit und gingen am Clear River in Stellung. Das Gefecht dauerte den ganzen Tag. Ohne das die Soldaten die Nez Percé bezwingen konnten, zogen sie sich über den Fluß mit allen Leuten, mit aller Habe und Vorräten zurück. Durch eine strategische Meisterleistung von Oberhäuptling Joseph waren keine schweren Verlusten zu beklagen. In einer Beratung beschlossen die Häuptlinge nach Kanada zu gehen. Howards Truppen hängten die Nez Percé bei der Überquerung der Bitterroot Mountains ab, jedoch Captain Rawn versperrte ihnen mit einer Barriere den Weg durch den Lolo Canyon. Drei Tage der Verhandlung vergingen, da Rawn die Nez Percé bis zum Eintreffen von General Howard und Colonel Gibbon hinhalten wollte. Die Barriere umgingen die Indianer am 28. Juli, kauften den Siedlern gegen Wucherpreise Lebensmittel ab und zogen weiter nach Norden. Rawn verfolgte die Nez Percé zwar, konnte aber gegen die Nachhut Josephs nichts ausrichten, weshalb er umkehrte.

Da Looking Glass nicht ahnte, dass Colonel Gibbon aus Fort Shaw mit einer Abteilung sich nördlich des Missouri näherte, verlangte er von Joseph eine Rast einzulegen. Der Oberhäuptling stimmte zugern dieser Bitte zu. Am Morgen des 9. August 1877 umzingelten 170 Infanteristen das Lager am Big Hole River und eröffneten auf Befehl des Colonels das Feuer. Mehrere Salven krachten, bevor die Soldaten das Zeltdorf im Sturm einnehmen wollten. Während die Nez Percé mit aller Kraft ihr Lager gegen die Soldaten verteidigten, brachten einige Krieger unter ihnen auch Joseph die Frauen, Kinder und Alten in Sicherheit. White Bird führte die Hauptstreitmacht gegen Gibbons Truppe an und machte als erstes die Kanoniere, die gerade ihr Geschütz in Stellung bringen wollten, unschädlich. Dann beschossen Scharfschützen die Soldaten, wobei eine Kugel Gibbon ins Bein traf, und konnten somit die Verfolger abhängen. 80 Tote hatten die Nez Percé nach diesem Gefecht zu beklagen, darunter zwei Drittel Frauen und Kinder. Die Truppen von Gibbon hatten 30 tote und 40 verwundete Soldaten.

Zuerst zogen die Nez Percé in südliche Richtung, um vermeintliche Verfolger zu täuschen. Außerdem hatten die Nez Percé eine Nachhut zurückgelassen, die Gibbon und seine Leute fast ausgehundert hätten, wenn Howard sie nicht mit einer neu eingetroffenen Kavallerie-Einheit verscheucht hätte. Joseph erhielt Kenntnis von den neuen Verfolgern und konnte ihnen fast alle Pferde und Maultiere, die Proviant und Munition trugen, abnehmen. Den General blieb nichts anderes übrig als am Camas Meadows zu bleiben. Die Nez Percé zogen über den Targhee-Paß zum Yellowstone Park. Auf dem Gebiet der Crow angekommen, baten sie um Beistand, was abgelehnt wurde. Die Crow verständigten stattdessen Colonel Sturgis vom 7. US Kavallerie-Regiment, welches nach der Schlacht am Little Bighorn am 25. Juni 1876 wieder seine volle Stärke von 350 Mann erreicht hatte. Sturgis und seine Truppe konnten zwar die Nez Percé einholen, jedoch gelang den Indianern die Flucht.

General Howard und Colonel Sturgis vereinigten sich am Stinking Water River und nahmen nun die Verfolgung gemeinsam auf. Joseph zog zum Musselshell River, wurde aber am Canyon Creek von Sturgis eingeholt. Nez Percé-Scharfschützen konnten bis zur Nacht die Truppen aufhalten - bis zur Grenze nach Kanada waren es nur noch 30 Kilometer. Die Eilmärsche zwangen die Nez Percé in der Nähe des Bear-Paw Mountain am Milk River eine Ruhepause einzulegen. Aus Fort Keogh näherte sich General Miles, der von General Howard unterrichtet worden war, dem Lager der Nez Percé.

280 Soldaten mit Artillerieunterstützung eröffneten am 29. September 1877 im dichten Schneetreiben das Feuer auf das Lager. Die Nez Percé brachten ihre Angehörigen in Sicherheit und 125 Scharfschützen versteckten sich in den Felsklippen bis 115 Kavalleristen auf 20 Schritt herangekommen waren. Nun wurden 29 Infanteristen und 24 Kavalleristen erschossen und 42 Soldaten verwundet. Die Nez Percé verloren drei Frauen und 18 Krieger, unter ihnen Ollokot und der Prophet Toohoolhoolzote. Dann schossen die Infanteristen mit einer vierpfündigen Haubitze und einer Hotchkiß-Kanone auf die Stellungen der Indianer und waren sich fast sicher den Verlauf des Kampfes für sich zu entscheiden, da aber begannen die Nez Percé Scharfschützen die Esel- und Maultiergespanne zu beschießen. Dabei gab es hohe Verluste unter den Soldaten, so dass sie sich zurückzogen. Nach einer Beratung der Offiziere mit Miles wurde das Gefecht fortgesetzt. Die Nez Percé hoben in der Nacht Schützengräben aus. Am anderen Morgen kam es zu Verhandlungen, wo Miles Joseph zur Kapitulation aufforderte, was der Oberhäuptling ablehnte. Mit Zwölfpfünderkanonen ging es bis zum Abend mit dem Gefecht weiter, jedoch erzielten die Soldaten keinen Bodengewinn. Miles lud Joseph zu einem weiteren Gespräch ein. Trotz weißer Parlamentärfahne wurde Joseph zwei Tage lang gefangengehalten. Der General versprach dem Oberhäuptling in seine Heimat zurückkehren zu dürfen, wenn sie die Waffen ablieferten. Doch Joseph lehnte ab. Die Nez Percé nahmen Lieutenant Jerome zum Geisel, den sie gegen ihren Häuptling austauschten. Erneut kam es zum Gefecht bis Miles Kuriere zu Terry in das 100 Meilen entfernte Fort Benton, zu Howard und Sturgis, die weiter südlich sich befanden, schickte.

General Howard traf als erster bei Miles ein und zwar am 5. Oktober. Miles forderte den Oberhäuptling nochmals zur Aufgabe auf. Eine Beratung zwischen Joseph, White Bird und Looking Glass kam zu dem Schluß bis zum Tod zu kämpfen, was den Oberhäuptling zum Aufschub der Entscheidung veranlaßte. Ein Scharfschütze der Soldaten tötete Looking Glass. Joseph kapitulierte am 6. Oktober 1877. White Bird und weitere Krieger flohen nach Kanada zu Sitting Bull. Der Oberhäuptling und die anderen Nez Percé kamen in Gefangenschaft. Vom Tonque River in Montana kamen sie nach Bismarck in North Dakota und von dort nach Fort Leavenworth. Man transportierte sie schlimmer als Vieh. Nach einem weiteren halben Jahr ging es nach Baxter Springs in Kansas und von dort verlegte man sie am 21. Juli 1878 ins Indianerterritorium Oklahoma. Die Horden von White Bird und Looking Glass durften 1885 in die Reservation ihres Volkes in Lapwai zurück. Die Horde von Joseph - noch etwa noch 150 Personen - wurden nach Nespelm in das Colville-Reservat im US-Bundesstaat Washington umgesiedelt. Hier blieben sie bis zu ihrem Tod in der Verbannung.

Joseph starb am 21. November 1904 an gebrochenem Herzen, so schrieb es der Arzt in den Totenschein.

 
Red Cloud

Red Cloud - Oberhäuptling der Oglala-Teton Red Cloud heißt im Deutschen Rote Wolke, indianisch: Makpiya Luta. Er war Oberhäuptling der Oglala und zugleich des Oglala-Kriegerbundes der Bad Faces. Außerdem war er auch zeitweise Führer der Arapaho, Cheyenne, Teton und anderer Stämme.

Durch den Harney-Sanborn-Vertrag, der im Jahre 1865 zwischen Arapaho, Cheyenne und Teton mit den Vereinigten Staaten geschlossen wurde, garantierte man den Stämmen das Powder-River-Land - ein Gebiet zwischen Rocky Mountain, Black Hills und dem Yellowstone River. Der Vertrag war kaum unterschrieben, da wurde in Montana Gold gefunden und erste Weiße verletzten die Vereinbarungen. Unter James Sawyer brachen Prospektoren zu den Goldfeldern nach Montana auf, dabei durchquerten sie das Gebiet am Powder River. Vom Wagenzug der Prospektoren, der im vertraglich verbotenen Terrain unterwegs war, erhielten die Teton am 15. August 1865 Kunde. Red Cloud von den Teton und Dull Knife von den Northern Cheyenne ritten mit 500 Kriegern zum Wagenzug, wo es ein kleines Gefecht gab. Die Indianer schlossen mit den Weißen einen Waffenstillstand und erlaubten ihnen durch ihr Land nach Montana zu ziehen. Von Sawyer erfuhren die Häuptlinge, dass General Patrick E. Connor am Powder River ein Fort errichtete, was Red Cloud und Dull Knife erzürnte. Die Prospektoren durften aber ihren Weg entlang des Flusses fortsetzen, nachdem sie eine Wagenladung Tabak, Kaffee, Mehl und Zucker den Indianern überlassen hatten.

Das neue Fort wurde an einem Nebenfluß des Powder River, 100 Kilometer von Crazy Woman entfernt, errichtet. Connor verließ am 22. August das Fort in Richtung Tonque River - nur eine Kompanie blieb zurück. Auf ihrem Weg entdeckten sie das Lager vom Oberhäuptling Black Bear und seinen Northern Cheyenne, welches sie im Morgengrauen mit 250 Kavalleristen und 80 Pawnee-Söldnern überfielen. Mehr als 50 Krieger wurden ermordet und die Pferdeherde von 1.000 Tieren fortgetrieben. Danach zogen Connors Truppen zurück zum neuerrichteten Fort - was erst Fort Connor genannt wurde, dann in Fort Reno umgetauft wurde. Zwei Kompanien sollten im Fort den Winter ausharren, während der Rest abzog. Die Stämme hatten ausreichend viele Krieger zusammengezogen, um das Fort zu überfallen. Ein Angriff wurde aber nicht geführt, da der Kriegerverlust zu hoch gewesen wäre. Deshalb wurden die Nachschubwege zu Fort Laramie kontrolliert und aller Proviant abgefangen, was zu Fort Reno unterwegs war. Die Hälfte der Fortbesatzung starb an Unterernährung, Skorbut oder Lungenentzündung. Für ihre Aktionen brauchten die Indianer aber auch Waffen, die sie von friedlichen Teton unter der Führung von Big Mouth - die als Zwischenhändler zwischen Weißen und Indianern auftraten - eintauschten. Über die Vermittlung von Big Mouth wurde Red Cloud zu Kommandant Maynadier zu Verhandlungen eingeladen.

Diese Verhandlungen fanden im Mai 1866 bei Fort Laramie statt. Red Cloud und sein Stellvertreter Man-Afraid-of-His-Horses erschienen mit 1.000 Kriegern. Zu diesem Treffen erschien auch Colonel Henry Carrington mit 700 Infanteristen, die beauftragt waren, am Bozeman Road Forts zu errichten. Als man den Brulé, Oglala und Cheyenne dieses Gebiet abkaufen wollten, regierte Red Cloud auf besondere Weise - er war am darauffolgenden Verhandlungstag mit samt seinen Oglala weg. Er würde auch erst wieder an Friedensverhandlungen teilnehmen, wenn alle Soldaten das Powder-River-Land verlassen hätten. Da es nun keine Vereinbarungen gab, zog Carrington zu Fort Reno, löste die Mannschaften ab und erbaute sein zukünftiges Hauptquartier zwischen Little und Big Piney Creek nahe den Bighorn Mountains. Von diesem Fort - mit dem Namen Phil Kearny - erbeuteten die Krieger von Red Cloud im Morgengrauen des 17. Juli 175 Pferde und Maultiere. Ab diesem Zeitpunkt begann Red Cloud seinen gnadenlosen Guerilla-Krieg gegen Carrington. Auch die Wagenkolonnen auf dem Bozeman Road waren vor Überfällen nicht mehr sicher. Dieser Krieg dauerte bis in den Sommer hinein. Am Powder River wurde von den verbündeten Indianern ein Versorgungslager eingerichtet von wo aus sie ihre Überfälle koordinierten.

Die Angriffe dienten einmal dazu, den Nachschub zum Fort abzuschneiden und zum anderen die Soldaten zu zermürben. Diese Taktik hatte ja schon einmal bei Fort Reno Früchte getragen. Beim mächtigen Oberhäuptling trafen auch täglich mehr Kämpfer ein, so Krieger von den Häuptlingen Black Bear, Sorrel Horse und Spotted Tail. Zu den Verbündeten von Red Cloud gehörte auch Sitting Bull mit seinen Hunkpapa. Carrington wollte 140 Kilometer nördlich seines Fortes ein neues errichten. Dazu schickte er 150 Mann los, um das Fort C. F. Smith erbauen zu lassen. Die Kriegeranzahl war mittlerweile auf nahezu 3.000 Mann angewachsen, da aber nur wenige von ihnen Gewehre besaßen, wollte Red Cloud sich zuerst auf Fort Phil Kearny konzentrieren.

