Die Geschichte der Oglala - Lakota

 

"Wir sind jetzt ein freies Land"

Lakota erklären Unabhängigkeit von USA

Unabhängigkeitserklärung

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Eine Gruppe mit dem Namen Lakota Freedom Delegation unter ihrem Anführer Russell Means erklärte am 20. Dezember 2007 in Washington die Unabhängigkeit der Lakota von den USA. In einer dem Außenministerium der Vereinigten Staaten von Amerika überreichten Note kündigten sie alle 33 der im Laufe der Zeit mit den USA geschlossenen Verträge auf, weil diese von den Kolonisten bis heute nicht eingehalten worden seien. Etliche der Verträge sind über 150 Jahre alt. Russell Means warb bei den Botschaften von Bolivien, Venezuela, Chile und Südafrika um internationale diplomatische Anerkennung der Republik Lakota. Die Republik Lakota würde Teile der US-Bundesstaaten Nebraska, Süddakota, Norddakota, Montana und Wyoming umfassen. Noch ist der Name der Hauptstadt nicht bekannt, laut Adresse liegt der Sitz der Separatisten in Porcupine, einem Ort, der in der Pine-Ridge-Reservation in South Dakota liegt. Die Rechtmäßigkeit der Aufkündigung der Verträge sehen die Lakota durch Artikel sechs der US-Verfassung und durch die auch von den USA unterzeichnete Wiener Konvention gegeben. Allerdings wird die Legitimation Russell Means bezweifelt, für die Lakota sprechen zu dürfen, da der Aktivist für Indianerrechte kein politisches Amt ausübt. Bei der Wahl des Oglala-Sioux-Präsidenten unterlag er. Russell Means kündigte an, die Republik Lakota werde eigene Pässe und Führerscheine ausgeben. Durch Aufgabe der US-Staatsbürgerschaft solle die Steuerpflicht der Bürger gegenüber dem US-Staat entfallen. Das US-Außenministerium hat auf die Unabhängigkeitserklärung bisher nicht reagiert. Avis Little Eagle, die stellvertretende Vorsitzende des Standing Rock Sioux Tribal Council sagte über die Lakota Freedom Delegation und ihre Erklärung: „Ich verstehe, warum sie das machen, aber wir als gewählte offizielle Vertreter berufen uns auf die Verträge in unserer täglichen Arbeit, da es sich dabei um gültige Dokumente handelt. (I see where they’re coming from, but we, as elected officials, on a daily basis we refer to those treaties because to us they are living documents).“ Man werde über die Erklärung im Rat diskutieren. Viele Stammesregierungen seien über die mangelnde Unterstützung durch die US-Bundesregierung bei der Gesundheitsversorgung, Strafverfolgung und andere Verpflichtungen aus den Verträgen frustriert. „Falls dies uns Aufmerksamkeit bringt, wird es vielleicht gut gewesen sein.“ Vor der Unabhängigkeitserklärung war sie nach ihrer Aussage nicht über die Pläne der Delegation informiert.

Republic of Lakotah

     
Über die Frühgeschichte der Oglala-Lakota ist nicht sehr viel bekannt.Erst durch die Lewis & Clark-Expedition wurden genauere Aufzeichnungen möglich. Zur damaligen Zeit bewohnten die Oglala mit anderen Lakota das Gebiet der Great Plains nördlich des Platte Rivers, welches das heutige Nord- und Süd Dakota einschloß und im Westen bis zu den Big Horn Mountains reichte.

Mit den Weißen entwickelte sich nach und nach der Pelzhandel; die ersten Handelsposten entlang des Missouri Rivers entstanden. Während dieser Zeit wurde auch das Fort William erbaut,welches später als Fort Laramie bekannt werden sollte. In der Umgebung dieses Forts siedelten sich im Laufe der Zeit einige Oglala-Gruppen an, um besser Handel treiben zu können. Eine Zeitlang bildete Fort Laramie den Lebensmittelpunkt für diese Indianer.

Im Jahre 1849 erwarben die USA das Fort Laramie und bauten es zu einem Militärstützpunkt aus. Anfang der 50er Jahre wurden hier mehrere Friedensverträge mit benachbarten Indianerstämmen abgeschlossen. Diese Verträge legten die Grenzen der Indianergebiete fest und erlaubten auf der anderen Seite innerhalb dieser Gebiete den freien Durchgang für die Siedler gen Westen.

