Die Heirat bei den Indianern Nordamerikas war eine Notwendigkeit, bei der in erster Linie die familiären und verwandtschaftlichen Interessen im Vordergrund standen. Im günstigsten Fall konnte der Mann seiner Liebsten einen Heiratsantrag machen und bei ihrem Vater um ihre Hand anhalten. Dieser setzte dann den Kaufpreis fest, der meistens aus Pferde und Felle bestand. Die junge Frau war natürlich bestrebt, für einen möglichst hohen Preis gekauft zu werden. Dazu war es aber nötig noch Jungfrau zu sein. Denn eine Frau die nicht mehr unberührt war, hatte wenig Chancen noch einen Mann zu bekommen, der auch noch einen Preis für sie bezahlen wollte. Durch die Bezahlung konnte sich die Familie wirtschaftliche Vorteile verschaffen und ihr Ansehen in der Gesellschaft erhöhen. In vielen Fällen war es aber auch so, dass auf die Interessen beider Partner keine Rücksicht genommen wurde. Es kam auch vor, dass die Eheschließung von den Eltern arrangiert wurde, ohne das die jungen Leute etwas davon wussten.

 

Die Eheschließung konnte bei den Stämmen unterschiedlich lang sein. Bei einigen Stämmen dauerte die Zeremonie bis zu 40 Tage. Tanz und Flötenspiel gehörten ebenso zu den Feierlichkeiten, wie der Austausch von Geschenken. Letzteres war insbesondere bei den Plains- und Prärieindianer sehr umfangreich. Bei diesen Stämmen konnte ein Mann auch mehrere Frauen haben. Der Grund hierfür war, dass viele Männer bei der Jagd oder im Krieg ums Leben kamen. So gab es ein Frauenüberschuss. Allerdings konnte sich nur der mehrere Frauen leisten, der auch wohlhabend war. Um Eifersüchteleien zwischen den Frauen auszuschließen, heiratete der Mann häufig Schwestern. In den meisten Fällen hatte die erste Frau einen höheren Stellenwert als die anderen.

Als die Indianer in den Besitz von Pferden und Schusswaffen kamen, konnten sie auch mehr Büffel erlegen. Und hier lag der zweite Grund der "Vielweiberei". Viele Büffel bedeuteten viel Arbeit, und die konnte nur von vielen Frauen verrichten werden. So wurden die Frauen von den Büffeljägern ausgebeutet.

 

Eine indianische Ehe ging relativ selten in die Brüche, dennoch kam es vor. In den meisten Fällen ließ sich der Mann von der Frau scheiden. Gründe hierfür waren häufig Ehebruch, manchmal auch Nörgelei und Faulheit. Bei der Scheidung hatte der Mann mehr Rechte als die Frau. Er konnte sie bestrafen, indem er ihr z. B. die Zöpfe abschnitt. Bei den Comanchen und den Blackfoot kam es auch vor, dass der Frau die Nase abgeschnitten wurde, um sie zu entstellen. Bei Ehebruch musste der Mann die Geschenke seiner Schwiegereltern nicht zurückgeben, während er seine eigenen Geschenke zurückfordern konnte. Anders sah es aus, wenn er seine Frau nur zurückschickte, weil sie ihm nicht gefiel. Obwohl die Rechte der Frau bei der Scheidung beschränkt waren, kam es auch vor, dass sie die Initiative ergriff, indem sie die Habseligkeiten ihres Mannes vor das Tipi warf. Oder sie packte einfach ihre Sachen und ging zu ihren Eltern zurück, wobei sie die Kinder mitnahm. Eine Ehefrau, die zur Witwe wurde, konnte, wenn sie treu war, damit rechnen, schnell wieder verheiratet zu werden. Bei vielen Stämmen war es dann der Bruder des Verstorbenen. Wenn hingegen die Ehefrau verstarb, wurde deren Schwester zur neuen Frau des Mannes.

 



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