Am 21. Dezember 1866 holte Red Cloud zum Vernichtungsschlag gegen Fort Phil Kearny aus. Im Morgengrauen führten einige Krieger einen Ablenkungsangriff gegen einen Wagenzug auf dem Holzweg. Am Peno Creek verbarg sich die Hauptmacht von 2.000 Kriegern der verbündeten Stämme und legten somit einen Hinterhalt. Auf der östlichen Seite hatten sich die Teton verschanzt und auf der Westseite die Cheyenne und Arapaho. Hinter zwei Bergrücken hatten sich berittene Krieger versteckt. Dem Wagenzug kamen Soldaten aus dem Fort unter dem Kommando von Captain Fetterman zu Hilfe. 10 Krieger - je zwei von den Arapaho, Brulé, Cheyenne, Minneconjou und Oglala - unter dem Befehl von Crazy Horse nahmen nun die Aufmerksamkeit des Forts in Anspruch. Carrington wollte diese Krieger schnell niederstrecken, weshalb er auf sie eine Kanone abschießen ließ. Der Scheinangriff auf den Wagenzug des Holzweges wurde aufgegeben und die Krieger zogen sich zum Lodge Trail Ridge zurück, wohin sie Fetterman mit seiner 82 Mann starken Truppe (Fetterman, 3 Offiziere, 26 Kavalleristen, 50 Infanteristen und 2 Zivilisten) verfolgte. Was Fetterman und seine Truppe nicht wußten, war, dass sie soeben in die gut vorbereitete Falle hineingetappt waren. Crazy Horse gab das Angriffszeichen und seine Streitmacht griff die Soldaten an. Little Horse - Häuptling der Northern Cheyenne - befehligte die berittenen Arapaho und Cheyenne. Die Infanteristen waren in kurzer Zeit getötet. Lieutenant Grummond und die Kavalleristen flohen in die felsigen Anhöhen des Bergkammes und nahmen zwischen den eisbedeckten Felsen Deckung. Die 26 Kavalleristen hatten keine Chance gegen die 2.000 Krieger der verbündeten Stämme. Als Carrington das Gefecht hörte, schickte er Colonel Ten Eyck mit einer Truppe Fetterman zu Hilfe. Aber bevor der Entsatz den Ort des Geschehens erreichte, war alles zu Ende. Auf der Seite der Indianer waren 100 Krieger verletzt oder getötet wurden.

Die Truppe von Captain Ten Eyck fanden die skalpierten Leichen von Captain Fetterman und Captain Brown wie die getöteten Infanteristen, die sie ins Fort brachten. Crazy Horse und seine Krieger waren im Anschluß des Gefechtes während eines Schneesturms in ihr Lager zurückgekehrt. Dort warteten sie das Ende des Sturmes ab und begaben sich dann zu ihren heimatlichen Dörfern am Tonque River, wo sie ihren Sieg über die Bleichgesichter feierten. An weitere Angriffe war wegen extremer Kälte nicht zu denken.

Ein Scout wurde in der Nacht nach dem Fetterman-Massaker zum Fort Laramie geschickt. Er kam mit dem schnellsten Pferd von Carrington am Heiligen Abend im Fort an, wo er seine Meldung machte. Am 27. Dezember 1866 brach ein starkes Hilfskorps zum Fort am Piney Creek auf. Fort Phil Kearny war unversehrt. Nach dem Massaker an Fetterman und seiner Truppe wurde in Washington eine Regierungsuntersuchung eingeleitet, die Carrington seines Postens enthob und den Colonel vor ein Militärgericht stellte. Colonel Carrington wurde freigesprochen. Zu den Forts am Powder River wurden starke Verstärkungstruppen geschickt.

Eine vom Kongreß eingesetzte Kommission traf im April 1867 in Fort Laramie ein, um die Stämme der Teton, Cheyenne und Arapaho zum Frieden zu bewegen, sie in eine Reservation einzupferchen und sie vom Nomadenleben zu seßhaften Farmern umzuerziehen. Man-Afraid-of-His-Horses teilte im Auftrag Red Clouds der Kommission mit, dass der Oberhäuptling erst an Verhandlungen teilnehmen würde, wenn alle Soldaten das Land am Powder River verlassen hätten. Red Cloud und seine Teton griffen Ende Juli Fort Phil Kearny und die Cheyenne-Häuptlinge Dull Knife und Two Moon Fort C. F. Smith an. Die Teton unter Red Cloud erlitten in der Wagon-Box-Schlacht eine herbe Niederlage. Ebenso erging es den Cheyenne in der Hayfield-Schlacht. Die Holzfäller des Forts waren mit den neuen Springfield-Hinterlader-Gewehren ausgerüstet wurden.

Bereits im November versuchte die Kommission erneut mit Red Cloud einen Friedensvertrag zu schließen. Auch diesmal lehnte der Oberhäuptling ab. Auf Anordnung der US-Regierung erteilte das Kriegsministerium im Sommer 1867 den Befehl alle Forts im Land des Powder Rivers zu räumen. Zuerst war das Fort C. F. Smith an der Reihe. Alle Soldaten sowie die Ausrüstung wurde am 29. Juli 1867 nach Süden verlegt. Der Oglala-Bund der «Bad Faces» zogen mit ihrem Anführer und Oberhäuptling Red Cloud am anderen Tag zum Fort und setzten alle Gebäude in Brand. Little Wolf - der oberste Kriegshäuptling der Cheyenne - vernichtete auf gleiche Weise Fort Phil Kearny einen Monat später. Wenige Tage später kam auch Fort Reno an die Reihe. Das Land am Powder River war wieder in Indianerhand und Red Cloud hatte einen großen Sieg gegen seine Feinde errungen. Obwohl das Land von den weißen Eroberern befreit war, ließ Red Cloud die Kommission mit der Unterzeichnung des Vertrages einige Wochen warten. Erst am 6. November 1867 erschien der Oberhäuptling in einer Schar auserlesener Krieger im Fort Laramie. Er unterschrieb den Friedensvertrag als Anführer der verbündeten Stämme und aus einer Siegerpose heraus. Nach seiner Unterzeichnung folgten auch die anderen Häuptlinge. Am 16. Februar 1868 wurde der Vertrag vom Senat ratifiziert und acht Tage später - am 24. Februar - vom Präsident Johnson verkündet. Als Lieutenant Colonel Custer am 27. November 1868 das Lager von Black Kettle überfiel, war der Vertrag bereits wieder gebrochen. Im Frühjahr des Jahres 1870 kam es zu Unruhen unter den Stämmen, da die Armee Red Cloud immer wieder in große Schwierigkeiten brachte. Die Unstimmigkeiten sollten geklärt werden. Dazu lud der Indianer-Kommissar Parker Red Cloud nach Washington ein.

Die Indianer-Delegation fuhr am 26. Mai 1870 in einem Sonderzug der Union Pazifik los. Als Begleiter hatte Red Cloud 15 auserwählte Oglala-Häuptlinge auf die Reise nach Osten mitgenommen. Fünf Tage dauerte die Fahrt in die US-Hauptstadt, wo sie im Hotel noch mit Spotted Tail und seiner Brulé-Delegation zusammentrafen. Dem Gespräch mit dem Präsidenten am 9. Juni im Weißen Haus waren zahlreiche Verhandlungen vorausgegangen. Red Cloud erklärte sich bereit mit seinem Volk in die Reservation zu gehen. Auf seiner Rückfahrt nach Laramie legte er einen Aufenthalt in New York ein, um eine Rede zu halten. Wie Man-Afraid-of-His-Horse war auch Red Cloud bereit den Frieden zu halten. Deshalb kam es auf Ersuchen des Indianer-Kommissars zu einer Konferenz, bei der über die neue Sioux-Agentur entschieden werden sollte. 50 Kilometer östlich von Fort Laramie wurde eine provisorische Agentur eingerichtet. Drei Jahre später wurde die Sioux-Agentur in das Quellgebiet des White Rivers nach Nebraska verlegt. Kaum waren Red Cloud, Spotted Tail und viele Teton in die Reservation umgesiedelt wurden, fand man in den Black Hills Gold.

General Philip Sheridan, der Kommandant des Departements Missouri, wurde wegen der goldhungrigen Amerikaner beauftragt, eine militärische Aufklärungsexpedition in die Schwarzen Berge zu schicken. Diese Expedition erhielt als Führer Lieutenant Colonel Custer vom 7. US-Kavallerie-Regiment. 1.200 Mann und einige Forscher brachen am 1. Juli 1874 in die Black Hills auf. Custer war begeistert von der fruchtbaren Landschaft und den Goldadern und schickte deshalb bereits am 2. August einen Scout nach Laramie mit einem Bericht. Die Depeche sollte zwar das Hauptquartier in St. Paul erreichen, aber am 12. August erschien diese Meldung bereits in der Presse. Mit der Veröffentlichung dieses Artikels wurde in den Vereinigten Staaten ein Goldrausch ausgelöst. Die Teton waren mit der Expedition in ihr heiligstes Gebiet nicht einverstanden, weshalb Red Cloud Protest einlegte. Mit dem Eindringen der Custer-Expedition wurde gegen den Vertrag von Laramie verstoßen. Immer mehr Oglala empörten sich gegen den Aufenthalt der US-Truppen in den Paha Sapa - wie die Dakota die Heiligen Berge nannten. Präsident Ulysses Grant ließ verkünden, dass keine Eindringlinge unbefugt das Gebiet betreten dürfen, was ja den Arapaho, Cheyenne und Teton laut Vertrag zu gesichert wurden war. Red Cloud hatte zuviel mit der schlechten Qualität der gelieferten Waren und Lebensmittel zu tun, um sich mit dem Eindringen der Weißen in die Black Hills zu befassen. Als die jungen Krieger, die von der Herbstjagd heimkehrten, von der Expedition hörten, mußten sie von Red Cloud beruhigt werden. Ende Oktober kam es zwischen dem Indianer-Agenten Saville und den jungen Kriegern zu einem Streit als er einen Fahnenmast errichten wollte. Saville rief das benachbarte Fort Robinson zu Hilfe. Die 26 Kavalleristen wurden von den jungen Kriegern umringt. Young-Man-Afraid-of-His-Horses mit einer Kriegerhorde entkramften die Lage und nahmen die Kavalleristen in ihren Schutz.

Da sich Red Cloud nicht in die Angelegenheit einmischte, verlor er die jungen Krieger an Sitting Bull und Crazy Horse. Der Goldrausch auf die Black Hills begann im Frühjahr des Jahres 1875. Red Cloud und Spotted Tail protestierten deswegen bei den Behörden in Washington. Aber statt etwas gegen die angespannte Lage zutun, schickte man eine Kommission nach Fort Laramie, die mit den Indianern verhandeln sollte üer die Abtretung der Black Hills. Als die großen Häuptlinge, wie Crazy Horse, Red Cloud und Sitting Bull den Verhandlungen fernblieben, mußte die Kommission einsehen, dass die Black Hills unverkäuflich waren. Da es zu keinem Kauf der Heiligen Berge kam, versuchte man nun zumindestens Schürfrechte zu erwerben, womit die Häuptlinge auch nicht einverstanden waren. Spotted Tail hielt diesen Vorschlag für einen Witz. Rechneten die Weißen tatsächlich damit, dass die Teton ihre heiligen Berge verkaufen würden? Um Zeit zu gewinnen, kam Red Cloud mit dem Vorschlag erst einmal die Ratsversammlung einzuberufen, um über die Angebote der Kommission zu beraten. Zu Verhandlungen trafen sich Red Cloud und die Kommission am 23. September. Little Big Man, der Gesandte von Crazy Horse, und 300 Oglala-Krieger störten die Gespräche. Drei Tage später unterbreitete die Kommission Spotted Tail zwei Angebote: Eine jährlich Summe von 400.000 Dollar oder ein Pauschalbetrag von sechs Millionen wollte man für die Schürfrechte an die Teton zahlen. Diese lächerliche Summe lehnte Red Cloud erneut ab, da bereits in einer Mine Gold für 500 Millionen Dollar lagerte. Im Auftrag der Teton wurde das Angebot der Kommission durch Spotted Tail entschieden zurückgewiesen. Die Kommission berichtete im Kongreß von ihren vergeblichen Bemühungen einen Vertragsabschluß zu erreichen, deshalb empfahlen die Mitglieder den Abgeordneten an die Teton eine bestimmte Entschädigungssumme zu zahlen oder sie vor eine endgültige Entscheidung zu stellen. Der Kongreß entschied sich dafür die Prärie-Stämme in Reservationen zwangsumzusiedeln.

General Sheridan wurde am 7. Februar 1876 durch das Kriegsministerium beauftragt, gegen die feindlichen Indianer Sitting Bull und Crazy Horse Operationen zu beginnen. Sheridan gab diesen Befehl an die Generäle Crook und Terry weiter, da die noch freien Teton das Ultimatum am 31. Januar verstreichen ließen. Red Cloud blieb friedlich, trotz des Krieges der Oberhäuptlinge Sitting Bull und Two Moon und des Kriegshäuptlings Crazy Horse. Zahlreiche Krieger von Red Cloud verließen die Reservation und schlossen sich dem Kampf an. Nach der Schlacht am Little Bighorn wurden die Indianer in den Reservationen gezwungen, ihre heiligen Berge - die Black Hills - und das Land am Powder River an die Vereinigten Staaten von Amerika abzugeben. Erpreßt durch die Bleichgesichter unterzeichneten die Häuptlinge Red Cloud und Spotted Tail den geforderten Vertrag, um in ihrer Reservation verbleiben zu dürfen. Bei Nichtunterzeichnung wären sie ins Indianerterritorium Oklahoma depotiert wurden. Jedoch mußen sie vier Wochen nach dem Vertrag ihre Pferde und Waffen abgeben. Dazu waren acht Kavallerie-Kompanien unter dem Befehl von Colonel Mackenzie zu den Agenturen gekommen. Im Anschluß wurden sie nach Fort Robinson eskortiert, um sie unter Bewachung zu stellen. Die Häuptlinge unter ihnen Red Cloud mußten den Weg zu Fuß zurücklegen.

