Die Unterwerfung Amerikas
bedeutete die rücksichtslose Zertrümmerung
der indianischen Gesellschaft und Kultur
und die sinnlose Ermordung
von vielen Millionen Menschen.
An nackter Barbarei
und Missachtung des menschlichen Lebens,
an Zerstörung historischer Kostbarkeiten
und wertvoller Einrichtungen
steht diese Eroberung wohl einzig da
in der neueren Geschichte.
Sie gehört zu den allerschlimmsten
der entsetzlichen Blutbäder,
die die Geburt und Errichtung
des kaptialistischen Weltsystems begleiteten.

"Die Methoden des Völkermordes waren äußerst verschieden und reichten von offener Ausrottung, Zerstörung der Ernährungsgrundlage, Aushungerung, Verbreitung von Krankheiten, sittlichem Verderb, Versklavung, Folter, Mord und Terror legalisierten Lynchjustiz und Zwangsvertreibung in das Indianerterritorium bis hin zur Zerstörung ihrer politischen und sozialen Organisationsformen, wobei der Hauptstoß gegen die traditionellen Religionen geführt wurde. Viele in Nordamerika lebende Stämme wurden vollständig ausgerottet. ...



Mit dem Jahre 1890 wurde die alte Politik des Völkermordes durch eine neue ersetzt. Die letzten Indianerstämme waren mit militärischer Gewalt in Reservationen zusammengepfercht worden. Hier wurden sie unter völliger Missachtung ihrer vertraglich zugesicherten Rechte der schonungslosen Kontrolle des Büros für Indianische Angelegenheiten unterstellt. Die Bundesbehörden, Missionare und Händler hielten nun die Zeit für gekommen, ihren langen Zermürbungskrieg gegen die Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur der Ureinwohner zu beginnen." (7)
Unter dem Oberbegriff "Zwangsassimilierung" fassen die traditionalistisch gesinnten Indianer diese Politik zusammen.

"Angeregt durch die black-power-Bewegung, beginnen die Indianer Ende der 60er Jahre ..., sich politisch zu organisieren. 1968 wird das American Indian Movement (AIM) gegründet, eine verhältnismäßig radikale Organisation, die von den gemäßigteren Indianern abgelehnt wurde. Ihr gelang es jedoch, durch mehrere spektakuläre Aktionen die Aufmerksamkeit der amerikanischen (und internationalen, A.d.Red.) Öffentlichkeit auf indianische Fragen und Probleme zu lenken. ... Durch das politische Erwachen und die politischen Erfolge wurde unter den Indianern eine Rückbesinnung auf die kulturellen Werte und Traditionen ausgelöst und mit besonderer Schärfe die Frage aufgeworfen, wo in dem Spannungsfeld zwischen weißer und roter Kultur man seinen eigenen Standpunkt bestimmen sollte." (10)                          Über der blutgetränkten Erde weht ein neuer Wind ... !

Power River Expedition  1865

Während die Indianer einzelne Überfälle durchführten, konzentrierte sich die Armee auf eine einzige Großoffensive, die von General Edward Connor geplant wurde. Dies war die Powder River Expedition. Doch das schlammige Gelände, das schlechte Wetter, der Mangel an Futter für die Pferde und meuternde Soldaten ließen die Expedition bald ins Stocken geraten. ... viele Freiwillige verlangten ihre Entlassungspapiere, die sie auch bekamen. Unruhen in den Black Hills und in Minnesota entzogen Connors Truppen weitere Kräfte.
Schließlich teilte der General seine Soldaten in drei Kolonnen ein, die zu einem festgesetzten Zeitpunkt wieder bei Rosebud Creek zusammentreffen sollten. Oberst Nelson Cole übernahm 1.400 Mann, Oberstleutnant Samuel Walker 600, während Connor selbst weitere 600 Mann anführte, darunter auch die Pawnee-Scouts. Es sollte die größte Militäroperation werden, die bis dahin im Westen stattfand.
Connor trug einige Gefechte aus; in einem dieser Scharmützel gelang es den Pawnee-Scouts eine Cheyennes-Bande zu bezwingen. Dort, wo der Bozeman-Pfad den Powder überquert, ließ Connor ein Fort errichten, das nach ihm benannt wurde. Kurz darauf kam es zu einem blutigen Kampf mit den Arapahoes unter Black Bear, bei dem keiner der Wiedersacher den Sieg davontragen konnte. Die Oglala-Sioux, angeführt von Red Cloud, und die Cheyennes unter Dull Knife bedrängten zur gleichen Zeit die beiden anderen Einheiten. Aber davon konnte Connor noch nichts ahnen.