Der immer größer werdende Strom von Siedlern entlang des Oregon Trails und die illegale Errichtung von Militärposten am Bozeman Trail führten zum

Red Cloud Krieg.
In den Jahren 1866 - 1868, der mit dem Vertrag von 1868 beendet wurde. Diese Übereinkunft bildet nach wie vor die Grundlage für die Konflikte zwischen den Oglala-Lakota und den Amerikanern. In diesem Vertrag erkannte die US-Regierung das Gebiet westlich des Missouri Rivers im Bundesstaat Süd Dakota als große Sioux Reservation an. Das übrige Siedlungsgebiet der Lakota wurde als nicht abgetretenes Indianergebiet festgeschrieben. Außerdem mußte die USA die Militärposten entlang des Bozeman Trails aufgeben.

Auf Grund dieses Vertrages behaupten die Oglala nach wie vor, daß alle nach folgenden Gebietsveränderungen, einschließlich der Wegnahme der Black Hills, unrechtmäßig gewesen sind. Dies mußte selbst der Oberste Bundesgericht der USA in der jüngsten Vergangenheit eingestehen. Eine Rückgabe des Landes erfolgte deshalb noch lange nicht.

Trotz des Vertrages von 1868 ging die Ausdehnung nach Westen unvermindert weiter und die einst unabhängigen Oglala waren jetzt durch die Siedler, Goldsucher und Soldaten unter Druck gesetzt, auch die Büffel verschwanden nach und nach. Viele Oglala-Lakota sahen keinen Ausweg mehr und siedelten sichauf Anordnung der US-Regierung 1873 bei Fort Robinson an.

        Einige Oglala jedoch zogen weiter durch die Plains.

        Nachdem ein Jahr später in den Black Hills Gold gefunden worden war, wollte Washingtondie Black Hills von den Lakota kaufen. Da die Indianer dieses Ansinnen aber ablehnten, schickten die USA Truppen, um die Lakota aus diesem Gebiet zu vertreiben. Im Verlauf dieser Auseinandersetzungen kam es dann zur legendären Schlacht am Little Bighorn River bei der am 25.06.1876 die Lakota gemeinsam mit den verbündeten Cheyenne und Arapaho, General Custer und seine 7. Kavallerie vernichtend geschlagen haben.
        Dieser Sieg war der größte für die Indianer, aber auch gleichzeitig ihr letzter.Innerhalb eines Jahres waren alle übrigen Oglala bei Fort Robinson zusammengetrieben worden. Hier wurde auch ihr berühmter Häuptling Crazy Horse ermordet.

        Aufgezwungene Vereinbarungen mit den Lakota verkleinerten die Große Sioux Reservation und machten so den Weg frei für Siedler und Goldsucher. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurde im Jahre 1878 auch die Pine Ridge Reservation errichtet.

        Nachdem die USA die Lakota als militärische Bedrohung ausgeschaltet hatten, begann die Regierung mit der Amerikanisierung der Indianer. Ihre Kinder wurden auf sogenannte Boarding Schools weit weg von ihren Familien, geschickt. Später errichtete man zwar auch Schulen auf der Reservation, die Zerstörung der Sprache und Kultur der Oglala-Lakota ging aber weiter.

        Trotzdem konnte bis heute noch ein Teil der Kultur erhalten werden.

        In dieser Zeit der schweren Krise suchten die Lakota nach spirituellen Lösungen, Wovoka wurde ihr Prophet. Er hatte die Vision, daß die Indianer den Geistertanz tanzen sollten, damit würden die Weißen vertrieben und die Büffel wiederkommen.

        Siedler im Indianerland und auch die Agenten der Regierung beunruhigte das. Sie fühlten sich durch die neue Bewegung bedroht und riefen nach der Armee. Der Geistertanz wurde verboten. Im Laufe der militärischen Handlungen wurde auch Sitting Bull, ein bekannter spiritueller Anführer der Lakota, durch die von der Regierung eingesetzte Indianerpolizei ermordet.