Red Cloud überredete Crazy Horse wie dessen 900 Oglala zur Aufgabe nach Fort Robinson zu kommen. Dull Knife, der Freund von Red Cloud von den Northern Cheyenne, war auch nicht bereit zu Friedensverhandlungen nach Fort Robinson zu kommen - obwohl der Oglala-Oberhäuptling extra im Dezember 1878 das neue Reservat - die Pine Ridge Reservation, in die die Oglala 1877 umsiedeln mußten - verließ und noch einmal nach Fort Robinson fuhr. Er kehrte ohne Ergebnisse in seine Reservation zurück. Eine weitere Kommission und General Crook versuchten Red Cloud 1889 zu überreden, weitere Teile des Reservats abzugeben. Red Cloud und andere Häuptlinge lehnten dies jedoch ab.

Der letzte große Führer der Teton starb am 10. Dezember 1909 in der Pine Ridge Reservation in South Dakota.

Sitting Bull

Sitting Bull

Sitting Bull - Oberhäuptling der Hunkpapa-Teton (= Sitzender Büffelstier, indian.: Tatanka Yotanka). Er war Schamane, Seher und Oberhäuptling der Hunkpapa-Teton. Sitting Bull war in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts oberster Führer der Teton- und Dakota-Streitkräfte. Er wurde 55 Jahre alt und lebte von 1835 bis zu seiner Ermordung am 15. Dezember 1890. Schon als Knabe besaß er ein nachdenkliches Wesen. Bereits im Alter von 14 Jahren kämpfte Sitting Bull in vorderster Linie in einem Gefecht gegen die Crow und konnte mehr Coups aufweisen als ein jeder Krieger der Kriegerschar. Durch seine Tapferkeit, Schnelligkeit und sein Können gewann Sitting Bull schon in Kindersalter das Recht einen Männernamen zu tragen. So erhielt der Knabe den Namen Sittig Bull und stieg durch seine Heldentaten nach und nach in die höchste Stufe der Kriegergesellschaft seines Stammes auf. Er entwickelte die Kunst der Kriegsführung immer weiter.

Sitting Bull besuchte 1863 das Santee Reservat Crow Creek am Missouri, wo er sich über die Landwegnahme und die Methoden der Weißen informierte. Mit der Absicht das Stammesgebiet seines Volkes vor den weißen Eindringlingen zu verteidigen, verließ er voller Mitleid für die Santee das Reservat. Als die Büffel wegen der großen Trockenheit im Sommer nach Osten wanderten, zog Sitting Bull mit seinem Stamm ihnen nach in das Land der Santee-Dakota, wo er auf Colonel Sibley und seine Truppen stieß. Sibley suchte hier nach entflohenen Kriegerbanden der Santee. Es kam zu einem kurzen Kampf, der aber keine hohen Verlusten brachte, jedoch dazu führte, dass sich beide gegnerischen Parteien zurückzogen.

Sitting Bull prophezeite und warnte zugleich seinen Stamm vor den Langen Messern, wie die Weißen von den Indianern genannt wurden, die die Prärie in Brand setzen würden. Im Sommer 1864 ließ, General Alfred Sully dann tatsächlich das Lager von Sitting Bull in den Killdeer Mountain angreifen und zerstörte das gesamte Zeltdorf und ließ die Büffelfellkleidung anzünden. Nachdem auch noch die Hunde erschossen waren, marschierte Sully durch die Badlands zum Yellowstone. 20 Krieger des berüchtigten Inkpaduta sowie 10 Yanktonai, die sich seiner Kriegerschar angeschlossen hatten und nun Sitting Bull unterstützt hatten, verloren bei diesem Überfall ihr Leben. Sitting Bull verfolgte die Truppen und ließ einen Angriff auf den anderen folgen bis ihnen die Munition ausging.

1865 schlossen die Teton, Arapaho und die Northern Cheyenne mit den beiden Generälen Harney und Sanborn einen Friedensvertrag. Er garantierte den Stämmen das Land am Powder River. Sitting Bull lud seine Stammesverwandten zum Sonnentanz ein, während die Northern Cheyenne ihre Zauberpfeil-Zeremonie abhielten. Auch dieser Frieden dauerte wie jeder vorher geschlossene nicht lange, denn General Connor griff Ende August das Lager von Black Bear, welches am Tonque River lag, an und tötete 50 Arapaho und vernichtete Tipis, Kleidung und die Wintervorräte. Unter den Häuptlingen Sitting Bull, Black Moon, Red Leaf, Standing-Looking-Back und Swift Bear griffen 400 Hunkpapa- und Minneconjou-Krieger zwei Kolonnen General Connors, die unter dem Befehl Cole und Walker standen, an und töteten die Pferdewachen bevor diese sich zurückzogen.

400 Krieger folgten fortan den Kolonnen Cole und Walkers und als die Krieger nun auf Späher der Oglala und Cheyenne stießen, die General Connors Kolonnen suchten, schlossen sie sich zusammen und gemeinsam mit den Kriegerbanden von Roman Nose an, dessen Lager nicht weit entfernt war, griffen sie das Soldaten-Camp Cole und Walkers am Powder River an. Trotz ihrer Tapferkeit gelang es ihnen nicht in das Camp einzufallen, was sie zum Rückzug veranlaßte. Sie verfolgten aber noch die Soldaten bis sie Ende September von Connor vertrieben wurden. Sitting Bull beteiligte sich auch 1866 am Red Cloud Krieg in dessen Verlauf die verbündeten Stämme zahlreiche Pferde und Gewehre erbeuteten, die sie gegen ihre alten Vorderladergewehre eintauschten. Als Red Cloud am 06.11.1868 mit den Vereinigten Staaten Frieden schloß, bekräftigten Sitting Bull und Crazy Horse ihr Gelübde von den Weißen weder Geschenke anzunehmen noch ihre betrügerischen Reden sich anzuhören.

In den Black Hills wurde im Jahre 1872 Gold gefunden, was dazu führte, dass Tausende von Goldsuchern in die Heiligen Berge der Dakota einfielen. Daraufhin wählten die jungen Krieger Sitting Bull und Crazy Horse zu ihren obersten Häuptlingen. Beide Häuptlinge unternahmen vorerst nichts, da sie auf die Reaktion der Regierung in Washington auf die Proteste Red Clouds abwarten wollten. Der Präsident schickte eine Kommission, die über den Verkauf der Black Hills mit den Indianern verhandeln sollte. Sitting Bull, Crazy Horse und die anderen freien Häuptlinge lehnten in Verhandlungen am 20. und 23. September 1875 den Verkauf ihres Landes ab, da die Regierung für Schürfrechte nur sechs Millionen Dollar bzw. für eine jährliche Abfindung nur 400.000 Dollar zahlen wollte. Die Regierung beauftragte nach Ablehnung des Vertrages das Kriegsministerium die feindseligen Indianer im Powder River Gebiet zu befrieden. Die Indianer wurden aufgefordert sich bis zum 31. Januar 1876 in den Indianer-Agenturen in Dakota und Montana einzufinden und zu kapitulieren, was die verbündeten Stämme als Kriegserklärung auffaßten.

Die Vorhut des General Crooks Colonel Reynold mit seinen sechs Kavallerie-Regimentern griffen am 17. März ein friedliches Jägerlager an. Die Führer der hier versammelten Jägerhorden hatten geglaubt am Powder River Büffel und Antilopen zu finden. Die Krieger zogen sich nach kurzer Gegenwehr zurück, um in den Felsen erneut in Stellung zu gehen, damit die Frauen, Kinder und Alten sich über den Powder River in Sicherheit bringen konnten. Auf Befehl Reynold wurden alle Tipis und alles Hab und Gut vernichtet und die erbeutete Pferdeherde zur Hauptstreitmacht Crooks zurückverlegt. Die Indianer konnten aber 700 Pferde ihrer Herde befreien, weshalb Crook Reynold vor ein Kriegsgericht stellen ließ. Crazy Horse nahm die Flüchtlinge auf, gemeinsam zogen sie dann im Frühjahr an die Mündung des Tonque River, wo die Hunkpapa unter der Führung Sitting Bulls über den Winter ausgeharrt hatten. Zu ihnen stießen auch Lame Deer und seine Minnecoujou. Am Rosebud River schlugen die Blackfeet-Teton, Brulé und Sans Arc wie auch die Cheyenne ihr Lager auf, um hier gemäß ihrem vertraglichen Recht ihre Reservationen verlassen zu dürfen, auf Wild- und Weideland zu ziehen.

Sitting Bull entsandte Boten zu allen Lagern sowie zu jeder Agentur westlich des Missouri, um die Krieger der verbündeten Stämme zum Krieg gegen die verhaßten Weißen aufzurufen. Trotz der Warnung Red Clouds folgten diesem Aufruf alle jungen Krieger der Teton, Cheyenne, Arapaho, anderer Dakota wie auch der Sohn Red Clouds - Jack Red Cloud. Es entstand ein gewaltiges Kriegslager am Rosebud River.

Junge Krieger aus Reservationen berichteten, dass starke Truppenverbände im Anmarsch wären. General Crook käme aus Süden, Colonel John Gibbon von Westen sowie General Terry und Colonel Custer von Osten. Die Häuptlinge aller Verbündeten hielten einen Kriegsrat ab und man ernannte die Anführer. Nach einer Vision Sitting Bulls, wonach plötzlich Weiße vom Himmel fallen würden mitten ins Indianerlager, dass diese Weißen keine Ohren hatten, um die Wahrheit zu hören und das Lager angreifen und den Tod finden würden.

Und tatsächlich erspähten jagende Cheyenne wenige Tage später Soldaten, die ihr Nachtlager am Rosebud Valley aufgeschlagen hatten. Mit Wolfsgeheul warnten die Späher das Zeltdorf vor der bestehenden Gefahr. Ein Kriegsrat wurde abgehalten, der beschloß, dass die Hälfte der Krieger zum Schutz der Zelte bleiben sollte und der Rest ungefähr 1.000 Krieger der Teton, Cheyenne, Arapaho und der anderen Dakota General Crook angreifen wollten. Am Morgen des 17. Juni 1876 griffen die verbündeten Stämme unter Führung von Crazy Horse die Vorhut General Crooks an und konnte sie ohne hohe eigene Verluste zum Rückzug zu ihrem Stützpunkt am Goose Creek bewegen, wo Crook auf Verstärkung wartete. Nach der siegreichen Schlacht am Rosebud River zogen die verbündeten Stämme zum Tal des Little Bighorn River, der von den Indianern Greasy Grass genannt wurde, wo Späher große Antilopenherden erspäht hatten und wo es auch genügend Weideland für die Pferde gab. Die Tipis wurden am Westufer des Bighorn aufgeschlagen und das kreisförmige Zeltdorf, welches jetzt hier entstand, hatte einen Durchmesser von 5 Kilometer und beherbergte etwa 10.000 Personen und rund 4.000 Krieger. Das obere Ende des riesigen Zeltdorfes lag im Süden, wo die Hunkpapa ihre Tipis errichtet hatten. In der Nähe lagerten die Blackfeet-Teton. Im Süden der Hunkpapa hatten die Sans Arc, Brulé, Oglala, Two Kettle, Santee und Yanktonai ihre Zelte aufgeschlagen. Im Norden des Hunkpapa-Zeltdorfes lagerten die Northern Cheyenne und Arapaho. Während Jägerhorden auf Antilopenjagd gingen, ruhten sich andere Krieger aus, weil an jedem Abend mehrere Stämme Tänze aufführten.

Am 24. Juni - morgens - wurde das Zeltdorf von Spähern unterrichtet, das Custer sich entlang des Rosebuds bewegte. Der nächste Tag brachte die Neuigkeit, dass die Truppen den letzten Bergkamm überwunden hatten und auf den Bighorn zuritten.

Gegen Mittag des 25. Juni 1876 ritt Major Reno mit seiner Truppe vom 7. Kavallerie-Regiment auf das Hunkpapa-Lager zu, wurde nach kurzem Gefecht zurückgeschlagen und schwich in ein kleines Wäldchen aus. Custer wollte das Cheyenne-Lager angreifen, wurde aber von einer starken Streitmacht von Gall frontal angegriffen, was die Langmesser dazubrachte von den Pferden abzusteigen und sich zusammen zu ziehen. Nun griff Crazy Horse von der Flanke an und Two Moon von hinten. Die Soldaten suchten hinter ihren Pferden schutz, wurden aber in weniger als einer Stunde niedergemetzelt.