Längst war der vereinbarte Zeitpunkt für das Zusammentreffen der verschiedenen Kolonnen überschritten, da entdeckten die Pawnees Hunderte von toten Pferden und verbrannten Sätteln. Sie gehörten zu den Kavalerieeinheiten von Cole und Walker. Einige Zeit darauf machten die Pawnees auch die versprengten Soldanten ausfindig. Die beidenDivisionen waren in einem verheerenden Zustand, als Connor sie antraf. Die Pferde gingen elend zugrunde, die Soldeten wurden auf Ration gesetzt. Nur mühevoll konnten sie sich mit einer Kanone und ihren Repetiergewehren gegen die zermürbenden Attacken der Indianer zur Wehr setzten.
Als Connor zu seiner großen Erleichterung den Befehl erhielt, die Expedition abzubrechen, ordnete er den Rückzug nach Salt Lake City an. Ausschlaggebnd für die Beendigung des Feldzuges war weniger sein ungünstiger Verlauf gewesen, sondern die ungeheuren Kosten, die er verschlang: Die Indianerkriege führten die Armee langsam aber sicher in den finanziellen Ruin!


Die große Expedition von 1865 war ein Fehlschlag, obgleich sicher nicht die Katastrophe, als die sie gelegentlich dargestellt wurde. Connor war ein fähiger General, aber gegen die verhängnisvolle Kombination von schlammigem Gelände, ungünstigem Klima und der Zähigkeit seiner Feinde konnte er nichts ausrichten. Seine Militäroperation sollte die Indianer einschüchtern, statt dessen wurden die Indianer durch sie in ihrer Kampfbereitschaft entscheidend bestärkt. (9)

Fetterman Massacre 1866

Am 21. Dezember 1866 holten die Indianer zum großen Schlag aus. Red Cloud postierte etwa 1.500 - 2.000 Krieger hinter dem Lodge Trail Ridge, einer Hügelkette, und legte am Peno Creek einen Hinterhalt, nur fünf Kilometer vom Fort entfernt. Inzwischen führten Crazy Horse und Hump zwei Kriegergruppen in die unmittelbare Nähe des Forts, die als Lockvögel dienen sollten. Eine weitere Schar überfiel den Holztransport.
Die Wochposten des Forts schlugen sofort Alarm. Carrington beauftragte Hauptmann James Powell, die Holzarbeiter zu befreien. Da drängte sich Hauptmann William F. Fetterman nach vorne, wegen seines Dienstalters forderte er das Kommando dieser Aktion, von der er sich Ruhm erhoffte. Carrington gab es ihm. Dabei wies er Fetterman nachdrücklich darauf hin, sich nur um die Holzwagen zu kümmern. Auf keinen Fall sollte er über den Lodge Trail Ridge hinaus reiten.
Der Hauptmann hielt Carrington für feige, er nahm noch zwei weitere Offiziere mit auf die Mission, Brown und Leutnant Grummond. Wie Fetterman waren sie als Hitzköpfe bekannt. Der Leutnant ließ im Fort seine Frau zurück - vor wenigen Monaten erst hatten sie geheiratet.

 


 

Das übersteigerte Selbstvertrauen der Offiziere hätte Carrington dazu veranlassen müssen, seinen Befehl zu überdenken und andere Männer mit dieser Aufgabe zu betrauen. Aber er tat es nicht. Fetterman sah sich selbst als Kämpfer und als Stratege. Er ging nicht direkt gegen die Angreifer des Holztransportes vor, sondern umging die Indianer, um sie von hinten überraschen zu können. Auf diese Weise würde er sie zum Kampf zwingen, denn der Rückzug wäre ihnen verwehrt.
Da erblickte er einige Männer von Crazy Horse, die als Köder ausgesandt worden waren. Und tatsächlich ließ sich der Hauptmann dazu hinreißen, mit seinen Männern die Verfolgung aufzunehmen und jagte in Richtung Lodge Trail Ridge hinter den Indianern her. Bei einer Böschung stießen sie auf die Hauptmacht von Red Cloud - die Falle war zugeschnappt. Crazy Horse gab ein Signal, und die Sioux, Cheyennes und Arapahoes stürzten sich auf die 81 Reiter.
Es herrschte beißende Kälte auf der Böschung, die fortan Massacre Hill ("Massacre-Hügel") genannt werden sollte. Männer und Pferde rutschten auf den vereisten Flächen aus, der Schnee färbte sich blutrot. Die Indianer ließen Fettermans Abteilung keine Chance: zuerst erwischte es Grummond, der vorneweg ritt, innerhalb von nur einer Stunde starben alle übrigen Soldaten. ... Die Armee nannte diesen Vorfall, in dem der unbesonnene Hauptmann alle Männer verlor, das "Fetterman Massacre". In der Erinnerung der Indianer hingegen lebte das Ereignis als The Battle of the Hundred Slains ("Schlacht der hundert Erschlagenen") fort.
Dies war die schwerste Niederlage, die die Armee bis dahin im Westen erlitten hatte. Nur einmal zuvor in ihrer Geschichte hatte sie einen Kampf ausgetragen, den keiner ihrer Soldaten überlebte. ... Die Vermutung über die Zahl der Opfer unter den Indianern gehen auseinander: Nach ihren eigenen Angaben war von bis zu 200 Verwundeten und Toten die Rede, nach Schätzungen der Armee betrug die Zahl dagegen 60. Wahrscheinlich ist die Zahl niedriger anzusetzen.