        Sein Tod ließ die Indianer Schlimmeres befürchten. Aus diesem Grundeflüchteten viele von ihnen, so auch Häuptling Big Foot und seine Leute, nach Pine Ridge, um sich in Sicherheit zu bringen. Auf seinen Weg dahin wurde Big Foot von der 7. Kavallerie eingeholt und umzingelt. Man brachte sie zum Wounded Knee Creek und entwaffnete sie dort. Als sich dabei versehentlich ein Schuß löste, nutzten die Soldaten die Gelegenheit, um sich für die 14 Jahre zuvorerlittene Niederlage von Custer am Little Bighorn River grausam zu rächen.

        Die hilflosen Indianer, darunter viele Frauen, Kinder und alte Leute, wurden fast alle umgebracht.

        Zu Beginn der 50er Jahre unseres Jahrhunderts hieß das Ziel der Regierung in Washington Termination. Man wollte nach und nach die Reservationen auflösen und die durch Verträge den Indianern zugesicherten Rechte abschaffen. Die Indianer wurden ermutigt, ihre Reservationen zu verlassen,

        um in den Großstädten ein besseres Leben zu beginnen. Man glaubte damals, das Indianerproblemauf diese Art lösen zu können.

        Die meisten Ureinwohner scheiterten jedoch, da sie in der Welt des Weißen Mannes nicht zurechtkamen.

        Auch fehlte ihnen in den Städten der gewohnte familiäre Zusammenhalt und die vertraute Umgebung. Viele Oglala-Lakota kehrten aus diesen Gründen wieder auf die Pine Ridge Reservation zurück, denn nur hier können sie sich wirklich als Oglala-Lakota fühlen.


        Die Lakota - Kultur

        Die Lakota gehören zum großen weitverbreiteten Volk der Sioux.

        Der Name Sioux (sprich: Suuh) hat seinen Ursprung im Chippewa-Wort Nadoweis-siw,was soviel wie Schlange oder Feinde bedeutet.

        Die Franzosen machten Nadoues-sioux daraus und verballhornten es schließlich zum heute bekannten Sioux. Sich selbst nennen die Sioux Freunde bzw. Verbündete. Sie können nach drei großen Gruppen unterteilt werden:

        Stamm Geografische Unterscheidung Sprachliche Unterscheidung

        Santee östliche Sioux Dakota (D-Dialekt)
        Yankton mittlere Sioux Nakota (N-Dialekt)
        Teton westliche Sioux Lakota (L-Dialekt)


        Diese drei Gruppen zerfallen ihrerseits wiederum in zahlreiche Untergruppen, wobei die Oglala den Lakota zugerechnet werden. Die Lakota sind nach wie vor die größte der drei Sioux-Gruppen, wobei die Oglala wiederum der zahlenmäßig stärkste Unterstamm der Lakota sind.

        Die Stämme im östlichen Teil waren seßhaft und betrieben Ackerbau.Die Lakota im westlichen Gebiet dagegen lebten als Nomaden vorwiegend von der Jagd.

        Im Unterschied zu den seßhaften Präriestämmen (z.B.: Arikara, Mandan), die nur zur sommerlichen Jagd ihre Dörfer verließen, besaßen die Lakota keine dauerhaften Häuser.Ihre Behausung war das Tipi; es war schnell und leicht auf- und abzubauen, was übrigens Sache der Frauen war.

        Das Tipi besteht aus mehreren langen, kegelförmig aufgestellten Stangen, um die man eine Plane aus zusammengenähten Bisonhäuten legte und diese dann befestigte.

        Im Sommer war Hauptjagdzeit. Die einzelnen kleinen Gruppen schlossen sich zusammen, um so erfolgreicher jagen zu können. In früheren Zeiten mußten sie zu Fuß zur Jagd gehen.Erst mit dem Pferd, etwa ab Anfang des 18. Jahrhunderts, wurde die Jagd einfacher. Im Laufe der Zeit entwickelte sich sehr schnell die Reiterkultur, die wir als typisch für die Indianer kennen.

So sind die Sioux-Reservationen heute verteilt.

Die heutige Situation der Oglala - Lakota

Die Oglala-Lakota und ihre Kultur sind nicht mit den Büffeln verschwunden. Ganz im Gegenteil: Heute leben mehr Oglala-Lakota auf der Reservation als bei ihrer Errichtung im Jahre 1878. Die Weiterentwicklung der Plainskultur durch Einflüsse aus Europa und anderer Indianervölker ist vielmehr ein Beispiel der Anpassungsfähigkeit der Oglala-Lakota.