Nach diesem großen Sieg beschloß der Kriegsrat die Zelte abzubrechen. Es wäre auch unklug gewesen, mit wenig Munition, Lanzen, Speeren und Pfeil und Bogen auf Crook und Terry zu warten. Bevor die Nacht hereinbrach, waren die Indianer durch das Bighorntal auf dem Marsch zu den Bighorn Mountains. Unterwegs teilten sich die Stämme. Während Sitting Bull und andere Häuptlinge auf getrennten Wegen den nach ihnen suchenden Soldaten auf Schleichwegen auswichen, wurde Red Cloud gezwungen die Black Hills an die Regierung abzugeben. Das Lager von American Horse mit seinen Oglalas und den Minneconjou bei Slim Buttes wurde am 9. September 1876 von General Crook übefallen. Vier Krieger und American Horse deckten den Rückzug seiner Leute, während andere Krieger zu Sitting Bull aufbrachen und über den Überfall berichteten. 600 Krieger, darunter Sitting Bull und Gall, eilten den Oglalas und Minnconjous zu Hilfe, kamen jedoch erst nach der Vernichtung des Lagers an. Die verbündeten Stämme griffen zwar die Nachhut Crooks an, wurden aber wegen Munitionsmangels zurückgeschlagen. Der Haupttrupp Crooks ritt weiter in die Black Hills. Sitting Bull verlegte sein Lager an den Yellowstone River, um von den verhaßten Weißen soweit wie möglich wegzukommen. Auf der Jagd kam Gall mit einem Nachschubtrupp des neuen Fort Keogh, welches an der Mündung des Tonque Rivers errichtet worden war, zusammen und erbeutete sechzig Maultiere. Über das Halbblut Johnny Brughiere ließ Sitting Bull eine Nachricht an den Kommandanten der Wagenkolonne Colonel Elwell Otis überbringen, dass sie das Sioux-Land verlassen sollten, sonst gäbe es erneut Krieg. Otis' Antwort war, dass er mit Krieg einverstanden sei. Doch Sitting Bull wollte eine Unterredung, die am 22. September 1876 mit Colonel Miles zustande kam. Zu diesen Verhandlungen kam Sitting Bull mit einem Unterführer und fünf Kriegern. Miles erschien mit einem Offizier und fünf Soldaten. Miles verlangte, dass Sitting Bull mit seinen Leutem in eine Reservation gehen sollte, was dieser ablehnte. Am nächsten Tag wurde weiter verhandelt, aber nach dem Miles wieder Sitting Bull zum Gang in die Reservation aufforderte, wurde dieser wütend und verließ die Verhandlungen. Auf Anordnung Sitting Bulls sollten sich seine Leute zerstreuen, da er mit einem Überfall rechnete, was tatsächlich passierte. Sitting Bull zog mit seinen Leuten im Frühjahr, genauer am 22. April 1877, nach Kanada. Hier traf er auf den Häuptling White Bird von den Nez Percé und sechzehn seiner Krieger, die Sitting Bull gastfreundlich in sein Dorf in Kanada aufnahm. Die Nez Percé waren zuvor vom Oberhäuptling Joseph vor dessen Kapitulation geflohen.

Die Teton-Dakota in den Vereinigten Staaten hofften aber das Sitting Bull aus Kanada zurückkommen würde, da sie in eine neue Reservation umgesiedelt worden waren und wiederum von betrügerischen Grundstücksspekulanten bedroht wurden. Auch die Regierung der USA wollte Sitting Bull bewegen aus Kanada zurückzukommen. General Terry sollte den Oberhäuptling der Dakota überreden. Man versprach den in Kanada lebenden Dakota eine völlige Amnestie, wenn sie bei ihrer Rückkehr die Waffen wie auch die Pferde aushändigen würden. Sitting Bull lehnte dies jedoch ab.

Vier Jahre später waren die riesigen Büffelherden verschwunden, die kanadische Regierung hatte es wahr gemacht, die Teton nicht zu versorgen und der Bitte um eine eigene Reservation wurde auch nicht entsprochen mit der Begründung, dass sie keine kanadischen Indianer seien und deshalb auch keinen Anspruch in dieser Hinsicht hätten. Trotz Verbots und der Warnung die Grenze nach den Vereinigten Staaten zu überschreiten, zogen immer mehr hungrige Dakota über die Grenze zu den Sioux-Agenturen. Der Winter 1880/81 war sehr kalt und zahlreiche Pferde erfroren, was weitere Teton bewegte zu Fuß nach Süden über die Grenze zu ziehen. Unter ihnen auch die getreuesten Begleiter Sitting Bulls, wie die Häuptlinge Gall und Crow King.

Sitting Bull ergab sich am 19./20.? Juli 1881 im Fort Bufort im US-Bundesstaat Missouri und 186 seiner Anhänger (45 Krieger, 67 Frauen und 73 Kinder). Der Häuptling war ausgezerrt, zerlumpt und total erschöpft. Die Teton kamen zur Hunkpapa-Agentur bei Standing Rock. Jedoch Sitting Bull wurde als Kriegsgefangener nach Fort Randall gebracht und interniert. Im Jahre 1882 wurde der Inhaftierte von den Häuptlingen seines Stammes besucht, um ihn um Rat zufragen, was die Aufteilung des Reservates in kleinere Distrikte anging. Der Oberhäuptling war strikt gegen weitere Landverkäufe. Doch die Teton wurden von einer Kommisssion, welche unter der Leitung Newton Edmunds stand, auf die fieseste Art betrogen. Die Häuptlinge unterschrieben die Verträge ohne lesen zu können, was sie unterzeichneten. Sie würden 25.000 Kühe und 1.000 Ochsen erhalten, wenn sie diese anfordern würden. Für das versprochene Vieh mußten die Teton 14.000 Quadratkilometer ihres Reservationsgebietes abtreten. Häuptlinge, die mit der Unterschrift zögerten, wurden durch dazu Drohungen gedrängt. Freunde der Teton konnten durchsetzen, nach dem eine andere Kommission die Verträge überprüft hatten, das diese im August 1883 für ungültig erklärt wurden.

Im Sommer des Jahres 1883 wurde Sitting Bull aus der Haft entlassen und in die Hunkpapa-Reservation überführt. Man glaubt es kaum, aber die Regierung der Vereinigten Staaten wollte den Teton die Lebensweise der Weißen verpassen, weshalb vom Indian Bureau James McLaughlin zum Leiter der Standing Rock Agentur ernannt wurde. Als erstes setzte er Gall von den Hunkpapa und John Grass von den Blackfeet-Teton als Häuptlinge ein, konnte mit dieser Maßnahme aber nicht das Ansehen Sitting Bulls beeinträchtigen. Da es McLaughlin nicht schaffte, Sitting Bull in seiner Beliebtheit bei seinen Stammesgenossen zu schmälern, war er einverstanden, dass der Häuptling an Festlichkeiten des öffentlichen Lebens teilnahm und im Sommer 1885 sich an den Wild West Shows von Buffalo Bill beteiligte und ihn eben so für einige Zeit los war. Am Tourneeende kehrte Sitting Bull zur Standing Rock Agentur zurück.

Im Jahre 1888 versuchte erneut eine Kommission aus Washington die Teton zu überzeugen, ihre Reservation in sechs Distrikte aufzuteilen. Auch diesmal lehnte Sitting Bull ab. Ein Jahr später - im Mai 1889 - schlug ein weiterer Versuch fehl. General Crook wandte sich nun an McLaughlin, der John Grass zur Unterzeichnung überreden sollte. John Grass hatte bis zu Verhandlungen am 03. August 1889 genügend Häuptlinge überzeugt, die den Vertrag gegen den Willen Sitting Bulls unterzeichneten. Somit wurde die große Reservation in sechs kleine geteilt.

Kicking Bear vom Cheyenne River Reservat besuchte am 09. Oktober 1890 Sitting Bull und erzählte ihm von dem Weissager der Paiute Wovoka und dessen Geistertanz-Bewegung. Eine solche Zeremonie hatte er selbst mit zehn weiteren Teton besucht. Sitting Bull erlaubte seinen Stammesangehörigen am Ghost Dance teilzunehmen, blieb selbst aber skeptisch, was ihn später bestärkte als Reservationsagenten Soldaten aufmarschieren ließen. Nun wollte er doch die Teilnahme seiner Leute verbieten lassen, jedoch Kicking Bear überzeugte den Oberhäuptling in der Hinsicht, dass den Teton durch ihre Geistertanzhemden nichts geschehen könnte. Kicking Bear wurde am 16. Oktober 1890 von einem Trupp der Indianerpolizei von der Reservation gebracht und Sitting Bull von McLaughlin zum Unruhestifter bezichtigt. Er empfahl auch den Häuptling außerhalb der Reservation in ein Militärgefängnis zu inhaftieren. Das Kriegsministerium und der Kommissar für indianische Angelegenheiten entschieden sich gegen eine Maßnahme, da sie Unruhen befürchteten. Mitte November geriet die Lage des geregelten Leben außer Kontrolle und das Kriegsministerium ließ eine Liste der Unruhestifter anfertigen, die dem Hauptquartier General Miles' zugestellt wurde. Miles machte Sitting Bull zum Sündenbock. Um kein Aufsehen zu erregen, schickte er durch das Indian Bureau Buffalo Bill Cody zu ihm, um ihn abholen zu lassen. Doch McLaughlin vertraute Cody nicht und ließ vom Indianer-Büro die Vollmacht entziehen. Am 12. Dezember wurde Lieutenant Colonel Drum - Kommandant des Forts Yates - von General Miles der Befehl erteilt, Sitting Bull festzunehemen.

Blockhütte von Sitting Bull, in der er zuletzt wohnte Am 15. Dezember 1890 - kurz vor Sonnenaufgang - umstellten 43 Indianer-Polizisten unter dem Befehl von Lieutenant Bull Head das Blockhaus des Oberhäuptlings. Ein Kavallerie-Schwadron wartete in 5 Kilometer Entfernung, um bei einem Aufruhr eingreifen zu können. Sie waren ausgerüstet mit einer Schnellfeuerkanone. Bull Head überbrachte Sitting Bull den Haftbefehl. An seiner Seite standen die Sergeanten Red Tomahawk und Shave Hand. Der Oberhäuptling ging freiwillig mit, doch vor seiner Hütte hatten sich Geistertänzer versammelt. Catch-the-Bear verweigerte die Gefangennahme. Als Bull Head Sitting Bull aufforderte mitzukommen, wehrte sich dieser. Bull Head und Red Tomahawk wandten Gewalt an, so dass Catch-the-Bear auf Bull Head schoß. Bull Head drückte noch im Fallen ab und traf Sitting Bull in den Rücken. Red Tomahawk nahm seinen Karabiner und schoß seinen Oberhäuptling in den Kopf. Nun kam es zwischen den Geistertänzern, den Polizisten und der am Geschehnisort eintreffenden Kavallerie zu einem kurzen Kampf, der schließlich von den Soldaten beendet wurde. Catch-the-Bear, Blackbird, Brave Thunder, Chase-Wounded, Jumping Bull und Spotted-Horn-Bull fanden auf Seiten der Geistertänzer den Tod und auf der der Polizisten lagen Broken Arm, Hawk Man, Little Eagle, Warriors-Fear-Him wie auch Bull Head und Shave Head tödlich getroffen am Boden. Red Tomahawk übernahm nun das Kommando der Polizeitruppe, die nur dank der Kavalleristen überlebten. Der letzte Befehl des vom Tode gezeichneten Bull Head war noch, den Sohn Sitting Bulls Crow Foot zu erschiessen.

Sitting Bull wurde vom eigenen Volk durch die Hand von Red Tomahawk ermordet. Er wurde auf dem Friedhof des Fort Yates verscharrt. Man übergoß den Leichnam des mächigsten, größten und berühmtesten Hunkpapa-Häuptlings noch mit Kalk. Nach der Ermordung Tatanka Yotanka folgte rasch das Ende eines großen Volkes.

Nachtrag: Sitting Bull soll zu Lebzeiten so vermittelt entsprechende Literatur im Jahre 1889 von einer Mrs. Catherine Weldon - eine verwitwete Philantropin - die der Gesellschaft zur Verteidigung des Indianers angehörte, besucht worden sein. Sie wusch seine Kleidung, kochte und teilte auch das Lager von Sitting Bull neben seinen zwei Teton-Frauen. Zwei Monate vor seiner Ermordung verließ sie ihn wieder.

Crazy Horse

Crazy Horse - Kriegshäuptling der Oglala-Teton Crazy Horse bedeutet Tolles oder übermütiges Pferd. In der Dakota-Sprache wurde er Tashunka Witko genannt. Sein Name als Jugendlicher war Curly - Der Lockige. Der Name »Crazy Horse« wird oft falsch überrsetzt als »Verrücktes Pferd«. Die wahre Bedeutung des indianischen Namens kann in keine Kultursprache richtig ausgedrückt werden. Im Deutschen würde er ungefähr so lauten: »der Mann, der ein lebensfrohes, durchgehendes Pferd gesehen hat«. Crazy Horse erhielt seinen Namen deshalb, weil zu seiner Geburt ein durchgehendes Pferd durch das Zeltlager galoppierte und das ganze Dorf in helle Aufregung versetzte. Er wurde um das Jahr 1840 geboren und wurde Kriegshäuptling der Oglala-Teton, der von seinem Volk auch als »der Andere« bezeichnet wurde. da er blondes Lockenhaar, helle Haut und blaue Augen hatte. Crazy Horse nahm an keinen Riten und Zeremonien der Teton teil. Vermutlich war er ein Weißer, der von den Oglala als Baby verschleppt worden ist. Crazy Horse lebte und handelte aber wie ein reinblütiger Indianer.

In den Kriegen von Sitting Bull wurde er als Anführer von den Dakota, Cheyenne und Arapaho anerkannt. Während des Krieges verwendete Crazy Horse als Schutzgeist die Federn des rotschwarzen Geiers, die er als Kopfschmuck trug. Nur ein Foto von Crazy Horse soll existieren, was ihn für die Weißen als geheimnisumwitterten Häuptling erscheinen ließ. Woher er stammte ist nicht bekannt, aber im Jahre 1866 wurde seine erste große Kriegstat bekannt. Crazy Horse kämpfte in einem Guerillakrieg unter den Oberhäuptling Red Cloud gegen den Colonel Carrington. Crazy Horse, Gall und Hump führten Soldaten und Siedler mit gerissenen Tricks in gutvorbereitete Hinterhalte. Im Jahre 1874 wurde Crazy Horse und Sitting Bull von den jungen Teton-Kriegern zu ihren Anführern gewählt und lösten damit Red Cloud ab.

