Kostenlose Tools für Deine Homepage
OnlineWebService.de - Kostenlose Homepage Tools seit 1999. Einfach mal reinschauen!

Bei den Indianern Nordamerikas wurden Waffen für Jagd- und Kriegszwecke verwendet. Man unterscheidet je nach Verwendungszweck zwischen Nah- und Fernwaffen. Da die Indianer im Krieg häufig Mann gegen Mann gekämpft haben, war die Keule als Nahwaffe in ganz Nordamerika verbreitet. Diese wurde später durch den Tomahawk abgelöst, nachdem die Europäer Äxte aus Eisen eingeführt hatten. Eine weitere Nahkampfwaffe war die Lanze, die aber auch für zeremonielle Zwecke benutzt wurde. Das Messer wurde Anfangs nur als Werkzeug benutzt. Erst als der weiße Mann Messer aus Stahl mitbrachte, wurden diese auch für den Nahkampf verwendet.

Die wohl bekannteste Fernwaffe war der Pfeil und Bogen, der auch noch lange nach Einführung des Gewehrs benutzt wurde. Im Gegensatz zur Lanze war der Speer ebenfalls eine Fernwaffe und wurde vorwiegend für die Jagd benutzt. Viele Indianerstämme Nordamerikas benutzten Schilde als Schutz. Diese wurden entweder aus Holz gefertigt oder aus Leder, das aus Büffelnackenhaut bestand. Die zuletzt genannten sollen sogar Kugeln aus Vorderladergewehre abgehalten haben. Brustpanzer aus Holzstäbchen oder aus Holz bzw. Elfenbeinplatten wurden bei einigen Stämmen ebenfalls benutzt.

Zwar wurde das Blasrohr vorwiegend von den südamerikanischen Indianern verwendet, aber auch einige Indianer Nordamerikas kannten diese Waffe. So waren es die Irokesen im Nordosten und die Cherokee im Südosten, die das Blasrohr für die Jagd auf Vögel und Kleinwild bevorzugten. Die Waffe wurde je nach Region entweder aus Holz oder Bambus hergestellt. Die Pfeile waren auf der einen Seite angespitzt und wurden auf der anderen Seite zur Stabilisierung des Fluges mit Wolle versehen.

 

Bei allen Indianer Nordamerikas wurde das Messer als Waffe und als Werkzeug verwendet. Bevor die Europäer das uns bekannte Messer eingeführt hatten, bestand die Klinge meist aus Stein, Tierzähnen, Knochen oder Geweih, während der Schaft vorwiegend aus Holz bestand.

Eine wenig bekannte Wurfwaffe, die große Ähnlichkeit mit dem Bumerang der australischen Ureinwohner aufweist, war das Wurfholz. Es wurde bei den Puebloindianern und bei einigen Stämmen in Kalifornien häufig zur Hasenjagd benutzt. Im Gegensatz zum Bumerang kam das Wurfholz aber nicht zum Werfer zurück.

Eine Nahkampf- und Jagdwaffe, die vorwiegend zum Stoß verwendet wurde, war die Lanze. Die Indianer der Nordwestküste und der Arktis benutzen sie zur Jagd auf Meerestiere, andere Kulturen erlegten damit Bären, Büffel und anderes Wild. Die Indianer des Südostens und Südwestens, sowie die Plains- und Prärieindianer verwendeten sie vorwiegend als Kriegswaffe. Die Lanze hatte aber auch eine symbolische Bedeutung. Bei den Indianern der Plains und Prärien bestand jede Streitmacht aus mehrere Kriegerbünde, die im Krieg jeweils darum bemüht waren, den Feind als erstes zu besiegen.

 

Im Frieden führten sie Wettkämpfe untereinander aus, um sich als bester Kriegerbund des Stammes zu beweisen. Jeder Bund hatte einen Anführer, der die Lanze beim Kampf als wichtiges Symbol seines Kriegerbundes mit sich führte. Der Schaft dieser Waffe wurde oft mit Fell umwickelt oder mit Symbolen bemalt. Auch Federn wurde häufig für die Verzierung benutzt. Bei einigen Zeremonienwaffen war das obere Ende auch gekrümmt wie ein Hirtenstab. Die Spitze der Lanze bestand in der Anfangszeit aus Stein, später wurde Eisen verwendet. Messerklingen, Degenspitzen oder Bajonette wurden ebenfalls gerne benutzt.

Während die Lanze mehr eine Stoß- als eine Wurfwaffe war, wurde der Speer für beides verwendet. Ursprünglich bestand er nur aus einem Holzstab, der oben zugespitzt wurde. Erst später benutzten die Indianer Steine oder Knochen als Spitze, die häufig mit Widerhaken oder Zacken versehen wurden. Zwar wurden manchmal auch Speere verziert, und dienten damit als Symbol für bestimmte zeremonielle Anlässe, in den meisten Fällen wurden sie aber als Gebrauchswaffe verwendet.

 

 

Um die Wurfkraft und die Reichweite zu erhöhen, benutzten einige Völker (Eskimos, Puebloindianer) so genannte Speerschleudern. Hierbei wurde der Speer in ein schmales Brett gelegt, das als verlängerter Unterarm diente. Schleuderte man nun das Brett nach vorne, wurde der Speer heraus katapultiert.