Washita Massacre 1868

 

Die Temperaturen lagen weit unter Null, als Custer mit seiner Truppe aufbrach. Nach einem mühseligen dreitägigen Ritt über schneebedecktes und vereistes Gebiet verlangsamte Custer das Marschtempo und schickte Major Joel H.Elliott mit einer Schwadron voraus, um die Lage zu erkunden. Tatsächlich stieß man auf Spuren - eine große Zahl Indianer hielt sich in unmittelbarer Nähe auf. Custer schloß zu Elliott auf. Vor ihnen erstreckte sich das Lager von Black Kettle.
Der Häuptling war gerade von Fort Wallace zurückgekommen. Anschließend hatte er seine Männer zu einer Versammlung gerufen, auf der er ihnen versicherte, daß man nichts zu befürchten hätte. Doch am Tag darauf, dem 27.November 1868, wurde er von den Schreien einer Frau geweckt: "Soldaten! Soldaten!" Unwillkürlich muß ihm die Erinerung an Sand Creek gekommen sein, als er zu seinem Gewehr griff und einen Warnschuß abgab.
Black Kettle zog mit seiner Frau auf dem Pferd unter weißer Friedensflagge der 7.Kavalerie entgegen. Aber beide Indianer sollten zu den ersten gehören, die in dem Kugelhagel von Custers Männern fielen. Obgleich sich die Indianer zu wehren versuchten, dauerte es nur zehn Minuten, bis die Kavalleristen das Dorf unter ihrer Kontrolle hatten.
Diese Schlacht am Washita war nichts anderes als ein brutales Massaker und der militärische Erfolg war sehr umstritten.
Die Ereignisse im Washitatal haben Custer populär gemacht, obwohl wegen seines Vorgehens gegen die Cheyennes Vergleiche mit dem Massaker vom Sand Creek gezogen wurden. Nach seinen eigenen Aussagen wurden 103 Cheyennes getötet. Es gab allerdings Berichte, wonach nur ein Duzend der Toten wirklich Krieger gewesen seien.

Little Big Horn  1876 

General George Custer

Er wollte sie Ausrotten

"Am 25. Juni 1876 bedeckt ein dichter Nebel das Tal des Little Big Horn. 3.000 bis 4.000 Krieger sind dort versammelt.
General George Custer beschließt seine Truppen zu teilen. Zur Mittagszeit gibt er Captain Benteen den Auftrag, den Süden des Tales auszukundschaften, während Commander Reno am Fluß entlangreiten soll, um die Indianer von Süden her zu überrumpeln ... Um 15.00 Uhr steht Reno den Indianern gegenüber. Da er den Befehl hat, um 16.00 Uhr zurückzukehren, weicht er in Richtung der Felsklippen zurück, wo er auf Benteen trifft. Gleichzeitig versucht Custer, den Fluß zu überqueren. Um 15.45 Uhr sind seine Männer von den Kriegern des Häuptlings Crazy Horse umstellt.
Um 16.30 Uhr herrscht über dem Schlachtfeld die Stille des Todes." (4)

Viel ist berichtet worden über diesen Meilenstein im Freiheitskampf der Indianer: Wahres und Unwahres, historisch Verklärtes,
Mystiviziertes, Wissenschaftliches.
Tatsache ist: daß mehr als 120 Jahre nach diesem Ereignis nur den gefallenen Soldaten Ehre erwiesen wird!
Warum gibt es keine Gedenksteine für die getöteten Indianer? Warum wird die Geschichte fast ausschließlich aus weißer Sicht dargestellt?
Ehrt man denn auf der ganzen Welt nicht die Menschen, die ihr Leben für die Freiheit und den Frieden gaben?