Bis zum Frühjahr des Jahres 1875 waren durch Berichte über Goldfunde in den Black Hills, Tausende von Goldsuchern in die heiligen Berge gelockt worden. Spotted Tail und Red Cloud erhoben deshalb energisch Protest bei der Regierung in Washington, die daraufhin eine Kommission zu den Teton entsandte, um über die Abtretung der Black Hills zu verhandeln. Auch Crazy Horse war zu dieser Konferenz geladen worden, aber er schickte Little Big Man als Beobachter, da er selbst den Verkauf der Black Hills - die Paha Sapa - das heilige Land, dass für die Dakota der Mittelpunkt der Welt darstellte, ablehnte.

Nachdem die Verhandlungen gescheitert waren, wurde General Sheridan am 07. Februar 1876 vom Kriegsminsterium beauftragt, Schritte gegen die feindlichen Sioux - vor allem gegen die Gruppen von Sitting Bull und Crazy Horse - einzuleiten. Sheridan befahl seinerseits die Generäle Terry und Crook entsprechende Aktionen zu starten. Das Zielgebiet sollte das Quellgebiet des Bighorn, Powder, Rosebud und Tongue sein, wo man Crazy Horse und seine Getreuen vermutete. Da die Teton-Dakota das Ultimatum bis zum 31.01.1876 ins Reservat zu ziehen verstreichen verließen, rückten General Crook mit dem 2. und 3. Kavallerie-Regiment Ende Februar auf dem alten Bozeman Road nach Norden vor. Crazy Horse und seine Oglala wanderten im Frühjahr mit seinen verbündeten Northern Cheyenne, die unter der Führung von Two Moon standen, zu Sitting Bull. Zu ihnen stieß auch die Gruppe Minneconjou von Lame Deer. Sie zogen nun zum Rosebud River. Unterwegs hatten sich noch die Brulé-, Blackfeet- und Sans Arc-Teton und einige Horden der Cheyenne dem Wanderzug anschlossen. Aus der Reservation flohen die jungen Krieger und im Nu war die Zahl der Krieger auf einige Tausend angewachsen. Von den entflohenen Kriegern erfuhren die Anführer, dass starke Streitkräfte der US-Armee im Anmarsch waren. General Crook kam von Fort Laramie nordwärts, General Terry und Lieutenant Colonel Custer marschierten mit 1.000 Mann von Fort Abraham Lincoln nach Südwesten und Colonel Gibbon mit 700 Mann von Montana aus nach Osten.

General Crook ließ am 17. Juni 1876 seine Kavallerie am Rosebud die verbündeten Streitkräfte der Teton und Cheyenne von ungefähr 1.000 Kriegern angreifen. Aber statt sich den Truppen zu einem verlustreichen Gegenangriff zu stellen, wichen die Indianer durch eine neue Taktik von Crazy Horse aus und griffen die Soldaten an ihren schwächsten Stellen an. Da die Kavalleristen in Gefechtsformation gewohnt waren zu kämpften, kamen sie total in Verwirrung und Crazy Horse und seine Verbündeten errangen einen großen Sieg. Sie hatten die US-Truppen den Rosebud aufwärts getrieben und dabei nur 11 Tote und 28 Verletzte zu beklagen. Crook und seine Truppen kehrten zu ihrem Stützpunkt am Goose Creek zurück, während sich die Indianer zu ihrem im Nordwesten gelegenen Lager wandten, es abbrachen und zum sechs Tage entfernten Little Bighorn River wanderten, wo sie das größte von Indianern errichtete Zeltdorf aufbauten und auf Antilopenjagd gingen.

Am 25. Juni 1876 kam es dann zur Schlacht am Little Bighorn. Custer hatte sich von Major Reno und von Major Benteen getrennt und zog mit seinen Einheiten des 7. Kavallerie-Regiments den Rosebud entlang. Als Reno das Indianerdorf angriff, wurde er von Gall in die Flucht geschlagen. Benteen folgte Reno in das Hügelland, da er keine Chance gegen diese Übermacht sah.
Nachdem die Indianer Reno und Benteen in die Flucht geschlagen hatten, wandten sie sich Lieutenant Colonel Custer und seinen 5 Kompanien zu. Mehrere hundert Krieger unternahmen einen massierten Angriff auf die Soldaten unter der Führung von Sitting Bull, Crazy Horse, Gall, Black Moon und anderer Führer der verbündeten indianischen Streitkräfte. Die Vorhut Custers wurde von den Cheyenne aufgehalten und durch Sperrfeuer in Schach gehalten. Da Custer eine Falle vermutete, wartete er mit einem Angriff bis die Indianer mit ihren Streitkräften ihn umzingelten und es für eine Attacke bereits zu spät war. Es dauerte keine Stunde bis die Krieger die fünf Kompanien bis zum letzten Mann vernichtet hatten. Diese Aktionen am Rosebud und Little Bighorn brachten der US-Armee die größten Niederlagen der Geschichte gegen die Prärie-Indianer ein.
Mehr über die Schlacht am Little Bighorn finden Sie
hier.

Die Gruppen der verbündeten Stämme trennten sich nach der Schlacht am Little Bighorn, um so der Rache der US-Armee zu entgehen. Als erstes traf General Crook auf das Cheyenne-Lager von American Horse und in einer mehrstündigen Schlacht wurde der Häuptling tödlich getroffen. Sitting Bull floh, nachdem er keinen Kontakt zu Crazy Horse herstellen konnte, mit seinen Anhängern im Frühjahr 1877 nach Kanada. Auf der Suche nach Crazy Horse fand General Crook das Cheyenne-Lager von Dull Knife, von dessen Kriegern nur wenige an der Schlacht beteiligt gewesen waren, und ließ das Zeltdorf vernichten.

Crazy Horse und seine halbverhungerten 900 Anhänger zogen im April des Jahres 1877, nach dem sie sich ergeben hatten, freiwillig in die Powder River Reservation. Die Armee versuchte einige der jungen Krieger als Scout gegen die Nez Percé anzuwerben, was Crazy Horse mit der Begründung ablehnte, dass seine Krieger nicht am Untergang anderer Stämme beteiligt sein sollten. Crazy Horse wollte daraufhin die Reservation verlassen, aber diese Absicht wurde General Crook verraten. Man verhaftete ihn und übergab den Gefangenen Captain Kennington und einem Polizisten der Indianer-Agentur. Der Polizist war Little Big Man, der zum Verräter seines Volkes geworden war.

Auf dem Weg ins Gefängnis versuchte Crazy Horse zu fliehen. Little Big Man, einst getreuer Unterführer Crazy Horse' und Beobachter der Konferenz zur Abtretung der Black Hills, hielt seinen Oberhäuptling und ehemaligen Anführer fest. Auf ein Befehl stieß William Gentles Crazy Horse sein Bajonett in den Bauch. Der berühmte Häuptling der Oglala-Teton verstarb am 06. September 1877, am gleichen Tag, als ihm die tödliche Verletzung zugefügt wurde.
Victorio

Victorio
Victorio

Er war Häuptling und oberster Führer der Mimbrenjo-Apachen, den man als besten Taktiker der Apachen-Häuptlinge hielt. Victorio wurde im Jahre 1820 geboren. Victorio war einer der sieben Unterführer Mangas Coloradas, der niemals glaubte, was Weiße versprachen. Als er angesehener Häuptling seines Stammes war, sagte er einmal: Er würde eher einer Klapperschlange trauen als einem weißen Eindringling. Nach der Ermordung Mangas Coloradas 1863 wurde Victorio Oberhäuptling der Mimbrenjo. Victorio stellte eine starke Streitmacht von Kriegern auf, welche noch die Unterstützung von geflohenen Mescalero von der Bosque Redondo Reservation erhielt.

Der mit Victorio verbündete Cochise unternahm mit seinen 300 Kriegern Überfälle vom Chiricahua-Gebiet aus bis nach Arizona und Mimbres Mountain im US-Bundesstaat New Mexico, während Victorio im Rio Grande-Gebiet zwischen Jornado del Muerto bis El Paso Siedlungen verunsicherte. Da die Apachen nur mit Pfeil und Bogen ausgerüstet waren, mußten sie ihre Überfälle, die zwischen Februar 1863 bis April 1865 stattfanden, aufgeben. Grund dafür waren die gut ausgerüsteten Soldaten. Nach Beendigung des Bürgerkrieges 1865 wollte die US-Regierung mit den Apachen Frieden, weshalb sich am 21. April 1865 Victorio und Nana mit einem Regierungsvertreter in Santa Rita trafen. Für den Agenten kam nur Frieden zustande, wenn sich die Apachen in der Bosque Redondo Reservation ansiedeln würden. Da beide Häuptlinge nichts gutes von der Reservation gehört hatten, versprachen sie nur scheinbar sich in Pinos Alta am 23. April einzufinden, wo ein Parlamentär vier Tage auf die Apachen umsonst wartete. Freiwillig wäre Victorio nicht in eine Reservation gegangen. Seine von ihm geführten Stammesangehörigen wollten auch lieber verhungern oder im Kampf fallen als in das verhaßte Reservat zu gehen. Victorio zog mit seinen Leuten nach Mexiko. Weitere Apachen wanderten mit Cochise in die Dragoon Mountain. Victorio ließ sich 1875 nahe der Ojo-Caliente-Agentur nieder, wo ihn Geronimo im Winter 1877 besuchte, was den Indianer-Agenten John Clum veranlaßte, zwei Kompanien Apachen-Polizei zur Agentur zu verlegen. Äußerst freundlich forderte man beide Häuptlinge auf, sich zur San Carlos Reservation zu begeben. Die Kompanien begleiteten die beiden Häuptlinge. Dort angekommen wurden Geronimo und Victorio entwaffnet und vor ein Kriegsgericht stellt. Victorio konnte als freier Mann das Gericht verlassen, während Geronimo vier Monate lang inhaftiert wurde. Die Mimbrenjo und Victorio kamen nach San Carlos und Clum übertrug dem Häuptling mehr Befugnisse als zuvor, um dessen Vertrauen zu gewinnen. Nur eine Woche später wurde eine Kompanie zum Fort Thomas nahe der White Mountain Reservation bei San Carlos verlegt, was dem Indianeragenten Clum so sehr erregte, dass er seinen Posten aufgab.

Es wurde ein neuer Agent eingesetzt, der nicht in der Lage war die chaotische Situation in der Reservation zu beseitigen. Victorio und die Mimbrenjo verließen in der Nacht des 2. Septembers 1877 die White Mountain Reservation und zogen nach Ojo Caliente. Apachen-Polisten nahmen den Mimbrenjo unterwegs die meisten Pferde und Maultiere ab und brachten sie zur Reservation zurück. Auf dem weiteren Weg nach Ojo Caliente wurden die Apachen in Gefechte mit Ranchern und Soldaten verwickelt bevor sie die Agentur erreichten. Soldaten bewachten die Mimbrenjo. Ende 1878 kamen die Apachen auf Anordnung der US-Regierung nach San Carlos zurück. Seine Bitte in die Heimat zurückkehren zu können, wurde abgelehnt, deshalb floh Victorio mit 80 Kriegern in die Mimbres Mountain. Im Februar 1879 - getrennt von den Familien - kehrten sie nach Ojo Caliente zurück, um sich unter der Bedingung, dass ihre Familien in die Heimat ziehen dürfen, zu ergeben. Nach wochenlangem Warten wurde ihr Wunsch erfüllt. Einzige Bedingung war, mit den Mescalero bei Tularosa zusammenleben zu müssen. Dies war für Victorio in Ordnung. So zogen die Mimbrenjo zu den befreundeten Mescalero ins Reservat. Die Weißen wollten 1879 Victorio wegen Pferdediebstahls vor Gericht bringen, aber der mißtrauische Victorio konnte mit 30 Kriegern nach Süden fliehen.

Victorio hatte das Vertrauen gegenüber Weißen verloren und wollte niemals wieder in eine Reservation zurück. Auf seiner Flucht wurde er von US-Truppen verfolgt, er konnte aber ohne auf Feinde zustoßen, unbeschadet den Rio Grande überqueren. Für Victorio war Widerstand die einzigste Möglich für das Überleben seines Volkes. Deshalb baute er in Mexiko eine Guerilla-Armee auf. Mit dieser Gruppe führte er Krieg gegen die Vereinigten Staaten. Seiner Armee schloß sich als erster der Mescalero-Häuptling Caballero mit seinen 80 Kriegern an und zum Jahresende 1879 war Victorios Armee auf 200 Krieger gestiegen. Zur Versorgung seiner Streitkräfte überfielen sie abseits gelegene Haciendas, Ranchos und Schafzüchter. Victorio begann in Texas und New Mexico Siedler und Viehzüchter zu überfallen und tötete sie. Armeeeinheiten, die ihnen folgten, wurden angegriffen und anschließend zogen sich die Apachen zu ihrem Stützpunkt nach Mexiko zurück. Durch Späher konnte Victorio größeren Armeeeinheiten ausweichen - kleinere wurden hingegen angegriffen. Mit Texas-Ranchern legte sich Victorio wegen ihrer brillanten Ausbildung nicht an.