Zu den effektivsten Waffen der Indianer in ganz Nordamerika zählte der Pfeil und Bogen. Die Art und Weise, wie, und aus welchem Material der Bogen hergestellt wurde, war unterschiedlich. So gab es Flachbögen, die mit Hanfschnüren, Pflanzenfasern oder Tiersehnen bespannt waren. Je nach Länge der Bögen hatten die Pfeile eine Reichweite bis zu 140 Meter. Manchmal wurden die Flachhölzer auch mit aufgeleimten Bisonsehnen verstärkt. Dadurch konnte die Reichweite nochmals um 30 Meter erhöht werden. Außerdem gab es Bögen, die aus Knochen- und Hornstücken zusammengesetzt wurden. Mit einem solchen Bogen konnte eine Reichweite von 200 Meter erzielt werden.

 

Je nach Region hatten die Bögen, die zum Schutz und zur Verzierung oft mit Fell umwickelt waren, eine Länge von 1,30 bis 2,00 Meter. Der Pfeilschaft wurde vorwiegend aus Hartholz oder Schilfrohr gefertigt. Das Material der Pfeilspitze war von Stamm zu Stamm verschieden. Je nach Vorkommen wurden Knochen, Horn, Steine oder Eisen verwendet. Die Spitze wurde meisten mit Widerhaken versehen, und bei Kriegspfeilen waren sie am Schaft so befestigt, dass sie beim Herausziehen in der Wunde stecken blieben. Während die Pfeile in Köchern aufbewahrt wurden, die aus Rohleder gefertigt waren, steckte man die Bögen in Felle oder Tierbälge.

Pfeil und Bogen wurden noch lange nach Einführung der Feuerwaffen von den Indianern benutzt. Das lag zunächst an der schnellen Schussfolge, die man mit dieser Waffen erzielen konnte. Während Vorderlader umständlich nachgeladen werden mussten, konnten zwei Pfeile in drei Sekunden treffsicher abgefeuert werden. Diese erreichten dann eine Durchschlagskraft, die manchmal höher war, als die einer Kugel.

 

Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts verdrängte das Repetiergewehr jedoch den Bogen. Dennoch wurde er von den Indianer nie ganz ausgemustert, da er neben der schnellen Schussfolge noch einen weiteren Vorteil besaß: Seine Lautlosigkeit. Noch im Jahre 1866 prasselten ca. 40000 Pfeile auf Captains Fettermanns Kompanie nieder, als dieser aus Fort Phil Kearny ausrückte, um eine Gruppe Holzfäller zu befreien. Die 40-minütige Schlacht war für Captain Fettermann und seiner Kompanie ein Desaster.

Der Tomahawk entwickelte sich bei den Indianern im Laufe der Zeit zu einer gefährlichen Nahkampfwaffe. Ursprünglich war er mehr Werkzeug als Waffe. Das Wort kommt aus der Sprache der Algonkin und bedeutet soviel wie "Werkzeug zum schneiden". Der original Wortlaut ist "tamähakan", woraus die Engländer das Wort Tomahawk kreierten. Die ersten Tomahawks waren Steinkopfkeulen, bei denen ein kegelförmiger Stein in Leder eingebunden war, und an einem Schaft befestigt wurde. Diese wurden vorwiegend von den Irokesen als Waffe eingesetzt.

 

Die Algonkins hingegen benutzten als Kopf eine doppelspitzige Steinklinge, die an einem federnden Stiel befestigt waren. Wenn man aber von einem Tomahawk spricht, ist meist der Eisen-Tomahawk gemeint, der von den Europäern in Form einer Stahlaxt eingeführt wurde.

Diese Äxte wurden von den Indianer aber nicht nur als Hieb-, sondern auch als Wurfwaffe benutzt. Hierbei entwickelten die indianischen Völker eine außergewöhnlich genaue Treffsicherheit. Der Tomahawk diente aber nicht nur als Werkzeug und Waffe, sondern wurde auch häufig als zeremonielles Symbol verwendet. So mussten die Häuptlinge vom Stamm der Algonkin beim Friedensschluss ihre Streitäxte unter denen der Irokesen begraben, nachdem sie von ihnen besiegt wurden. Daher kommt auch der Ausdruck "das Kriegsbeil begraben".

 

Einige Tomahawks wurden auch mit Gold und Silber verziert und als Geschenk bei Friedensverhandlungen überreicht. Schließlich gab es Tomahawks, die mit einer Tabakspfeife kombiniert wurden und ebenfalls nur zeremonialen Zwecken dienten. Hierbei wurde am Kopf, gegenüber der scharfen Seite, ein Pfeifenkopf angebracht. Der Stiel war durchbohrt, und ermöglichte dadurch das Rauchen. So war der Tomahawk eine Hieb- und Wurfwaffe, eine Friedenspfeife und ein Symbol für Krieg.


Kriegs- und Jagdkeulen verschiedener Stämme

 


Sklaventöter der Nootka (Nordwestküste)


Blasrohr der Cherokee


Lederschilde und ein Brustpanzer (aus Röhrenknochen)


verschiedene Messer

 



Verantwortlich für den Inhalt ist der Autor der Homepage. Kontakt

Kostenlose Homepage von rePage.de


Anzeige:    Freunde finden leicht gemacht