Wounded Knee 1890

 

General Miles verstärkte seine Truppenverbände, um den Geistertanz-Kult einzudämmen. Doch zu seiner Überaschung blieben weitere Zwischenfälle nach dem Tod von Sitting Bull aus. ... Die größte Schar der mutmaßlichen Feinde waren die Minneconjous unter Big Foot. Miles gab Oberst Edmund V. Sumner den Auftrag, den alten Häuptling zu stellen, doch der Offizier zögerte. Er hielt die Anweisung für unnötig und sinnlos, weil er befürchtete, daß sie eine kriegerische Auseinandersetzung auslösen würde. Big Foot, durch die Vorbereitungen der Armee beunruhigt ergriff mit seinen Minneconjous die Flucht. Miles glaubte fälschlicherweise, daß der Häuptling sich den Oglala- und den Brulé-Sioux anschließen wollte und machte Oberst Sumner schwere Vorwürfe. Dann entsandte er Kampfverbände, die Big Foot abfangen sollten, bevor er die übrigen Sioux in Pine Ridge erreichen konnte. Zu diesen Einheiten gehörte auch die 7. Kavallerie, die alte Einheit von George Custer.
Big Foot hatte nichts dagegen einzuwenden, daß er auf seinem Weg nach Pine Ridge von einer Militäreskorte begleitet wurde. Doch Oberst James M. Forsyth ... hatte von Miles den Auftrag erhalten, die Minneconjous zu entwaffnen und nach Omaha zu verschiffen. 

Als die Sioux von Big Foot am Morgen des 29. Dezember erwachten, sahen sie sich von 500 Soldaten umstellt. Diese hatten darüber hinaus Hotchkiss-Kanonen in Position gebracht. Während die Squaws damit begannen, das Lager abzubrechen, ließ Forsyth 120 Kriegr antreten, und gab ihnen den Befehl, ihre Waffen abzuliefern. Sie händigten dem Oberst nur ein paar alte, unbrauchbare Flinten aus. Daraufhin ließ Forsyth die Tipis kontrollieren und fand zahlreiche Gewehre und Munition. Anschließend forderte er seine Männer auf, auch die Krieger und die Squaws nach Waffen zu durchsuchen.
Die Sioux waren über diese demütigende Prozedur entrüstet. ... Einer von ihnen geriet mit einem Soldaten in einen Zweikampf, ein Schuß fiel - wer ihn abfeuerte, hatte niemand erkennen können. Die Soldaten nahmen das überfüllte Lager sofort unter Feuer. Sie waren nervös und verunsichert, möglicherweise spielte auch der Gedanke an Rache für Litte Big Horn eine Rolle. Ihre Waffen waren auf die kurze Distanz tödlich, doch es war die Artillerie, die den Indianern die größten Verluste zufügte.
In den Augen der Indianer und auch vieler Weißer war die Schlacht von Wounded Knee ein reines Massaker. Doch dies ist nur teilweise richtig. Es war in dem Sinne kein Massaker, als daß der Vorfall, im Gegensatz zu Sand Creek 1864, nicht das Ergebnis kaltblütiger Planung war. Auch der Kampf war nicht völlig einseitig - die Armee verlor 25 ihrer Männer.
Unter den 150 toten Indianern waren Big Foot, Yellow Bird und zahlreiche Frauen und Kinder. Völlig wahllos hatten die Soldaten um sich geschossen, einige von ihnen waren durch die Kugeln ihrer eigenen Männer gefallen. Die amerikanische Öffentlichkeit war über die Ereignisse von Wounded Knee entsetzt, Erinnerungen an das Massaker von Sand Creek wurden wach. General Miles machte James Forsyth für die Affäre verantwortlich, so daß er ihm die Befehlsgewalt entzog und ihn anschließend vor Gericht stellte. ...

Die Schuld am Massaker von Wounded Knee lag nicht bei Forsyth allein: Es war Miles, der ihm den Befehl erteilt hatte, die Minneconjou-Sioux zu entwaffnen und sie nach Omaha zu bringen. Sumner hatte mit recht dazu geraten, die Indianer ohne Gewalt in das Pine Ridge-Gebiet zu begleiten, wo sie sich in Frieden niederlassen wollten.  

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