Desto länger dieser Guerilla-Krieg dauerte, um so mehr Haß stieg in Victorio auf, weshalb einige seiner Anhänger hin verließen, da sie glaubten er wäre verrückt geworden. Victorio begann auch seine Gefangenen zu foltern, zu zerstümmeln und zu töten. Da es dem 9. Kavallerie-Regiment, welches zumeist aus Schwarzen bestand, nicht gelang Victorios Kriegerschar zu erledigen, wurde auf den Kopf des Häuptlings eine Prämie von 3.000 Dollar Belohnung ausgesetzt. General Ord - Kommandant des Department Texas - und General Trevino, der die Nordtruppen befehligte, gingen nun gemeinsam gegen den Häuptling vor und zogen mit 2.000 Mann Bundestruppen und 2.000 mexikanischen Soldaten gegen Victorios Streitkräfte von 180 Kriegern. Die US-Truppen sollten Victorio und seine Kriegerschar südwärts treiben, wo bereits die mexikanischen Soldaten auf ihn warteten. Nach einem vierstündigen Gefecht beim Fort Quitman zog sich Victorio zum Grenzfluß Rio Grande zurück, den er im Schutz der Nacht überquerte. Nur vier Tage später kam Victorio aus Mexiko zurück, da ihm mexikanische Soldaten verfolgten. Als Victorio nach Rattlesnake Springs, welches in den Van Horn Mountains liegt, unterwegs war, konnte er und seine Krieger noch eine Abteilung Soldaten zurückschlagen, aber an den Quellen wurde er von zwei Kavallerie-Einheiten unter der Führung von Captain Viele in Empfang genommen. Als noch eine Einheit von Colonel Grierson auftauchte, zog sich der Häuptling zu den Bowens Springs in den Guadalupe Mountains zurück, aber dort warteten wieder Soldaten am Wasserloch. Victorio ging aber einem Kampf aus dem Weg und wandte sich zu den Sacramento Mountains, wo Captain Gebo und seine Kavallerie-Truppe sich befand. Nach einem kurzen Gefecht konnte sich Victorio zurückziehen.

Da Victorio in seiner Heimat - den Vereinigten Staaten - von US-Truppen verfolgt wurde, verließ er diese und zog nach Mexiko in die Tres Castillos Mountains. Diese liegen in der Provinz Chihuahua zwischen Ciudad Juarez und Chihuahua. Hier ruhten sie sich in Berghöhlen erst einmal aus und nahmen dann wieder ihre Kriegszüge auf. Einige der Krieger zogen bei ihren Raubzügen weiter nach Süden, andere nach Norden. Nun begann aber Colonel Joaquin Terrazas mit seinen Tarahumare-Scouts, Chircahua-Scouts und amerikanischer Kavallerie Victorio in den Tres Castillos zu suchen, wo sie seine Spur wieder entdeckt hatten. Der mexikanische Kommandant Terrazas forderte höflich, aber bestimmt die Amerikaner auf, Mexiko zu verlassen, da die Vernichtung Victorios nun Sache Mexikos war. Ein Einspruch des amerikanischen Kommandanten Colonel Baylor wurde abgewiesen. Terrazas umzingelte am 14. Oktober 1881 das Versteck Victorios. Im Gefecht am gleichen Tag starben 78 Apachen, darunter auch Victorio. 68 Frauen und Kinder wurden von den Mexikanern gefangengenommen, jedoch konnten 30 Krieger in die Vereinigten Staaten fliehen.

Black Kettle

Black Kettle (Schwarzkessel), sein indianischer Name war Moxtaveto, wurde um 1803 geboren. Er war Häuptling der Cheyenne. Black Kettle war zusammen mit White Antilope einer der wenigen Häuptlinge, die es vorzogen, Frieden mit dem weißen Mann zu schließen, und die sich nie etwas vom Krieg versprochen haben. So akzeptierten sie im Jahre 1861 den Bruch eines Vertrages von 1851. Durch diesen Vertrag wurde den Cheyenne und den Arapaho ursprünglich die Jagdgründe garantiert, durch die nun eine Reiseroute von Kansas nach Colorado führte. Anschließend gingen sie nach Washington, um sich mit Präsident Lincoln zu treffen. Dieser überreichte Black Kettle eine amerikanische Flagge, und White Antilope einen Friedensorden. Jedoch nicht alle Indianer-Häuptlinge stimmten diesem Vertragsbruch zu. Während einige nach Norden ins Powder-River-Land zogen, um sich dort mit den nördlichen Cheyenne zu verbünden, wandte sich Black Kettle mit ca. vierhundert Anhängern südlich des Akansas-River. Als es aber im Jahre 1864 zwischen US-Truppen und Indianern zu kleinen Gefechten kam, vermehrten sich die Gerüchte um einen Indianerkrieg. Daraufhin ging Black Kettle nach Denver und traf sich dort mit dem Gouverneur John Evans und dem Militär­Befehlshaber, Colonel John Chivington, denen er erklärte, dass er den Weißen Mann nicht zum Feind haben will, und das es ihm nur um eins geht, um Frieden. Beide sagten ihm zu, das er mit seinem Volk in der Nähe von Fort Lyon im südöstlichen Colorado das Lager aufschlagen kann, und das sie dort sicher sein werden. So zog Black Kettle in die vermeintliche Sicherheit zum Sand Creek. Am 27. November traf Colonel John Chivington jedoch mit seinem 3. Colorado Regiment in Fort Lyon ein, mit der Absicht, die Cheyenne zu überfallen. Dieser Mann, der für die Sicherheit der Cheyenne garantierte, befahl seinen Soldaten, keine Gefangenen zu machen und alle - ob jung oder alt - zu töten - Sand Creek Massaker. Trotz dieses Verrats unterschrieb Black Kettle am 14. Oktober 1865 im Namen der südlichen Cheyenne einen Vertrag mit der Regierung. Mit diesem Vertrag erklärte er sich einverstanden, sämtliche Rechte auf das Indianerland im Territorium Colorado aufzugeben. Zwei Jahre später - am 16. Oktober 1867 - handelte er am Medicine Lodge Creek ein Friedensabkommen aus, in dem er sich dazu verpflichtet in einem Reservat des Staates Oklahoma zu leben. Als Gegenleistung sollte er und sein Volk Nahrung, Kleidung und Unterkünfte bekommen. Im Spätherbst des Jahres 1868 schlug er dann sein Winterlager am Washita River auf. Viele junge Männer hatten ihn jedoch verlassen und sich den indianischen Widerstandskämpfer angeschlossen. Am 27. November 1868 sollte sich jedoch zeigen, dass der Vertrag von Mecicine Lodge Creek wertlos war. Am Morgen dieses Tages griff die 7. Kavallerie unter der Führung von Lieutenant Colonel Custer das Dorf am Washita River an. Auch hier wurden flüchtende Männer, Frauen und Kinder niedergemetzelt. Black Kettle und seine Frau wurden gleich zu Beginn des Überfalls von tödlichen Kugeln getroffen, als er den Washita River überqueren wollte. Sein Eintreten für Frieden und Freiheit und sein ständiger Glaube an das Gute, hat vielen Menschen seines Volkes das leben gekostet. Zweimal wurde er bitter enttäuscht, und beim zweitenmal mussten er und seine Frau für seine Bestrebungen selber mit dem Leben bezahlen.

Satanta

Satanta oder White Bear, um 1830 geboren, war ein bedeutender Kriegshäuptling der Kiowa. Er war ein hünenhafter und energiegeladener Mann, und stets heiter und gesellig. Satanta hatte einen kleinen "Rot-Tick". Bei wichtigen Anlässen, bei Verhandlungen oder im Gefecht, bemalte er seinen ganzen Körper mit roter Farbe. Auch sein Tipi hatte er rot angestrichen. Obwohl Satanta sich stets bemühte mit den Weißen auszukommen, schreckte er nicht davor zurück, gegen sie zu kämpfen. Bei den Friedensgesprächen von Medicine-Lodge-Creek am 21. Oktober 1867 beeindruckte er durch seine Redegewandtheit die Friedenskommissare so sehr, dass man ihm den Titel "Redner der Plains" übertrug. Dennoch unterzeichnete er den ihm dort vorgelegten Vertrag, der aber schon bald von den Weißen wieder gebrochen wurde. Aus diesem Grund verließ er schon bald das ihm zugewiesene Reservat. Am 17. Mai 1871 überfielen er und seine Krieger dann am Butterfield Trail zwischen den Forts Richardson und Belknap einen Vorratszug von zehn Wagen. Dabei töteten sie alle Männer und raubten ihnen alle Ausrüstungsgegenstände, wie Zelte, Gewehre und Maultiere. Zuvor durchritten eine Kolonne Soldaten unter der Führung von General William Sherman dieses Gebiet. Obwohl Satanta auch diese Kolonne hätte angreifen können, tat er es nicht, da ihm sein Medizinmann aufgrund einer Vision davon abriet. Als bekannt wurde, dass Satanta für diesen Überfall verantwortlich war, ließ General Sherman ihn kurzerhand verhaften. Er wurde ins Staatsgefängnis von Huntsville gebracht, jedoch im Jahre 1873 wieder freigelassen. Am 27. Juni 1874 beteiligte er sich dann an der Schlacht bei Adobe Walls, in der er zusammen mit über 700 Comanchen, Kiowa, Cheyenne und Arapaho 29 Büffeljäger angriff, die sich aber dank moderner Feuerwaffen erfolgreich verteidigen konnten. Daraufhin wurde Satanta ein zweites mal eingesperrt. Am 11. Oktober 1878 beging er durch einen Sprung von einem oberen Stockwerk des Gefängnishospitals Selbstmord.

Little Crow

Little Crow (in der Sioux-Sprache "Tshe-ton Wa-Ka-wa Ma-ni = Der Habicht, der im Gehen jagt") wurde im Jahre 1803 als Sohn einer angesehenen Häuptlingsfamilie geboren. Nachdem sein Vater bei einem Jagdunfall ums Leben kam, wurde er früh zum Häuptling der Medwakanton-Dakota gewählt. Little Crow hatte acht Frauen, die ihn zum Vater von zweiundzwanzig Kinder machten. Im Jahre 1851 unterzeichnete er den Vertrag von Mendota, durch den sich die Dakota verpflichteten, einen großen Teil ihres Landes in Minnesota an die USA abzutreten. Als Gegenleistung sollten sie Geld und Lebensmittel von der US-Regierung erhalten. Daraufhin zogen Little Crow und sein Volk in ein Reservat des südwestlichen Minnesota. Dort übernahmen sie die weißen Lebensgewohnheiten, nahmen den christlichen Glauben an, und hielten Frieden mit den Bleichgesichtern. Doch die Bezahlung blieb aus, da der nordamerikanische Bürgerkrieg finanziert werden musste. Im Gegenteil, die Lebensmittel, die von weißen Händlern zu überhöhn, indem sie ihnen zuriefen, "Sie sollen doch Gras fressen, wenn sie Hunger haben", stieg die Wut ins Unermessliche. In der Nacht vom 17. auf den 18. August des Jahres 1862 trafen sich alle östlichen Sioux-Stämme aus Minnesota an den Ufern des Geistersees zusammen, um über Krieg und Frieden zu verhandeln. Nachdem sich Little Crow dafür aussprach, das Kriegsbeil nicht auszugraben, wurde er von anderen Häuptlingen niedergeschrieen und als Feigling bezeichnet. So ließ er sich schließlich gegen seiner Überzeugung in den Krieg gegen die Weißen drängen, und übernahm mit anderen Häuptlingen sogar die Führung des sogenannten Minnesota-Aufstandes. Am Tage des 18. August fielen dann über 1000 Krieger über alle Weißen her, die sie aufstöbern konnten. Mehr als 1000 Farmer wurden an diesem Tag Opfer von Mord und Totschlag. Erst beim Angriff auf Fort Ridgeley und auf die Stadt Neu-Ulm konnte der Aufstand durch General Henry Hastings Sibley niedergeschlagen werden. Little Crow konnte daraufhin fliehen und setzte sich nach Westen ab. Über 300 Indianer wurden jedoch im Schnellverfahren zum Tode verurteilt, wobei aber nur 38 Todesurteile von Präsident Lincoln anerkannt wurden. Nachdem Little Crow am Devils Lake überwintert hatte, zog er in nördliche Richtung nach Kanada. Er hatte sich dazu entschlossen, sich den Prärie-Sioux anzuschließen. Dazu brauchte er aber Pferde, die er am Abend des 3. Juli 1863 in der Nähe der Siedlung Hutchinson von den Weißen rauben wollte. Dabei wurde er aber von einem Farmer bei einem Schusswechsel tödlich getroffen. Seine Rolle als Anführung des Minnesota-Aufstandes gefiel ihm von Anfang an nicht. Dennoch ließ er sich in diese Rolle drängen, um nicht als Feigling dazustehen. ten Preisen angeboten wurden, waren verdorben und mussten jetzt von den Indianer selbst bezahlt werden. Nachdem die Indianer auch noch von den Weißen verhöhnt wurde

Roman Nose

Roman Nose oder auch Woquini wurde um 1850 geboren und war ein bekannter Krieger der südlichen Cheyenne. Als erbittertster Gegner der Weißen verließ er seine Heimat zwischen dem Smoky Hill und dem Republican River, und zog nach Norden ins Powder-River-Land. Dort schloss er sich dem Häuptling Red Cloud an, und beteiligte sich an verschiedene Kämpfe im "Red Cloud Krieg". So überfiel er beispielsweise im Juli 1865 eine Wagenkolonne am North Platte River und vernichtete den Begleitschutz bis auf den letzten Mann. Später zog es ihn jedoch wieder in seine Heimat zum Smoky Hill. Da am 14. April 1867 das Lager von Roman Nose von der US-Armee angegriffen wurde, weigerte er sich am 21. Oktober 1867 den Vertrag von Medicine Lodge Creek zu unterzeichnen. Am 17. September 1868 stand Roman Nose mit seinen Kriegern auf einen Hügel am Arikaree River, und beobachtete von dort aus einen Trupp Soldaten unter der Führung von Oberst G. A. Forsyth. Diese hatten nach einem zuvor geführten Gefecht mit Roman Nose auf eine Sandinsel im Fluss Schutz gesucht, wobei sie die getöteten Pferde als Deckung benutzten. Als die indianischen Krieger dann zum Angriff übergingen, konnten sich die Soldaten dank der damals modernen Spencer-Repetiergewehre erfolgreich verteidigen. Roman Nose wurde dabei so schwer verwundet, dass er noch in der selben Nacht an seinen Verletzungen verstarb.