Die Pine Ridge Reservation ist mit ihren rund 13.000 qkm die zweitgrößte Reservation in den USA. Sie liegt im Südwesten des Bundesstaates Süd Dakota. Die heutige Reservation ist in ihren Ausmaßen jedoch nur noch ein kleiner Rest von einem in früheren Verträgen zugesicherten, wesentlich größerem Gebiet. Die Bevölkerungszahl auf der Reservation beläuft sich auf insgesamt 16.000 Personen, wobei 13.000 davon Oglala-Lakota sind.

Die Stammesregierung bekam ihre Berechtigung durch die im Jahre 1936 verabschiedete Verfassung der Oglala, die wiederum ihre Grundlage im Indian Reorganization Act hat. Die meisten Mitglieder des Stammes vertreten daher auch den Standpunkt, daß die Pine Ridge Reservation eine von den USA unabhängige Nation darstellt, was andere Indianervölker ebenfalls meinen. Der Oglala Sioux Tribal Council bildet das Parlament und wird alle zwei Jahre neu gewählt.

Durch zahlreiche Gerichtsentscheidungen, Ausführungsanordnungen und Gesetze glaubt die US-Regierung erkannt zu haben, daß die Indianer wie Unmündige zu behandeln sind und die Regierung in Washington wie ein Treuhänder handeln muß. Mit der Durchsetzung dieser Politik wurde das Bureau of Indian Affairs (BIA) beauftragt. Viele jedoch vertreten die Auffassung, daß das BIA nicht sehr wirkungsvoll arbeitet.

Pine Ridge ist eine der ärmsten Gegenden in Nordamerika. Shannon County, eine Gemeinde innerhalb der Reservation, hat eines der niedrigsten Jahreseinkommen in den Vereinigten Staaten. Es beträgt in einigen Haushalten noch nicht einmal $ 3.000 pro Jahr. Nach offiziellen Angaben liegt die Arbeitslosenrate auf Pine Ridge manchmal bei 80 %. In etwa 1/3 der Haushalte hat keines der Familienmitglieder einen Job. Ungeachtet dieser Schwierigkeiten hängen die Oglala-Lakota an ihrem Land. Dies ist für sie der einzigste Ort, wo sie Oglala-Lakota sein können und nicht nur ?irgendein Indianer? in der großen amerikanischen Gesellschaft sind.

Der Indian Reorganization Act von 1934 schuf für die Oglala-Lakota die gesetzliche Grundlage für eine Selbstverwaltung. Die Wirklichkeit jedoch sah anders aus: Alle wichtigen Entscheidungen auf der Reservation wurden vom BIA getroffen. Dies setzte sich so bis weit in die 60er Jahre hinein fort. Erst mit der wachsenden Akzeptanz des weißen Amerikas den Ureinwohnern gegenüber änderte sich nach und nach die Rolle des BIA.

Wendepunkt der Politik war dann 1975 die Verabschiedung des Indian Self-Determination and Education Assistance Act. Dieses Gesetz garantierte den einzelnen Indianervölkern die Möglichkeit, bis dahin vom BIA geleitete Programme zu übernehmen und selbst zu gestalten. Daraufhin begannen die Reservation unverzüglich die Kontrolle über die BIA-Schulen zu übernehmen (sogenannte Contract-Schools). Seit dieser Zeit unterstützt auch die amerikanische Politik die Bemühungen der Ureinwohner um mehr Eigenständigkeit. Für die Oglala-Lakota bedeutet das in erster Linie: Erhalt und Förderung der eigenen Kultur. Trotz einer damit wieder stärker werdenden ideologischen Einheit zeigt sich weiterhin sehr auffällig die Armut der Bevölkerung auf der Pine Ridge Reservation. Dafür gibt es eine Vielzahl von Gründen: Pine Ridge hat so gut wie keine Bodenschätze, welche die Grundlage für eine wirtschaftliche Entwicklung darstellen könnten. Das meiste Farmland können die Oglala-Lakota selbst nicht nutzen. Das liegt zum einen daran, daß ihnen die finanziellen Mittel fehlen und zum anderen an der problematischen Landaufteilung durch Erbfolge. In der Regel wird daher nutzbares Weideland an reiche Farmer aus der Umgebung verpachtet.

Ansonsten gibt es nur einen großen Supermarkt und die Cedar Pass Lodge, eine Kombination aus Restaurant, Souvenirladen und Motel, am Rande der Reservation im Badlands National Park gelegen, die von den Indianern selbst geführt werden und Arbeitsplätze in größerer Zahl bieten.

Die weitaus meisten Beschäftigten arbeiten jedoch im Bereich der öffentlichen Dienstleitungsbetriebe (Schulen, Sozialdienste, BIA, Stammesregierung, Krankenhäuser). Einige andere wirtschaftliche Möglichkeiten würde der Tourismus bieten. Allerdings fehlen auch hier die finanziellen Mittel und es mangelt momentan auch noch an der notwendigen Infrastruktur für einen erfolgreichen (herkömmlichen) Tourismus.

Die Armut bringt weitere soziale Probleme mit sich. Aus diesem Grunde startete die Oglala-Stammesregierung verschiedene Vorhaben, um den sozialen Schwierigkeiten entgegenzuwirken. Viele dieser Programme basieren auf der Oglala-Kultur. Erfolge stellen sich nach und nach ein; allerdings ist es nicht einfach, ein vor Generationen durch die weiße Vorherrschaft entstandenes Dilemma innerhalb kurzer Zeit wieder aus der Welt zu schaffen.

Im Bereich der Schulausbildung sind die größten Erfolge zu verzeichnen. So gründete die Stammesregierung bereits im Jahre 1971 das Oglala Lakota College. Zur Zeit besuchen ca. 1000 Indianer diese Einrichtung. Aber nicht nur Oglala, sondern auch andere Indianer sowie Menschen anderer Hautfarbe nutzen diese akademische Ausbildungsstätte.

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Kriegserklärung gegen die Ausbeutung der Spiritualität der Lakota, Juni 1993.

Die anerkannten, traditionellen spirituellen Führer, Stammesälteren und Vertreter der Lakota-Stämme erklären hiermit den Krieg gegen alle Personen und Gruppierungen, die unbeirrt damit fortfahren, die heiligen Traditionen und spirituellen Praktiken der Lakota auszubeuten, zu vergewaltigen und falsch auszulegen.

Zu lange haben wir die unaussprechliche Schmach ertragen müssen, wie unsere wertvollsten Zeremonien und spirituelle Praktiken durch nicht-indianische "Wannabees" (=Möchtegernindianer. Leute, die behaupten, Indianer zu sein, ohne tatsächlich in irgendeiner Form wirklich indianischen Urpsrunges zu sein), Hausierer, Kultisten und selbsternannte "New Age Schamanen" sowie deren Anhänger entheiligt, verzerrt und mißbraucht werden.

Mit Schrecken und Empörung müssen wir mitansehen, wie diese unwürdige Enteignung unserer heiligen Traditionen bereits epidemische Ausmaße in den urbanen Regionen der vereinigten Staaten angenommen hat.

  • Wir sind darüber entsetzt, wie die Heilige Pfeiffe entweiht wird durch den Verkauf von echten Pfeiffen (aus Pfeiffenstein) auf Flohmärkten, Pow-Wows und "New Age" Geschäften;

  • das Pseudo-Religionen gegründet wurden, die Menschen Geld dafür abnehmen, an unechten Schwitzhüttenzeremonien und "Visionssuchen" teilzunehmen,

  • das Scharlatane und Kultanführer das Sakrileg begehen, Sonnentänze für Nicht-Indianer durchzuführen und die untolerierbare und häufig obszöne Imitiationen unseres heiligen Sonnentanz-Ritus anbieten,

  • das sich Nicht-Indianer in imitierten "Stämmen" organisieren und sich indianisch klingende Namen geben, um den pauschalen Ausverkauf und die Kommerzialisierung der Lakota Tradition voranzutreiben,

  • das akademische Programme an Universitäten und Bildungsstätten wie Pilze aus dem Boden schießen, die die entheiligende Imitation unserer spirituellen Praktiken durch Studenten und Lehrer unter dem Deckmantel einer Ausbildung im "Schamanismus" sogar institutionalisieren,

  • das Nicht-Indianer und "Wannabees" Bücher schreiben und feilbieten, die die systematische Kolonisierung unserer Spiritualität fördern; das Einzelpersonen und Gruppierungen der "New Age" Bewegung, der "Männerbewegung" (scheint ein explizit amerikanisches Phänomen zu sein. A.A.), in der neuheidnischen Szene und in "Schamanischen Seminaren" unsere spirituelle Tradition ausbeuten indem sie unsere Zeremonien imitieren und mit nicht-indianischen okkulten Praktiken vermischen und dies alles beleidigend und verletzend in einem pseudoreligiösem "New-Age" Mischmasch.