Rain in the Face

Rain in the face (Regengesicht) oder Ite o Magazu in der Sioux-Sprache, wurde 1835 als Sohn des Medizinmannes Wambli-luta (Roter Adler) am Cheyenne River in Nord-Dakota geboren. Einst hatte man ihm bei einem Messerkampf ins Gesicht geschnitten, wobei das Blut seine Kriegsbemalung verwischte. Daher bekam er den Namen Rain in the face. Schon mit zwanzig Jahren wurde er zum Kriegshäuptling der Hunkpapa-Krieger gewählt. Er nahm an zahlreichen Gefechten gegen die US-Armee teil. So auch am 21. Dezember 1866, als er mit Red Cloud und Crazy Horse eine Abteilung der US-Armee unter der Führung von William Fettermann in eine Falle lockte und diese bis auf den letzten Mann vernichtete. Als die Weißen auf der Suche nach Gold immer tiefer in das Gebiet der Black Hills eindrangen, setzte er sich ihnen gemeinsam mit Gall entgegen. Im Jahre 1874 wurde er auf der Standing-Rock-Agentur von Captain Tom Custer gefangen genommen und im Fort Abraham Lincoln eingesperrt. Custer behandelte seinen Gefangenen nicht besonders gut, er soll ihn sogar mit einer Reitpeitsche misshandelt haben. Rain in the face schwor daraufhin Rache, und einige Zeit später konnte er dann auch mit Hilfe von Sitting Bull aus seinem Verließ fliehen. Am 25. Juni 1876 kämpfte er zusammen mit Sitting Bull und Crazy Horse in der Schlacht am Little Big Horn. Hier konnte er nun seine blutige Rache nehmen, indem er Captain Tom Custer bei diesem Gefecht erschlug. Lange Zeit galt er auch als der Krieger, der den Bruder von Tom Custer, General G. Armstrong Custer, getötet haben soll. Im Jahre 1877 setzte er sich dann zusammen mit Sitting Bull nach Kanada ab, kehrte aber im September 1880 in die USA zurück, wo er sich dem General Nelson A. Miles ergab. Rain in the face starb am 12. September 1905.

Spotted Tail

Spotted Tail
Spotted Tail

Auf Indianisch hieß Spotted Tail Galeshka, im Deutschen Gefleckter Schweif. Er war Oberhäuptling der Brulé-Teton, der 1823 geboren wurde. Er liebte das Leben, schöne Frauen und große Festlichkeiten. Das Gebiet seines Stammes lag im Westen der Plains - dieses Land liebte er auch. Da er das Leben genoß, war er von friedlicher Natur, allerdings ein guter Diplomat, kompromißbereit, um Krieg mit den weißen Eindringlingen zu vermeiden.

Als er vom Sand Creek-Massaker hörte, ließ er auch seine Krieger an den Vergeltungsmaßnahmen beteiligen. Spotted Tail wurde ein Jahr später von Colonel Maynadier nach Fort Laramie eingeladen, um sich auch wie andere Häuptlinge der Teton mit einer Kommission aus Washington zu treffen, um über die Wegerechte durch das Teton-Gebiet zu verhandeln. Im Fort fand man sich im März zusammen. Auf Befehl des Colonel wurde zuerst die Tochter von Spotted Tail, die auf dem Weg zum Fort an einer Lungenentzündung gestorben war, auf dem Friedhof des Forts mit allen indianischen und militärischen Ehren beigesetzt. Vier Tage danach kam Red Cloud zum Fort, aber bevor der Colonel den angesehenen Oberhäuptling begrüßte, war erst Spotted Tail an der Reihe.

Das Treffen sollte erst im Juni stattfinden, weshalb Red Cloud zum Powder River zurückkehrte, um die verbündeten Stämme, wie die Cheyenne, Arapaho und auch die Teton vom Treffen im Fort zu unterrichten. Spotted Tail entfernte sich nicht vom Fort Laramie.

Zum Termin kam Red Cloud mit 1.000 Kriegern und den angesehenen Häuptlingen, wie Dull Knife, Red Leaf, Standing Elk und Swift Bear zum Fort zurück und errichteten am Platte River ein großes Zeltdorf. Die Indianer brachten Bisonhäute und Biberfelle zum Tausch mit. Colonel Carrington, der mit seinen Truppen anwesend war, hatte den Auftrag durch das Land am Powder River eine befestigte Straße zu bauen. Dies lehnten die Führer der Stämme ab, auch die anderen Verhandlungen mit den Kommissaren scheiterten.

Red Cloud führte nun die nächsten zwei Jahre einen erbarmungslosen Guerilla-Krieg gegen die Truppen von Colonel Carrington. Spotted Tail hoffte immer noch auf Frieden und verließ sein Lager am Republican River nicht. Aber zahlreiche Krieger seines Lagers beteiligten sich an den Kämpfen von Red Cloud. Bereits im April 1867 erschien eine neue Kommission in Fort Laramie unter der Leitung von Sanborn und General Sully, deren Auftrag es war, den Teton und ihren Verbündeten die Jagdgründe am Powder River abzuluchsen und sie in ein großes Reservat umzusiedeln. Iron Shell, Spotted Tail, Standing Elk und Swift Bear von den Brulé waren die ersten, die zu Verhandlungen im Fort erschienen. Little Wound und Pawnee Killer von den Oglala interessierten nur die mitgebrachten Geschenke. Als Vertreter des Oberhäuptlings Red Cloud kam Man-Afraid-of-His-Horses und brachte der Kommission die Nachricht, dass der Oberhäuptling erst erscheinen würde, wenn die Soldaten das Teton-Gebiet verlassen hätten. Spotted Tail schlug bei den Verhandlungen den Oglala Frieden mit den Weißen vor, wofür seine Leute Munition für die Jagd erhielten.

Dem Cheyenne Turkey Leg schlossen sich Little Wound wie auch Pawnee Killer an. Der neue Indianer-Agent Taylor unterrichtete im Spätsommer Spotted Tail, dass alle freundlich gesinnten Häuptlinge und Führer der Cheyenne, Arapaho und Teton für die Jagd Munition erhalten werden, dazu sollten sie sich aber an der Union-Pazifik im westlichen Nebraska einfinden. General Sherman und die Friedenskommission würde kommen, um über Frieden zu verhandeln. Diese Nachricht ließ Spotted Tail durch Boten verbreiten. Wiederum lehnte Red Cloud ab, sandte jedoch wiederum seinen Vertreter Man-Afraid-of-His-Horses. Die Häuptlinge Big Mouth, Pawnee Killer, Turkey Leg, Standing Elk und Swift Bear erschienen zur entsprechenden Zeit am angebenen Ort. Jedoch das arrogante Auftreten des Generals, sich nun endlich in das Gebiet zwischen die Cheyenne-Flüsse und dem Missouri und White Earth zu begeben, lehnten die Gesandten ihres Volkes ab und die Verhandlungen scheiterten erneut. Sie erhielten die versprochene Munition für die Jagd, aber die Rationen fielen wesentlich kleiner aus.

Am 29. April 1868 unterzeichneten Spotted Tail und 23 weitere Häuptlinge in Fort Laramie in Gegenwart von General Sherman und der Friedenskommission den Vertrag, der den Indianern das Land nördlich des North Platte und östlich der Bighorn Mountain zugestand und kein Weißer ohne Einwilligung betreten durfte, laut einem Regierungsversprechen. Der Oberhäuptling Red Cloud gab seine Unterschrift erst am 6. November 1867, nachdem die Forts am Powder River auf seine Forderung hin geräumt waren.

Der Kommandant verweigert im Frühjahr 1869 den Brulé nahe dem Fort Laramie ihre Zelte aufzuschlagen. Grund dafür war die Verlagerung der Sioux-Handelsagentur nach dem 500 Kilometer entfernten Fort Randall. Spotted Tail nahm im Fort den versprochenen Proviant in Empfang. Es kam zu Unruhen im Reservat im Frühjahr 1870. Auch Spotted Tail galt als Aufsässiger, obwohl er und seine Anhänger friedlich blieben. Parker, der neue Indianer-Kommissar und zivilisierter Seneca-Sachem, erkannte sehr schnell, dass Red Cloud und Spotted Tail, die Partner für einen dauerhaften Frieden waren, da sie großen Einfluß unter den Teton besaßen.

Spotted Tail und die Teton-Delegation unter Red Cloud trafen sich im Mai 1870 in Washington zu Verhandlungen mit Präsident Grant und dem Innenminister Cox. Vor der Besprechung teilte Spotted Tail Red Cloud mit, dass er in die ehemaligen Jagdgründe östlich von Fort Laramie ziehen wollte, was beide Häuptlinge miteinander wieder versöhnte. Der Präsident hatte einer provisorischen Agentur östlich von Fort Laramie zugestimmt. Doch drei Jahre später - 1873 - wurde die Agentur ins Quellgebiet des White River im Nordwesten des US-Bundesstaates Nebraska verlegt. Die Brulé unter Spotted Tail erhielten die Erlaubnis in dieses Gebiet ziehen zu dürfen. In unmittelbarer Nähe errichtete 1874 die Armee das Camp Robinson. Ein Jahr später wollten Prospektoren in der Black Hills nach Gold suchen, weshalb sich Red Cloud und Spotted Tail in Washington beschwerten. Grant schickte daraufhin eine Kommission, die den Teton die Heiligen Berge - die Black Hills - abkaufen oder einen Pachtvertrag und Schürfrechte sichern sollte. Vertreter der Regierung boten den Teton am 23. September 1875 400.000 Dollar jährlich oder 6 Millionen Dollar insgesamt an - obwohl Custers Mine 20 Millionen Dollar Profit einbrachte. Red Cloud erschien gar nicht bei diesen Verhandlungen, weshalb Spotted Tail beide Angebote ablehnte. Für die Teton waren die heiligen Berge unverkäuflich.

Während der Sitting Bull-Kriege blieb Spotted Tail friedlich. Erst als sich die Stämme nach der Schlacht am Little Bighorn in alle Richtungen entfernten, begann der Häuptling sich für sein Volk stark zu machen. Die Teton wurden gezwungen in die Reservation zu gehen. Ihre früheren Jagdgründe und die Black Hills mußten sie durch einen Abtretungsvertrag aufgeben. Da die Teton aber nicht mit der Einpferchung einverstanden waren, wurden ihnen vier Wochen später von Colonel Mackenzie die Pferde und Waffen abgenommen. Im Anschluß wurden sie von acht Kompanien Kavallerie unter strengster Bewachung zum Fort Robinson gebracht.

Im Auftrag von General Crook suchte Spotted Tail Crazy Horse auf, um ihn zur Kapitulation zu bewegen. Sollte Crazy Horse als Unterhändler erscheinen, versprach ihm der General, so würden die im Reservat lebenden Teton nicht nach Missouri umgesiedelt. Als Spotted Tail den Lagerplatz erreichte, war Crazy Horse, der mit Spotted Tail nicht reden wollte, verschwunden. Spotted Tail wurde vom Vater Crazy Horses empfangen, der ihm ausrichtete, dass sein Sohn im Frühjahr mit seinen Leuten kapitulieren wollte. Die beiden Minneconjou-Häuptlinge Big Foot und Touch-the-Clouds konnte Spotted Tail zur Aufgabe bewegen. Wie angekündet, erschien Crazy Horse im Frühjahr, aber als er wieder fliehen wollte, ließ Crook acht Kompanien Kavalerie in Stellung gehen, um den berühmtesten Häuptling der Teton gefangen nehmen zu lassen. Crazy Horse gelang jedoch die Flucht zu seinem Freund Touch-the-Cloud in die Spotted Tail-Agentur. Der Militärbevollmätigte, Captain Lee, forderte den Häuptling auf zum Camp Robinson umzukehren. Spotted Tail kam mit 200 Kriegern und war gleicher Ansicht wie der Captain. Sowohl Red Cloud wie auch Spotted Tail hofften vom Präsidenten zum Oberhäuptling der Teton ernannt zu werden. Deshalb wollten beide Crazy Horse wegen seiner Popularität nicht in der Nähe haben. Was auch Spotted Tail veranlaßte gegen seinen Blutverwandten böse Beschimpfungen auszustoßen. Touch-the-Cloud verärgerte die Rufe so sehr, dass er seine Minneconjou-Krieger zum Gefecht bereit machen ließ. Crazy Horse konnte den Kampf unter Stammesverwandten gerade noch verhindern. Eingetroffene Soldaten nahmen Crazy Horse fest.

Jedoch setzte sich Spotted Tail sehr für sein Volk ein und konnte mit seinen Argumenten selbst Politiker der Regierung zur Weißglut bringen, weshalb man ihn nicht gern sah. Die Würde des Oberhäuptlings wurde ihm von Weißen nicht zuerkannt. Stattdessen verlegte man die Agenturen der Teton 1877 an den Little River, wo sich Spotted Tail östlich des Pine Ridge niederließ. Die neue Agentur erhielt den heute noch bekannten Namen Rosebud. Spotted Tail wurde im Spätsommer von Crow Dog, als er durch das Lager ritt, erschossen. Der Täter sagte aus, er hätte den Häuptling wegen einer Frau getötet, weshalb er straffrei blieb. Die Anhänger Spotted Tails vermuteten ein Komplott mit dem führende Häuptlinge ausgeschaltet werden sollten, um Führer in diese Position zu bekommen, die den Agenten des Indian Bureau gehorsam sein würden. Red Cloud war auch davon überzeugt, das man den unbequemen Spotted Tail loswerden wollte. Spotted Tail war tatsächlich der Regierung wegen seiner Rednerkunst und seinen besonderen Fähigkeiten in Richtung der komplizierten Indianer-Politik ein Dorn im Auge. Auch hatte er sich konsequent für die Verbesserung der Lebensbedingungen seines Volkes eingesetzt.

Spotted Tail wurde ermordet. Ob er Opfer wegen eines Komplottes wurde oder wegen einer Frau sein Leben verlieren mußte, konnt nicht ausreichend geklärt werden.

 

Two Moon


Sein Name bedeutet im Deutschen »Zwei Monde«. Two Moon war neben Dull Knife Oberhäuptling wie auch zeitweise Kriegshäuptling der Northern Cheyenne. Er wurde im Jahre 1847 geboren und war schon als junger Mann an den Red Clound Krieg beteiligt. Am 1. August 1867 griff Two Moon, Dull Knife und Little Wolf mit 600 Kriegern 30 Soldaten und Zivilisten auf einen Heufeld an, welches nur 3 Kilometer von Fort C. F. Smith entfernt lag. Jedoch mußten die Cheyenne den Angriff abbrechen, da die Weißen sich in ein aus Holzstämmen angelegten Corral zurückzogen und sich mit neuen Repetiergewehren verteidigten. Bei diesem Angriff waren zahlreiche Krieger verletzt und 20 getötet wurden.

Da sich die freien Teton - angeführt von Sitting Bull und Crazy Horse - bis zum vorgesehenen Termin am 31. Januar 1876 nicht in den Reservationen eingefunden hatten, wurden die Generäle Crook und Terry im Februar in Marsch gesetzt. Zur selben Zeit brachen die Häuptlinge der Northern Cheyenne und Oglala-Teton Two Moon, Little Wolf, Old Bear, Maple Tree, White Bull und Oglala Low Dog mit ihren Kriegern von der Red Cloud Agentur auf, um am Powder River Büffel und Antilopen wegen des Nahrungsmangels zu jagen. Das friedliche Jägerlager wurde am Morgen des 17. März 1876 von der Vorhut Crooks Colonel Reynold und seinen Soldaten angegriffen, da sie der Meinung waren, dass Lager von Crazy Horse vor sich zu haben. Das gesamte Lager wurde niedergebrannt und das Fleisch vernichtet. Die Häuptlinge unter ihnen Two Moon zogen nun zu Crazy Horse, wo sie gastfreundlich aufgenommen wurden. Voller Haß beteiligte sich Two Moon am Krieg von Sitting Bull. Von seinen Kriegern wurde Two Moon zum Kriegshäuptling gewählt.

In der Schlacht am Rosebud River am 17. Juni 1876 konnten die verbündeten Stämme der Teton und Northern Cheyenne unter ihren Anführern Sitting Bull, Crazy Horse und Two Moon einen Sieg gegen die Truppen des Generals Crook erringen. Im Anschluß brachen die Stämme ihr lager ab und zogen zum Bighorn River, wo die Northern Cheyenne ihr Lager im Norden des riesigen Lagers errichteten.

Reno näherte sich am Morgen des 25. Juni 1876 mit seinen Truppen dem Lager von Sitting Bull als ein Hunkpapa-Krieger ins Zeltdorf von Two Moon ritt und das Nahen der Soldaten meldete. Two Moon, der gerade vom Tränken seines Pferdes zurückkam, ließ seine Krieger kampfbereit machen, die Frauen außerhalb des Zeltdorfes in Sicherheit bringen, bevor er an der Spitze seiner Krieger zum Lagerplatz von Sitting Bull aufbrach. Er brauchte aber nicht mehr in den Kampf einzugreifen, da die Krieger von Gall, Sitting Bull und Black Moon die Soldaten in die Flucht schlugen. Nun wurden die Truppen von Custer gemeldet, die aber bereits von der Lagerwache der Cheyenne unter Bob-Tail-Horse in ein Gefecht verwickelt wurden. Gall zog Hunderte von Kriegern, die soeben noch an der Seite von Black Moon und Sitting Bull gekämpft hatten, für einen Frontalangriff auf Custers Truppen ab, die deren Vorrücken aufhalten konnten. Two Moon griff die Custers Truppen von hinten und Crazy Horse von der Flanke an. In weniger als einer Stunde waren die Soldaten bis auf den letzten Mann getötet. Die verbündeten Stämme trennten sich und zogen in verschiedene Richtungen ab, um sich ihren Verfolgern der US-Armee zu entziehen. Anfangs blieb Two Moon an der Seite von Crazy Horse, der von Truppen des General Crooks gesucht wurde. Da die Munition und die Nahrung knapp wurden, forderten einige Leute von Crazy Horse mit dem Colonel Miles in Fort Keogh in Verhandlungen zu treten, da ihr Lager nahe dem Fort versteckt lag. Die Crow-Scouts des Forts zeigten aber ihre Abneigung gegen die Oglala, was Crazy Horse veranlaßte, sein Lager abzubrechen und sich zu verbergen. Colonel Miles konnte die Oglala auf ihrer Fluch am Morgen des 8. Januars 1877 am Battle Butte einholen und ließ seine Soldaten sofort angreifen. Crazy Horse konnte aber mit seinen Leuten durch die Wolf Mountains in Richtung der Bighorn Mountain fliehen. Little Big Man, Hump und Two Moon lockten die Soldaten in einen Canyon, wo sie am frühen Nachmittag mit ihren Kriegern bei einem Rückzugsgefecht mitten in einem Schneesturm sich zurückziehem konnten.

Kurze Zeit später trennten sich Two Moon und 350 Cheyenne von den anderen und zogen entlang des Tonque River südwärts zu Fort Keogh, wo sie sich Colonel Miles ergaben. Einige Krieger Two Mooons und er selbst ließen sich als Scouts anwerben, was ihren Leuten erlaubte in der Nähe des Forts zu bleiben. Am Box Elder Creek entdeckten Two Moon und fünf weitere Cheyenne-Scouts im März des Jahres 1879 den aus der Reservation am 9. September 1878 ausgebrochenen Little Wolf, den sie die Nachricht von Lieutenant Clark überbrachten, dass dieser mit ihm zu Friedensverhandlungen bereit wäre. Little Wolf zeigte auch Interesse. Kurz nach diesen Verhandlungen bekamen Two Moon und Little Wolf am Tonque River ein Reservat zu gesprochen, wo sich auch der geflohene Dull Knife mit seinen Leuten ansiedeln durfte.

Two Moon starb im Jahre 1917.

 

Cochise
und seine Söhne




Cochise (= Hickory-Holz). Sein Name als Junge lautete Chise = Holz. Wegen seiner großen Charakterstärke wurde er später nach dem besonders harten Hickoryholz benannt. Er war der Häuptling und oberster Führer der Chiricahua-Apachen. Chochise lebte von 1815 bis 1874 und war ca. zwei Meter groß, was für die mittelgroßen Apachen eine außergewöhnliche Größe darstellte. Cochise soll ein freundlicher Mann gewesen sein mit stets gepflegter äußerer Erscheinung. Sein schmales Gesicht drückte Härte und Entschlossenheit aus, sein großer und breiter Mund ließ auf Großmut schließen, seine scharf konturierte Nase auf Kühnheit, seine großen, schwarzen und weit auseinanderstehenden Augen auf Klugheit und seine sehr hohe Stirn auf Intelligenz.

Cochise gehörte einen großen Häuptlingsgeschlecht an, das den Stamm der Chiricahua-Apachen bereits mehr als 300 Jahre führte. Als es um den Nachfolger des ermordeten Apachen-Oberhäuptlings Juan José ging, und der junge Cochise als angesehener Krieger oder Mangas Coloradas in die engere Wahl kamen, blieb Cochise Häuptling seines Stammes. Auch Mangas Coloradas lehnte das Amt des Oberhäuptlings aller Apachen ab und übernahm die Führung des vergrößerten Mimbrenjo-Stammes. Mangas Coloradas und Cochise wurden später Blutsbrüder.

Wie es bei vielen Indianerstämmem üblich war, hatte Cochise zwei Frauen, die ältere Tesalbestinay (= Sie-hält-an-ihrer-Wiege-fest), sie war Schwester von Mangas Coloradas, und Nalikadeya (= Mädchen-das-an-einem-Hang-entlangeht). Erstere schenkte Cochise drei Kinder, wovon zwei starben und nur Tahzay überlebte. Die zweite Frau war die Mutter der jüngeren Söhne Nachise und Alchise. Cochise setzte große Hoffnung in seinen älteren Sohn Tahzay, der sein Nachfolger werden sollte.
...
Cochise wurde im Frühjahr des Jahres 1871 vom Kommissar für Indianerangelegenheiten nach Washington eingeladen, was dieser aber ablehnte, da er kein Vertrauen zu Regierungsvertretern mehr hatte. Das er in dieser Angelegenheit recht haben sollte, bewahrheitete sich bereits Ende April als er die Nachricht vom Massaker an Eskiminzins Aravaipa bei Fort Camp erhielt. Da Cochise nicht in Washington erschien, befahl General Crook fünf Kavallerie-Kompanien die Chiricahua Mountains nach ihm zu durchsuchen und ihn tot oder lebendig herbeizuschaffen. Lieutenant Howard Cushings Kompanie fand Anfang Mai die Spur von Cochise und seinen Leuten und nahm die Verfolgung auf. Statt aber auf Verstärkung zu warten, griff Cushing Cochise an. Cochise stellte am 05. Mai 1871 Cushings Schwadron am Bear Springs eine Falle, in die dieser blindlings hineinlief. Nur der Sergeant Mott merkte als einziger die Gefahr, konnte aber den Tod Cushings und die Hälfte des Schwadrons nicht verhindern. Er sammelte die Soldaten und zog sich aus der Falle zurück. Die getöteten Soldaten wurden von Cochises Kriegern verstümmelt, bevor sie nach Mexiko verschwanden. Der Tod Cushing und die Hälfte seiner Männer versetzte die Generäle in Bestürzung, galt er nicht als unbesiegbarer Indianerkämpfer, der von 1868 bis 1871 mehrere Apachen-Rancherias durch blitzschnelle Überraschungsattacken zerstörte. Die Regierung in Washington gab im Juli 1871 zu, dass alle Feldzüge der letzten zehn Jahre gegen die Apachen fehlgeschlagen seien. Statt weiterhin auf Krieg zu setzen, sollte auf Versöhnungspolitik gesetzt werden.
...
Der Chiricahua-Häuptling Cochise starb am Morgen des 08. Juni 1874 an der heimtückigen Zuckerkrankheit, die damals als Auszehrung bekannt war.


Cochises Söhne

Nachise
(= Eichenholz, die Amerikaner nannten ihn Naiche und die Mexikaner Natchez). Er war der zweite Sohn von Cochise und seiner zweiten Frau Nalikadeya. Nachise lebte von 1855 bis 1921. Nachises älterer Bruder Tahzay starb auf seiner Reise nach Washington im Herbst des Jahres 1876 durch eine Lungenentzündung. Daraufhin wurde Nachise der Oberhäuptling der Chiricahua-Apachen. Trotz des Berichtes Eskiminzin hinsichtlich der Krankheit, des Todes und der Bestattung auf dem Kongressfriedhof des Bruders Tahzay, blieben Nachise wie auch seine Gefolgsleute mißtrauisch gegenüber dem neuen Indianer-Agenten Clum. Nachise wurde der beste Freund von Geronimo und verlieh diesem angesehenen Kriegshäuptling größtes Ansehen was er je gehabt hatte. Nachise nahm an vielen Kriegszügen gegen die Amerikaner und Mexikaner von Geronimo teil bis dieser sich am 04. September 1886 ergab. Bei der Kapitulation in Sonora war auch Nachise dabei. Die letzten beiden berühmten Apachen-Häuptlinge und ihr Stamm wurden nach Fort Marion in Florida deportiert. Weiße Freunde waren es, auf deren Betreiben die Apachen 1894 nach Fort Sill umgesiedelt wurden. Die Chiricahua durften 1914 unter Führung ihres Häuptlings Nachise in ihre alte Heimat nach Arizona zurückkehren.


Tahzay
(= Raccoon = das indian.-amerik. Wort für Waschbär). Er war Häuptling und oberster Führer der Chircahua-Apachen. Tahzay war der älteste Sohn von Cochise und das einzige überlebende Kind der ersten Frau Tesalbestinay. Sie war die Schwester von Mangas Coloradas. Cochise setzte große Hoffnungen auf Tahzay, da er sein Nachfolger werden sollte. Nach dem Tod von Cochise, am 08. Juni 1874, wurde er Häuptling und oberster Führer seine Stammes. Der weiße Blutsbruder seines Vaters, Jefford, war der Agent der Chiricahua und stand Tahzay mit Rat und Tat zur Seite. Die Chiricahua-Apachen sollten auf Anordnung der Regierung im Jahre 1876 auf die San Carlos Reservation umgesiedelt werden, aber viele Stammesangehörige weigerten sich, da bereits in der Reservation viele andere Indianer lebten, darunter auch eine große Anzahl feindlicher Stämme. Tahzay gelang es jedoch die Hälfte des Stammes auf die Reservation zu führen. Nachise, zweiter Sohn Cochises, und der Rest des Stammes flohen nach Mexiko, wo sie sich Geronimo anschlossen. Jefford, der oft Gast und Berater Tahzays war, verurteilte den Vertragsbruch der Regierung und trat als Agent zurück. Der neue Agent Clum, Tahzay und weitere 21 Apachen-Führer fuhren im Spätsommer des Jahres 1876 auf Einladung des Indian Bureau nach Washington. Hier starb der etwa dreißigjährige Chiricahua-Häuptling Tahzay an einer Lungenentzündung. Er wurde mit allen Ehren auf dem Kongressfriedhof in Washington bestattet.




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