    Diese dramatischen Entwicklungen machen es notwendig, das wir sofortige Schritte unternehmen müssen, unsere wertvollsten Traditionen von weiterer Kontamination, Entheiligung und Mißbrauch zu schützen.

    Wir rufen daher alle unsere Lakota, Dakota und Nakota Brüder und Schwestern in den Reservaten und traditionellen Gemeinschaften innerhalb der vereinigten Staaten und Kanada auf, aktiv und mit eigener Stimme gegen diese alarmierenden Entwicklungen und systematischen Zerstörungen unserer heiligen Traditionen zu stehen. Wir fordern euch dazu auf, euch mit euren Stammesmitgliedern in den Städten zu koordinieren, um Fälle dieses Mißbrauches zu identifizieren und dagegen vorzugehen, wobei adäquate taktische Mittel zum Einsatz kommen, wie beispielsweise: Demonstrationen, Boykott, Pressekonferenzen, aber auch direkte Intervention.

    Ganz besonders rufen wir alle Stammesmitglieder der Lakota, Dakota und Nakota auf, aktiv Stammesmitglieder davon abzuhalten, dazu beizutragen, das Außenstehende unsere heiligen Zeremonien und Praktiken mißbrauchen, oder dies überhaupt erst ermöglichen. Denn, wie wir alle wissen, gibt es unter unseren Stammesmitgliedern Einzelne, die unsere Traditionen für eigennützige Ziele verramschen, ohne Rücksicht auf die spirituelle Gesundheit der Menschen.

    Wir dürfen es nicht länger tolerieren, das weisse Schamanen, die aus unserer Gemeinschaft erwachsen sind, die weitere Ausbeutung unserer Traditionen durch Nicht-Indianer "authorisieren". Wir müssen uns gegen alle diese "Plastikmedizinmänner" als Feinde der Lakota, Dakota und Nakota stellen.

    Außerdem ermuntern wir traditionelle Führer und Stammesmitglieder aller anderen nativen indianischen Nationen sich mit uns zu solidarisieren in der Forderung, dieser überhandnehmenden Ausbeutung amerikanisch-indianischer heiliger Traditionen ein sofortiges Ende zu setzen, denn es sind nicht nur die Traditionen der Lakota, Dakota und Nakota die systematisch durch Nicht-Indianer verletzt werden.

    Mit Nachdruck fordern wir die Stammesräte aller Stämme und die Führungen der nationalen indianischen Organisationen dazu auf, Resolutionen und Stellungsnahmen gegen die Ausbeutung und den Mißbrauch der heiligen Traditionen zu veröffentlichen und möglichst weit zu verbreiten.

    Wir erinnern alle unsere indianischen Brüder und Schwestern an unsere höchste Pflicht als Indianer: Die Reinheit unserer heiligen spirituellen Traditionen zu erhalten, so das wir dieses wertvolle Geschenk den zukünftigen Generationen in Würde weitergeben können.

    Durch das entschlossene und mutige Handeln in dieser Kampagne, die Zerstörung unserer heiligen Traditionen zu beenden, werden wir dafür sorgen das unsere Kinder und Kindeskinder in der uns heiligen und würdigen Weise überleben werden, wie es der Schöpfer für uns vorgesehen hat.

    Folgende Organisationen anerkannten diese Resolution und gaben sie in ihren Versammlungen weiter:

  • National Congress of American Indians

  • Grand Governing Council of the American Indian Movement

  • Dakota, Lakota, Nakota Summit meeting

     

Crazy Horse (1841-1877)

Tashunka Witko

RED CLOUD (ca. 1822-1909)
MAHPIYA LUTA

 

 

 



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